Rinkart, Martin – Gott setzt‘ und pflanzte mich

1. Gott setzt‘ und pflanzte mich
Im Lenzen meiner Jugend
Ins Kirchen Paradies
Zum Palmen-Baum der Tugend,
Und gab mir Saft und Kraft
Den ganzen Sommer lang,
Bis ich ward hoch und stark;
Ihm sei Lob, Ehr und Dank.

2. Der Sommer lief dahin:
Nach ihm kam auch gegangen
Der edle Trauben-Mann,
Gott wartet mit Verlangen
Auf mein unreife Frucht
Den ganzen Herbest lang,
Begeußt auch selber noch:
Ihm sei Lob, Ehr und Dank.

3. Der Winter ist nicht weit,
O Jesu, edler Reben,
Dem ich gepfropfet ein,
Wo du nicht Kraft wirst geben
Zur späten Winter-Frucht,
So wird es allzulang.
Du weißt was zeitig ist;
Dir sei Lob, Ehr und Dank.

Rinkart, Martin – Dir sei Lob, Ehr und Preis

1. Dir sei Lob, Ehr und Preis,
Du treuer Menschen-Hüter.
Du Heil- und Tröste-Gast
Der furchtsamen Gemüter.
Willkommen in mein Herz
Zu tausend, tausend Mal
Dort will ich danken dir
Im Himmels-Freuden-Saal.

2. Dir sei Lob, Ehr und Preis,
Du treuer Menschen-Pfleger,
Für deine Hut und Wacht
Und Engelisch Heer-Läger,
Und alles was du mit
Gebracht von Schätzen mir.
Nun bin ich Sorgen-frei,
Nun bin ich reich in dir.

3. Dir sei Lob, Ehr und Preis,
Du treuer Menschen-Schützer:
Sei und bleib ewiglich
Mein Haus- und Herzbesitzer:
So bin ich frank und frei
Für Sorgen, Angst und Not:
Nun schaffen nichts an mir
Sünd, Teufel, Höll und Tod.

Rinkart, Martin – Dir, Jesu, sag ich Dank

1. Dir, Jesu, sag ich Dank,
Ob mich die Welt gleich quälet,
Daß du mich vor der Welt,
Und von der Welt erwählet.
Sie hasset feindlich mich,
Es ist ihr alter Brauch,
Hat sie von Anbeginn
Dich doch gehasset auch.

2. Laß mich, Herr Jesu, nur
Ihr nimmermehr vertrauen,
Auf ihren Heuchel-Grund
Und Schmink-betrug nicht bauen:
Ein Steuer-loses Schiff,
Ein Boden-loses Feld,
Ein Regen-loser Wind,
Was ist das? es ist Welt.

3. Erhalt, Herr Jesu, mich,
Du Fürst der Herz-Gedanken,
Und laß mich nimmermehr
Von dieser Meinung wanken:
Welt ist und bleibet Welt:
Ich hasse sie; sie mich:
Du bist und bleibest treu;
Du liebest mich; ich dich.

Claudius, Matthias – Täglich zu singen

Ich danke Gott und freue mich
Wie’s Kind zur Weihnachtsgabe,
Daß ich bin, bin! Und daß ich dich,
Schön menschlich Antlitz! habe;

Daß ich die Sonne, Berg und Meer,
Und Laub und Gras kann sehen
Und abends unterm Sternenheer
Und lieben Monde gehen.

Und daß mir denn zu Mute ist,
Als wenn wir Kinder kamen
Und sahen, was der heil’ge Christ
Bescheret hatte, Amen!

Ich danke Gott mit Saitenspiel,
Daß ich kein König worden;
Ich wär‘ geschmeichelt worden viel
Und wär‘ vielleicht verdorben.

Auch bet‘ ich ihn von Herzen an,
Daß ich auf dieser Erde
Nicht bin ein großer, reicher Mann
Und auch wohl keiner werde.

Denn Ehr‘ und Reichtum treibt und bläht,
Hat mancherlei Gefahren,
Und vielen hat’s das Herz verdreht,
Die weiland wacker waren.

Und all das Geld und all das Gut
Gewährt zwar viele Sachen,
Gesundheit, Schlaf und guten Mut
Kann’s aber doch nicht machen.

Und die sind doch, bei Ja und Nein!
Ein rechter Lohn und Segen!
Drum will ich mich nicht groß kastein
Des vielen Geldes wegen.

Gott gebe mir nur jeden Tag.
So viel ich darf zum Leben,
Er gibt’s dem Sperling auf dem Dach;
Wie sollt‘ er’s mir nicht geben!

 

(erweitert am 16.08.2020, zunächst am 12.12.2017)

Gerhardt, Paul – Ich danke dir mit Freuden

  1. Ich danke dir mit Freuden,
    Mein König und mein Heil,
    Daß du manch schweres Leiden,
    So mir zu meinem Teil
    Oft häufig zugedrungen,
    Durch deine Wunderhand
    Gewaltig hast bezwungen
    Und von mir abgewandt.
  2. Du hast in harten Zeiten
    Mir diese Gnad erteilt,
    Daß meiner Feinde Streiten
    Mein Leben nicht erteilt,
    Wenn sie an hohen Orten
    Mich, der ichs nicht gedacht,
    Mit bösen falschen Worten
    Sehr übel angebracht.
  3. Wenn sie wie wilde Leuen
    Die Zungen ausgestreckt
    Und mich mit ihrem Schreien
    Bis auf den Tod erschreckt,
    So hat denn dein Erbarmen,
    Das alles lindern kann,
    Gewaltet und mir Armen
    Den treusten Dienst getan.
  4. Sie haben oft zusammen
    Sich wider mich gelegt
    Und wie die Feuerflammen
    Gefahr und Brand erregt:
    Da hab ich denn gesessen
    Und Blut vor Angst geschwitzt,
    Als ob du mein vergessen,
    Und hast mich doch geschützt.
  5. Du hast mich aus dem Brande
    Und aus dem Feur gerückt,
    Und wenn der Höllen Bande
    Mich um und um bestrickt,
    So hast du auf mein Bitten
    Dich, Herr, zu mir gesellt
    Und aus des Unglücks Mitten
    Mich frei ins Feld gestellt.
  6. Den Kläffer, der mit Lügen
    Gleich als mit Waffen kämpft
    Und nichts kann als betrügen,
    Den hast du oft gedämpft;
    Wenn er, gleich einem Drachen,
    Das Maul hoch aufgezerrt,
    So hast du ihm den Rachen
    Durch deine Kraft gesperrt.
  7. Ich war nah am Verderben,
    Du nahmst mich in den Schoß;
    Es kam mit mir zum Sterben,
    Du aber sprachst mich los
    Und hieltest mich beim Leben
    Und gabst mir Rat und Tat,
    Die sanft kein Mensch zu geben
    In seinen Mächten hat.
  8. Es war in allen Landen,
    So weit die Wolken gehn,
    Kein einzger Freund vorhanden,
    Der bei mir wollte stehn:
    Da dacht ich an die Güte,
    Die du, Herr, täglich tust,
    Und hub Herz und Gemüte
    Zur Höhe, da du ruhst.
  9. Ich rief mit vollem Munde,
    Du nahmest alles an
    Uns halfst recht aus dem Grunde
    So, daß ichs nimmer kann
    Nach Würden gnugsam loben:
    Doch will ich Tag und Nacht
    Dich in dem Himmel droben
    Zu preisen sein bedacht.

Gerhardt, Paul – Wach auf, mein Herz, und singe

  1. Wach auf, mein Herz, und singe
    dem Schöpfer aller Dinge,
    dem Geber aller Güter,
    dem frommen Menschenhüter.
  2. Heut, als die dunklen Schatten
    mich ganz umgeben hatten,
    hat Satan mein begehret;
    Gott aber hat’s gewehret.
  3. Ja, Vater, als er suchte,
    daß er mich fressen möchte,
    war ich in deinem Schoße,
    dein Flügel mich beschlosse.
  4. Du sprachst: Mein Kind, nun liege,
    trotz dem, der dich betrüge;
    schlaf wohl, laß dir nicht grauen,
    du sollst die Sonne schauen.
  5. Dein Wort, das ist geschehen:
    Ich kann das Licht noch sehen,
    von Not bin ich befreiet,
    dein Schutz hat mich erneuet.
  6. Du willst ein Opfer haben,
    hier bring ich meine Gaben:
    mein Weihrauch und mein Widder
    sind mein Gebet und Lieder.
  7. Die wirst du nicht verschmähen;
    du kannst ins Herze sehen;
    denn du weißt, daß zur Gabe
    ich ja nichts Bessers habe.
  8. So wollst du nun vollenden
    dein Werk an mir und senden,
    der mich an diesem Tage
    auf seinen Händen trage.
  9. Sprich Ja zu meinen Taten,
    hilf selbst das Beste raten;
    den Anfang, Mitt und Ende,
    ach Herr, zum besten wende.
  10. Mich segne, mich behüte,
    mein Herz sei deine Hütte,
    dein Wort sei meine Speise,
    bis ich gen Himmel reise.

Johann Scheffler – Ich danke dir für deinen Tod

1. Ich danke dir für deinen Tod,
Herr Jesu, und die Schmerzen,
Die du in deiner letzten Not
Empfandst in deinem Herzen.
Laß die Verdienste solcher Pein
Ein Labsal meiner Seelen sein,
Wenn mir die Augen brechen.

2. Ich danke dir für deine Huld,
Die du mir hast erzeiget,
Da du mit Zahlung meiner Schuld
Dein Haupt zu mir geneiget;
Ach neig dich auch zu mir,
Mein Gott, wenn ich gerat in Todesnot,
Auf daß ich Gnade spüre.

3. Laß meine Seel in deiner Gunst
Aus ihrem Leibe scheiden,
Auf daß an mir nicht sei umsonst
Dein teuerwertes Leiden.
Nimm sie hinauf zur selben Frist,
Wo du, ihr liebster Jesus, bist,
Und laß mich ewig leben.

Quelle: Hymns of the 1912 Lutheran Hymnal for Church, School and Home Evangelical Lutheran Synod of Wisconsin and other States

Johann Scheffler – Tritt her, o Seel, und dank dem Herrn

1) Tritt her, o Seel, und dank dem Herrn
Für seine tausend Gaben,
Mit denen er dich frei und gern
Geziert hat und erhaben.

2) Er hat aus nichts dich hergebracht,
Wies seiner Huld gefallen,
Zu seinem Bilde dich gemacht,
Dich ausgeschmückt vor allen.

3) Für dich hat er die ganze Welt
Erschaffen und erbauet,
Für dich ist sie so wohl bestellt
Und, was man drinnen schauet.

4) Er gibt den eignen Sohn für dich,
Er liebt dich wie sein Leben
Und will sich endlich ewiglich
Dir schenken und ergeben.

5) Er hat gar seines Herzens Blut
Für deine Schuld vergossen
Uns dich von Banden und der Glut
Der Höllen losgeschlossen.

6) Drauf hat er dich zum Kind und Sohn
Als Vater angenommen
Und will, daß du auf seinen Thron
Sollst ewger Erbe kommen.

7) Drum dank, o Seele, dank dem Herrn
Für seine tausend Gaben,
Mit denen er dich frei und gern
Geziert hat und erhaben.

Quelle: Hymns of the 1912 Lutheran Hymnal for Church, School and Home Evangelical Lutheran Synod of Wisconsin and other States

Gellert, Christian Fürchtegott – Du klagst, und fühlest die Beschwerden

Du klagst, und fühlest die Beschwerden
Des Stands, in dem du dürftig lebst;
Du strebest, glücklicher zu werden,
Und siehst, daß du vergebens strebst.

Ja, klage! Gott erlaubt die Zähren;
Doch denk im Klagen auch zurück.
Ist denn das Glück, das wir begehren,
Für uns auch stets ein wahres Glück?

Nie schenkt der Stand, nie schenken Güter
Dem Menschen die Zufriedenheit.
Die wahre Ruhe der Gemüter
Ist Tugend und Genügsamkeit.

Genieße, was dir Gott beschieden,
Entbehre gern, was du nicht hast.
Ein jeder Stand hat seinen Frieden,
Ein jeder Stand auch seine Last.

Gott ist der Herr, und seinen Segen
Verteilt er stets mit weiser Hand;
Nicht so, wie wir’s zu wünschen pflegen,
Doch so, wie er’s uns heilsam fand.

Willst du zu denken dich erkühnen,
Daß seine Liebe dich vergißt?
Er gibt uns mehr, als wir verdienen,
Und niemals, was uns schädlich ist.

Verzehre nicht des Lebens Kräfte
In träger Unzufriedenheit;
Besorge deines Stands Geschäfte,
Und nütze deine Lebenszeit.

Bei Pflicht und Fleiß sich Gott ergeben,
Ein ewig Glück in Hoffnung sehn,
Dies ist der Weg zu Ruh und Leben.
Herr, lehre diesen Weg mich gehn!

Gellert, Christian Fürchtegott – Du bist’s, dem Ruhm und Ehre gebühret;

Du bist’s, dem Ruhm und Ehre gebühret;
Und Ruhm und Ehre bring ich dir.
Du, Herr, hast stets mein Schicksal regieret,
Und deine Hand war über mir.

Wenn Not zu meiner Hütte sich nahte:
So hörte Gott, der Herr, mein Flehn,
Und ließ, nach seinem gnädigen Rate,
Mich nicht in meiner Not vergehn.

Ich sank in Schmerz und Krankheit danieder,
Und rief: O Herr, errette mich!
Da half mir Gott, der Mächtige, wieder,
Und mein Gebein erfreute sich.

Wenn mich der Haß des Feindes betrübte:
Klagt ich Gott kindlich meinen Schmerz.
Er half, daß ich nicht Rache verübte,
Und stärkte durch Geduld mein Herz.

Wenn ich, verirrt vom richtigen Pfade,
Mit Sünde mich umfangen sah:
Rief ich zu ihm, dem Vater der Gnade;
Und seine Gnade war mir nah.

Um Trost war meiner Seele so bange;
Denn Gott verbarg sein Angesicht.
Ich rief zu ihm: Ach Herr, wie so lange?
Und Gott verließ den Schwachen nicht.

Er half, und wird mich ferner erlösen,
Er hilft; der Herr ist fromm und gut.
Er hilft aus der Versuchung zum Bösen,
Und gibt mir zu der Tugend Mut.

Dir dank ich für die Prüfung der Leiden,
Die du mir liebreich zugeschickt.
Dir dank ich für die häufigern Freuden,
Womit mich deine Hand beglückt.

Dir dank ich für die Güter der Erden,
Für die Geschenke deiner Treu.
Dir dank ich; denn du hießest sie werden,
Und deine Güt ist täglich neu.

Dir dank ich für das Wunder der Güte:
Selbst deinen Sohn gabst du für mich.
Von ganzer Seel und ganzem Gemüte,
Von allen Kräften preis ich dich.

Erhebt ihn ewig, göttliche Werke!
Die Erd ist voll der Huld des Herrn.
Sein, sein ist Ruhm und Weisheit und Stärke;
Er hilft und er errettet gern.

Er hilft. Des Abends währet die Klage,
Des Morgens die Zufriedenheit.
Nach einer Prüfung weniger Tage
Erhebt er uns zur Seligkeit.

Vergiß nicht deines Gottes, o Seele!
Vergiß nicht, was er dir getan.
Verehr und halte seine Befehle,
Und bet ihn durch Gehorsam an!