Benjamin Schmolk – Endlich

1. Endlich, endlich muß es doch
Mit der Not ein Ende nehmen;
Endlich bricht das harte Joch,
Endlich schwindet Angst und Grämen;
Endlich muß der Sorgenstein
Doch in Gold verwandelt sein.

2. Endlich bricht man Rosen ab;
Endlich kommt man durch die Wüsten;
Endlich muß der Wanderstab
Sich zum Vaterlande rüsten;
Endlich bringt die Tränensaat,
Was die Freudenernte hat.

3. Endlich sieht man Kanaan
Nach Ägyptens Diensthaus liegen;
Endlich trifft man Thabor an,
Wenn der Ölberg überstiegen;
Endlich geht ein Jakob ein,
Wo kein Esau mehr wird sein.

4. Endlich! o du schönes Wort!
Du kannst alles Kreuz versüßen;
Wenn der Felsen ist durchbohrt,
Läßt er endlich Balsam fließen.
Ei, mein Herz! d’rum merke dies:
Endlich, endlich kommt gewiß.

Benjamin Schmolck – Nicht der Anfang, nur das Ende

Nicht der Anfang, nur das Ende
Krönt des Christen Glaubensstreit;
Ach, getreuer Gott, vollende
Meinen Lauf in dieser Zeit!
Hab‘ ich einmal dich bekannt,
So verleihe mir Bestand,
Dass ich, bis ich einst erkalte,
Glauben und Gewissen halte!

2. Lass mich einem Felsen gleichen,
Der in Sturm und Fluten steht;
Lass mich nicht zurückeweichen,
Wenn mich Not und Tod umfäht!
Sei mein Anker, der nicht richt,
Sei mein Stern und helles Licht,
Dass ich nicht von dir mich scheide
Und am Glauben Schiffbruch leide!

3. Du bist treu in allen Dingen,
Und dein Wort ist auch getreu.
Lass mich dir ein Herze bringen,
Das getreu und kindlich sei!
Wanket oft mein Fleisch und Blut,
Und entsinket mir der Mut,
So lass doch den rechten Glauben
Nicht aus meinem Herzen rauben!

4. Es ist gut, ein Christ zu werden,
Besser noch, ein Christ zu sein;
Doch den besten Ruhm auf Erden,
Gibt der Herr nur dem allein,
Der ein Christ beständig bleibt
Und bis an sein Ende gläubt;
Und der Himmel wird mit Kronen
Seine Treue dort belohnen.

5. Lass mich halten, was ich habe,
Dass mir nichts die Krone nimmt!
Es ist deines Geistes Gabe,
Dass mein Glaubensdocht noch glimmt.
Lösche nicht den Funken aus,
Mach ein helles Feuer draus;
Lass es ungestöret brennen,
Dich vor aller Welt bekennen!

6. Du hast meinen Grund geleget;
Jesus, der mein Eckstein ist,
Wird durch keine Macht beweget,
Ihn verrücket keine List.
Lass mich fest auf ihm bestehn,
Nimmermehr zu Grunde gehn,
Wenn sich Macht und List bemühen,
Mich von Christo abzuziehen!

7. Jesu, hilf mir dir anhangen,
Wie die Reb‘ am Weinstock hängt1andere: Wie das Schaf am Hirten hängt,
Und im Glauben dich umfangen,
Wie mich deine Gnad‘ umfängt!
Kommt es dann zur letzten Not,
So versiegle mir im Tod,
Was ich hier geglaubt auf Erden,
Und lass es zum Schauen werden!

Benjamin Schmolck – Herr , höre! Herr, erhöre!

Herr, höre! Herr, erhöre!
Breit deines Namens Ehre
An allen Orten aus.
Behüte alle Stände;
Durch deiner Allmacht Hände
Beschütze Kirche, Land und Haus.

2. Ach lass dein Wort uns Allen
Noch ferner reichlich schallen
Zu unsrer Seelen Nutz!
Bewahr‘ uns vor den Rotten,
Die deiner Wahrheit spotten,
Beut allen deinen Feinden Trutz.

3. Gib du getreue Lehrer,
Und unverdrossne Hörer,
Die beide Täter sein;
Auf Pflanzen und Begießen
Lass dein Gedeihen fließen
Und Früchte reichlich ernten ein.

4. Du wollst uns hoch beglücken,
Mit hellen Gnadenblicken
Auf unsern König sehn;
Ihn schützen auf dem Throne,
Auf seinem Haupt die Krone
In vollem Glanze lassen stehn.

5. Lass Alle, die regieren,
Ihr Amt getreulich führen!
Schaff jedermann sein Recht,
Dass Fried‘ und Treu sich müssen
In unsrem Lande küssen;
Ja segne Mann, Weib, Herrn und Knecht.

6. Erhalt in jeder Ehe,
Beim Glücke, wie beim Wehe,
Rechtschaffne Frömmigkeit.
In Unschuld und in Tugend
Gedeihe unsre Jugend,
Zu deines Reiches Dienst bereit.

7. O Vater, wend‘ in Gnaden
Krieg, Feuer, Wasserschaden
Und Sturm und Hagel ab!
Bewahr des Landes Früchte
Und mache nicht zunichte,
Was deine milde Hand uns gab.

8. Lass alle gift’gen Seuchen
Von unsern Grenzen weichen,
Gib uns gesunde Luft.
Lass Misswachs, teure Zeiten
Sich nicht bei uns verbreiten,
Da nach dem Brot der Hunger ruft.

9. Gedenke voll Erbarmen
Der Leidenden und Armen;
Verirrte bring herein.
Die Witwen und die Waisen
Wollst du mit Troste speisen,
Wenn sie zu dir um Hilfe schrei’n.

10. Komm als ein Arzt den Kranken,
Und die im Glauben wanken,
Lass nicht zu Grunde gehn.
Die Alten heb‘ und trage,
Damit sie ihre Plage
Geduldig können überstehn.

11. Die Reisenden beschütze;
Bleib der Verfolgten Stütze;
Die Sterbenden begleit‘
Mit deinen Engelscharen,
Dass sie im Frieden fahren
Zu Zions Freud‘ und Herrlichkeit.

12. Nun, Herr, du wirst erfüllen,
Was wir nach deinem Willen
In Demut jetzt begehrt.
Wir sprechen gläubig Amen
In unsers Jesu Namen;
So ist gewiss der Wunsch gewährt!

Benjamin Schmolck – Wir liegen hier zu deinen Füßen

1 Wir liegen hier zu deinen Füßen,
Ach Herr, von großer Güt und Treu!
und fühlen leider im Gewissen,
Wie elend unser Zustand sei.
Das Maß der Sünden ist erfüllt.
Ach! weh uns, wenn du strafen willt.

2 Du bist gerecht, wir aber Sünder;
Wie wollen wir vor dir bestehn?
Wir, wir sind abgewichne Kinder,
Die Wege des Verderbens gehn.
Sind wert, dass deiner Rache Schwert
Gerechter Gott uns längst verzehrt.

3 Doch, Vater! denk an deine Namen,
Gedenk an deinen lieben Sohn,
Dein Gnadenwort bleibt Ja und Amen,
Dein Eidschwur zeuget selbst davon.
Du willst den Tod des Sünders nicht,
Drum geh mit uns nicht ins Gericht!

4 Wir liegen vor dir in dem Staube,
O Vater mit zerknirschtem Geist;
Uns hält und stärkt allein der Glaube,
Dass Du noch der Erbarmer seist,
Der gern sein Herz zum Sünder neigt,
Und statt des Zornes Huld erzeigt.

5 Dein Sohn tritt selber in die Mitte,
Ach, schaue seine Wunden an,:
Die er für unsre Schuld erlitte;
Wie viel hat er für uns getan!
Er ist das Lamm, das für uns litt,
Und uns noch jetzt bei Gott vertritt.

6 Ach Blut, ach Blut von GottesSohne
Schrei für uns um Barmherzigkeit.
Sprich für uns vor dem Gnadenthrone,
Des Vaters Herz ist ja bereit,
Auf Jesu Opfer hinzusehn,
Wir werden nicht verloren gehn.

7 Herr, lass die wohlverdiente Strafe
Nicht über unsre Häupter gehn,
Lass uns nicht als verlorne Schafe
Von deiner Hand verlassen stehn.
Verbreit die Gnade deiner Hand
Auf das geliebte Vaterland.

8 Steck ein das Schwert, das uns will fressen;
Den Würger lass vorüber gehn.
Gib deinen Kindern Brot zu essen;
Lass keine solche Zeit entstehn,
Dass man dein Wort uns teuer macht;
Und unser Herz dabei verschmacht’t.

9 Gib Fried im Land und im Gewissen,
Gesunde Luft und gute Zeit;
Lass uns stets deinen Schutz genießen,
Befördre die Gerechtigkeit.
Krön unser Feld mit deinem Gut;
Nimm Kirch und Haus in deine Hut:

10 So wollen wir dir Opfer bringen
Dir eigen sein mit Leib und Seel.
Es soll dein Lob zum Himmel dringen,
Und dein erlöstes Israel
Wird mit vereinten Stimmen schrein;
Der Herr soll mein Gott ewig sein!

Benjamin Schmolck – Jesus soll die Losung sein

1) Jesus soll die Losung sein,
da ein neues Jahr erschienen;
Jesu Name soll allein
denen als Paniere dienen,
die in seinem Bunde stehn
und auf seinen Wegen gehn.

2) Jesu Name, Jesu Wort
soll in den Gemeinden schallen;
und so oft wir an den Ort,
der nach Ihm genannt ist, wallen,
mache seines Namens Ruhm
unser Herz zum Heiligtum.

3) Sein Versühnen und sein Heil
wollen wir im Glauben ehren;
also wird es uns zuteil,
wird sich täglich bei uns mehren.
Auch fürs neue Jahr uns beut
Jesu Name Seligkeit.

4) Unsre Wege wollen wir
nur in Jesu Namen gehen.
Geht uns dieser Leitstern für,
so wird alles wohl bestehen
und durch seinen Gnadenschein
alles voller Segen sein.

5) Alle Sorgen, alles Leid
soll sein Name uns versüßen;
so wird alle Bitterkeit
uns zu Honig werden müssen.
Jesu Nam sei Sonn und Schild,
welcher allen Kummer stillt.

Benjamin Schmolck – Himmelan

1) Himmelan geht unsre Bahn,
wir sind Gäste nur auf Erden,
bis wir dort in Kanaan
durch die Wüsten kommen werden.
Hier ist unser Pilgrims-stand,
droben unser Vaterland.

2) Himmelan schwing dich, mein Geist!
Denn du bist ein himmlisch Wesen
und kannst das, was irdisch heißt,
nicht zu deinem Zweck erlesen.
Ein von Gott erleucht’ter Sinn
kehrt in seinen Ursprung hin.

3) Himmelan! Die Welt kann dir
Nur geborgte Güter geben.
Deine himmlische Begier
muss nach solchen Schätzen streben,
die uns bleiben, wenn die Welt
in ihr erstes Nichts zerfällt.

4) Himmelan! Ich muss mein Herz
auch bei meinem Schatze haben;
denn es kann mich anderwärts
kein so großer Reichtum laben,
weil ich schon im Himmel bin,
wenn ich nur gedenk an ihn.

5) Himmelan! ruft er mir zu,
wenn ich Ihn im Worte höre;
das weist mir den Ort der Ruh,
wo ich einmal hin gehöre.
Hat mich dieses Wort bewahrt,
halt‘ ich eine Himmelfahrt.

6) Himmelan! Denk ich allzeit,
wenn er mir die Tafel decket,
und mein Geist hier allbereit
eine Kraft des Himmels schmecket.
Nach der Kost im Jammertal
folgt des Lammes Hochezitsmahl.

7) Himmelan! Mein Glaube zeigt
mir das schöne Los von ferne,
dass mein Herz schon aufwärts steigt
über Sonne, Mond und Sterne;
denn ihr Licht ist viel zu klein
gegen jenen Glanz und Schein.

8) Himmelan wird mich der Tod
in die rechte Heimat führen,
da ich über alle Not,
ewig werde triumphieren.
Jesus geht mir selbst voran,
dass ich freudig folgen kann!

9) Himmelan! Ach, himmelan!
Das soll meine Losung bleiben.
Ich will allen eitlen Wahn
durch die Himmelslust vertreiben.
Himmelan steht nur mein Sinn,
bis ich in dem Himmel bin.

Benjamin Schmolk – Der Bräutigam kommt!

Zu Mitternacht ward ein Geschrei:
Der Bräutigam naht schon herbei,
Auf, gehet ihm entgegen!
Kommt, brennet eure Lampen an,
Die ihr mit Glauben angetan, und
Leuchtet allerwegen;
Laufet, kaufet
Glaubensöle,
Schmückt die Seele,
Ihr Jungfrauen,
Wollt ihr euren Bräutgam schauen.

Du auserwählter Bräutigam,
Du allerliebstes Gotteslamm,
Ich höre deine Stimme.
Du rufst mir auch als deiner Braut,
Der du im Glauben dich vertraut,
Gib, dass mein Herze glimme;
Gieße, schließe
Meine Flammen
Recht zusammen,
Dass ich brenne
und man meinen Glauben kenne.

Es ist schon leider Mitternacht,
Die Finsternis regiert mit Macht,
Der Glaub ist ganz verschwunden,
Die Welt schnarcht in der Sicherheit
Und schätzet deine Zukunft weit,
Die sich doch bald gefunden.
Sünden binden
So viel Augen,
Die nicht taugen
Aufzuwachen,
Sich auf dich bereit zu machen.

O lass mich bei den Fünfen sein,
Die sich auf deine Zukunft freun
Und ihre Lampen tragen.
Geuß Glaube, Liebe, Hoffnung zu,
Das allerschönste Licht bist du,
Davon die Nacht muss tagen.
Grüße, küsse
Deine Taube,
Deren Glaube
Dich umschließet
und dich herzlich wieder küsset.

Ihr Törichten, schlaft immerhin,
Ihr wollt euch nicht um Öl bemühn,
Dass euer Glaube scheinet.
Drum klopfet ihr vergebens an,
Wenn euch nicht mehr wird aufgetan
Und ihr umsonsten weinet.
Klaget, fraget, Eurem Hoffen
Steht nichts offen,
Lasst das Rennen,
Jesus will euch gar nicht kennen.

Du aber kenne mich, mein Freund,
Wenn deine Zukunft nun erscheint,
Eröffne mir die Türe,
Dass ich zu deiner Hochzeit geh
und in dem rechten Brautschmuck steh,
Der meine Seele ziere.
Lass mich ewig
Dich umfassen
und nicht lassen,
Mein Verlangen,
Werd ich dich nicht bald umfangen?

Indessen lass mich munter sein,
Der Satan wiege mich nicht ein
Mit groben Sündenträumen.
Lass Fleisch und Blut mich kreuzigen
und nicht mit denen Törichten
Die Gnadenzeit versäumen.
Mein Lamm, Bräutgam,
Komm geschwinde
und verbinde
uns dort oben
Durch ein ewiges Verloben.

Benjamin Schmolck. Zu Anfang der Woche.

Ein neuer Tag, ein neues Leben
Geht mit der neuen Woche an,
Gott will mir heut aufs neue geben,
Was mir sonst Niemand geben kann;
Denn hätt ich seine Gnade nicht,
Wer gäbe mir sonst Trost und Licht?

Ich grüße diesen lieben Morgen
und küsse Gottes Vaterhand,
Die diese Nacht so manche Sorgen
In Gnaden von mir abgewandt.
Ach, Herr, wer bin ich Armer doch?
Du sorgst für mich, ich lebe noch!

Nun das erkennet meine Seele
Und gibt sich selbst zum Opfer hin;
Doch weil ich noch in dieser Höhle
Mit Not und Tod umgeben bin:
So weich auch heute nicht von mir,
Denn meine Hilfe steht bei dir.

Mein Glück in dieser neuen Woche
Soll nur in deinem Namen blühn,
Ach, lass mich nicht am Sündenjoche
Mit meinem Fleisch und Blute ziehn;
Gib deinen Geist, der mich regiert
Und nur nach deinem Willen führt.

Soll ich mein Brot mit Kummer essen,
So lass es doch gesegnet sein,
und was du sonsten zugemessen,
Das richte mir zum Besten ein;
Ich bitte keinen Überfluss,
Nur was ich nötig haben muss.

So tue nun, mein Gott, das Deine
und lass mich auch das Meine tun.
Behüte beides, Groß und Kleine,
Dass sie auf deiner Huld beruhn,
Und dass ein jedes diesen Tag
Mit dir vergnügt beschließen mag.

Benjamin Schmolck – Je größer Kreuz, je näher Himmel.

Je größer Kreuz, je näher Himmel,
Wer ohne Kreuz, ist ohne Gott;
Bei dem verlarvten Weltgetümmel
Vergisst man Hölle, Fluch und Tod.
O selig ist der Mensch geschätzt,
Den Gott in Kreuz und Trübsal setzt.

Je größer Kreuz, je besser Christe,
Gott streicht uns an den Probestein,
Wie mancher Garten lieget wüste,
Wo keine Tränenregen sein.
Das Gold wird auf dem Feuerherd,
Der Christ in mancher Not bewährt.

Je größer Kreuz, je stärker Glauben,
Die Palme wächset bei der Last;
Die Süßigkeit fleußt aus den Trauben,
Wenn du sie wohlgekeltert hast.
Im Kreuze wächset uns der Mut,
Wie Perlen in gesalzner Flut.

Je größer Kreuz, je größer Liebe:
Der Wind bläst nur die Flammen auf;
Und scheinet gleich der Himmel trübe,
So lachet doch die Sonne drauf.
Das Kreuz vermehrt der Liebe Glut,
Gleichwie das Del im Feuer tut.

Je größer Kreuz, je mehr Gebete:
Geriebne Kräuter riechen wohl;
Wenn um das Schiff kein Sturmwind wehte,
So fragte man nicht nach dem Pol.
Wo kämen Davids Psalmen her,
Wenn er nicht auch versuchet wär?

Je größer Kreuz, je mehr Verlangen:
Im Tale steiget man bergan;
Wer durch die Wüsten oft gegangen,
Der sehnet sich nach Kanaan.
Das Täublein findet hier nicht Ruh,
So fleugt es nach der Arche zu.

Je größer Kreuz, je lieber Sterben:
Man freut sich recht auf seinen Tod;
Denn man entgehet dem Verderben,
Es stirbt auf einmal alle Not.
Das Kreuze, das die Gräber ziert,
Vezeugt, man habe triumphiert.

Je größer Kreuz, je schöner Krone,
Die Gottes Schatz uns beigelegt,
und die einmal vor seinem Throne
Der Überwinder Scheitel trägt.
Ach dieses teure Kleinod macht,
Dass man das größte Kreuz verlacht.

Gekreuzigter, lass mir dein Kreuze
Je länger und je lieber sein!
Dass mich die Ungeduld nicht reize,
So pflanz ein solches Herz mir ein,
Das Glaube, Lieb und Hoffnung hegt,
Bis dort mein Kreuz die Krone trägt.

Benjamin Schmolck – Dennoch bleib ich stets an dir!

Dennoch bleib ich stets an dir,
Wenn mir alles gleich zuwider,
Keine Trübsal drückt in mir
Die gefasste Hoffnung nieder,
Dass, wenn alles bricht und fällt,
Dennoch deine Hand mich hält.

Leite mich nach deinem Rat,
Der wohl wunderlich geschiehet,
Aber endlich in der Tat
Auf die schönste Wohlfahrt siehet.
Denn du führst es wohl hinaus,
Sieht es gleich verkehret aus.

Nimm mich dort mit Ehren an,
Wenn ich gnug gekämpfet habe,
Führe mich die Lebensbahn
Zu dem Himmel aus dem Grabe.
Endlich zeige mir das Loos
In der Auserwählten Schoß.

Mag es doch indessen hier
Wunderlich mit mir ergehen,
Dennoch bleib ich stets an dir,
Dennoch will ich feste stehen.
Ich muss, Trotz sei aller Pein,
Dennoch, dennoch selig sein.