Selneccer, Nikolaus – Ach bleib bei uns, Herr Jesu Christ

Ach bleib bei uns, Herr Jesu Christ,
Weil es nun Abend worden ist;
Dein göttlich Wort, das heile Licht,
Laß ja bei uns auslöschen nicht!

2. In dieser, letzt’n, betrübten Zeit
Verleih uns, Herr, Beständigkeit,
Daß wir dein Wort und Sakrament
Rein b’halten bis an unser End‘!

3. Herr Jesu, hilf, dein‘ Kirch‘ erhalt,
Wir sind gar sicher, faul und kalt!
Gib Glück und Heil zu deinem Wort,
Damit es schall‘ an allem Ort!

4. Erhalt uns nur bei deinem Wort
Und wehr des Teufels Trug und Mord!
Gib deiner Kirche Gnad‘ und Huld,
Fried‘, Einigkeit, Mut und Geduld!

5. Ach Gott, es geht gar übel zu,
Auf dieser Erd‘ ist keine Ruh‘,
Viel Sekten und viel Schwärmerei
Auf einen Haufen kommt herbei.

6. Den stolzen Geistern wehre doch,
Die sich mit G’walt erheben hoch
Und bringen stets was Neues her,
Zu fälschen deine rechte Lehr‘.

7. Die Sach‘ und Ehr‘, Herr Jesu Christ,
Nicht unser, sondern dein ja ist;
Darum so steh du denen bei,
Die sich auf dich verlaßen frei!

8. Dein Wort ist unsers Herzens Trutz
Und deiner Kirche wahrer Schutz;
Dabei erhalt uns, lieber Herr,
Daß wir nichts anders suchen mehr!

9. Gib, daß wir leb’n in deinem Wort
Und darauf ferner fahren fort
Von hinnen aus dem Jammertal
Zu dir in deinen Himmelssaal!

Selneccer, Nikolaus – Ach Gott im höchsten Throne

1. Ach Gott im höchsten Throne,
o Vater, Herre Gott,
Herr Christe, Gottes Sohne,
der du uns hilfst aus Not,
o Gott Heiliger Geiste,
du Gnad und Rettung leiste,
hör unser arm’s Gebet.

2. Vergib uns unsre Sünde
und rechne nicht unser Schuld,
laß ja, Herr, nicht dahinten
dein’ große Gnad und Huld,
fahr nicht herab mit Zoren,
wir sind sonst bald verloren,
erbarm dich über uns.

3. Dein’ Donner groß wir hören,
dein’ Blitz und Wetter hart,
dein’ Wolken schwarz wir sehen,
dein’ Strahl kommt zu der Fahrt,
dein’ Allmacht wir erkennen,
dein Grimm wir auch vernehmen,
es reut uns unser Sünd.

4. Laß ab von deinem Zoren,
Gott Vater, Sohn und Geist.
Du hast uns auserkoren
zu Kindern allermeist.
Straf uns nicht nach den Werken,
tu unsern Glauben stärken,
hilf uns, o Jesu Christ.

5. Wir haben’s ja verdienet,
daß du uns strafest recht.
Wir haben dich verhöhnet,
dein Wort nicht g’halten schlecht,
dein’ Güter und dein’ Segen
mißbraucht zu allen Wegen,
die dir mißfällig sind.

6. Wir geben uns von Herzen
ja schuldig aller Sünd’.
Es bringt uns große Schmerzen,
daß wir g’wesen so blind,
dich haben je erzürnet,
und hin und her geirret
in großer Sicherheit.

7. So wend nun ab dein Zoren,
laß ab vom Wetter groß,
B’hüt uns das Feld und Koren,
daß wir mit rechter Maß
das täglich Brot erwerben
und seligliches sterben,
wenn du das Stündlein schickst.

8. B’hüt uns vor schnellem Tode,
du Seel und Leib bewahr.
Hilf uns in allen Nöten,
dein Donnern schaffe ab.
Laß ja dem bösen Feinde
kein’ G’walt, da er vermeinte,
großen Schaden zu tun.

9. Ach Gott im Himmelsthrone,
wir uns dir befehlen ganz,
laß uns leuchten die Sonne
und deiner Gnaden Glanz.
Auf deine Gnad’ wir wachen,
du wirst es alles schaffen,
dir sei Lob, Ehr und Dank.

10. Es werd heilig dein Name,
dein Reich zukomm uns bald.
Dein Will im Himmelsthrone
g’scheh uns auf Erden all.
Gib Brot, vergib die Sünde,
kein Arg’s das Herz entzünde,
lös uns aus aller Not.

Selneccer, Nikolaus – Ach Gott, wie bin ich so unwert

1. Ach Gott, wie bin ich so unwert
im Himmel und auch auf der Erd!
Kein’ Menschen ich ansehen darf,
das macht, o Gott, dein Rute scharf.

2. Wo soll ich dann hin kehren mich?
wer will doch mein erbarmen sich?
Es ist zu groß mein’ Missetat,
bei keinem Menschen ist kein Rat.

3. Und ob ich will die Augen mein
hoch heben in den Himmel ’nein,
hab ich doch gegen dir, o Herr,
o lieber Gott, gesündigt sehr.

4. An mir ist alles Sünd und Spott,
ich bin und leb stets wider Gott,
ich bin ein Ärgernis gewest;
was tu ich, das mir sei das Best?

5. Soll ich verzweifeln, Jesu Christ,
weil du allein der Heiland bist,
und ist bei dir Barmherzigkeit,
Leben und wahre Seligkeit?

6. Sei weit von mir! Das will ich nicht,
zu dir ist all mein Zuversicht,
bei dir mein arme Seel’ jetzt sucht
Trost, Rat, Hilf, Rettung und Zuflucht.

7. Dein Kreatur, hoff ich gewiß,
veracht’st du nicht und dein Bildnis.
Gar traurig, reuig, doch nicht genug,
komm ich zu dir, o mein Hoffnung.

8. Ach lieber Gott, was ich doch soll
jetzt vorbringen, weiß ich nicht wohl,
weil ich nicht darf mit kühnem Herz
mein’ Augen heben auf vor Schmerz.

9. Mein’ Zunge führt klägliche Wort,
mein Trost, mein Hilf, mein höchster Hort,
erbarm dich mein, denn es ist Zeit,
nach deiner groß’n Barmherzigkeit!

10. Sei gnädig, nach der Güte dein,
lösch aus die Übertretung mein,
wasch ab, tilg aus im Herzensgrund
mein Missetat zu aller Stund.

11. Mach du mich rein, denn ich, o Herr,
erschrick und zag von Herzen sehr,
ich seh mein Ungerechtigkeit,
mein Sünd’ mir vor den Augen liegt.

12. An dir allein, mein Gott, ich han
unzählig viel der Sünd’ getan,
die ich erkenn’, und sind mir leid:
ach Gott, erzeig Barmherzigkeit.

13. Ob du schon richtest mich und ihn,
bleibt doch dein Wort recht stets bestehn.
Du bist wahrhaft, gerecht und fromm,
mit mir ist’s Sünd’ als um und um.

14. Sieh, Herr, mein’ Mutter mich empfing
in Sünden, da ich von ihr ging
war ich voll Arg’s und Missetat,
in Sünden sie mich herbracht hat.

15. Du, Herr, die Wahrheit allzeit liebst,
die Heimlichkeit und Weisheit gibst,
und was verborgen machst du mir
ganz offenbar: ich dank nun dir.

16. Für deine Güt’ und groß Wohltat,
die mir dein Gnad erzeiget hat.
bespreng mich, Herr, mit Ysop schon,
mit Blut dein’s allerliebsten Sohn,

17. das aus sein’ heilgen Wunden floß,
dadurch werd ich der Sünden los.
Wasch mich, daß ich bald werd schneeweiß,
gib in mein Herz dein’ heilgen Geist,

18. laß Freud und Wonne meine Ohren
Vergebung meiner Sünde hören,
daß frohlocken mein’ matt’ Gebein
und wieder stark und fröhlich sein.

19. Verbirg dein Antlitz vor der Schuld,
die ich gemacht, gib mir dein Huld;
tilg aus in diesem Jammertal,
ehe ich verzag, mein’ Sünde all.

20. Schaff mir ein rein’ und züchtig Herz,
von Unzucht frei und bösem Scherz,
ein rechten Geist in mir erneu,
Glaub’, Lieb’, Trost, Demut, wahre Reu.

21. O Herr, von deinem Angesicht
verstoß ja und verwirf mich nicht,
dein heilgen Geist von mir nicht nimm
und straf mich nicht in deinem Grimm.

22. Denn niemand ist der mag bestehn
vor dei’m Zorn, er muß gar vergehn.
Gib mir wieder, o mein Heiland,
die Freud, das teur’ und werte Pfand

23. Das Pfand der Gnad’, und mir bescher
ein willigen Geist, damit ich lehr
die Ungerechten deine Weg,
und wandel stets auf rechtem Steg.

24. Dein Wort ich lehr, auf daß sie sich
zu dir bekehr’n beständiglich.
Von Blutschulden und großer Not
errette mich, meins Heils o Gott.

25. Auf daß fröhlich zu aller Zeit
mein Zung dein Ehr und Ruhm ausbreit.
Eröffne auch die Lefzen mein,
auf daß mein Mund dich lobe fein

26. Dein Lob ich preis und rühme das
herzlich, getrost ohn alle Maß.
Kein Opfer hast du je begehrt,
du würd’st von mir sonst des gewährt.

27. Dein Gnad acht’t kein Brandopfer nicht,
zerknirscht ein Herz, das nieder sinkt,
ein geängst’ter Geist, von Leid gekränkt,
mit Christi teurem Blut besprengt,

28. Ein Herz voll Glaub, Lieb und Geduld
ist dir gar lieb und hat kein Schuld.
Ein solch Herz nicht verachten willst,
du bist sein Leben, Schutz und Schild.

29. Tu wohl, o Herr Gott, an Zion
von wegen deines lieben Sohns,
daß werd erbaut Jerusalem
und du gar reiche Opfer nehm’,

30. Opfer des Lobs aus unserm Mund,
daß unser Herz täglich all Stund
dich lob und preis durch Jesum Christ,
der unser aller Heiland ist.

31. Der Tröster auch, der heilig Geist,
mach unser Herzen allermeist
geschickt zu tun dein Will’n und Wort,
welch’s ist der Frommen Trost und Hort.

32. Auf daß wir nun erfüllen das
und wandeln nach dein’s Worts geheiß,
so hilf durch deines Namens Ehr:
Amen, Amen, o Gott und Herr.

Selneccer, Nikolaus – Hilf treuer Gott im höchsten Thron,

Am Tage Johannis des Apostels und Evangelisten.

Mel. Vom Himmel hoch, da….

Hilf treuer Gott im höchsten Thron,
Daß wir erkennen deinen Sohn,
Der unser Bruder worden ist,
Den rechten Heiland Jesum Christ.

Johannes sein Apostel treu
Hat uns beschriebn sein Menschheit neu
Vereinigt mit der Gottheit klar,
Solchs lobt all Mensch und Engel Schaar.

Erhalt uns ja bei deinem Wort,
In unserm Amt laß uns gehn fort,
Daß wir Glaubn und Gewissen rein
Behalten durch die Gnade dein.

Auf daß wir allzeit sein bereit,
Wenn du kommst Herr mit Fried und Freud,
Wir sein gleich jung, stark oder alt,
Zu folgen deines Worts Gewalt.

Bescher uns Herr ein seligs End,
Nimm unsre Seel in deine Händ,
Besprengt mit deines Sohnes Blut,
Das ist allein das höchste Gut.

Thiel – Nicolaus Selneccers geistliche Lieder

Selneccer, Nikolaus – Gelobet sei Israels Gott,

Am Tage St. Johannis des Täufers.

Der Lobgesang Zachariä. Luc. 1.
Nach eigener Melodie.

Gelobet sei Israels Gott,
Der wahre Herr, der uns in Noth
Besucht hat und sein Volk erlöst
Und bringt uns Leben, Freud und Trost.

Des Heils ein Horn er uns aufricht,
Im Haus Davids scheint nun das Licht,
Der Gottes Diener gewesen ist,
Sein Wort erfüllt wird ohne List.

Als er vor Zeiten hat geredt,
Da er sein heilgen Mund aufthät
Durch die Propheten kräftiglich,
Uns zu erretten mächtiglich.

Von unsern Feinden er uns will
Retten und Gnad erzeigen viel.
Vor allen die uns hassen thun,
Will er uns reißen durch sein Sohn.

Er will sein groß Barmherzigkeit,
Unsern Vätern versprochen weit,
Erzeigen nun in alle Glied,
Die nur sind rechtes Glaubens mit.

An seinen Bund er denken will
Und an den Eid, den er gar viel
Geschworn dem Vater Abraham,
Mit dem er oft zu reden kam.

Er will uns geben wie ers sagt,
Und von dem Feind, der uns so plagt,
Will er erlösen uns ohn Pein,
Und unser lieber Vater sein.

Auf daß wir ihm ohn Furcht und Schreck
Des Lebens Zeit muthig und keck
Dienen in wahrer Heiligkeit
Und ihm gefälliger Gerechtigkeit.

Daß wir erkennen unser Heil,
Vergebung unsrer Sünd und Fehl
Durch herzliche Barmherzigkeit,
Die unser Gott uns hat erzeigt.

Der Aufgang aus der Höh herab
Hat uns besucht. Gott selbst uns gab
Sein lieben Sohn, sein Wort und Glanz,
Der uns durchaus erleuchtet ganz.

In Finsterniß und Todes Schatt
Sind wir gesessen todt und matt.
Er aber richt uns auf die Füß,
Macht unsern Weg lieblich und süß.

Wir gehn nun in dem Fried daher.
Unser Vater ist Gott der Herr.
Der Sohn ist unser Fleisch und Blut,
Sein Geist giebt uns Trost, Freud und Muth.

Deß sei dir Dank Herr Jesu Christ,
Dies Alls durch dich erworben ist,
Erhalt uns Herr bei deinem Wort,
So sind wir fröhlich hie und dort.

Selneccer – Himmelfahrt

Selneccer, Nikolaus – Ich bitte dich zu dieser Stund,

Am Tage Mariä Magdalenä

Gebet

Ich bitte dich zu dieser Stund,
Herr Jesu Christ, mit Herz und Mund,
Auf daß du wollst ansehen mich
Mit deinen Augen väterlich.

Mit welchen du Herr im Palast
Petrum wohl angesehen hast,
Desgleichen über der Mahlzeit
Die Sünderin in ihrem Leid.

Den Schächer auch in seiner Pein,
Da er dich bat im Kreuze sein.
O lieber Gott ich bitte dich,
Sieh mich ja an so gnädiglich.

Laß mich auch recht mit Petro dein
Beweinen stets die Sünde mein,
Mit der Sünderin lieben dich
Im Glauben fest beständiglich.

Und mit dem Schächer recht bereit
Dich sehen in der Ewigkeit,
Dir sagen Lob, Ruhm, Ehr und Preis
Sammt Vater und heiligem Geist.

Selneccer – Himmelfahrt

Selneccer, Nikolaus – Wo Gott der Herr nicht bei uns hält

Am Tage Michaelis.

Von den lieben Engeln.

Nach eigener Melodie.

Wo Gott der Herr nicht bei uns hält
Und sendt seine lieben Diener
Wenn er sich nicht genädig stellt
Durch Christum den Versühner,
So ists mit uns verloren Sach,
Gerathen nur in Ungemach,
Können uns selbst nicht helfen.

Gott Lob und Dank, er mit uns ist
Mit seinen lieben Engeln.
Die schickt uns der Herr Jesus Christ,
Der thut alls wohl bestellen
Behütet uns an Leib und Seel,
Daß uns kein Plag noch Unglück quäl,
Tag und Nacht für uns wachet.

Die lieben Engel Geister sind,
Die Gott auf sein Dienst warten.
Er sendt sie aus zu jedem Kind
Aus seim himmlischen Garten,
Daß sie solln unsre Gleitsleut sein,
Und uns schützen vor Noth und Pein,
Dem Widersacher wehren.

Der Teufel ist ein stolzer Feind,
Kein Mensch ihn überwindet.
Christus allein es herzlich meint,
Streit für uns und ihn bindet.
Der Siegsfürst ist der Michael,
Unser Großfürst für Leib und Seel.
Christus den Streit gewinnet.

Sein Diener und Trabanten gut,
Die lieben Engel mit Haufen,
Schützen uns gern an Leib und Blut,
Wie Feuerflammen laufen.
Die dienstbarn Geister stets sie sind,
Bewahren uns vor Schand und Sünd,
Dem Teufel thun sie wehren.

Wenn auch nicht dieser Schutz da wär,
Wo wollten wir doch bleiben?
Kein Stund, kein Augenblick wär mehr,
Der Feind thät uns aufreiben
Mit Leib und Seel, mit Weib und Kind,
Mit Haus und Hof und allem Gsind,
Kein Leben könntn wir haben.

Mit Mord, Krieg, Pest und Hungersnoth,
Aufruhr, Unglück und Schaden,
All Stund mit Blut Unfall und Tod
Der Teufel will beladen
Uns Armen. Aber Gottes Gnad
Giebt uns seine Engel früh und spat,
Die unsern Feind erlegen.

O frommer Christ, o Liebes Kind,
Bedenk doch das von Herzen.
Vertreib die Engel nicht durch Sünd,
Mach dir nicht selbst groß Schmerzen.
Gleich wie der Rauch vertreibt die Bien,
Also gehn auch die Engel hin,
Vertrieben durch die Sünde.

Kein sicher Gleit du nimmer hast,
Wenn Engel von dir weichen.
Da thut alsdann der leidig Gast
Mit Sünden dich erschleichen.
Wo du nicht hast die Engel gut,
Da taugst du nichts an Seel und Muth,
Dein Leben ist verloren.

Herr Christe, wahrer Gottessohn,
Du unser Fleisch bist worden.
Groß Michael aus Vaters Thron
Wehr du des Satans Morden.
Stürz ihn durch deine Engel fromm
Und selbst bald herrlich zu uns komm.
Führ uns aus diesem Elend.

Wenn wir von hinnen scheiden schier,
Dein Engel uns bewachen,
Unsre Seel nehmen mit Begier,
Zu ihrn Gefährten machen.
Wie ein Credenz, mit deinem Blut
Gereinigt, und mit Freudenmuth
Wird unsre Seel getragen.

Laß dir Herr Christ befohlen sein
Dein Kirch, Schul und Regierung,
Haushaltung, Zucht und Christgemein,
Wend ab alle Verführung.
Ein christlich Leben uns verleih,
Ein selig Abschied bei uns sei,
Dein Engeln uns zueigne.

Wir wollen dir recht dankbar sein
Im Himmel hoch dort oben,
Mit den Engeln all insgemein
Dich ewig können loben.
Dem Vater, Sohn und heilgem Geist,
Der uns all Gnad und Guts beweist,
Sei Preis, Ehr, Dank ohn Ende.

Selneccer – Himmelfahrt

Selneccer, Nikolaus – Die werthen Diener Christi beid

Am Tage St. Petri und Pauli

Nach eigener Melodie

Die werthen Diener Christi beid
Petrus und Paulus sind mit Freud
Bei Christo in der Seligkeit,
Da sie sehn seine Herrlichkeit.

Sein Apostel sie gewesen sind,
Haben Juden und Heiden blind
Bekehrt durch Evangelium,
Geführt zu Christo Gott zu Ruhm.

Ein auserwähltes Rüstzeug war
Paulus, in dritten Himmel gar
Verzückt, mit Geistes Kraft begabt,
Lehrt und thät große Wunderthat.

Das Kreuz Christi er predigt stets,
Solch Kreuz er auch bekam zuletzt.
Sein Kopf er darhielt dem Tyrann,
Mit Freuden thät sein Leben lahn.

Er was freilich der Benjamin,
Der rechten Sohn mit Herz und Sinn.
Den Sohn Gottes, sein Angst und Noth,
Er uns wohl eingebildet hat.

Durch den Glauben in Jesum Christ
Gerecht vor Gott ein jeder ist.
Unsre Werk helfen nichts dazu,
In Christo steht all Trost und Ruh.

Der Glaub aber bringt Früchte gut,
Im Gwissen auch Andacht und Muth,
Im Leben fein Gottseligkeit,
Davon Paulus giebt Lehr und Bscheid.

Petrus desgleich nach Christi Lehr
Bekommen hat auch diese Ehr,
Daß er gekreuzigt worden ist,
Damit bezeugt hat Jesum Christ.

Jesu, gieb uns Beständigkeit,
Muth, Herz und Sinn, daß wir mit Freud
Dein Wort bekennen bis in Tod,
Und fürchten kein Gefahr noch Noth.

Selneccer – Himmelfahrt

Selneccer, Nikolaus – Bei Gott ist Hilf in aller Not

Bei Gott ist Hilf in aller Not,
all Seligkeit find’st du bei Gott.
Wer auf ihn hofft und bei ihm steht,
wem hat’s gefehlt? es ihm wohl geht.

2. Es sei an Seel, es sei an Gut,
es sei am Leib, er allzeit Hut,
er stetig Schutz und Schirm hier hat,
ihn kann bestürzen keine Not.

3. Sein Glaub, sein Amt und B’ruf bleibt wohl,
ob gleich die Welt zerbersten soll.
Sein Leben ist allzeit in Gott,
laß wüten Teufel, Welt und Tod.

4. Beim Herren find’t man Hilf und Macht,
ob gleich die Welt dasselb nicht acht’t.
Gott sei gelobt in Ewigkeit,
laß fahren alles Herzeleid.

5. Der Feind soll ja dir schaden nicht,
ob er gleich heut und morgen ficht.
Rufe Gott an, laß dir’s ernst sein,
er hilft dir, er erquickt dich fein.

6. Laß walten ihn, er’s machen kann,
dir soll nicht schaden einig Mann.
Auf Gott trau stets und auf sein Wort,
so bist du selig hie und dort.

Selneccer, Nikolaus – Christ ist erstanden

1. Christ ist erstanden,
zureißen sind die Bande
Damit der Tod uns gfangen hätt
und uns all Plag und Leid (antat).

2. Freut euch ihr Christen,
erlöst vons Stachel groß,
wie bistu so nackend und bloß?

3. Wir loben alle
und singen frei mit Schalle
Lob, Preis und Ehr sei unser’m GOtt
es hat mit uns ja gar kein Not.

4. Wir lebn und sterben,
so sind wir stets des HErren,
Und sind Herren warhafftiglich

5. Trotz sei Hellen
und allen Teufels gesellen,
Christus ist unser Fleisch und Blut,
Trost, Kraft, Leben und ewigs Gut.

6. Sitzt zu der Rechten
und gibt uns, Seinen Küchlen,
Das rechte Leben, und Wonn
Gott sei gelobet im höchsten Thron.

7. Wer will sich fürchten
der Tod kan uns nicht mügen,
Wir sind Kinder worden für großen GOtt,
und bieten allen Teufeln trotz.

8. Lob sei dem Vater,
und dank sei unserm Bruder,
Dem HErren CHRIsto, unserm Gott,
der heilig Geist helf uns aus Not.