Behm, Martin – Wenn man an die Arbeit geht.

Behm, Martin – Wenn man an die Arbeit geht.

Das walt Gott Vater und Gott Sohn
Der heilig Geist im höchsten Thron,
Damit fang ich mein Arbeit an:
Hilf, daß ichs wohl vollbringen kann.

O heilige Dreifaltigkeit,
Dein Beistand sei mir jetzt bereit,
Gieb mir Verstand, Vernunft und Witz,
Damit ich nicht vergebens schwitz.

Meins Leibes Kräfte mehr und stärk,
Daß ich mit Ernst verricht mein Werk;
Hilf mir, daß ich beständig bleib,
Mit Untreu nicht mein Arbeit treib.

Laß mich mein Arbeit recht verbringen,
Damit mein thun mög wohl gelingen.
Das treib ich hier, so lang ich leb
Und in dem Jammerthal rumschweb.

Wenn ich dann thu mein Augen zu,
So gieb mir von der Arbeit Ruh.
Hier ist kein Ruh, dort wird sie sein,
Drum komm, hol mich in Himmel ein.

Amen.

Behm, Martin – Wenn man sich rüstet

Behm, Martin – Wenn man sich rüstet

Das walt Gott Vater, meine Kraft,
Und Jesus Christus, meine Macht,
Der heilige Geist, mein beste Stärk,
Mein Beistand sei zu diesem Werk.

Die heilige Dreifaltigkeit,
Gelobt in alle Ewigkeit,
Steh mir mit rechten Segen bei
und unserm Theil den Sieg verleih.

Mein Leib ich rüst und wohl verwahr,
Herr mach ihn frei von aller Gfahr,
Mein Waffen, so ich mit mir trag,
Regier, daß ich den Feind hinschlag.

Du bist mein Wehr, mein Spieß und Schwert,
Halt mich vor deinen Augen werth,
Daß ich getrost vorm Feind besteh
Und ungeschlagen von ihm geh.

Dein Engel widern Feind hinschick,
Der treib sein Waffen all zurück;
Zerbrech sein Arm und alle Macht,
Schlag ihn darnieder in der schlacht.

Doch soll ich bei mein Waffen sterben,
So mach mich zu eim Himmels Erben;
Da gieb mir auch die Herrlichkeit
In alle ewig Ewigkeit.

Amen.

Behm, Martin – Gebet eines Pathen

Behm, Martin – Gebet eines Pathen

Gott, himmlischer Vater mein,
Ich will jetzt vor dich treten,
Ich soll dies Kindleins Pathe sein,
Ich bin dazu erbeten;
Ich ruf zu dir von Herzen Grund,
Du wollst dies Kind erwählen,
Daß es mit dir tret in den Bund,
Es zu den Frommen zählen;
Segn es an Leib und Seelen.

Ich bitt, wasch es von Sünden rein
Mit Jesu Christi Blute,
Und pflanz es in sein Wunden ein,
Die ihm kommen zu gute.
Verleih Gnad, daß mein lieber Path
Allhier auf dieser Erden
Gottselig werd und wohl gerath
An Worten und Geberden;
Daß ihm dein Huld mög werden.

So sich denn je mein Path verirrt
Mit Sünden in seim Leben,
Hilf, daß er werd zurecht geführt,
Wollst ihm sein Sünd vergeben.
Ihn segne Vater und der Sohn,
Ihn segne Gott, der heilig Geist,
Dem sei Lob, Preis und Ehr gethan,
Der uns allein den Himmel weist,
Drauf sprech ich fröhlich: Amen.

Behm, Martin – Um einen gnädigen Regen

Behm, Martin – Um einen gnädigen Regen

Herr Gott, du Herrscher aller Welt,
Gut Wetter du bescherest,
Du machst mit Früchten reich das Feld,
Dadurch du uns ernährest.
Du giebst uns Obst, Getreid und Wein,
Dazu Thier, Fisch und Vögelein,
Erhältst uns Leib und Leben.

Schau, wie jetzt bei der dürren Zeit
Die Frücht im Feld vergehen.
All Creatur um Regen schreit,
Die Menschen jammrig sehen,
Es lechzt das Vieh, dürr ist das Land,
Drum thu auf deine milde Hand,
Gieb Guts, wend allen Schaden.

Send uns herab vons Himmels Saal
Ein warmen, fruchtbarn Regen,
Behüt vor Schloß und Wetterstrahl,
Gieb zum Gewächs dein Segen,
Bescher uns unser täglich Brot,
Gieb, was zum Leib und Seel ist noth,
Hilf, daß wir selig werden.

Amen.

Behm, Martin – Um wahren Glauben.

Behm, Martin – Um wahren Glauben.

O Gott, der du die Menschen liebst,
Ihn aus ddeim Schatz viel Gaben giebst,
Du weißt, daß uns der Glaub ist noth,
Ohn Glaube wird der Mensch zu Spott.

Den Glauben hast du auserwählt,
Ohn Glauben dir kein Mensch gefällt;
Was nicht vom Glauben Ursprung nimmt,
Bei dir kein Gunst noch Lieb bekümmt.

Der Glauben ist allein dein WErk,
Wird nicht erlangt durch Menschenstärk;
Giebst du ihn nich aus lauter Gunst,
So ist des Menschen Thun umsonst.

Drum bitt ich, durch dein Geist und Glanz
Den Glauben in meim Herzen pflanz,
Wirk ihn durchs Wort und Sacrament,
Darin dein Gnad wird ausgespendt.

Vernunft und Glauben reimt sich nicht,
Eins heftig widers ander ficht;
Hilf daß ich mich deim Wort bequem
Und mein Vernunft gefangen nehm.

O Herr, ich glaub, doch bin ich schwach,
Mein Glauben täglich stärker mach;
Erhalt des Glaubens Fünklein klein,
Daß er nicht ganz verlier den Schein.

Den Glauben in mir stärk und mehr,
Sonst ist er zu behalten schwer,
Hilf, daß er wachs und hab Bestand
In Nöthen als ein ehrne Wand.

Laß mich nicht zweifeln noch verzagn,
Auf dein Verheißung soll ichs wagn.
Hilf, daß ich festen Glauben hab,
Bis mein Leib wird gelegt ins Grab.

Doch thu von mir Vermessenheit,
Bewahr mich auch vor Sicherheit;
Laß mich in Demuth gläubig sein,
Daß ich trau auf dein Güt allein.

Hilf, daß ich hier im Glauben ring,
Durch Tod und Leben zu dir dring;
Daß ich empfang die himmlisch Gab,
Die ich hier nur im Glauben hab.

Amen.

Behm, Martin – Danksagung und Gebet um Gottes Erkenntniß

Behm, Martin – Danksagung und Gebet um Gottes Erkenntniß

Ich preis dich herzlich, Gott, mein Herr,
Dein ist der Himmel, Erd und Meer,
Weil du dein Lehr den hast verborgn,
Die nur um irdisch WEisheit sorgn,
Und lässest sie verkündigen
Den Kindlein und Unmündigen.

Du hast mich zu deim Häuflein bracht,
Mir dein Erkenntniß kund gemacht,
Hast mich zum Erben aufgenommn,
Als ich die Tauf hab überkommn,
In mir entzündt des Glaubens Licht,
Dabei man dich erkennt und sicht.

Solch Kennen bringt Gerechtigkeit,
Die uns durch Christum ist bereit,
Es ist ein Wurzel zu dem Lebn,
Das uns Gott wird im Himmel gebn;
Ohn dies Erkenntniß ist kein Heil,
Ohn dies hat man kein Himmelstheil.

Drum schreibs in mein Herz mit Buchstabn,
Die Kraft und Lebn in sich habn.
Drücks tief hinein, daß ichs behalt,
Daß ich dein nicht vergeß so bald,
Thu auf mein Augen, daß ich seh,
Wie wohl es um dein Häuflein steh.

Erhalt mich fest bei reiner Lehr,
Und dein Erkenntniß in mir mehr,
Von Irrthum und Abgötterei
Dein Geist mein Herz und Mund befrei,
In Finsterniß laß mich nicht bleibn,
Du möchtst mich sonst zur Höllen treibn.

Weil unser Wissen Stückwerk ist,
Der Mensch bald, was er lernt, vergißt,
Drum wollst du micih in Himmel führn
Und mich mit dein Erkenntniß ziern;
Wie ich hier bin von dir erkannt,
So zeig dich mir im Vaterland.

Amen.

Behm, Martin – Nach Empfahung des Sacraments um den rechten Segen.

Behm, Martin – Nach Empfahung des Sacraments um den rechten Segen.

O Jesu, hoch gebenedeit,
Der uns von Gottes Fluch befreit,
Du theilst den Segen reichlich mit,
Wer dich im Glauben herzlich bitt.

Jetzt hab ich dich gefaßt, mein Held,
Den nicht begreift die ganze Welt.
Nun hab ich, den mein Seele liebt,
Der Leibs und Seelen Segen giebt.

Ich greif dich fest, wie Jacob, an,
Will dich kurzum nicht von mir lan,
Bis mir dein Segen wird zu Theil
Zu meiner armen Seele Heil.

O Herr, mich segne und behüt,
Dein Antlitz leucht mir durch dein Güt;
Dein Angesicht wollst auf mich hebn
Und mir den rechten Segen gebn.

Mein Leib und Seel wollst du mir segn
Zum Heil und Wohlfahrt auf mein Wegn,
Daß all mein Thun, Gebür und Pflicht
Wohl durch dein Segen werd verricht.

Deim Segen ich mich untergeb,
Weil ichh auf Erden kriech und schweb;
Dein Segen tröst mich an meim End,
Daß sich mein Seel zum Himmel wend.

Stell mich dort nicht zur linken Seitn,
Weil da stehn die Vermaledeitn,
Heiß mich gehn zu der rechten Hand,
Allda ist der Gesegnetn Stand.

Führ mich mit hin im klaren Licht,
Darin man schaut dein Angesicht,
Daß ich dein Segen mit genieß,
Den du uns hier verheißt gewiß.

Amen.

Behm, Martin – Danksagung und Gebet nach dem Abendmahl.

Behm, Martin – Danksagung und Gebet nach dem Abendmahl.

Ich dank dir herzlich, Jesu Christ:
Dein Treu nicht zu ergründen ist,
Daß du dein Fleisch und Blut uns giebst
Im Sacrament, weil du uns liebst;
Drum sind wir dein Leib, Fleisch und Bein,
Das mag ein groß Geheimniß sein.

Mein Herr, hilf, daß ich dein stets bleib,
Und mich kein Unglück von dir treib,
Daß ich an dir fest hang und kleb,
So lang ich hier auf Erden leb.
Gieb mir Geduld und Trost im Leid,
Der Tod mich auch nicht von dir scheid.

Meins Thuns und Lassens also walt,
Daß ichs nicht mit dem Satan halt,
Noch mit der Welt im argen lieg,
Mein Fleisch und Blutr mich nicht betrieg.
Laß mich das Bös forthin vermeidn,
Daß ich von dir bleib ungeschiedn.

O Herr, du wollst mein eigen sein,
Ich schließ dich in meins Herzensschrein,
Wohn und wirk drinnen für und für,
Und mich mit schönen Gaben zier.
Dies ist meins Herzens Trost und Freud,
So lob ich dich in Ewigkeit.

Amen.