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Schlagwort: Wort Gottes

Behm, Martin – Gott Vater, reich von Güte

Behm, Martin – Gott Vater, reich von Güte

Gott Vater, reich von Güte,
Ich dank dir in meim Gemüthe,
Weil du hast die Menschen alle
Nach dem schweren Sündenfalle
Gnädigst wieder angenommen,
Dein Sohn lassen zu uns kommen,
Der uns sollt von Sünden retten,
Daß wir ewig Frieden hätten.

Davon zeugten die Propheten,
Daß man ihn für uns sollt tödten.
Die Figuren auf ihn weisten,
Daß er uns sollt Hülfe leisten.
Dazu hat er selbst gesaget,
Er sollt sein für uns geplaget,
Hasts auch offenbart den Heiden,
Daß dein Sohn den Tod sollt leiden.

Herr, dein Wort erhalt uns reine,
Weil es Christum weist alleine,
Das Verständniß uns aufthue,
Daß wir in ihm finden Ruhe;
Wollst der Menschen Satzungn wehren
Und ausreuten falsche Lehren,
So auf Werk die Menschen weisen,
Nicht allein dein Gnade preisen.

Durch dein Geist das Herz entzünde,
Uns durch Lieb mit dir verbinde,
Daß wir nach der Schrift uns richten
Und zu deinem Dienst verpflichten,
Daß wir mit den lieben Alten
Unverrückt im Glauben halten
Und mit ihn allsammt zugleiche
Bei dir sein im Himmelreiche.

Gellert, Christian Fürchtegott – Gott ist mein Hort!

Gellert, Christian Fürchtegott – Gott ist mein Hort!

Gott ist mein Hort!
Und auf sein Wort
Soll meine Seele trauen.
Ich wandle hier,
Mein Gott, vor dir
Im Glauben, nicht im Schauen.

Dein Wort ist wahr;
Laß immerdar
Mich seine Kräfte schmecken.
Laß keinen Spott,
O Herr mein Gott,
Mich von dem Glauben schrecken!

Wo hätt ich Licht,
Wofern mich nicht
Dein Wort die Wahrheit lehrte?
Gott, ohne sie
Verstünd ich nie,
Wie ich dich würdig ehrte.

Dein Wort erklärt
Der Seele Wert,
Unsterblichkeit und Leben.
Zur Ewigkeit
Ist diese Zeit
Von dir mir übergeben.

Dein ewger Rat,
Die Missetat
Der Sünder zu versühnen;
Den kennt ich nicht,
Wär mir dies Licht
Nicht durch dein Wort erschienen.

Nun darf mein Herz
In Reu und Schmerz
Der Sünden nicht verzagen;
Nein du verzeihst,
Lehrst meinen Geist
Ein gläubig Abba sagen.

Mich zu erneun,
Mich dir zu weihn,
Ist meines Heils Geschäfte.
Durch meine Müh
Vermag ich’s nie;
Dein Wort gibt mir die Kräfte.

Herr, unser Hort,
Laß uns dies Wort!
Denn du hast’s uns gegeben.
Es sei mein Teil,
Es sei mir Heil,
Und Kraft zum ewgen Leben!

Johannes Tauler – Ach Ewigs Wort

Johannes Tauler – Ach Ewigs Wort

Ach Ewigs Wort, wie bist so sehr
Verborgen mir, dort oben fehr
Im Vätterlichen Hertzen?
Wer gibt dich auß der Ewigkeit
Mir gantz vnd gar in dieser zeit?
Nach dem ich wart mit schmertzen.

Auff das du seyst mein Bruder trew
Durch ein gleichheit der Geburt new
Menschlicher Natur eben:
Vnd ich dich küß, ohn Mittel schlecht,
Zur Einigung meins Geistes recht,
Welch mir bringts Ewig Leben.

O hilff, das ich all ding verlaß,
In dieser Welt nur desto baß
Dich ewig zu bewahren:
Das du in mir vnd ich in dir
Bleiben Einig, auch für vnd für
Dich mir thust offenbaren.

unbekannt – Allein auf Gottes wort

unbekannt – Allein auf Gottes wort

ALlein auff Gottes wort wil ich
mein grund und glauben bawen,
Das sol mein Schatz sein ewiglich,
dem ich allein wil trawen.
Kein Menschlich weisheit wil ich nicht
dem Göttlich wort vergleichen,
Was Gottes wort klar spricht vnd richt,
soll billich alles weichen.

Allein auff Gott vnd sein Wort rein,
mein Hertz sich sol verlassen,
Sein Wort soll mir ein Leuchte sein,
zu gehn auff rechter strassen.
O Gott, las mich kein falsche Lehr
von deiner warheit trennen,
Hilff mir vmb deines namens ehr
die Warheit zu bekennen.

Allein auff Gott verlas ich mich,
auff seine Gnad vnd Güte,
Ich hoff, er wird mich gnediglich
fürs Teuffelslist behüten.
Erhalt mich, Gott, bei deinem Wort,
vnd gönne mir solchs reine
Fürs Teuffels lügen, trug vnd mord,
für allem falschen scheine.

Alleine Christum, Gottes Son,
von Ewigkeit geboren
Vom Vater, Gott in gleichem thron,
hab ich zum trost erkoren,
Den hat Gott in die Welt gesand
allen Menschen auff Erden,
Für alle Sünd solch hohes Pfand
ein Opffer lassen werden.

Alleine Christus ist mein Trost,
der für mich ist gestorben,
Mich durch sein Blut vom Todt erlost,
die Seligkeit erworben,
Hat meine Sünd getragen gar,
bezalt an seinem Leibe,
Das ist für Gott gewislich war,
hilff Gott, das ichs fest glaube.

Alleine Christus hats gethan,
der mich mit Gott versünet,
KEin Menschlich werck mir helffen kan,
wie hoch und schön es scheinet.
Alleine Christus ist der Schatz,
der mir hat bracht das Leben,
Mein werck sind nur des Nechsten nutz,
die glaubens frucht mus geben.

Alleine Gott, der Heilig Geist,
gibt diese lehre reine
Vmb Christus willen allermeist
Der Christlichen gemeine:
Vernunfft, Verstandt, Kunst, Witz vnd Krafft
dis Wort nicht kan erlangen,
Der Freie will hie gar nichts schafft,
bleibt stets im jrrthumb hangen.

Alleine Gott durch seinen Geist
muß gutes in vns wircken,
Was wöllen vnd vollbringen heist,
erleuchten vnd auch stercken:
Der Mensch, zum Guten tod vnd blind,
kan sich zu Gott nicht lencken,
ISt gar verderbet durch die Sünd,
das er nichts guts kan dencken.

Alleine Gottes Geist vnd sterck
das Hertz zum guten rüret,
Die Newgeburt ist Gottes werck,
die zu der warheit führet.
O Gott, mein HErr, erleuchte mich,
mein Hertz auch zu dir wende,
Bey deinem Wort mich seliglich
erhalt bis an mein ende.

Gott Vater, Son vnd heilger Geist,
hilff, das mein Glaub dich preise,
Mein Fleisch dem Geist gehorsam leist,
des Glaubens frucht beweise.
Hilff, HErre Christ, aus aller not,
wenn ich von hinnen scheide,
Vnd führe mich auch aus dem Todt
zur Seligkeit vnd Freude.

Amen.

Quelle: Quelle in der Glaubensstimme

Heinrich Müller – Hilff, Gott, das mir gelinge

Heinrich Müller – Hilff, Gott, das mir gelinge

Hilff, Gott, das mir gelinge,
du edler schöpffer mein,
Die silben reimen zwingen
zu lob den ehren dein!
Das ich mag frölich heben an
von deinem wort zu singen,
HERR, du wöllest mir beystan!

Ewig dein wort thut bleiben,
wie Esaias melt;
In seinem buch thut schreiben:
ehe würd vergehn die welt
Vnd was Gott selber je beschuff,
solt es alles verderben,
er thet kein widerruff.

Jhesus, das wort des Vaters,
ist komen in die welt
Mit grossen wunderthaten,
verkaufft vmb schnödes gelt
Durch Judas, seiner Jünger ein,
ward er in tod gegeben,
Jhesus, das lemmelein.

Nachdem sie hetten gessen,
vernembt, das Osterlamb,
Da thet er nicht vergessen,
das brod in seine hand nam,
Sprach: esset, das ist mein leichnam lind,
der für euch wird gegeben
zu vergebung ewer sund.

Reicht in auch dar zu trincken
in wein sein blut so rot:
Sein tod solt jr verkünden,
Paulus beschrieben hat:
Wer wirdig isst von diesem brod
vnd trincket von dem kelche,
wird nicht sehen den tod.

Jhesus wusch jn jr füsse
wol zu der selben stund,
Leret sie mit worten süsse
aus seinem Göttlichen mund:
Liebet einander alle zeit,
dabey wird man erkennen,
das jr mein Jünger seid.

Christus der HERR im garten,
da er gebetet hat,
Der Jüden thet er warten,
von jn gebunden hart,
Sie furten jn zum richter dar,
gegeisselt vnd gekrönet,
zum tod verurteilt ward.

Hoch an ein creutz gehangen,
der hoch geborne Fürst,
Nach uns thet jn verlangen,
darumb sprach er: mich dürst!
Vernim: nach vnser seligkeit,
darumb ein mensch geboren
von einer reinen magd.

Mit seinem heupt geneiget
er seinen geist auffgab,
Als vns Johannes zeiget,
er ward genomen ab
Vom creutz, ins grab ward er gelegt,
am dritten tag erstanden,
wie er vor het gesagt.

Vnd in den selben tagen
Jhesus sein Jünger lert,
Allein sein wort zu tragen,
predigen in aller welt:
Wer gleuben thut vnd wird getaufft,
der hat das ewig leben,
ist jm durch Christum erkaufft.

Lucas thut gar schön schreiben
von seiner himelfart,
Doch allweg bey vns bleiben,
wie er versprochen hat,
Vernim: durch sein Göttliches wort,
wider das kan nicht siegen
kein gewalt der hellen pfort.

Ein tröster thet er senden,
das war der heilig Geist,
Von Gott thet er sie lenden
in warheit allermeist.
Den selben wöl wir ruffen an,
der wird vns nicht verlassen
vnd vns trewlich beystan.

Recht last vns alle bitten
Christum für öberkeit,
Ob wir schon von jn lidten
gewalt, auch für all feind,
Das jn Gott wöll genedig sein:
dat Heinrich müller gesungen
in dem gefengnis sein.

Quelle

Conrad Hubert – Ein Betlied zu Gott um Glauben, Liebe und Erkenntnis

Conrad Hubert – Ein Betlied zu Gott um Glauben, Liebe und Erkenntnis

 

(„Ein New Auserlesen Gesangbüchlein rc. Getruckt zuo Strasburg bey Wolffgang Köphl. M.D.XLVII. in 8°. Blatt 112)

O GOT, du Höchster gnaden hort,
verleih, das uns dein göttlich Wort
Von ohren so zu hertzen dring,
das es sein kraft und schein verbring.

Der einig Glaub ist dise krafft,
der steiff an JEsu Christ behafft;
Die werck der Lieb seind diser schein,
dadurch wir Christi jünger seind.

Verschaff bei uns auch, lieber HERr,
das wir durch deinen Geist je mehr
In deinr erkantnüs nemen zu
und entlich bei Dir finden ruw.

Wackernagel – Das deutsche Kirchenlied von Martin Luther bis auf Nicolaus Herman und Ambrosius Blaurer

Kern, Georg – Von edler art

Kern, Georg – Von edler art

Von edler art
auch rein und zart
erquillt uns fort
das göttlich wort,
welichs gar lang
in schwerem zwang
enthalten ist
durch teufels list
und menschen tand,
die all irn bestand
auf eigene werk gebauet hand.

Wie vil ich tu,
so bleibt kein ru
der gewißen nit;
wo gnad nit mit
durch Got bereit
die werk bekleit,
ists als umbsunst;
allein aus gunst
barmherzigkeit,
die ewig freud
uns aufgeerbt ist durch Christus streit.

O herre Got,
wend solich not
von deim volk ab,
erleucht und lab
durch gütigkeit
all tunkelheit.
dein wort wirt frei
hie richter sein;
dir eigt allein
er, lob und preis von aller gemein.

Goedeke/Tittmann – Deutsche Dichter des sechszehnten Jahrhundert

Selneccer, Nikolaus – Ach bleib bei uns, Herr Jesu Christ

Selneccer, Nikolaus – Ach bleib bei uns, Herr Jesu Christ

Ach bleib bei uns, Herr Jesu Christ,
Weil es nun Abend worden ist;
Dein göttlich Wort, das heile Licht,
Laß ja bei uns auslöschen nicht!

2. In dieser, letzt’n, betrübten Zeit
Verleih uns, Herr, Beständigkeit,
Daß wir dein Wort und Sakrament
Rein b’halten bis an unser End‘!

3. Herr Jesu, hilf, dein‘ Kirch‘ erhalt,
Wir sind gar sicher, faul und kalt!
Gib Glück und Heil zu deinem Wort,
Damit es schall‘ an allem Ort!

4. Erhalt uns nur bei deinem Wort
Und wehr des Teufels Trug und Mord!
Gib deiner Kirche Gnad‘ und Huld,
Fried‘, Einigkeit, Mut und Geduld!

5. Ach Gott, es geht gar übel zu,
Auf dieser Erd‘ ist keine Ruh‘,
Viel Sekten und viel Schwärmerei
Auf einen Haufen kommt herbei.

6. Den stolzen Geistern wehre doch,
Die sich mit G’walt erheben hoch
Und bringen stets was Neues her,
Zu fälschen deine rechte Lehr‘.

7. Die Sach‘ und Ehr‘, Herr Jesu Christ,
Nicht unser, sondern dein ja ist;
Darum so steh du denen bei,
Die sich auf dich verlaßen frei!

8. Dein Wort ist unsers Herzens Trutz
Und deiner Kirche wahrer Schutz;
Dabei erhalt uns, lieber Herr,
Daß wir nichts anders suchen mehr!

9. Gib, daß wir leb’n in deinem Wort
Und darauf ferner fahren fort
Von hinnen aus dem Jammertal
Zu dir in deinen Himmelssaal!

Selneccer, Nikolaus – Hilf treuer Gott im höchsten Thron,

Selneccer, Nikolaus – Hilf treuer Gott im höchsten Thron,

Am Tage Johannis des Apostels und Evangelisten.

Mel. Vom Himmel hoch, da….

Hilf treuer Gott im höchsten Thron,
Daß wir erkennen deinen Sohn,
Der unser Bruder worden ist,
Den rechten Heiland Jesum Christ.

Johannes sein Apostel treu
Hat uns beschriebn sein Menschheit neu
Vereinigt mit der Gottheit klar,
Solchs lobt all Mensch und Engel Schaar.

Erhalt uns ja bei deinem Wort,
In unserm Amt laß uns gehn fort,
Daß wir Glaubn und Gewissen rein
Behalten durch die Gnade dein.

Auf daß wir allzeit sein bereit,
Wenn du kommst Herr mit Fried und Freud,
Wir sein gleich jung, stark oder alt,
Zu folgen deines Worts Gewalt.

Bescher uns Herr ein seligs End,
Nimm unsre Seel in deine Händ,
Besprengt mit deines Sohnes Blut,
Das ist allein das höchste Gut.

Thiel – Nicolaus Selneccers geistliche Lieder

Spitta, Carl Johann Philipp – Wort des Lebens, lautre Quelle

Spitta, Carl Johann Philipp – Wort des Lebens, lautre Quelle

Wort des Lebens, lautre Quelle,
die vom Himmel sich ergießt,
Lebenskräfte gibst du jedem,
der dir Geist und Herz erschließt;
der sich wie die welke Blume,
die der Sonnenbrand gebleicht,
dürstend von dem dürren Lande
zu der Quelle niederneigt.

Ohne dich, was ist die Erde?
Ein beschränktes, finst’res Tal,
ohne dich, was ist der Himmel?
Ein verschloßner Freudensaal.
Ohne dich, was ist das Leben?
Ein erneuter finstrer Tod.
Ohne dich, was ist das Sterben?
Nachtgrau’n ohne Morgenrot.

Wort des Lebens, du erleuchtest,
doch erwärmst du auch zugleich;
eine Hölle offenbarst du,
aber auch ein Himmelreich,
furchtbar schreckest du den Sünder
aus der dumpfen, trägen Ruh’;
doch aus Liebe sprichst du wieder
dem Bußfert’gen Gnade zu.

Einen Richter lehrst du fürchten,
der mit rechter Waage wägt;
doch auch einen Vater lieben,
der mit Langmut alle trägt,
einen Gott, der den Geliebten
ew’gen Sohn zum Opfer gibt,
der an ihm die Sünde richtet,
und in ihm die Sünder liebt.