O Jerusalem, du schöne,
Da man Gott beständig ehrt
Und das himmlische Getöne:
Heilig, heilig, heilig! hört,
Ach wann komm‘ ich doch einmal
Hin zu deiner Bürger Zahl?
2. Muss ich nicht in Pilgerhütten
Unter strengem Kampf und Streit,
Da so mancher Christ gelitten,
Führen meine Lebenszeit?
Da oft wird die beste Kraft
Durch die Tränen weggerafft.
3. Ach wie wünsch‘ ich dich zu schauen,
Jesu, liebster Seelenfreund,
Dort auf deinen Salemsauen,
Wo man nicht mehr klagt und weint,
Sondern in dem höchsten Licht
Schauet Gottes Angesicht!
4. Komm doch, führe mich mit Freuden
Aus der Fremde hartem Stand;
Hol mich heim nach vielen Leiden
In das rechte Vaterland,
Wo dein Lebenswasser quillt,
Das den Durst auf ewig stillt!
5. O der auserwählten Stätte
Voller Wonne, voller Zier!
Ach, daß ich doch Flügel hätte,
Mich zu schwingen bald von hier
Nach der neuerbauten Stadt,
Welche Gott zur Sonne hat!
6. Soll ich aber länger bleiben
Auf dem ungestümen Meer,
Wo mich Wind und Wellen treiben
Durch so mancherlei Beschwer:
Ach so lass in Kreuz und Pein
Hoffnung meinen Anker sein!
7. Alsdann werd‘ ich nicht ertrinken:
Christus ist mein Arm und Schild,
Und sein Schifflein kann nicht sinken,
Wär‘ das Meer auch noch so wild;
Obgleich Mast und Segel bricht,
Lässt doch Gott die Seinen nicht!