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Schlagwort: Engel

Behm, Martin – Als Jesus Christ rang mit dem Tod

Behm, Martin – Als Jesus Christ rang mit dem Tod

Als Jesus Christ rang mit dem Tod,
Schrie er zum Vater in der Noth.
Der Vater hört gar bald den Sohn,
That plötzlich auf sein Himmelsthron,
Schickt ihm ein Engel willig rein,
Der bracht ihm Stärkung in der Pein.

O Vater, schau auf deine Kind,
Wenn wir allhie in Nöthen sind
Und dich von Herzen rufen an;
Denn uns sonst niemand helfen kann.
Dein Engel uns vom Himmel schick,
Der uns in aller Noth erquick.

Hilf, daß wir sind ans Engels statt,
Wenn unser Nächster Kummer hat,
Daß wir durch dein Barmherzigkeit
Ihn trösten in seim Herzeleid.
Laß ihn den Trost auch nehmen an,
Wie dein Sohn selber hat gethan.

dein Engel send, wenn ich verricht
Nah deim Befehl mein Amt und Pflicht;
Hilf, daß er nicht fern von mir sei,
Wenn ich zu dir bet, ruf und schrei.
Dein Engel schick, der mich heim hol,
Wann ich von hinnen wandern soll.

Behm, Michael – Tägliches Gebet um den Dienst der Engel.

Behm, Michael – Tägliches Gebet um den Dienst der Engel.

Herr Zebaoth, du starker Herr,
Dein ist der Himmel, Erd und Meer,
All Engel sind dir unterthan,
Die vor deim Thron im Himmel stan.

Dein Engel schick vom Himmels Saal,
Der bei mir sei im Jammerthal
Und widern Satan für mich streit
Heut diesen Tag und alle Zeit.

Und weil der Teufel in der Welt
Um uns sein Netz mit List aufstellt,
So schick dein Engel, der mich warn,
Daß ich nicht fall in Satans Garn.

Wenn mein Seel hier abscheiden soll,
So send dein Engel, der sie hol.
Der böse Geist sie nicht hinführ;
Komm, thu ihr auf die Himmelsthür.

Hiller, Philipp Friedrich – Schutzgott, dessen starke Rechte

Hiller, Philipp Friedrich – Schutzgott, dessen starke Rechte

Schutzgott, dessen starke Rechte
Zuflucht, Schirm und Schatten giebt,
Der das menschliche Geschlechte
Wie ein treuer Vater liebt,
Der in dieser großen Welt,
Alles, was er schuf, erhält,
Der als Herr der Engelschaaren
Alles kann und will bewahren.

Viele heil’ge Seraphinen
Singen dir ein Heilig für;
Zehnmal hunderttausend dienen,
Viele tausend jauchzen dir.
Was bekannt und unbekannt,
Ist ein Werk von deiner Hand.
Die Herrschaften und die Thronen
Loben Gott in lichten Kronen.

Herr, was sind wir, daß du Engel
Uns zu unsern Wächtern giebst?
Menschen sind wir vollen Mängel,
Menschen, die du dennoch liebst.
Engel, die dich allzeit seh’n,
sollen uns zu Diensten steh’n;
Engel hüten uns als Kinder,
Heil’ge Engel schützen Sünder.

Engel sind’s, die nach den Proben
Nun beständig Gutes thun,
Die dich unaufhörlich loben,
Die in deinem Himmel ruh’n.
Die gehorsam, keusch und rein,
Die der Menschen Freunde sein,
Die ihr Antlitz ohne Flecken
Doch vor dir in Demuth decken.

Heere, welche die bewachen,
Die dich fürchten, großer Gott,
Die ein schrecklich Lager machen
Gegen aller Feinde Rott;
Diese sehn in deinem Licht,
Vater, stets dein Angesicht;
Diener, die zu deinen Füßen
Dir in Ehrfurcht dienen müssen.

Gott der Engel, Herr der Helden,
Ach, was sind wir Menschen doch,
Daß wir so viel vor dir gelten?
O wie hältst du uns so hoch!
Deine Engel dienen uns,
sind die Zeugen unsers Thuns.
Laß uns auch mit diesen Chören
Ewig dich im Himmel ehren.

Die alten lutherischen Kirchenlieder des neuen braunschweigischen Gesangbuches Neu-Erkerode bei Braunschweig Verlag der Buchhandlung der Idioten-Anstalt 1877

Schmolck, Benjamin – Du Herr der Seraphinen

Schmolck, Benjamin – Du Herr der Seraphinen

Du Herr der Seraphinen,
Dem tausend Engel dienen
Und zu Gebote steh’n,
Du übergroßer Meister
Der wunderschönen Geister,
Mein Mund soll deinen Ruhm erhöh’n.

Die engelischen Thronen,
Die in dem Himmel wohnen,
Giebst du zu meiner Wacht;
Sie seh’n dein Angesichte
In höchst vollkommnem Lichte
Doch nehmen sie mich auch in Acht.

Das sind die starken Helden,
Die deinen Rath vermelden,
Du Großfürst Michael;
Das sind die Feuerflammen,
Die schlagen stets zusammen
Um frommer Christen Leib und Seel‘.

Ich preise deine Güte
Mit dankbarem Gemüthe
Für diese Wunderschaar;
Ich rühme deine Rechte
Für diese Gnadenknechte
Bei denen ich ganz sicher war.

Gieb ferner diese Wache,
Daß sie zu einem Dache
Mir wider Alles sei;
Laß sie auf meinen Wegen
Die Hand mir unterlegen,
So ist mein Fuß vor’m Stoßen frei.

Den Feind laß sie erschrecken
Und mich beständig decken,
Wie dort den Gnadenthron;
Es sei mein ganzes Leben
Mit ihnen stet umgeben,
als wie das Bette Salomon.

Doch, sollen sie nicht weichen,
So laß mich ihnen gleichen
In wahrer Heiligkeit;
Wie sich die Kinder lieben
Und sich in Demuth üben,
So mach‘ auch mich dazu bereit.

Sie thun ja deinen Willen
Den laß mich auch erfüllen;
Sie leben keusch und rein,
O laß mich Nichts beflecken
Und mich an allen Ecken
Vor diesen reinen Geistern scheu’n.

Verhaue Händ‘ und Füße
Und was zum Aergernisse
Mir hier gereichen kann.
Wer ärgert diese Kleine,
Dem hangen schwere Steine
Zur ewigen Versenkung an.

Und endlich, wenn ich scheide,
So führe mich zur Freude
Auf ihren Armen ein;
Da werd‘ ich dich erst loben,
Und in dem Himmel droben
Dir und den Engeln gleiche sein.

Die alten lutherischen Kirchenlieder des neuen braunschweigischen Gesangbuches Neu-Erkerode bei Braunschweig Verlag der Buchhandlung der Idioten-Anstalt 1877

Speratus, Paul – Gesänge von etlichen heylgen ynsonderheit

Speratus, Paul – Gesänge von etlichen heylgen ynsonderheit

Eyn underrichtung wie von etlichen heylgen und der yedem ynn sonderheyt, ym thon wie vor von den heylgen yn gemeyn gesungen werden mag. Item. So von eynem heylgen yn sonderheyt gesungen werden wil, ist nemlich czu merken, was von demselbigen heylgen hernach geordent, das solchs erstlich, und alsdann darauff weyters gesungen werde das vorgehende liedt von den heylgen yn gemeyn gemacht. Jdoch erfordert ynn dysem Fall die arth und eygenschafft obgemelter geseng, das ym ersten gesetz des gemeynen heylgen lieds etliche wort untherlassen, unnd an derselben stadt andere wörterr gebraucht werden, wie alles hernach funden und vermerkt werden mag.

a. Von Simon und Juda.

1. In Simone und Juda
apostolischer czyr,
unn andern heylgen schare
o Gott dich loben wir.
Keyn aug gesah noch ny,
ynnß ohr noch hertz nit kumen,
was du bereytst für dy,
so dich von gantzem hertzen liebten hy.

Nota. Hierauff mögen weyters gesungen werden das ander, dritt, viert unn fünfft gesetz des vorgenden lieds von den heylgen yn gemeyn gemacht.

b. Von sant Bartholme.

Nota: Von S. Bartholme wie oben von sant Simon und Juda geschrieben ist, also anfahendt:

1. In sant Bartholomeo
apostolischer czyr u .s . w.

c. Von sant Peter.

1. O Herr den heylgen Petrum
du hoch begnadet host,
erwelt zu eym apostel,
von schwerem fall erlost,
Den felser yhn genennt,
da er dich gottes Sone
auß vatters geyst erkennt,
deyn schaff yhn lieb czu weiden hast gesenndt.

2. In dysem selgen Petro
unnd allen heylgen klar
Herr Gott thun wir dich loben
miit Christenlicher schar.
Kein aug gesah noch ny u. s. w.

Nota. Auff diß obstend annder gesetz von sant Peter sol weytter gesungen werden das ander, das dritt, vierdt und fünft gesetz des vorgeschrieben lieds von den heylgen yn gemeyn gemacht.

d. Von sant Andreas

1. O Herr du hast Andream,
der Petri bruder was,
vom fischer standt erfordert,
das er seyns netz vergaß,
Und folgt dir nach behendt,
denn czu der menschen fischer
hast du sie bed erkent,
deym wort sich willig haben nach gewendt.

2. In diesem sant Andrea
unnd andern heylgen klar u. s. w.

wie oben ym andern gesetz von sant Peter und dem Nota darnach gemelt ist.

e. Von sant Paul.

1. Herr deyn verfolger Saulus,
der dir unglaubig was,
vom geyst genennet Paulus,
deyn auserweltes fass.
Und wunderlich bekert,
entzugkt yn dritten hymel,
da wardt er bald gelert,
deyn kyrchen von den heyden hat gemert.

2. In dysem selgen Paulo
unnd allen helygen klar. u. s. w. wie bei Petrus.

f. Von sant Johans Ewangelist.

1. Johans Ewangeliste,
Apostel stands geert,
vil gots geheymnuß wiste
die treulich schrieb und lert.
Und auß der fischer zal
hat Christus yhn erfordert
zu diser heylgen wal,
seyn Reyne mutter yhm am Creutz befal.

2. In diesem sant Johanne
und allen heylgen klar u. s. w.

g. Von Sant Philip.

1. Sant Philip, Christi yünger,
der hat sich nit gespart
mit predig und vil czeychenn
nach Christi hymelfart,
Samaria gelert.
die czauberer geschendet,
dadurch den glauben mehrt,
darnach eyn mechting moren hat bekert.

h. Von Sant Jacob, dem kleynern.

1. Sant Jacobus der kleyner
des herren both gesendt,
auß nahgesipter freuntschafft
sein bruder wirt genent,
Eyn bruder sant Judas,
lang nach der auffart Christi
der Juden lerer was,
ynn Bischoflichem standt lang bei yhn saß.

2. In dysem selgen botten
unnd andern heylgen klar u. s. w.

Nota: Dieweyl altem gebrauch nach von sant Philip und Jacob des yars eyn eynich fest, Gott czu lob, gehalten wirdt, ist darumb hierynnen yr beder halb auch nur eyn eynicher beschluß gemacht.
i. Von Sant Jacob dem grossern.

1. Jacob Bruder Johannis
Zebedey genent
bei Christo auff dem berge
sein klarheit hat erkenndt,
Dadurch seyn glaub gemert,
unnd nach des herrn auffart
seyn heylges wort gelert,
darumb yhin tödt Herodes mit dem schwerdt.

2. In dem apostel große,
und allen heylgen klar u. s. w.

k. Von Sant Mathias.

1. Mathias, der Aposten,
czur czwelffer schar geczelt,
wardt durch dy yünger Christi
an Judas stadt erwelt.
Als prophezeyet hatt
der geyst durch Davids munde
unnd ytzo wardt bestett,
durch götlich czeychen und gemeyn gebet.

2. In dem heylgen Mathia,
und allen heylgen klar u. s. w.

l. Von Sant Matheus

1. Matheus, der apostel
unnd heylg Evangelist
wardt von dem czol erfordert
durch dich herr Jesu Christ,
Wy du gibst czu versteen,
das auch die offen sünder
den vor yn hymel geen,
dy sich hy grosser frümkeit selbst verwen.

2. In dysem sant Matheo,
und allen heylgen klar u. s. w.

m. Von Sant Thoma.

1. O Herr dem heylgen Thome,
Apostel stands genoß,
hast du genad erczeyget
wiewohl er czweyfelt groß.
Biß er dein wunden czart,
hat griffen und bekennet
götlich und menschlich art,
und darumb von dir selg genennet wardt.

2. In dysem heylgen thoma
und allen heylgen klar u. s. w.

n. Von sant Johans, dem Tauffer

1. Herr, sant Johans, deyn tauffer,
hast grosse gnad beweyst,
das er yn muter leybe
mit freud dich hupffent preyst,
Deyn weg bereyt und lert,
drumb ihn Herodes tödet
auf bitt eyns weybs verkert:
vonn frawen leyb keyn grösser wird bewert.

2. In dysem heylgen teuffer
und allen heylgen klar u. s. w.

o. Von sant Steffan.

O got du hast sant Steffan
gesterket und geert,
das er deyn wort bekennet,
und künlich hat gelert.
Darumb den todt er lydt,
den hymel sah er offen
unn Christum auch damit,
für solche feyndt thet er czu dir seyn bitt.

2. In dysem heylgen Steffan
und allen heylgen klar u. s. w.

p. Von den Kyndleyn.

Von kynden, die man seyget,
hast du, o got, deyn lob,
Des scheynlich ward erzeyget
am palmentag eyn prob,
Und durch der kyndleyn todt,
die Pharon und Herodes
yhr yeder tödet hat,
das alles nit verhyndert deynen rath.

2. Domit wir uns fast stercken,
nit förchten Tyranney,
und dadurch eben mercken,
das nymandt müglich sey,
Deym willen widderstan,
unnd wer sich des vermisset
wy es yhm wirt ergan,
czeygt uns di schrift gar manches beyspil an.

3. In dysen selgen kynden,
und allen heylgen klar u. s. w.

q. Von Maria, der Schwester Marthe

1. Maria, schwester Marthe,
Christus begnadet hat,
das sie mit fleyß gewarte
seyns worts für wircklich that.
Welchs Marthe nit gefelt,
und doch alleyn ist nöttig
wy Christus selbst erczelt,
das sy damit den gutten theyl erwelt.

2. In dysem helgen weybe
und allen heylgen klar u. s. w.

r. Von den heylgen Vetern und Propheten.

1. O got deyn heylg propheten
du hoch begnadet hast,
das sy verkünden thetenvdeynn Sohn, der uns erlost.
Im samen Abrahe
ist uns solch heyl herkommen,
durch reyner yungkfraw ehe,
damit von uns gewendet ewigs we.

2. In vetern und Propheten
und allen heylgen klar u. s. w.

s. Von allen Engeln.

1. Herr, durch den fall der Engel
der ewig ist verkündt,
umb yhrer hoffart mengel,
merck wir dy schwer der sünd,
Dagegen freud und trost
der engeliischen geyste,
dy du geseylget hast
und wie von grossem ubel wir erlost.

2. Dy heylgen Engel sehen
steth gotis angesicht,
deyn lob allczeyt veryehen
keyn gutes yhn gebricht,
Ausrichtenn, was er heyst,
verkünden strafen, schützen,
domit seyn will geleyst.
O Herr send uns deyn hilffe durch dyse geyst.

3. In dysem seylgen Engeln
und allen heylgen klar u. s. w.

Cosack – Paul Speratus

Hermann, Nikolaus – Nunc angelorum gloria.

Hermann, Nikolaus – Nunc angelorum gloria.

HEut sein die leiben Engelein
in hellem schein
erschienen bey der nachte
Den Hirten, die jr Schefelein
bey Monen schein
im weitem Feld bewachten:
Grosse Freud und gute Mehr
wollen wir euch offenbaren,
die euch und aller Welt solln widerfaren!
Huic sit memoria.

Ein Son die Göttlich Maiestat
euch geben hat
und ein menschen lan werden,
Ein Jungfraw jn geboren hat
in Dauids Stad,
do jr jn finden werdet
Ligen in einm Krippelein,
nackt, blos und elende,
das er all ewr elend von euch wende!
Huic sit memoria.

Darnach sungen die Engelein:
Gott gebürt allein
in der Höhe preis unnd ehre!
Guter fried wird auff ERden sein,
des sollen sich
die Menschen frewen sehre,
Und ein wolgefallen han,
das der Heiland ist komen,
hat euch zu gut das Fleisch an sich genomen!
Huic sit memoria.

Die Hirten sprachen: Nu wolan!
so last uns gahn
unnd diese ding erfaren,
Die uns der HERR hat kund gethan:
unser Vieh wird
er in des wol bewaren!
Da funden sies Kindelein
in tüchelein gehüllet,
das alle Welt mit seiner gnad erfüllet!
Huic sit memoria.

Wackernagel – Das deutsche Kirchenlied von Martin Luther bis auf Nicolaus Herman und Ambrosius Blaurer

Selneccer, Nikolaus – Wo Gott der Herr nicht bei uns hält

Selneccer, Nikolaus – Wo Gott der Herr nicht bei uns hält

Am Tage Michaelis.

Von den lieben Engeln.

Nach eigener Melodie.

Wo Gott der Herr nicht bei uns hält
Und sendt seine lieben Diener
Wenn er sich nicht genädig stellt
Durch Christum den Versühner,
So ists mit uns verloren Sach,
Gerathen nur in Ungemach,
Können uns selbst nicht helfen.

Gott Lob und Dank, er mit uns ist
Mit seinen lieben Engeln.
Die schickt uns der Herr Jesus Christ,
Der thut alls wohl bestellen
Behütet uns an Leib und Seel,
Daß uns kein Plag noch Unglück quäl,
Tag und Nacht für uns wachet.

Die lieben Engel Geister sind,
Die Gott auf sein Dienst warten.
Er sendt sie aus zu jedem Kind
Aus seim himmlischen Garten,
Daß sie solln unsre Gleitsleut sein,
Und uns schützen vor Noth und Pein,
Dem Widersacher wehren.

Der Teufel ist ein stolzer Feind,
Kein Mensch ihn überwindet.
Christus allein es herzlich meint,
Streit für uns und ihn bindet.
Der Siegsfürst ist der Michael,
Unser Großfürst für Leib und Seel.
Christus den Streit gewinnet.

Sein Diener und Trabanten gut,
Die lieben Engel mit Haufen,
Schützen uns gern an Leib und Blut,
Wie Feuerflammen laufen.
Die dienstbarn Geister stets sie sind,
Bewahren uns vor Schand und Sünd,
Dem Teufel thun sie wehren.

Wenn auch nicht dieser Schutz da wär,
Wo wollten wir doch bleiben?
Kein Stund, kein Augenblick wär mehr,
Der Feind thät uns aufreiben
Mit Leib und Seel, mit Weib und Kind,
Mit Haus und Hof und allem Gsind,
Kein Leben könntn wir haben.

Mit Mord, Krieg, Pest und Hungersnoth,
Aufruhr, Unglück und Schaden,
All Stund mit Blut Unfall und Tod
Der Teufel will beladen
Uns Armen. Aber Gottes Gnad
Giebt uns seine Engel früh und spat,
Die unsern Feind erlegen.

O frommer Christ, o Liebes Kind,
Bedenk doch das von Herzen.
Vertreib die Engel nicht durch Sünd,
Mach dir nicht selbst groß Schmerzen.
Gleich wie der Rauch vertreibt die Bien,
Also gehn auch die Engel hin,
Vertrieben durch die Sünde.

Kein sicher Gleit du nimmer hast,
Wenn Engel von dir weichen.
Da thut alsdann der leidig Gast
Mit Sünden dich erschleichen.
Wo du nicht hast die Engel gut,
Da taugst du nichts an Seel und Muth,
Dein Leben ist verloren.

Herr Christe, wahrer Gottessohn,
Du unser Fleisch bist worden.
Groß Michael aus Vaters Thron
Wehr du des Satans Morden.
Stürz ihn durch deine Engel fromm
Und selbst bald herrlich zu uns komm.
Führ uns aus diesem Elend.

Wenn wir von hinnen scheiden schier,
Dein Engel uns bewachen,
Unsre Seel nehmen mit Begier,
Zu ihrn Gefährten machen.
Wie ein Credenz, mit deinem Blut
Gereinigt, und mit Freudenmuth
Wird unsre Seel getragen.

Laß dir Herr Christ befohlen sein
Dein Kirch, Schul und Regierung,
Haushaltung, Zucht und Christgemein,
Wend ab alle Verführung.
Ein christlich Leben uns verleih,
Ein selig Abschied bei uns sei,
Dein Engeln uns zueigne.

Wir wollen dir recht dankbar sein
Im Himmel hoch dort oben,
Mit den Engeln all insgemein
Dich ewig können loben.
Dem Vater, Sohn und heilgem Geist,
Der uns all Gnad und Guts beweist,
Sei Preis, Ehr, Dank ohn Ende.

Selneccer – Himmelfahrt

Johann Friedrich Starck – Der Engel goldnes Heer

Johann Friedrich Starck – Der Engel goldnes Heer

Der Engel goldnes Heer,
Die immer vor Gott stehen
Und seine Majestät
In hellem Glanze sehen,
Die werden täglich noch
Zu unserm Dienst gesandt,
Und was uns schaden kann,
Wird durch sie abgewandt.

2. Die Engel sind bei uns
Auf allen unsern Wegen
Bei Tag und auch bei Nacht,
Wenn wir uns schlafen legen;
Geht man zu dem Beruf,
So gehen sie mit aus,
Und kehret man zurück,
So gehn sie mit nach Haus.

3. Wenn Satan und die Welt,
Auch andre Feinde wüten,
So sind die Engel da,
Die unsern Tritt behüten,
Sie wenden von uns ab
Leid, Unglück und Gefahr,
Ihr Auge schlummert nicht,
Sie wachen immderdar.

4. Und bricht der Wanderstab
Von unsern Lebenstagen,
So werden sie die Seel
Ins Freudenleben tragen,
Zur Ruhe nach der Last,
Zur Krone nach dem Streit,
Zur Freude nach der Angst,
Zum Troste nach dem Leid.

5. Die Engel freuen sich,
Wenn wir uns Gott ergeben
Und, wie wir schuldig sind,
Nach Gottes Willen leben;
Ach ja wir sind gewiß,
Daß man da Engel sind,
Wo Fromme durch Gebet
Und Lieb verbunden sind.

6. Ach Gott, wir danken dir
Für alle deine Gaben
Und daß wir auch von dir
Zum Schutz die Engel haben;
Die Helden send uns auch
In aller Angst und Not,
Ach laß sie bei uns sein
Im Leben und im Tod.

7. Verleih mir deine Gnad,
Daß ich auch noch auf Erden
Mit stetem Lob und Preis
Den Engeln gleich mög werden
Und deinen Willen tun,
Damit nach dieser Zeit
Ich bleib den Engeln gleich
In deiner Herrlichkeit.

8. Da soll dein Lob und Ruhm
In Ewigkeit erklingen,
Da will ich hocherfreut
Das Dreimal Heilig singen
Mit aller Engel Chor,
Der auserwählten Schar;
Dies ist des Herzens Wunsch,
Amen, er werde wahr.

Luther, Martin – Vom Himmel kam der Engel Schar

Luther, Martin – Vom Himmel kam der Engel Schar

Ein ander Christlied. Im vorigen Ton. (Vom Himmel hoch)

1. Vom Himmel kam der Engel Schar,
Erschien den Hirten offenbar,
Sie sagten ihn: Ein Kindlein zart,
Das liegt dort in der Krippen hart.

2. Zu Bethlehem in Davids Stadt,
Wie Micha das verkündet hat.
Es ist der Herre Jesus Christ,
Der euer aller Heiland ist.

3. Des sollt ihr billig fröhlich sein,
Daß Gott mit euch ist worden ein;
Es ist geborn eur Fleisch und Blut,
Eur Bruder ist das ewig Gut.

4. Was kann euch tun die Sünd und Tod?
Ihr habt mit euch den wahren Gott,
Laßt zürnen Teufel und die Höll,
Gotts Sohn ist worden eur Gesell.

5. Er will und kann euch lassen nicht,
Setzt ihr auf ihn eur Zuversicht.
Es mögen euch viel fechten an,
Dem sei Trotz, ders nicht lassen kann.

6. Zuletzt müßt ihr doch haben recht,
Ihr seid nu worden Gotts Geschlecht,
Des danket Gott in Ewigkeit,
Geduldig, fröhlich alle Zeit.

Amen.

Eber, Paul – Herr Gott, dich loben alle wir

Eber, Paul – Herr Gott, dich loben alle wir

1. Herr Gott, dich loben alle wir
Und sollen billig danken dir
Für dein Geschöpf der Engel schön,
Die um dich schweb’n vor deinem Thron.

2. Sie glänzen hell und leuchten klar
Und sehen dich ganz offenbar,
Dein‘ Stimm‘ sie hören allezeit
Und sind voll göttlicher Weisheit.

3. Sie feiern auch und schlafen nicht,
Ihr Fleiß ist gar dahin gericht’t,
Daß sie, Herr Christe, um dich sei’n
Und um dein armes Häufelein.

4. Der alte Drach‘ und böse Feind
Vor Neid, Haß und vor Zorne brennt;
Und wie er vormals bracht‘ in Not
Die Welt, führt er sie noch in Tod;

5. Sein Dichten steht allein darauf,
Wie von ihm werd‘ zertrennt dein Hauf‘.
Kirch‘, Wort, Gesetz, all‘ Ehrbarkeit
Zu tilgen, ist er stets bereit.

6. Darum kein‘ Rast noch Ruh‘ er hat,
Brüllt wie ein Löw‘, tracht’t früh und spat,
Legt Garn und Strick, braucht falsche List,
Daß er verderb‘, was christlich ist.

7. Indes wachet der Engel Schar,
Die Christo folgen, immerdar
Und schützet deine Christenheit,
Wehret des Teufels Listigkeit.

8. Am Daniel wir lernen das,
Da er unter den Löwen saß,
Desgleichen auch dem frommen Lot
Der Engel half aus aller Not.

9. Dermaßen auch des Feuers Glut
Verschont und keinen Schaden tut
Den Knaben in der heißen Flamm,
Der Engel ihn zu Hilfe kam.

10. Also schützt Gott noch heutzutag‘
Vor übel und gar mancher Plag‘
Uns durch die lieben Engelein,
Die uns zu Wächtern geben sein.,

11. Darum wir billig loben dich
Und danken dir, Gott, ewiglich,
Wie auch der lieben Engel Schar
Dich preiset heut‘ und immerdar.

12. Und bitten dich, wollst allezeit
Dieselben heißen sein bereit,
Zu schützen deine kleine Herd,
So hält dein göttlich Wort in Wert.

13. Lob, Ehr sei Gott im höchsten Thron,
desgleichen Christo, seinem Sohn,
und auch dem Tröster in der Not,
sind drei Person und nur ein Gott