Johann Rothe – Zeugnis für die Schrift.

Heilig, heilig soll uns bleiben,

Was uns Gott hat lassen schreiben

Von dem Rath zur Seligkeit!

Preis sei Ihm für diese Gabe!

Sie ist unsre beste Habe

In der Armuth dieser Zeit.

 

  1. Gottes Buch ist durchgedrungen

Durch so viele Lästerzungen,

Durch viel bittern Spott und Hohn.

Mancher Strom von Märt’rerblute

Floß im heiligen Glaubensmuthe

Für das Wort vom Menschensohn

 

  1. Unbezwingbar stand es feste,

Wenn, wie Wellen, es die größte

Wuth der Sünder rings umtobt.

Millionen Zungen haben

Seiner Wahrheit Gottesgaben

Durch ein siegreich End‘ erprobt.

 

  1. Der Bekenner große Scharen

Suchten treulich zu bewahren

Dieses Buch in Kreuz und Noth,

Drückten es in tausend Schmerzen

Preisend, liebend an die Herzen,

Und umfaßten es im Tod.

Johann Christian Wilhelm August Hopfensack – Du, heil’ges Buch, von Gott gegeben

Du, heil’ges Buch, von Gott gegeben,

Sollst meinem Herzen ewig theuer sein!

Hier ist der Weg zum wahren Leben,

Hier fließt der Gnadenquell mir ewig rein.

Von dir trennt nicht Verfolgung mich und Spott.

Vernimm’s, entzücktes Herz, hier redet Gott!

 

  1. Jahrtausende wie Tage schwanden,

Seitdem des Höchsten Ruf in dir erschallt,

Und was die Weisesten erfanden,

Ist spurlos meist im Zeitensturm verhallt;

Doch deine Kraft (denn Gott ist ewig treu),

Du altes Buch, bleibt jedem Herzen neu.

 

  1. Hier hat durch Moses Gott gesprochen.

Getröstet durch der heil’gen Seher Mund,

Und da wir sein Gesetz gebrochen,

Thut Jesus Christus uns Vergebung kund.

So bist an Mannichfaltigkeit du reich,

Und doch so einig, theures Buch, zugleich.

 

  1. Wie hat des finstern Reiches Toben

Dich, meines Gottes Wort so schwer bedroht!

Kein Schwert ward je für dich erhoben,

Kein Menschenarm vertrieb Gefahr und Noth.

Dein Schild war Gott, wenn dich die Welt bekriegt,

Und wehrlos hast du dennoch stets gesiegt.

 

  1. Es ist der ew’gen Weisheit Fülle,

Die mir aus deinen Segensworten spricht;

Doch eine menschlich zarte Hülle

Gewöhnet erst mein blödes Aug‘ an’s Licht.

Wie innig sagst du meinem Sehnen zu,

Wie menschlich zart, wie göttlich groß bist du!

 

  1. Was hat des Herren Wort vollendet,

Welch Reich gegründet für die Ewigkeit!

Es hat der Herzen Rath gewendet,

Verwandelt hat es mächtig Welt und Zeit;

So thatenreich bleibt’s unermüdet doch,

Und ruft zur Buß‘ und Gnade heute noch.

 

  1. Du Schatz, den mir kein Rost verzehret,

Den nicht Gewalt und List mir jemals raubt,

Sei von mir ewig hoch verehret!

Durch dich hab‘ ich an meinen Herrn geglaubt;

Durch dich erfuhr ich meine Sündenschuld,

Durch dich in Christo meines Gottes Huld.

Adolph Morahi – An deiner Rede will ich bleiben,

An deiner Rede will ich bleiben,

Du treuer Heiland Jesus Christ!

Und ob auch keiner d’ran verbliebe,

Ich weiß ja, was dein Wort mir ist;

Wie aus der Sünde tiefstem Jammer,

Wie aus des Todes finstrer Nacht,

Wie aus der Hölle Hast und Banden

Dein theures Wort mich frei gemacht.

 

  1. An deiner Rede will ich bleiben,

D’rauf läßt sich’s bauen felsenfest;

Ich weiß ja, daß von deinen Worten

Du kein’s zur Erde fallen läßt.

Eh‘ sollen Berg und Hügel weichen,

Eh‘ stürzt der ganze Weltkreis ein,

Eh‘ auch das Kleinste deiner Worte,

Herr Jesu, unerfüllt wird sein!

 

  1. An deiner Rede will ich bleiben,

Kein Wörtlein d’rin sei mir zu klein;

Das kleinste Wort aus deinem Munde

Muß größer als die Welt ja sein.

Du sprachst ein Wort und sie erstanden

Die Creaturen sonder Zahl;

Du sprichst ein Wort und Herzen schmelzen,

Die Härter sind, als Erz und Stahl.

 

  1. An deiner Rede will ich bleiben,

Wie Kindlein an der Eltern Mund;

Ach, laß an deinem Wort mich hangen

So fest noch in der letztem Stund‘

Und nimm dann mit dem Kuß des Friedens

Zu Dir dein theu’r erkauftes Kind,

Dahin, wo ohne Wort Dich schauen,

Die deine rechten Jünger sind.

Gerhardt, Paul – Weltskribenten und Poeten

  1. Weltskribenten und Poeten
    Haben ihren Glanz und Schein,
    Mögen auch zu lesen sein,
    Wenn wir leben außer Nöten;
    In dein Unglück, Kreuz und Übel
    Ist nichts Bessers als die Bibel,
  2. Cato deuchte sich zu stellen
    In der Angst mit Plato Buch,
    Aber Gottes Zorn und Fluch
    Drückt ihn gleichwohl bis zur Höllen;
    Sein verirrter blinder Sinn
    Ging und wußte nicht wohin.
  3. Was Homerus hat gesungen
    Und des Maro hoher Geist,
    Wird gerühmet und gepreist
    Und hat alle Welt durchdrungen;
    Aber wenn der Tod uns trifft,
    Was hilft da Homerus´ Schrift?
  4. Gottes Wort, das ists vor allen,
    So uns, wenn das Herz erschrickt,
    wie ein kühler Tau erquickt,
    Daß wir nicht zu Boden fallen.
    wenn die ganze Welt verzagt,
    steht und siegt, was Gott gesagt.
  5. Wenn die Scharen aller Teufel
    Sich empören und bemühn,
    Dich von Christo abzuziehn
    Und zu stürzen in den Zweifel,
    Und du spricht nur: So spricht Gott!
    Werden sie zu Schand und Spott.
  6. Darum liebt, ihr lieben Herzen,
    Gottes Schriften, die gewiß
    In der Herzensfinsternis
    Besser sind als alle Kerzen;
    Hier sind Strahlen, hier ist Licht,
    Das durch alles Herzleid bricht.
  7. Unser Schirmer wirds euch lehren,
    Wenn ihr, was sein heilger Fleiß
    Ihm zum Trost und Gott zum Preis
    Hier gesetzet, werdet, hören.
    Lobt das Werk und liebt den Mann,
    Der das gute Werk getan.

Gellert, Christian Fürchtegott – Soll dein verderbtes Herz zur Heiligung genesen,

Soll dein verderbtes Herz zur Heiligung genesen,
Christ, so versäume nicht, das Wort des Herrn zu lesen;
Bedenke, daß dies Wort das Heil der ganzen Welt,
Den Rat der Seligkeit, den Geist aus Gott enthält.

Merk auf, als ob dir Gott, dein Gott, gerufen hätte;
Merk auf, als ob er selbst zu dir vom Himmel redte!
So lies; mit Ehrfurcht lies, mit Lust und mit Vertraun,
Und mit dem frommen Ernst, in Gott dich zu erbaun.

Sprich fromm: O Gott! vor dem ich meine Hände falte,
Gib, daß ich dein Gebot für dein Wort ewig halte;
Und laß mich deinen Rat empfindungsvoll verstehn,
Die Wunder am Gesetz, am Wort vom Kreuze sehn!

Er, aller Wahrheit Gott, kann dich nicht irren lassen.
Lies, Christ, sein heilig Buch, lies oft; du wirst es fassen,
So viel dein Heil verlangt. Gott ist’s, der Weisheit gibt,
Wenn man sie redlich sucht und aus Gewissen liebt.

Lies, frei von Leidenschaft und ledig von Geschäften,
Und sammle deinen Geist mit allen seinen Kräften.
Der beste Teil des Tags, des Morgens Heiterkeit,
Und dann der Tag des Herrn, der sei der Schrift geweiht.

Rührt dich ein starker Spruch: so ruf ihn, dir zum Glücke,
Des Tags oft in dein Herz, im stillen oft, zurücke;
Empfinde seinen Geist, und stärke dich durch ihn
Zum wahren Edelmut, das Gute zu vollziehn.

Um tugendhaft zu sein, dazu sind wir auf Erden.
Tu, was die Schrift gebeut; dann wirst du inne werden,
Die Lehre sei von Gott, die dir verkündigt ist,
Und dann das Wort verstehn, dem du gehorsam bist.

Spricht sie geheimnisvoll: so laß dich dies nicht schrecken.
Ein endlicher Verstand kann Gott nie ganz entdecken;
Gott bleibt unendlich hoch. Wenn er sich dir erklärt:
So glaube, was er spricht, nicht was dein Witz begehrt.

Sich seines schwachen Lichts bei Gottes Licht nicht schämen,
Ist Ruhm; und die Vernunft alsdann gefangen nehmen,
Wenn Gott sich offenbart, ist der Geschöpfe Pflicht;
Und weise Demut ist’s, das glauben, was Gott spricht.

Drum laß dich, frommer Christ, durch keine Zweifel kränken.
Hier bist du Kind; doch dort wird Gott mehr Licht dir schenken.
Dort wächst mit deinem Glück dein Licht in Ewigkeit;
Dort ist die Zeit des Schauns, und hier des Glaubens Zeit.

Verehre stets die Schrift; und siehst du Dunkelheiten:
So laß dich deinen Freund, der mehr als du sieht, leiten.
Ein forschernder Verstand, der sich der Schrift geweiht,
Ein angefochtnes Herz, hebt manche Dunkelheit.

Halt fest an Gottes Wort; es ist dein Glück auf Erden,
Und wird, so wahr Gott ist, dein Glück im Himmel werden.
Verachte christlich groß des Bibelfeindes Spott;
Die Lehre, die er schmäht, bleibt doch das Wort aus Gott.

Gellert, Christian Fürchtegott – Gott ist mein Hort!

Gott ist mein Hort!
Und auf sein Wort
Soll meine Seele trauen.
Ich wandle hier,
Mein Gott, vor dir
Im Glauben, nicht im Schauen.

Dein Wort ist wahr;
Laß immerdar
Mich seine Kräfte schmecken.
Laß keinen Spott,
O Herr mein Gott,
Mich von dem Glauben schrecken!

Wo hätt ich Licht,
Wofern mich nicht
Dein Wort die Wahrheit lehrte?
Gott, ohne sie
Verstünd ich nie,
Wie ich dich würdig ehrte.

Dein Wort erklärt
Der Seele Wert,
Unsterblichkeit und Leben.
Zur Ewigkeit
Ist diese Zeit
Von dir mir übergeben.

Dein ewger Rat,
Die Missetat
Der Sünder zu versühnen;
Den kennt ich nicht,
Wär mir dies Licht
Nicht durch dein Wort erschienen.

Nun darf mein Herz
In Reu und Schmerz
Der Sünden nicht verzagen;
Nein du verzeihst,
Lehrst meinen Geist
Ein gläubig Abba sagen.

Mich zu erneun,
Mich dir zu weihn,
Ist meines Heils Geschäfte.
Durch meine Müh
Vermag ich’s nie;
Dein Wort gibt mir die Kräfte.

Herr, unser Hort,
Laß uns dies Wort!
Denn du hast’s uns gegeben.
Es sei mein Teil,
Es sei mir Heil,
Und Kraft zum ewgen Leben!

Alber, Erasmus – Ein preißlied göttlichs worts, durch Exempel der schrifft

FRewt euch, frewt euch in diser zeyt,
jr werden Christen alle!
Wann yetz in allen landen weyt
Gots wort her dringt mit schalle.
Es ist kein man, ders weren kan,
das habt jr wol vernummen,
Dann Gottes wort bleybt ewig stan
den bösen als den frummen.

Adam, Adam, du alter greyß,
wie hat es dir ergangen?
Nach deynem fall im Paradeyß
hast du von Gott empfangen
Sein Götlich wort genummen an,
vnd bist dardurch erhalten,
Dann Gottes wort bleybt ewig stan
den jungen als den alten.

Noe, Noe, du Gottes man!
Got hat dich außerkoren,
Das du seyn wort hast genummen an,
hat er zu dir geschworen:
Mit wasser nit ertrincken lan,
wolt von seim zorn abweichen,
Dann Gottes wort bleybt ewig stan
den armen als den reichen.

Abraham, Abraham gab gut bescheyd:
er glaubet Got, seim Herren,
Das ward jm zelt zur gerechtigkeyt,
seyn samen wolt er meren.
Also hat Gott den allen than,
die seinem wort vertrawen,
Dann Gottes wort bleybt ewig stan
den, die darauff thund bawen.

Loth, Loth, ein frumm Gotförchtig man,
Got thet jm zwen Engel senden,
Hieß jn auß Sodom zihen than
vnd solt sich nicht vmbwenden:
Alsbald hub Gott zu regnen an
mit schwefel vnd mit feüre,
Dann Gottes wort bleybt ewig stan,
kumbt vns allen zu steüre.

Dauid, Dauid, ein küng vnd herr,
ein man nach Gottes willen,
Hat angenummen Gottes leer,
darumb seyn wort erfüllet:
Auß seinem stamm Got globet an,
wolt er geboren werden,
Dann Gottes wort bleybt ewig stan
im himel vnd auff erden.

Jesus Christus, Marie son,
vom heyligen geyst empfangen,
Was all Propheten gsaget hon,
ist als an jm ergangen:
Das hat Got als durch jn gethan,
vnd spricht: den solt jr hören,
Dann Gottes wort bleybt ewig stan,
den sol wir loben vnd ehren.

Nun hört, nun hört vnd mercket mit fleyß,
was vns fürter beschriben
Im Testament auff newe weiß,
darinn sie thun verleiben,
Was vormals ye gesaget ward
von Christo vnserm herren:
Dann Gottes wort bleybt ewig stan
vnd wirt sich allzeyt meren.

Mattheus Leui Euangelist,
ein man von Zoll beruffen.
Der erste Cantzler worden ist,
lernet allein zu suchen
Disen Heilandt, der selber spricht:
kumpt, jr betrübten alle!
Dann Gottes wort bleybt ewig stan
mit pracht vnd grossem schalle.

Marcus, Marcus der ander ist,
der auch reichlich außpreytet
Mirackel groß von disem Christ,
damit er hat geleytet
Zum glauben bracht, das der allein
gerecht vnd frumm thut machen,
Dann Gottes wort bleybt ewig stan,
sie waynen oder lachen.

Lucas auch in die ordnung tritt,
groß wunderthatt vns zeyget,
Zu schreiben auß ist er der drit,
wie hoch vns Gott sey geneyget,
Das er vns schickt vom hymel herab,
seyn Son freundtlich lest locken,
Dann Gottes wort bleibt ewig stan,
wer das nicht glaubt, muß pocken.

Johannes, Johannes, der Jüngling schon,
ist auch der vierdte worden,
Das Wort er fürt in gleichem thon,
lert vns den Christen orden
Mit glaub vnd lieb beweysen recht
vnd sunst anders nicht suchen,
Dann Gottes wort bleybt ewig stan,
es hilfft kein scharrn noch puchen.

Saulus, Paulus, erweltes faß,
ist erst der rechte keren,
Der uns erregt den neid vnd haß,
daruon so zornig werden
Die welt vnd jr groß hoffgesind,
die also toben und wüten:
Dann Gottes wort bleybt ewig stan,
vor den wird ers behüten.

O Paul, O Paul, was richstu an
mit deinem theüren schreiben?
Menschlich vernunfft hoch fichtest an,
wilt jre werck vertreiben,
Allein den glauben richten auff,
der sols alles außrichten,
Dann Gottes wort bleybt ewig stan,
wie wol sie es vernichten.

Petrus, Judas vnd Jacobus
folgen auch diser lere,
Das sie vns lernen rew vnd buß
durch Christum, vnsern Herren,
Auff den sie all vns weysen thon:
on jn wirt nit geholffen!
Dann Gottes wort bleybt ewig stan,
vor Löwen, Beren vnd Wolffen.

Ach mensch, ach mensch, nu schick dich drein,
laß deinen dunckel faren
Vnd glaub der schrifft vnd worten fein,
damit du mögst bewaren
Dein gwissen vnd auch all dein thon
trewlich darauff verlassen:
Dann Gottes wort bleybt ewig stan,
zeygt vns den weg vnd strassen.

O Jhesu Christ, du Gottes son,
laß vns nit von dir weychen!
Das vns nit werd ein böser lon,
so menschen leer her streychen
Mit schöner gstalt vnd wüterichs gwalt,
zu tilgen deynen namen;
Dann Gottes wort bleybt ewig stan
von nun vnd ewig, Amen.

Lobt Gott, lobt Got in eynigkeyt,
jr Christen all gemeyne;
Das er seyn wort hatt außgepreyt,
das ist seyn werck alleyne.
Keins menschen wan nicht helffen kan,
wie hoch er sey mit namen,
Dann Gottes wort bleybt ewig stan.
Nun singen wir frölich Amen!

Quelle: Quellangabe Glaubensstimme

Salzburgerlied – Danklied

GOTT Lob! wir sind nun an dem Orth/
Wo man das lautre GOTTES-Wort
Kan hören/ lesen und verstehn/
Um recht auf ebner Bahn zu gehn.

Die Bibel/ ach/ der beste Theil!
Entdecket unsrer Seelen Heil/
Daß JESUS es alleine sey/
Der uns erzeigt die gröste Treu.

GOTT Lob und Danck! die Bibel ist
Darinnen sich ein jeder Christ
Erquicken kan in aller Noth/
Und auch nicht förchten darff den Tod.

GOtt Lob und Danck! die Bibel bleibt
Das edlest Buch/ weil GOtt es schreibt/
Und nicht nur aufs Papier allein/
Auch durch den Geist ins Herz hinein.

Die Bibel ist ein solches Buch/
Daß man darinnen fleissig such:
Es ist ein Buch das nicht betreugt/
Weil JESUS selbsten es bezeugt.

Das herrlich Bibel-Buch allein
Ist unter allen Büchern rein/
Weil es aus reiner Quell entspringt/
Und tieff in unsre Hertzen dringt.

Aus diesem Buch erlernet man/
Was unsern Abfall hindern kan;
Es wird darinnen hell und klar
Der Wille GOtttes offenbar.

Auc wie uns GOTT so hertzlich liebt/
Daß Er sein Ein’gen Sohn hingit,
Dann wer recht glaubet in der That/
Vorspruch zum ew’gen Leben hat.

Das Wort der Schrifft ist uns ein Schatz/
Der nur im Hertzen findet Platz;
So lang es nur im Hirn noch steckt
Der Seel es keinen Muth erweckt.

Ein Leit-Stern ists/ der uns regiert/
Und graden Wegs zu Christo führt;
Unsträflich kommt man an den Port
Wann man sich richtet nach dem Wort.

Es ist ein heller Morgen-Stern/
Der uns erleuchtet in dem HERRN/
Biß uns der helle Tag anbricht/
Da dann erscheint das volle Licht.

Es ist die allerbeste Cur/
Die uns mittheilt Göttlich Natur/
Wenn man verläßt die Lust der Welt/
Und sich allein zu CHristo hält.

Dann wer in diesem Weinstock bleibt/
Deß Reben gute Früchte treibt;
Und wird gereinigt mehr und mehr
Wann man nur folget Christi Lehr.

Denn daselbst will er kehren ein/
Das Hertz soll seine Wohnung seyn/
Sammt Vatter und dem Heil’gen Geist.
Wie durch Johannem ers verheißt.

GOTT Lob und Danck! wir leben noch/
Und tragen JESU sanfftes Joch:
Ein LAst/ so hier der Seel gibt Ruh/
Und dort den Himmel noch darzu.

Wol-meynende Erinnerung an alle Evangelische Christen/ (welche noch niemahlen Verfolgung betroffen)/ im Glauben beständig zu seyn/ nach dem Exempel der Saltzburgischen Emigranten.
Anno 1732

Hubert, Konrad – O Gott, du höchster Gnadenhort

1. O Gott, du höchster Gnadenhort,
verleih, daß uns dein göttlich Wort
von Ohren so zu Herzen dring,
daß es sein Kraft und Schein vollbring.

2. Der einig Glaub ist diese Kraft,
der fest an Jesus Christus haft‘;
die Werk der Lieb sind dieser Schein,
dadurch wir Christi Jünger sein.

3. Verschaff bei uns auch, lieber Herr,
daß wir durch deinen Geist je mehr
in dein’r Erkenntnis nehmen zu
und endlich bei dir finden Ruh.

Krummacher, Friedrich Wilhelm – Jesus ist der Kern der Schrift

Jesus ist der Kern der Schrift,
Weil auf Ihn zusammentrifft,
Was vom alt‘ und neuen Bund
Je in Gottes Buch ward kund.

Moses, der vom Anfang schrieb,
Zeugt von Ihm aus Gottes Trieb;
Der Propheten ganzer Chor
Singt uns diesen König vor.

Davids süßer Harfenton
Klingt von Seinem Herrn und Sohn.
Auch der Tempel war Sein Bild,
Den die Herrlichkeit erfüllt.

Die Gesandten, die Er gab,
Legten nur dieß Zeugniß ab:
„Jesus Christus, Gottes Sohn,
An dem Kreuz und auf dem Thron!“

Gott sei Dank für dieß Sein Buch!
Außer diesem trifft der Fluch
In der Qual bereut man dort
Die Verschuldung an dem Wort.

Jesu, schreibe Dich allein
Durch Dein Wort dem Herzen ein,
Bis wir Dich von Angesicht
Schaue, ohne Schrift, im Licht.

Schaff – Deutsches Gesangbuch