Behm, Martin – Wenn ich zu dir, mein Herr und Gott,

Im Ton: der Tag vertreibt die finstre Nacht.

Wenn ich zu dir, mein Herr und Gott,
Von Herzen ruf in meiner Not,
Dass ich nicht werd zu Schand und Spott,

2. So hilf, dass ich mein Kämmerlein
Zuschließ, das ist meins Herzen Schrein,
Damit nichts böses kann hinein.

3. Verleih mir, dass mein Seel und Leib
In Andacht ungeirret bleib,
Und ich kein Ungebärden treib.

4. Hilf, dass mein Haupt und Angesicht
Zu dir in Himmel sei gericht,
Und dass mein Herz nicht anders dicht.

5. Gib Gnad, dass ich rein Händ aufheb,
Im Glauben an dir hang und kleb,
Mich in Gehorsam dir ergeb.

6. Wenn ich von Herzen zu dir schrei,
So mach mich alles Kummers frei.
Dass ich hier und dort fröhlich sei.

Amen.

Behm, Martin – Als Jesus Christ rang mit dem Tod

Im Ton: Vater unser im Himmelreich.

Als Jesus Christ rang mit dem Tod,
Schrie er zum Vater in der Not.
Der Vater hört gar bald den Sohn,
Tat plötzlich auf sein Himmelsthron,
Schickt ihm ein Engel willig rein,
Der bracht ihm Stärkung in der Pein.

2. O Vater, schau auf deine Kind,
Wenn wir allhie in Nöten sind
Und dich von Herzen rufen an;
Denn uns sonst niemand helfen kann.
Dein Engel uns vom Himmel schick,
Der uns in aller Not erquick.

3. Hilf, dass wir sind ans Engels statt,
Wenn unser Nächster Kummer hat,
Dass wir durch dein Barmherzigkeit
Ihn trösten in seim Herzeleid.
Lass ihn den Trost auch nehmen an,
Wie dein Sohn selber hat getan.

4. Dein Engel send, wenn ich verricht
Nach deim Befehl mein Amt und Pflicht;
Hilf, dass er nicht fern von mir sei,
Wenn ich zu dir bet, ruf und schrei.
Dein Engel schick, der mich heim hol,
Wann ich von hinnen wandern soll.

Amen.

Behm, Martin – Deins Wortes Kraft, Herr Christ, bewährt

Im Ton: Den Tag vertreibt die finstre Nacht,

1. Deins Wortes Kraft, Herr Christ, bewährt
Ist stärker als ein scharfes Schwert:
Es warf dein Häscher auf die Erd.

2. Durch deren Fall hast du beweist,
Dass du Herr über alles seist,
Dem alle Geschöpf Gehorsam leist.

3. Den Teufel wirf zu Boden bald,
Zerstör sein List, dämpf sein Gewalt,
Dein Geist und Wort den Platz behalt.

4. Hilf, dass dein teuer heilsam Wort
Mög unverhindert geben fort,
Daraus man dich kennt, unsern Hort.

5. Die Welt sich widers Wort aufleint
Und wütet, wanns hell leucht und scheint.
Dein Macht woll dämpfen solche Feind.

6. Hilf, dass ich deim Wort folg mit Fleiß,
Dass ich stets tu nach deim Geheiß,
Dir allzeit geb Lob, Ehr und Preis.

7. Wie schrecklich wird sein dein Gericht,
Wenn du durchs Wort wirst machen Schicht.
Lass mich zur Höllen fallen nicht.

8. Hilf, dass ich bei deim Wort fest steh.
Dass mir nicht hier und dort sei weh,
Zuletzt mit dir in Himmel geh.

Amen.

Behm, Martin – Bei dir, o Jesu, sucht man Rat,

Im Tom: Uns ist ein Kindlein heut geboren.

1. Bei dir, o Jesu, sucht man Rat,
Weil man hier viel Beschwerung hat;
Den Frommen setzt man heftig zu,
Die Bösen lassen ihn nicht Ruh;
Man greift ihn Ehr und Leben an,
Gleich wie man dir selbst hat getan.

2. Mein Ehr und Leben mir bewahr,
Kein Spott und Schand mir widerfahr.
Ein guten Namen mir verleih;
Hilf, das ich red die Wahrheit frei,
Wenn mirs schon Unglimpf bringen möcht
Und mich in Not und Banden brächt.

3. Dein Diener lass mich hören gern,
Dass ich von ihn dein Willen lern:
Dein Wort allhier lass sein mein Licht,
Nach dem ich mich im Finstern richt.
Vor Finsternis mein Herz bewahr,
Auf dass ich nicht zur Höllen fahr.

Amen.

Behm, Martin – Lehr mich, Herr Jesu, Gottes Sohn

Im Ton: Herr Jesu Christ, wahr Mensch und Gott.

1. Lehr mich, Herr Jesu, Gottes Sohn,
Dass ich bedenk dein Spott und Hohn,
Den du hast willig ausgestanden,
Als man dich fasst mit harten Banden.

2. Dadurch hast du erfüllt die Schrift,
Dass uns des Teufels Band nicht trifft.
Hilf, dass dein Ketten, Band und Seil
Mir bringen Freiheit, Gnad und Heil.

3. Ach Jesu, durch dein Band und Strick
Mich armen Sünder an dich drück;
Hilf, dass ich an dir bleib und hang,
Der Satan mich nicht wieder fang.

4. Hilf, dass ich mit dem Nächsten mein
In Lieb und Treu verknüpft mag sein.
Du bist das Haupt, wir sind der Leib,
Mit uns, o Herr, vereinigt bleib.

5. Und so ich wegn der reinen Lehr
Gebunden würd zu deiner Ehr:
So hol mich aus dem Strick und Band,
Und bring mich heim ins Vaterland.

6. Herr, reiß des Satans Strick entzwei,
Dass ich nicht sein Gefangner sei;
Leit mich nicht mit der Bösen Schar,
Mach mich befreit in Himmel klar,

Amen.

Behm, Martin – All Menschen sind mit Kreuz beschwert

Im Ton: Wenn wir in höchsten Nöten sein.

1. All Menschen sind mit Kreuz beschwert,
Den Christen ist ihr Teil beschert;
Ein jeder muss sein Trübsal han,
Wie Gott weiß, dass ers tragen kann.

2. Herr, weil ich mein Teil auch muss tragen,
So bitt ich: Lass mich nicht verzagen,
Wohn mir mit Kraft und Gnade bei,
Dass ich im Kreuz nicht zaghaft sei.

3. Hilf auch, dass ich meim Tun und Sachen
Mög mit Gebet den Anfang machen;
Schläget alsdann das Kreuz mit zu,
So lass mich haben Trost und Ruh.

4. Du wollst ja nicht fern von mir sein,
Wo ich ja wär im Kreuz allein;
Manch frommes Herz auch zu mir schick,
Welchs mir mein Herz mit Trost erquick.

5. Würd ich denn gleich im Kreuz ein Spott,
So zier mich herrlich in der Not;
Dein Geist mir Trost und Freud gewähr,
Damit ich komm durchs Kreuz zur Ehr.

Amen.

Behm, Martin – Du kennst uns allsamt, Jesu Christ

Im Ton: Vater unser im Himmelreich.

1. Du kennst uns allsamt, Jesu Christ,
Vor dir kein Ding verborgen ist,
Du weißt, was mit uns soll geschehn,
Obs übel oder wohl soll gehn;
Drum bitt ich dich: Halt mich in Acht,
Dass ich nicht werd in Not gebracht.

2. Vor grober Sünd mich treulich warn,
Dass ich nicht komm ins Teufels Garn;
Und weil die Welt sich ärgert sehr
An deinem Amt, Person und Lehr,
So hilf, dass mein Glaub sei gewiss,
Dass ich nicht fall in Ärgernis.

3. Hilf, dass ich nach der Schrift mich richt,
Die uns vorträgt das himmlisch Licht,
Dass, wenn Verfolgung sich erregt,
Und man dich, unsern Hirten schlägt,
Ich ja nicht von dir weich und lauf;
Doch so ich fiel, so hilf mir auf.

4. O Herr, du nimmst die Schwachen an,
Die ihr Vertrauen auf dich han,
Verwirfst all, die halsstarrig sind,
Kein Starker dir was abgewinnt.
Drum hilf, dass ich, in Demut frei,
Dein eigen jetzt und ewig sei.

Amen.

Behm, Martin – Eh Christus an sein Leiden ging

Im Ton: Das neugeborne Kindelein.

1. Eh Christus an sein Leiden ging,
Ein schönes Danklied er anfing,
Darin er Gott den Vater preist;
Dadurch uns all Gott danken heißt.

2. Drum, o mein Seel, von Christo lern,
Dass du dein Gott auch lobest gern,
Sing ihm ein schönen Lobgesang,
Und sag ihm für sein Wohltat Dank.

3. Herr Jesu, dein Geist stärk mein Seel,
Dass ich mich richt nach deim Befehl,
Dich nicht allein lob mit dem Mund;
Hilf, dass es geh von Hergensgrund.

4. Lass mich sein zu deim Lob bereit
Zur Morgens- und zur Abendzeit;
Verleih Gnad, dass ich nicht vergess
Des Dankens, wenn ich trink und ess.

5. Hilf, dass ich dir ein Danklied sing,
Wenn ich mein Gottesdienst verbring,
Wenn du mich durchs Wort unterweist
Und mit deim Leib und Blut mich speist.

6. Auch wenn ich hab verbracht mein Pflicht,
Und mir in Nöten Hilf geschicht,
Dazu mein Lauf vollendet frei:
So hilf, dass ich dir dankbar sei.

7. Herr, wenn ich herzlich dank und bet,
So steh mir bei und mich errett;
Stärk mich, und treib den Satan ab,
Dass ich mein Freud bein Engeln hab.

Amen.

Behm, Martin – Dein Lieb, Herr Christ, muss brünstig sein

Im Ton: Herr Jesu Christ, wahr Mensch und Gott.

1. Dein Lieb, Herr Christ, muss brünstig sein,
Dass du für uns trugst solche Pein
Und uns erwarbst das himmlisch Gut,
Welchs uns ewig erfreuen tut.

2. Solchs Gut schenkst du aus bloßer Gnad
Dem, der nach dir Verlangen hat;
Gibst dem durch Wort und Sakrament,
Der sich im Glauben zu dir wendt.

3. Dafür die Christenheit dich preist,
Dir nach Vermögen Dank beweist,
Welchs ich auch jetzt mit Freuden tu,
Weil ich durch dich hab ewig Ruh.

4. Ich bitt, dein guten Geist mir gib,
Dass ich bedenk dein herzlich Lieb,
Mich halt zum Wort und Sakrament,
Da dein groß Gut wird ausgespendt.

5. Zünd auch den Glauben in mir an,
Dass ich solch Gut ergreifen kann
Und glaub, dass du mich hast erlöst,
Und deiner Gnad mich herzlich tröst.

6. Hilf, dass ich auf mein Werk nicht bau,
Auf dein Verdienst allein vertrau,
Denn unsre Werk sind viel zu schlecht,
Dass ein Mensch würd dadurch gerecht.

7. Lass mich die Mittel nicht verschlagn,
Die mir erworbnes Gut antragn;
Denn wer die Mittel leicht veracht,
Der ist nicht auf sein Seel bedacht.

8. Gib mir ein starke Zuversicht,
An deiner Gnad zu zweifeln nicht,
Dass ich beständig an dir hang
Und dort das himmlisch Gut erlang.

Amen.

Behm, Martin – Gott Vater, reich von Güte

Gott Vater, reich von Güte,
Ich dank dir in meim Gemüte,
Weil du hast die Menschen alle
Nach dem schweren Sündenfalle
Gnädigst wieder angenommen,
Dein Sohn lassen zu uns kommen,
Der uns sollt von Sünden retten,
Dass wir ewig Frieden hätten.

2. Davon zeugten die Propheten,
Dass man ihn für uns sollt töten.
Die Figuren auf ihn weisten,
Dass er uns sollt Hilfe leisten.
Dazu hat er selbst gesaget,
Er sollt sein für uns geplaget,
Hasts auch offenbart den Heiden,
Dass dein Sohn den Tod sollt leiden.

3. Herr, dein Wort erhalt uns reine,
Weil es Christum weist alleine,
Das Verständnis uns auftue,
Dass wir in ihm finden Ruhe;
Wollst der Menschen Satzungn wehren
Und ausreuten falsche Lehren,
So auf Werk die Menschen weisen,
Nicht allein dein Gnade preisen.

4. Durch dein Geist das Herz entzünde,
uns durch Lieb mit dir verbinde,
Dass wir nach der Schrift uns richten
Und zu deinem Dienst verpflichten,
Dass wir mit den lieben Alten
Unverrückt im Glauben halten
Und mit ihn allsamt zugleiche
Bei dir sein im Himmelreiche.