Blaul, Georg Friedrich – Christbescheerung.

Mel. Herzlich thut mich verlangen.

Was soll ich dir denn bringen,
Du Kindlein Jesu Christ?
Dir, der von guten Dingen
Der reichste Geber ist.
Was hab‘ ich, dich zu ehren?
Ich bin so arm und bloß,
Und noch dazu beschweren
Mich Schulden übergroß.

Dich würdig zu verehren,
Wie fang‘ ich das doch an?
Sag‘ selbst, was ich bescheeren,
Was ich dir bringen kann.
Du willst nicht ird’sche Gaben,
Nicht Weihrauch oder Gold?
Mein Herz nur willst du haben,
Den Herzen bist du hold?

Du willst dies Herz erfüllen
Mit Freuden ohne Zahl?
Willst Thrän‘ und Seufzer stillen,
Willst lindern alle Qual?
Willst alle Schmerzen heilen,
Selbst meinen Sündenschmerz?
D Jesu, ohn‘ Verweilen
Nimm hin mein ganzes Herz!

Zur Krippe bin ich kommen
Beladen und gebückt,
Du hast mir abgenommen,
Was nieder mich gedrückt.
Nun geh‘ ich reich beladen,
Doch nicht gedrückt, beschwert,
Den Reichthum deiner Gnaden
Hast du mir, Herr, bescheert.

Blaul, Georg Friedrich – Weihnacht.

Mel. Es ist das Heil uns kommen her.

Sei mir gegrüßt, du heil’ge Nacht,
Geweiht vor allen Nächten,
Du, die der Welt das Heil gebracht,
Der Welt von Sündenknechten.
Sei mir gegrüßt, du Nacht des Herrn,
In dir geht auf mein schönster Stern,
Der Stern zu Gottes Rechten.

Was durch der sel’gen Engel Schaar
In frohem Jubeltone
Den Hirten einst verkündet war
Von Gottes Gnadenthrone,
Das hat auch mir die heil’ge Nacht.
Als Freudenbotschaft überbracht,
Die Botschaft von dem Sohne.

Nun ist es um mich hell und klar,
Der Sünde Nacht muss schwinden,
Der diese Nacht geboren war,
Hilft mir sie überwinden.
Nun auf; o Seele! auf zum Herrn!
Es leuchtet schon der Morgenstern,
Das Heil ist nun zu finden.

Du bist mein Stern, Herr Jesu Christ,
Das Licht auf meinen Wegen.
Dir trag‘ ich nun, so wie es ist,
Mein ganzes Herz entgegen.
Weih‘ du’s zu deinem Tempel ein,
Dein eigen soll es ewig sein,
Erfüll’s mit deinem Segen.

Zinzendorf, Nikolaus Ludwig Graf von – An Weihnachten.

Blut und Wunden,
Haben uns mit Gott verbunden;
Denn Er ehrte unser Blut.
Er ließ sich damit vermählen,
Und sich zu den Menschen zählen;
Das macht unsern Schaden gut.

Wer erzittert,
Daß er seinen Gott erbittert,
Springe jetzt voll Freuden her,
und erseh in dieser Wiegen
Gott als armen Menschen liegen:
Seine Hand ist nicht zu schwer!

Diese Hände
Segnen aller Erden Ende;
Diese sind dieselbe Statt,
Wo Er aller Menschen Seelen,
Die Ihn zum Erlöser wählen,
Treulich aufgezeichnet hat.

Diese Augen
Müssen zur Gesundheit taugen;
Wem die Sünde weh gethan,
Sehe auf zu dieser Schlangen (Joh. 3, 15.)
Und, von Glauben und Verlangen,
Ihre holden Augen an!

Diese Ohren
Lassen sich für uns durchbohren
An des Vaters Gnadenthür,
und der König der Geschlechte
Wird dadurch zu einem Knechte,
In dem irdischen Revier.

Diesem Munde,
Welcher sonst zu aller Stunde
Seinen Vater für uns bat,
Schmecket jetzt, nach Menschenweise
Eine gar geringe Speise,
Weil er Durst und Hunger hat.

Dieser Odem,
Welcher dermaleinst den Todten
Lebensgeister geben kann,
Scheinet jetzund kaum zu wehen,
Und soll noch dazu vergehen,
Beim Beschluß der Lebensbahn.

Diesen Füßen,
Die sich kaum zu regen wissen,
Muß des alten Drachen Wuth
Erst noch in die Fersen stechen,
Bis sie sich vollkommen rächen,
An dem Kopf der Schlangenbrut.

Diese Thränen,
Welche sich nach Labung sehnen,
Werden für der Menschen Schuld
Sich noch öftermals ergießen
Und gleich einem Blutstrom fließen
Von der ewigen Geduld.

Dieser Rücken
Wird sich zu dem Kreuze bücken,
Wann die Leidenszeit regiert,
Und der Ruthen Schläg‘ empfinden,
Welche unsre Bosheit binden
Und ein Mordkind führen wird.

Aus der Seiten
Werden in den letzten Zeiten
Blut- und Wasserströme gehn,
Uns zu waschen und zu heilen,
Uns Erquickung mitzutheilen,
Die wir so verlassen stehn.

Dieses Herze
Reget sich mit Müh und Schmerze;
Und wie leis es jetzo schlägt.
So durchdringend wird es brechen,
Und die armen Herzen rächen,
Die der Seelenfeind erlegt.

Neugebornes
Und von Ewigkeit erkor’nes
Auserwähltes Gnadenkind!
Höre, wie die Menschenkinder,
Die entblößten armen Sünder,
Über Dich erfreuet sind!

Sie umfangen
Voller Liebe Deine Wangen,
Ja, sie küssen Deinen Mund;
Dein noch unverständlichs Lallen
Muß den Seelen süße schallen,
Die der Schlange Zahn verwundt.

Sie erheben
Dein kaum angegang’nes Leben
Sie sind voller Glaubenslust:
Daß Du in den Gnadenzeiten
Ihnen solch ein Heil bereiten
Und ein Kindlein werden mußt.

Herzensknabe!
Aller Erden Gut und Habe
Ist nur Unflath gegen Dich!
Du kannst uns mit wenig Blicken
Millionenmal erquicken;
Wirf auch einen Blick auf mich!

Laß bei Zeiten
Alle andre Eitelkeiten
Mir aus den Gedanken gehn!
Will sich fremde Lust erregen
Und zur Sünde mich bewegen:
Laß mich auf Dein Kripplein sehn,

Wo Du, König,
Dem die Erde unterthänig,
Und der Himmel eigen ist.
So gar elend, und auf Wegen,
Die kein Mensch betreten mögen,
Bei uns eingekehret bist!

Holde Hände!
Nehmt mich auf am letzten Ende;
Denn ich werde nach euch sehn,
Wenn ich als ein Kind gen Himmel
Aus dem Jammer und Getümmel
Dieser Erden werde gehn!

(1720.)

Zinzendorf, Nikolaus Ludwig Graf von – Anbetung zu Weihnachten.

Rath, Kraft und Held und Wunderbar!
Dein Nam‘ ist meiner Seele klar, (1. Joh. 2, 13.)
Die Du mit Deinem Blut erkauft
und mit der Liebesglut getauft.
Mein Bräutigam, an meiner Stirne brennt
Dein Nam‘ und Kreuz, seitdem mein Herz Dich kennt!

Wenn ich, mit allem meinem Fleiß,
Mir nimmermehr zu rathen weiß,
Und meine Ohnmacht, Unverstand
Und Schwachheit kräftiglich erkannt:
So bist ja Du der unerforschte Mann,
Der allen meinen Sachen rathen kann.

Fehlt mir’s an aller Lebenskraft,
Hat meine Rebe keinen Saft,
Und sinke ich vor Mattigkeit
Beinahe hin zu mancher Zeit:
So ist Dein kräftiges Gefühl in mir,
Das hält mir neue Heldenkräfte für.

Wenn ich im schweren Glaubenskampf
Durch manchen dicken Rauch und Dampf,
Durch manche Leib’s- und Geist’s-Gefahr
Mich dränge zu der Siegesschaar:
So bist Du’s, unbezwungner Wunderheld,
Der meinetwegen alle Feinde fällt.

Wenn sich mein Senfkorns-Glaube regt,
Und kindlich Dir zu Füßen legt,
So mag der Feinde Hohngeschrei
Ertönen: daß ich thöricht sei
Ich fürchte mich deswegen doch kein Haar:
Mein Glaub‘ ist Sieg, mein Ziel ist: Wunderbar!

Mein Alles! mehr als alle Welt,
Mein Freund der ewig Treue hält!
Mein weiß- und rother Bräutigam! (Hohel. 5, 10.)
Mein immerwährend Osterlamm!
Mein Leitstern! meine Liebe! meine Zier!
Sei ewiglich mein‘ Zuflucht, mein Panier!

Hast du mich in der Zeit gewollt,
Die räderschnell von dannen rollt,
So miß mir Selbst die Stunden ab,
Sei meiner Reise Wanderstab!
Sei meines Handelns Schöpfer! führe mich,
In Allem Dir zu wandeln würdiglich!

Soll ich viel Jahr im Joche fort,
So zeige mir den Ruheport
Von ferne zeige mir die Stadt,
Die Deine Hand bereitet hat,
Das güldne Seraphinen-Liebeslicht:
So schrecket mich die lange Reise nicht!

Und wenn ich meiner Brüder Zahl
Nach Deiner holden Gnadenwahl
In meinem Theil einst auch erfüllt,
Wenn’s endlich auch Belohnen gilt:
So weiß’st Du, daß mein Lohn, mein Licht und Ruh‘
Nur Du alleine werden sollst, nur Du!

Über Jes 9,6. (1721.)

Zinzendorf, Nikolaus Ludwig Graf von – Weihnachtsgedanken

Das Weihnachtsfest,
Das Gott uns läßt
Auf’s Neue wohl und hoch vergnügt erleben,
Bringt Wonn‘ und Freud‘
Der Christenheit;
Drum laßt uns Gottes Wunderthat erheben!

Gott liebt die Welt,
Weil er sich stellt
Zum Bürgen dar in unsern großen Nöthen;
Gott ist uns hold,
Und hat das Gold
Der Unschuld selbst im Feuer lassen löthen.

Bedenkt den Tod,
Die große Noth.
Die Er um unsertwillen hat gelitten!
Ach, danket Ihm
Mit heller Stimm‘:
Er stillt den Zorn, und stellt sich in die Mitten!

Nachdem er nun,
Dies uns zu thun,
Sich keine Müh‘ und Arbeit lassen dauern,
Wer wollte denn
Nicht fest bestehn,
Wie Stahl und eisenfest erhöhte Mauern?

Erhebet Ihn
und euren Sinn!
Denn Seinen Ruhm kann Niemand gnugsam preisen;
So wird der HErr
Uns auch noch mehr,
Als er bisher verliehen hat, erweisen.

(1712.)

Zinzendorf, Nikolaus Ludwig Graf von – Weihnachts-Harmonie.

Die wahre Gnadensonne
Geht auf zu unsrer Wonne,
Und macht ein Heer von Sündern
Zu frohen Lichteskindern.

Der Erst- und Eingeborne
Besuchet uns Verlorne,
Hat Seinen Schwur gehalten:
Drum laßt Ihn immer walten!

Der HErr ist in dem Orden
Der Sünder Mensch geworden,
Und gleich doch ohne Sünde
Dem schwächsten Erdenkinde.

Er wird ein Knecht auf Erden,
Daß ich ein Herr kann werden:
Den Wechsel gnug zu preisen,
Fehlt’s noch aus Singeweisen.

Seht nur auf dieses Kindlein
Im Kripplein, in den Windlein,
Das euch mit Seinem Blute
Verschaffet alles Gute.

Wenn ich’s im Geiste sehe
In Seiner Gotteshöhe:
So denk‘ ich, ich vergehe,
Bis ich den Menschen sehe.

Gott geht aus Seiner Kammer,
Die Welt aus ihrem Jammer;
Das Kindlein in der Krippe
Hat Honig auf der Lippe.

Er liegt in Seiner Krippen
Und ruft mit süßen Lippen:
Grämt euch nicht, lieben Brüder,
Ich bringe Alles wieder!

O Kind, o süßer Knabe,
Du, den ich lieber habe
In Seinen Kindsgeberden
Als alle Schätz‘ auf Erden;

Laß, Schönster, Dich erblicken,
Mein Herze zu erquicken,
Du seligs, kleines Kindlein,
In Deiner Kripp‘ und Windlein!

Ist das mein lieber Bruder,
Der an der Welten Ruder
Der Alt‘ ist alle Tage?
Ach, Er bejaht die Frage!

Wie soll man dich empfangen?
O aller Welt Verlangen!
Du kommst, die Welt zu segnen;
Wie soll man Dir begegnen?

Ach, sei willkomm’n hienieden,
Du edler Gast, den Müden!
Komm‘, sieh‘, wie’s ihnen gehet,
Du hast sie nie verschmähet!

Du Schöpfer aller Dinge,
Wie wirst Du so geringe!
Der Alles hält alleine,
Wie wirst Du doch so kleine!

Gib dich uns, Herzensknabe,
zu einer Christnachtsgabe!
Du kannst mit wenig Blicken
Millionenmal erquicken.

Ich will hier bei Dir stehen;
Du wirst mich nicht verschmähen,
Wenn ich zur Krippe gehe
Und um ein rein Herz flehe.

Ach, Dein Advent in Fleische,
Der halte Deine keusche,
Sonst sündige Gemeine
Von Stund‘ zu Stunde reine!

Wir lassen uns gefallen,
Die Zeiten durchzuwallen,
Da uns Dein menschlich Leben
Beispiel und Trost gegeben.

Wenn Christnacht und Dein Leiden,
Die Ursach‘ ew’ger Freuden,
Im neuen Lied erscheinen,
Dann wird man nicht mehr weinen.

Dann wird das Lamm, so theuer,
Mit seinem Strahlenfeuer,
Die Engel und die Thronen
Und wir beisammen wohnen!

(um 1752.)

Arndt, Ernst Moritz – Weihnachtsfreude

Steh auf! die Sonn‘ ist aufgegangen,
Es scheint das Licht der Herrlichkeit
O Seele, klinge dein Verlangen,
Kling‘ hell herein die neue Zeit!
Laß heut die frohe Kunde schallen
Weit über’n Erdenball ringsum!
Erklinge, singe, künde allen
Der Menschheit Evangelium!

Dies ist das Licht, dies ist der Morgen,
Der Vorwelt dünner Dämmerschein,
Oft leuchtend auf und oft verborgen,
Nun scheint er hell zur Welt herein,
Das Liebesräthsel ew’ger Güte,
Der Frommen Hort, der Weisen Lust
Der Sehnsucht süße Rosenblüthe
Erblüht nun voll in jeder Brust.

Drum sollst du, frohe Liebe, klingen,
Daß alle Welt in Wonne sey,
Mit allen Himmelschören singen:
Ihr dunkle Menschen eilt herbei!
O eilet euch im Licht zu baden!
Der Glanz des Himmels strahlt herein,
Und jeder Jammer, jeder Schaden
Der Nacht soll weggeleuchtet seyn!

Kommt alle, die ihr lieft verloren
In freudenloser Finsterniß!
Denn Jesus Christus ist geboren,
Es scheint das lichte Heil gewiß.
O Liebesglanz! o Lebensmorgen!
O wunderbarer Gottesschein!
Weg Sünden, Schmerzen, Zweifel, Sorgen!
Denn Jesus Christ will unser seyn.

Martin Luther – Der Tag, der ist so freudenreich

von Luther überarbeitete Übersetzung eines lat. Weihnachtsgesanges des Adam von St. Victor im 12. Jahrhundert. 1524

1. Der Tag, der ist so freudenreich
aller Kreature;
Denn Gottes Sohn vom Himmelreich,
über die Nature,
Von einer Jungfrau ist geborn;
Maria, du bist auserkorn,
daß du Mutter wärest. –
Was geschah so wunderlich? –
Gottes Sohn vom Himmelreich,
der ist Mensch geborn.

2. Ein Kindelein so löbelich
ist uns geboren heute
Von einer Jungfrau säuberlich,
zu Trost uns armen Leuten.
Wär uns das Kindlein nicht geborn,
so wärn wir allzumal verlorn;
Das Heil ist unser aller.
Ei, du süßer Jesu Christ,
der du Mensch geboren bist,
behüt uns vor der Hölle.

Theophil Wurm – Advent 1946 mit den Internierten

Ausgelöscht ist alle Ferne,
Brüder in der Einsamkeit!
Aus dem Übermaß der Sterne
tritt der Stern, der uns befreit,
der den Hirten und den Weisen
gleichermaßen glüht und brennt
und, derweil die Sterne kreisen,
aller Menschen Mühsal kennt.

Ewig ist er aufgegangen,
ewig über Welt und Zeit.
Ewig tröstet er das Bangen,
Bruder, deiner Menschlichkeit.
Ewig leuchtet er dem Hoffen
Mitten in der Mitternacht.
Ewig ist der Himmel offen,
den die Liebe aufgemacht.

unbekannter Dichter – Seht, Gottes Gnade ist erschienen

Seht, Gottes Gnade ist erschienen,
Sein lieber Sohn ist Mensch gebor’n,
Des Heils kann Jeder sich bedienen,
Hier wird ersetzt, was war verlor’n.
Das Kind hat euch nun wiederbracht
Die Kindschaft, die euch selig macht.

Doch der für euch ist Mensch geboren,
Muß auch in euch geboren sein,
Sonst hilft’s euch nicht, daß er erkoren
Von Gott, zu helfen euch aus Pein,
Wohl dem, in dem dies Wunderkind
In rechter Art Gestalt gewinnt.

Wenn ihr denn wollt noch hier auf Erden
Für solche Lieb‘ Gott dankbar sein,
Müßt ihr auch neu geboren werden,
Sonst ist eu’r Dank nur Heuchelschein;
Wer seinem Gott will danken recht,
Der bleibe nicht der Sünden Knecht.

Drum kehret um, seid wie die Kinder,
Hinweg mit dem Hochmüthigsein!
Bedenket wohl, ihr armen Sünder,
Wie euch zu Gut‘ Gott selbst wird klein;
Ach folget diesem Beispiel nach,
Daß euch dies Kind recht nützen mag.

O Jesu, meiner Seelen Leben,
Belebe mich zu deiner Ehr‘,
Ich will dir nicht mehr widerstreben,
Dich lieb‘ ich über Alles sehr,
Ach laß mich immer willig sein,
Mein Herze dir zu räumen ein.

Gieb mir dein Herz! hast du befohlen,
Drum geb‘ ich’s dir zum Opfer hin,
Es ist dir zwar gar nicht verhohlen,
Wie weit es noch von deinem Sinn;
Du aber bist der rechte Mann,
Der Herz und Sinnen ändern kann.

So bilde denn dein schönes Wesen,
O JEsu, in mein armes Herz,
Das du dir selbst hast auserlesen,
Zünd‘ darin an die Glaubenskerz‘,
So wird vergeh’n die dunkle Nacht,
Die Adams Fall in’s Herz gebracht.

Die theure Lieb‘, die dich gezogen
Aus dem gestirneten Himmelssaal,
Die theure Lieb‘, die dich bewogen,
Zu kommen in das jammerthal,
Die ziehe mich von Allem ab,
Daß ich dir treu sei bis ins Grab.

So kann ich denn in jenem Leben
Mit Engeln und der frommen Schaar
Zu deinem Lob‘ die Stimm‘ erheben,
Ohn‘ Ende singen immerdar:
Ich danke dir, Herr Jesu Christ,
Daß du ein Mensch geboren bist.

Die alten lutherischen Kirchenlieder des neuen braunschweigischen Gesangbuches Neu-Erkerode bei Braunschweig Verlag der Buchhandlung der Idioten-Anstalt 1877