Franz Härter – Heimat meiner Liebe

Heimat meiner Liebe,
Ziel der heil’gen Triebe,
Ort der sel’gen Ruh,
wo mein Jesus weilet,
Friedensstadt, es eilet
dir mein Sehnen zu.
Herr wie lang
werd ich noch bang
an die Erdennot gebunden
zählen Tag und Stunden!

Doch ich geh so träge
auf dem Lebenswege
meinem Jesum nach,
dankend halb, halb zagend,
nach dem Ausgang fragend
und mit manchem Ach!
O wie schwer
ward mir bisher,
ganz mir abzusagen
und mein Kreuz zu tragen!

Lehr mich stiller gehen,
treuer auf dich sehen,
den ich oft betrübt!
Jesu, voll Erbarmen,
hast du ja mich Armen
je und je geliebt!
Lauter Güt‘
ist’s, die mich zieht
hin zum Ziel der heil’gen Triebe,
Jesu, meine Liebe.

Arndt, Ernst Moritz – Noch ein Jesusgebet

Ich glaub‘ an dich, du höchster Geist,
Der Liebe ist und Liebe heißt,
Der ganz aus Gott geboren ist –
Ich glaub‘ an dich, Herr Jesus Christ.

Du Gottesglanz des hellsten Lichts,
O leuchte durch die Nacht des Nichts,
Durch Millionenlügenschein,
Mir himmelwärts und himmelein.

Was ich gewesen, sein soll, bin,
Mein Wie und Wann Woher Wohin
Das leuchte mir mit süßem Schein
Mein Licht, in Herz und Sinn hinein.

Dann bin ich bei dir und in dir,
Dann hab‘ ich schon den Himmel hier:
Denn Frieden hat und Lust und Licht,
Wer Jesus Christ im Glauben spricht.

Arndt, Ernst Moritz – Jesusgebet

Herr, du mein Licht, mein Heil, mein Leben!
Du süßer Heiland Jesus Christ!
Hilf Herr! hilf! laß mich nicht entschweben
Von dir, wo Seelenfreude ist,
Wo Einfalt ist, wo Frieden ist,
Bei dir, bei dir, Herr Jesus Christ!

Hilf! laß mich nicht im Schein verwildern
Der Welt, die tausendfarbig gleißt,
Die lockt die Wesen durchzubildern,
So weit das All die Bahnen kreist –
O gib mir deinen stillen Geist,
Deß Namen Lieb‘ und Demuth heißt!

O könnt‘ ich schaun aus deinem Bilde
Der Welten Ziel, der Menschen Seyn
Mit voller Klarheit, voller Milde,
Dann wäre schon der Himmel mein,
Dann täuschte mich kein Schein vom Schein,
Das Licht der Lichter wäre mein.

O Licht der Lichter! Bild der Bilder!
Du Gottesglanz, du Liebesglanz!
Du Stiller Treuer Frommer Milder,
Erleuchte mir die Seele ganz!
Dein Bild dies bilde ganz mir ein!
Und werde, bleibe ewig mein!

Max von Schenkendorf – Immer muß ich wieder lesen

Immer muß ich wieder lesen,
In dem alten Heil’gen Buch
Wie mein Herr so sanft gewesen,
Ohne List und ohne Trug;

2. Wie Er hieß die Kindlein kommen,
Wie Er hold sie angeblickt,
Und sie auf den Arm genommen,
Und sie an sein Herz gedrückt;

3. Wie Er Hülfe und Erbarmen,
Allen Kranken gern erwies,
Und die Blöden und die Armen
Seine lieben Brüder hieß,

4. Wie Er keinem Sünder wehrte,
Der bekümmert zu ihm kam;
Wie Er freundlich ihn belehrte,
Ihm den Tod vom Herzen nahm.

5. Immer muß ich wieder lesen,
Les‘ und freue mich nicht satt,
Wie Er ist so treu gewesen,
Wie Er uns geliebet hat.

6. Hat die Herde sanft geleitet,
Die sein Vater ihm verlieh’n.
Hat die Arme ausgebreitet,
Alle an sein Herz zu ziehn.

7. Laß mich knien zu Deinen Füßen,
Herr, die Liebe bricht mein Herz!
Laß in Thränen mich zerfließen,
Selig sein in Wonn‘ und Schmerz!

In manchen Liederbüchern wird dieses Lied Luise Hensel zugeschrieben – ich habe hier die Benennung aus Julius Köbners „Glaubemsstimme“ übernommen

Gottfried Arnold – Heiligster Jesus

Heiligster Jesus, Heiligungsquelle,
Mehr als Krystall rein, klar und helle,
Du laut’rer Strom der Heiligkeit!
Aller Glanz der Cherubinen,
Die Heiligkeit der Seraphinen
Ist gegen Dich nur Dunkelheit.
Ein Vorbild bist Du mir,
Ach, bilde mich nach Dir,
Du mein Alles!
Jesus, hilf Du!
Hilf mir dazu,
Daß ich auch heilig sei, wie Du.

2. O stiller Jesus! wie Dein Wille
Dem Willen Deines Vaters stille
Und bis zum Tod gehorsam war,
Also mach‘ auch gleichermaßen
Mein Herz und Willen Dir gelassen,
Ach, stille meinen Willen gar!
Mach mich Dir gleich gesinnt,
Wie ein gehorsam Kind,
Stille, stille.
Jesus, hilf Du!
Hilf mir dazu,
Daß ich fein stille sei, wie Du.

3. Wachsamer Jesus! ohne Schlummer,
In großer Arbeit, Müh‘ und Kummer
Bist Du gewesen Tag und Nacht;
Du mußtest täglich viel ausstehen,
Des Nachts lagst Du vor Gott mit Flehen,
Und hast gebetet und gewacht.
Gib mir auch Wachsamkeit,
Daß ich zu Dir allzeit
Mach‘ und bete.
Jesus, hilf Du!
Hilf mir dazu,
Das ich stets wachsam sei, wie Du.

4. Gütigster Jesus! ach wie gnädig,
Wie liebreich, freundlich und gutthätig
Bist Du doch gegen Freund und Feind!
Dein Sonnenglanz, der scheinet Allen,
Dein Regen muß auf Alle fallen,
Ob sie Dir gleich undankbar sind.
Mein Gott, ach lehre mich,
Damit hierinnen ich
Dir nacharte!
Jesus hilf Du!
Hilf mir dazu,
Daß ich auch gütig sei, wie Du.

5. Du sanfter Jesus, warst unschuldig,
Und littest alle Schmach geduldig,
Vergabst und ließ’st nicht Rachgier aus;
Niemand kann Deine Sanftmuth messen,
Bei der kein Eifer Dich gefressen,
Als der um Deines Vaters Haus.
Mein Heiland, ach, verleih‘
Mir Sanftmuth und dabei
Guten Eifer.
Jesus, hilf Du!
Hilf mir dazu,
Daß ich sanftmüthig sei, wie Du.

6. Würdigster Jesus, Ehrenkönig!
Du suchtest Deine Ehre wenig,
Und wurdest niedrig und gering;
Du wandeltst ganz vertieft auf Erden
In Demuth und in Knechtsgebärden,
Erhubst Dich selbst in keinem Ding.
Herr, solche Demuth lehr‘
Mich auch, je mehr und mehr
Stetig üben!
Jesus hilf Du!
Hilf mir dazu,
Daß ich demüthig sei, wie Du.

7. O keuscher Jesus, all‘ Dein Wesen
War züchtig, keusch und auserlesen,
Voll ungefärbter Sittsamkeit;
Gedanken, Reden, Glieder, Sinnen,
Gebärden, Kleidung und Beginnen
War voller lautrer Züchtigkeit.
O, mein Immanuel!
Mach‘ mir Geist, Leib und Seel
Keusch und züchtig
Jesus, hilf Du!
Hilf mir dazu,
So keusch und rein zu sein, wie Du.

8. Mäßiger Jesus, deine Weise
Im Trinken und Genuß der Speise
Lehrt uns die rechte Mäßigkeit.
Den Durst und Hunger Dir zu stillen,
War, statt der Kost, des Vaters Willen
Und Werk vollenden, Dir bereit‘.
Herr, hilf mir, meinen Leib
Stets zähmen, daß ich bleib‘
Dir stets nüchtern.
Jesus, hilf Du!
Hilf mir dazu,
Daß ich stets nüchtern sei, wie Du.

9. Nun, liebster Jesus, liebstes Leben!
Mach‘ mich in Allem Dir ergeben,
Und deinem heil‘gen Vorbild gleich.
Dein Geist und Kraft mich ganz durchdringe,
Daß ich viel Glaubensfrüchte bringe,
Und tüchtig werd‘ zu deinem Reich.
Ach, zeuch mich ganz zu Dir,
Behalt mich für und für,
Treuer Heiland!
Jesus, hilf Du,
Laß mich, wie Du,
Und wo Du bist, einst finden Ruh‘.

Garve, Carl Bernhard – O Du, der Völker Heil

O Du, der Völker Heil,
Der Menschheit Ehr‘ und Sonne,
Des Bergens schönstes Theil,
Des Geistes Kraft und Wonne!
Welch‘ Werk der Engel malt,
Mit Himmelsfarbenlicht
Dein Bild, das Gottheit strahlt
Im Menschenangesicht!

2. Reiz vor jedem Reiz,
Das Aug‘ an Dir zu weiden,
Vom Stalle bis an’s Kreuz,
Im Leben, Wirken, Leiden!
Wie fromm, wie gut und mild,
Wie machtvoll, hehr und groß
Steht da vor mir Dein Bild,
Wie rein und fleckenlos!

3. Hier seh‘ ich Dich als Kind;
Wer kann’s nach Würden preisen?
So himmlisch treu gesinnt,
Ein Wunder selbst den Weisen.
Doch ruhst Du still daheim
In Demuth sanft und treu,
Und pflegst noch jeden Keim,
Bis er Baum Gottes sei.

4. Der Himmel öffnet sich.
Was sagt der Taube Schweben?
Geist Gottes kommt auf Dich
Und salbt dein Amt und Leben.
Und wie in Bußgestalt
Du schwörst den heil‘gen Bund
Welch‘ hehre Stimm‘ erschallt?
Sohn grüßt Dich Gottes Mund!

5. Schon seh‘ ich Dich in Kraft
Der heil’gen Taufe gehen,
Und, durch kein Weh‘ erschlafft,
Den langen Kampf bestehen.
Schon tönt dein Gotteswort,
Ein Wort voll Seligkeit,
Und tönt gewaltig fort
Bis an das Grab der Zeit.

6. Kommt, rufst Du, folget mir!
Und Vätern, Netzen, Schiffen
Enteilt man, folget Dir,
Vom Himmelswort ergriffen.
Verachtet, arm, gering
Tritt jetzt dein Schüler ein.
Bald wird, der Fische fing,
Ein Menschenfischer sein.

7. Der Satan eilt in Flucht
Vor deinem Gottheitsstempel;
Voll Eifers übst Du Zucht
In deines Vaters Tempel.
Doch o! wie lächelst Du
Mit namenloser Huld
Verzagten Sündern zu!
Und weg ist ihre Schuld.

8. Wie sinkt Dir jene dort
In heißem Dank zu Füßen!
Ihr Herz möcht ohne Wort
Zum Thränenbach zerfließen.
Und Du, wie sanft und lind
Nimmst Du Dich ihrer an!
Und Satans schnödes Kind,
Ist Gottes Ruhm fortan.

9. In Armuth wandelst Du,
So reich an tausend Segen;
Hast nicht, wohin zur Ruh‘
Dein müdes Haupt zu legen;
Doch welchem Menschenheer
Brichst Du dein Segensbrod!
Dir bleibt von Hülfe leer
Kein Elend, keine Noth.

10. Was wallt aus Nain her?
Schmerz glüht in Thränen nieder,
Du winkst: er glüht nicht mehr,
Der Jüngling lebet wieder.
Dort deckt Verwesungsgruft
Den Freund – dein Wort gebeut
Er athmet Lebensluft,
Er steht, in Kraft erneut!

11. Des Blinden Auge sieht,
Dank reden stumme Zungen,
Das schwerste Siechthum flieht,
Durch Blick und Wort bezwungen.
Wie jauchzen tief erregt
Dir Meng‘ um Menge zu!
Und jeder Busen schlägt:
Preis Dir! wer ist wie Du?

12. Dort beugst Du, wie ein Knecht,
Dich zu der Jünger Füßen,
Du, den mit höchstem Recht
Sie Herrn und Meister grüßen,
Du, dessen Majestät
Der Gottesglanz bezeugt,
Vor dem sich der Prophet,
Vor dem sich Moses beugt.

13. Laut schaut es: Welch ein Mann,
Dem Sturm und Wetter schweigen,
Der Todte wecken kann,
Dem sich die Geister neigen!
Und o! wie sinkst Du nun
So kraftlos in den Staub,
Und noch im Wunderthun
Bist Du der Bande Raub.

14. Du Fels der Aergerniß,
Kraft Gottes, Gotteswahrheit,
Dem Klügling nie gewiß,
Dem Glauben Himmelsklarheit,
Und doch, wer faßt Dich ganz,
Held reinster Liebe,
Der, wund vom Dornenkranz,
Am Schächerkreuz erblich?

Nikolaus Ludwig von Zinzendorf – Gott und Mensch

Gott und Mensch floß einst zusammen,
Seligmachen war sein Plan!
Nicht die Seelen zu verdammen
Nahm die Knechtsgestalt Er an.

2. Hingehn und für Feinde sterben
Einen blutigen Kreuzestod,
Ihnen Gnade zu erwerben
Wer das thun mag, der ist Gott!

3. Ja, mein Gott ist Jesus Christus,
Wie der Heilige Geist mich lehrt!
Blick‘ in seinen Tod da siehst du’s;
Wer das nicht sieht, ist verkehrt.

4. Gottes Thorheit! Dich verehret
Jesu frohe Sünderschaar,
Die sonst keine Gottheit lehret,
Außer die in Christo war!

Carl Bernhard Garve – Rühmt den Herrn

Rühmt den Herrn!
Tönt nah‘ und fern,
Ihr Menschen, unsers Königs Lob!
O was war
Der Menschen Schar,
Eh‘ Er sie aus dem Elend hob!
Hätt‘ Er uns sein Aug‘ entwandt
Uns aus seinem Reich verbannt,
Doch müßt‘ uns’re Schuld gesteh’n:
Ach, uns ist nach Recht gescheh’n.

2. Unser Schmerz
Drang ihm an’s Herz,
Ihm klopft es über uns’re Qual.
Lieb‘ erbat
Im ew’gen Rath
Der schnöden Sünder neue Wahl.
Liebe riß aus Gottes Schoß
Seinen Eingebornen los.
Liebe stürzt Ihn in die Schmach,
Die sein Herz am Kreuze brach.

3. Wer, o wer
liebt so, wie Er?
O, zeuget, die ihr zeugen könnt!
Zählt den Sand
Am Meeresstrand,
Zählt alle Stern am Firmament,
Meßt die Himmel, meßt das Licht
Seine Lieb‘ ermeßt ihr nicht.
Auch ein Seraph, staunet da,
fühlt und ruft: Hallelujah!

4. Du, der sich
So väterlich
Zu uns verfall’nem Stamm bekannt,
Ja, Du bist
Durch Jesum Christ
Und, Gott der Liebe, nah‘ verwandt.
Abba, Vater! rufen wir,
Deine Kinder, auf zu Dir;
Bruder heißt im Jubelton
Gottes und des Menschen Sohn!

5. Umgeweiht
Sind Erd‘ und Zeit,
Schon hier ein Himmelreich zu sein.
Immerfort
Erschaut sein Wort,
Und Scharen zieh’n zum Leben ein,
Ruh’n in seinem Friedensrath,
Und erfahren’s in der That,
Daß, wo Christus König ist,
Fried‘ und Recht sich ewig küßt.

6. Blickt empor!
Welch‘ Feierchor
Des Vaters ew’gen Thron umschließt,
Niederkniet,
Vom Dank entglüht,
Und jetzt der Seelen Wonn‘ ergießt!
Durch des Himmels Wiederhall
Jauchzt der Psalmen Jubelschall.
laut wie Meere tönt der Kreis
Des Erbarmers Ruhm und Preis.

7. Welch‘ ein Ton
Ruft jetzt vom Thron!
Komm her, du Ueberwinderschar,
Die einst litt,
Und muthig stritt,
Und treu bis an das Ende war!
Nach dem wohlvollbrachten Streit
Folgt des Sieges Fröhlichkeit,
Kommt herbei zum Gnadenthron,
Theilt die Erbschaft mit dem Sohn!

8. O, welch‘ Heil!
Welch‘ Erb‘ und Theil!
Preis unserm Gott durch Jesum Christ!
Daß uns schon
Vor Gottes Thron
Daß ew’ge Reich bereitet
Dort wird herrlich offenbart,
Was hier vorbereitet ward;
Und verklärt zum höhern Licht,
Schaun wir Ihn von Angesicht!

Behm, Martin – Herzallerliebster Jesu Christ

Herzallerliebster Jesu Christ,
Der du das Holz des Lebens bist,
Du grünest herrlich für und für
Und bist der Kirchen Lust und Zier.
An dir sich jedermann erquickt,
Wenn ihn die Last des Kreuzes drückt,
Dein Frucht giebt unser Seelen Speis
Zu deines Namens Lob und Preis.

Ich bitt, laß mich dein eigen sein,
Weil ich dir bin gepflanzet ein
Und von dir hab des Lebens Saft,
Der meiner Seelen giebet Kraft.
Hilf, daß ich bei dir Schatten find,
Wenn Gottes Zorn wird angezündt,
Und daß ich Stärk von dir gewinn,
Wenn ich ganz matt und kraftlos bin.

Behüt mich, Herr, zu jeder Zeit,
Daß ich nicht sei ein dürres Scheit,
Das nichts taug als zum Höllenbrand,
Welchs du hinwirfst mit Spott und Schand:
Das sind die Leut in Sünd verrucht,
Die von dir ewig sein verflucht.
Laß mich stets sein ein grünes Reis
Zu meinem Heil und deinem Preis.

Heinrich Cornelius Hecker – Immanuel, der Herr, ist hier

Immanuel, der Herr, ist hier
Und nimmt mein Fleisch an sich;
Immanuel, ist Gott mit mir,
Wer ist dann wider mich?

2. Also hat Gott die Welt geliebt,
Daß er aus freiem Trieb
Den eingebornen Sohn uns gibt,
Wie hat er uns so lieb!

3. Was sein erbarmungsvoller Rat
Schon in der Ewigkeit
Von Jesu fest beschlossen hat,
Das tut er in der Zeit.

4. Im Fleische wird Gott offenbar;
Geheimniß, du bist groß!
Der in des Vaters Schoße war,
Den trägt der Mutter Schoß.

5. Der Schöpfer wird die Creatur,
Der Ewige wird jung;
Jedoch nach seiner Menschheit nur
In der ERniedrigung.

6. Er, unser Heil und höchstes Gut,
Der alle segnen kann,
Nimmt wie die Kinder Fleisch und Blut,
Doch ohne Sünde an.

7. Du wunderbarer Gottmensch wirst
Auch mir Rat, Kraft und Held,
Mein Retter und mein Friedefürst,
Du Heiland aller Welt.

(Andere Quelle:
Du wunderbarer Gottmensch wirst
Mein Rath und Kraft und Held,
Mein Vater und mein Friedefürst,
Du Heiland aller Welt.)

8. Ich war im Fleisch ein Sündenknecht,
Auch so zur Welt gebracht;
Du aber bringst das Kindschaftsrecht
Uns hast mich losgemacht.

9. Was mir zum Seligsein gebricht,
Das, Herr, erwarbst du mir;
Versöhnung, Leben, Trost und Licht,
Das hab ich nun an dir.

10. Dein Mangel wird mein reiches Teil,
Dein Leiden stillt mein Leid,
Durch deine Knechtsgestalt, mein Heil,
Gewinn ich Herrlichkeit.

(andere Quelle:
Dein Mangel ist mein reiches Theil,
Die Windeln sind mein Kleid,
Die Knechtsgestalt bringt mir mein Heil,
Dein Leiden stillt mein Leid.)

11. Gelobt sei Gott, gelobt sein Sohn
In dieser Freudenzeit;
Lobt, Engel, ihn vor seinem Thron;
Erheb ihn, Christenheit.

(andere Quelle:
So sei Gott Ehr‘ und Lob gebracht
Und Frieden dieser Welt,
Weil Gott das Fleisch gerecht gemacht,
Daß es ihm wohlgefällt.)

12. Immanuel! der Herr ist da,
So lob‘ ihn, meine Seel‘!
Immanuel! Hallelujah,
Gott Lob, Immanuel!

 

Quelle: Hymns of the 1912 Lutheran Hymnal for Church, School and Home Evangelical Lutheran Synod of Wisconsin and other States
andere Quelle: Die alten lutherischen Kirchenlieder des neuen braunschweigischen Gesangbuches Neu-Erkerode bei Braunschweig Verlag der Buchhandlung der Idioten-Anstalt 1877