Johann Christoph Fröbing – Herr! vor dem die Engel knieen

1. Herr! vor dem die Engel knieen
Und in sel’ger Andacht glühen;
Herr, dem Sonne, Mond und Sterne
Willig dienen nah und ferne;
Herr von unzählbaren Reichen,
Großer König ohne gleichen:
Du vergönnst auch mir zu beten,
Kindlich vor dich hinzutreten.

2. Alles darf ich dir bekennen,
Darf im Sohn dich Vater nennen,
Und du blickst, wie Väter pflegen,
Mir voll Lieb‘ und Huld entgegen;
Hörst, was ich von dir begehre,
Trocknest meines Jammers Zähre,
Gibst mir, noch vor meinem Flehen,
Über Bitten und Verstehen.

3. O so höre, Vater, höre,
Was ich demutvoll begehre:
Lass mich inniglich entbrennen,
Dich zu suchen, zu erkennen,
Daß mich, wo ich bin und lebe,
Deine Herrlichkeit umschwebe,
Und ich dich in Freud‘ und Schmerzen
Immer trag‘ in meinem Herzen!

4. Er, der für uns wollte sterben
Zur Erlösung vom Verderben,
Jesus, bleibe meine Freude,
Dass ich nie von ihm mich scheide.
Mag der Weltsinn auch das Sehnen
Meines Herzens stolz verhöhnen:
Halt mich fest in diesem Glauben,
Lass mir nichts dies Kleinod rauben.

5. Deinen Geist, der Schwachen Führer,
Gib auch mir, Gott, zum Regierer,
Dass ich keinen Pfad erwähle,
Drauf ich meines Ziels verfehle;
Daß ich treu nach Wahrheit ringe,
Jede Sündenlust bezwinge,
Christlich froh sei, christlich leide,
Christlich fromm auch einst abscheide.

6. Willst du, Herr, zum Geistesleben
Auch noch Erdengut mir geben:
Gib Gesundheit, Mut und Kräfte,
Segen zum Berufsgeschäfte,
Dass ich, Dürstige zu laben,
Immer mög‘ ein Scherflein haben,
Und dass Liebe, Fried‘ und Treue
Mich bei deinem Volk erfreue.

Joachim Lange – Herr, wann wirst du Zion bauen,

Herr, wann wirst du Zion bauen,
Zion, die geliebte Stadt,
Die sich dir ergeben hat?
Ach, soll sie nicht einmal schauen
Ihre Mauern aufgericht’t?
Ja, der Herr verlässt sie nicht!

2. O wann wird die Stimm‘ erschallen,
Da man rufet überall
In der Auserwählten Zahl:
Babel, Babel ist gefallen,
Die mit ihrer stolzen Pracht
Alle Welt zum Fall gebracht!

3. Höre, wie dein Zion klaget
Unter Babels Dienstbarkeit,
Jetzt in dieser finstern Zeit!
Doch, du wirst den, der sie plaget,
Stürzen bald durch deine Macht,
Und vertilgen Babels Pracht.

4. Drücke uns dein heil’ges Siegel
An die Stirne, an die Hand,
Dir zu Ehren, uns zum Pfand,
Dass wir uns durch Glaubensflügel
Können schwingen himmelan,
Da uns niemand schaden kann.

5. Zeichne mit dem heil’gen Zeichen
Uns, dein Volk, dein Eigentum,
Treuer Jesu, höchster Ruhm!
So muß Satan von uns weichen,
Und der Mensch der Sünde flieht,
Wo er deine Siegel sieht.

6. O wie wird dein Volk dich ehren,
Wann es nun entrissen ist
Babels Stolz, des Tieres List!
Deinen Ruhm wird es vermehren,
Und in alle Ewigkeit
Dich zu loben sein bereit.

7. Zion, sei denn unbetrübet!
Die Erquickungszeit ist da,
Und des Herren Hilf ist nah‘.
Selig, der sich ihm ergibet,
Und vor seinem Heiland kann
Siegeslieder stimmen an!

Gerhard Tersteegen – Von dem gebenedeieten Namen JEsu.

Von dem gebenedeieten Namen JEsu.

1.

JEsus-Nam, du höchster Name,
Dem sich Erd und Himmel beugt;
Der aus GOttes Herzen kame,
Und in GOttes Herz uns zeucht;
Ich ersink in Demut hier,
Innigst beug ich meine Knie;
Ich will mit der Engel Chören
Diesen großen Namen ehren.

2.

JEsus-Nam, du Lebensbrunne,
Lieblich kühlend Wässerlein;
Aus der Angst wird Freud und Wonne,
Wann du fleuß’st ins Herz hinein:
Ach eröffne dich im Grund
Und durchfleuß mich alle Stund:
Dass die dürre Herzenserde
Recht erquickt und fruchtbar werde.

3.

JEsus-Nam, du sanftes Öle,
Liebesbalsam voller Kraft;
Ohne dich bleibt meine Seele
Stets in GOttes Zorn verhaft:
Außer dir ist Angst und Not,
Furcht und Zweifel, Fluch und Tod;
Wer in dir, o Liebe, wohnet,
Bleibt vor allem Zorn verschonet.

4.

JEsus-Nam, mich ganz durchsüße,
Mach mein krankes Herz gesund:
Sanfte Liebe, komm, durchfließe
Meine Kräfte, meinen Grund,
Dass ich sanft, gelassen, klein
Und geschmeidig möge sein;
Dass man mög‘ aus meinem Wesen
Deine süße Liebe lesen.

6.

JEsus-Nam, du liebster Name,
Himmels-Manna, Seelenbrot,
Speise, die vom Himmel kame,
Schau, ich leide Hungersnot:
In dich liebster Nam allein
Kehr ich die Begierden ein;
Gib dich mir, du Gnadenfülle,
Meinen tiefen Hunger stille.

6.

JEsus-Nam, du Kraft der Schwachen,
Meiner Seelen Aufenthalt;
Alle Höllenpforten krachen,
Wann der Nam im Herzen schallt:
O du sichres Schloß der Ruh,
Nimm mich ein und deck mich zu;
Da kann mich kein Feind mehr finden,
Da muß alle Furcht verschwinden.

7.

JEsus-Nam, du Perl der Seelen,
O wie köstlich bist du mir!
Dich will ich zum Schatz erwählen;
Was ich wünsch, ist ganz in dir,
Gnade, Kraft und Heiligkeit,
Leben, Ruh und Seligkeit:
Dieser Name, dieser neue
Ewig meine Seel erfreue.

8.

JEsus will die Sünd‘ vergeben:
JEsus macht von Sünden rein;
JEsus gibt das ew’ge Leben;
JEsus will nur JEsus sein:
du schönes JEsus- Wort!
JEsu, laß mich hier und dort,
Mit gebücktem Geist den Namen
Ewiglich anbeten, Amen.

Nikolaus Freiherr von Zinzendorf – Wer den Herren Jesum

Wer den Herren Jesum
Nicht recht innig liebet,
Und doch zu verstehen giebet,
Dass er’s Kreuz erwählet,
Und ein Christe heißet,
Und mit guten Werken gleißet:
Solcher Mann
Ist im Bann,
Und hat Fluch und Wehe
Ordentlich zur Ehe.

2. Wer den Heiland liebet,
und für’s Haupt erkennet,
Und sich Glied am Leibe nennet,
Und will sich entziehen,
Wenn das Haupt sich reget,
Und den Leib ihm nach beweget:
Der verdirbt
Und er stirbt,
Wie die dürren Blätter
Bei dem rauhen Wetter.

3. Sollen und nicht wollen,
Das ist eine Schande
In dem ew’gen Vaterlande.
Will man ehrlich bleiben,
Und vor Gottes Herden
Nicht ein böser Bube werden,
Muss man sich
Lediglich
Dem zum Knecht ergeben,
Dem sie Alle leben.

4. Spricht ein Ton zum Töpfer:
Was willst du für Sachen
Aus mir oder mit mir machen?
So verwirrt ist eines,
Das sich nicht geschaffen,
Und doch will in’s Weite gaffen,
Oder nur
Von der Spur,
Die zum Ziel soll führen,
Nebenaus spazieren.

5. Darum war der Juden
Heilige Regierung
Und noch so beglückte Führung
Nur ein prächtig’s Elend,
Ein gelehrter Jammer
Und geschmückte Marterkammer,
Weil man da
Doch nichts sah,
Als ein ewigs Sollen
Ohne Kraft und Wollen.

6. Aber unsre Schule
Bei dem liebsten Meister
Ist ein Glück für edle Geister.
Was er uns befiehlet,
Das sind lauter Sachen,
Die man gerne wollte machen,
Und die man
Machen kann.
Drum ist nichts so heiter,
Als ein Jesus-Streiter.

7. Wir sind keine Sklaven,
Sondern freie Diener
Von dem blutigen Versühner,
Der uns zwingen könnte,
Und nicht will vor Liebe,
Sondern fordert Herzenstriebe.
Aber dies
Ist gewiß:
Seiner Liebe Dringen
Kann am besten zwingen.

8. Geht dann wohlgemut,
Wollt und könnt in Allem,
Was dem Lamme wird gefallen,
Und zu allem Andern
Seid durchaus nicht tüchtig;
Haltet eure Gnade wichtig;
Geht im Sinn
Christi hin
Auf dem Gnadenpfade,
Munter und gerade.

Johann Ernst Greding – Der am Kreuz ist meine Liebe

Der am Kreuz ist meine Liebe,
Er allein in dieser Welt!
Ach, wenn Er’s doch ewig bliebe,
Der mir jetzt so wohl gefällt;
Nun es bleibe fest dabei,
Und mir jede Stunde neu,
Sei es heiter, sei es trübe:
Der am Kreuz ist meine Liebe!

Zwar es ist mir unverborgen
Dieser Liebe Kampf und Müh‘;
Schmach, Verfolgung, Not und Sorgen,
Kreuz und Trübsal bringet sie.
Ja, wenn der Geliebte will,
Ist kein bitt’rer Tod zu viel;
Doch es gehe noch so trübe :
Der am Kreuz ist meine Liebe!

Lieber wähl‘ ich diese Plage
Und der Liebe schweren Stand,
Als die sichern, guten Tage
Und der Ehre eiteln Tand.
Heiß ich immerhin ein Tor,
Schmeichle mir die Welt ins Ohr
Dass ich ihre Lust mitübe:
Der am Kreuz ist meine Liebe!

Aber wisst ihr meine Stärke
Und was mich so mutig macht,
Daß mein Herz des Fleisches Werke
Und des Satans Grimm verlacht?
Lieb‘ ist stärker als der Tod!
D’rum so fürcht‘ ich keine Not,
Die mich schrecke und betrübe,
Der am Kreuz ist meine Liebe!

Diese Liebe lohnet endlich,
Führet uns ins Vaterhaus,
Ist zur letzten Zeit erkenntlich,
Und teilt Kränz‘ und Kronen aus,
Ach, dass Macht von Oben doch
Jedes Herz auf Erden noch
Freudig zu bekennen triebe:
Der am Kreuz ist meine Liebe!

Edeling, Christoph Daniel – Christen erwarten in allerlei Fällen

Christen erwarten in allerlei Fällen
Jesum mit seiner allmächtigen Hand;
mitten in Stürmen und tobenden Wellen
sind sie gebauet auf felsichtes Land;
wenn sie bekümmerte Nächte bedecken,
kann doch ihr Grauen sie wenig erschrecken.

2. Jauchzen die Feinde zur Rechten und Linken,
hauet und frisset das blinkende Schwert,
lassen doch Christen die Häupter nicht sinken,
denen sich Jesus im Herzen verklärt.
Wüten die Feinde mit Schnauben und Toben,
lernen sie Gottes Gerechtigkeit loben.

3. Geben die Felder den Samen nicht wieder,
bringen die Gärten und Auen nichts ein,
schlagen uns Schlossen die Früchte darnieder,
brennen die Berge von hitzigem Schein;
kann doch ihr Herze den Frieden erhalten,
weil es den Schöpfer in allem läßt walten.

4. Viele verzehren in ängstlichen Sorgen
Kräfte, Gesundheit und Kürze der Zeit,
da doch im Rate des Höchsten verborgen,
wann und wo Jedem sein Ende bereit;
sind es nicht alles unnötige Schmerzen,
die ihr euch machet, o törichte Herzen!

5. Zweifel und Sorge geziemt nicht den Frommen;
Glauben und Hoffen bringt Ehre bei Gott.
Seele, verlangst du, zur Ruhe zu kommen,
hoffe dem höllischen Feinde zu Spott.
Ob auch die göttliche Hilfe verborgen,
traue dem Höchsten und meide die Sorgen.

6. Freue dich, wenn du statt freundlichen Blicken
mancherlei Jammer, Anfechtung und Not
duldest, und wisse, was Gott will erquicken,
muss erst mit Jesu durch Leiden und Tod.
Willst du mit leben, so musst du mit sterben;
anders kann Keiner den Himmel ererben.

7. Völlige Wonne, verklärete Freude,
himmlische Güter, undenkliches Heil
werden dir einsten auf ewiger Weide
unter den Engeln und Menschen zu Teil;
wann in der Herrlichkeit Christus wird kommen
und zu sich sammeln die Scharen der Frommen.

8. Seine allmächtige Stärke beweiset
in den Ohnmächtigen mächtige Kraft;
dann wird alleine sein Name gepreiset,
wann er den Zagenden Freudigkeit schafft.
Darum, o Jesu, gib, dass ich dir traue,
wenn ich die Hilfe nicht sichtbarlich schaue.

Carl Heinrich von Bogatzky – Vater, du mein Licht und Leben,

Vater, du mein Licht und Leben,
du meines Heiles einz’ger Quell;
dir bin ich einmal übergeben,
dir, dir gehört nun Leib und Seel‘.
Ich will mich nicht mehr selber führen,
der Vater soll sein Kind regieren;
so geh denn mit mir aus und ein.
Ach Herr, erhöre meine Bitten
und leite mich auf allen Tritten;
ich geh‘ nicht einen Schritt allein.

2. Du weißt allein die Friedenswege,
auch das, was mir den Frieden stört;
drum lass mich meiden alle Stege,
wo Welt und Sünde mich versehrt.
Ach, dass ich nimmer von dir irrte,
noch durch Zerstreuung mich verwirrte,
auch nicht beim allerbesten Schein!
O halte meine Seele feste,
hab‘ Acht auf mich aufs Allerbeste,
und lehre selbst mich wachsam sein!

3. Herr, mache du mich sanft und stille,
das ich dir immer folgen kann.
Nicht mein, nur dein vollkommner Wille
sei für mich Schranke, Ziel und Bahn.
Mir soll nichts ohne dich genügen;
lass mir nichts mehr am Herzen liegen,
als deines großen Namens Ruhm;
der sei allein mein Ziel auf Erden!
ach lass es nie verrückt mir werden,
denn ich bin ja dein Eigentum.

4. Lass deinen Geist mich täglich treiben,
Gebet und Flehen dir zu weihn!
Dein Wort lass mir im Herzen bleiben,
und in mir Geist und Leben sein!
Lass deinen Zuruf stets erschallen,
gerecht und fromm vor dir zu wallen!
Zieh ganz zu dir die Seele hin;
vermehr‘ in mir dein innres Leben,
dir unaufhörlich Frucht zu geben,
und bilde mich nach deinem Sinn.

5. So leb‘ und lieb‘ ich in der Stille
und ruh‘ als Kind in deinem Schoß.
Ich schöpfe Heil aus deiner Fülle,
mein Herz ist aller Sorgen los.
Ich sorge nur vor allen Dingen,
wie ich zum Himmel möge dringen,
und halt‘ im Glauben mich bereit.
Ach zieh mich, zieh mich weit von hinnen;
was du nicht bist, lass ganz zerrinnen,
o reiner Glanz der Ewigkeit!

Wilhelm Erasmus Arends – Rüstet euch, ihr Christenleute

Rüstet euch, ihr Christenleute;
Die Feinde suchen euch zur Beute,
Ja Satan selbst hat eu’r begehrt.
Waffnet euch mit Gottes Worte
Und kämpfet frisch an jedem Orte,
Damit ihr bleibet unversehrt.
Ist euch der Feind zu schnell,
Hier ist Immanuel.
Hosianna! Der Starke fällt
Durch diesen Held,
Mit ihm behalten wir das Feld.

2. Reinigt euch von euren Lüsten,
Besieget sie, die ihr seid Christen
Und stehet in des Herren Kraft.
Stärket euch in Jesu Namen,
Dass eure Kniee nicht erlahmen;
Auf, zeigt des Glaubens Ritterschaft!
Wer hier ermüden will,
Der schaue auf das Ziel,
Da ist Freude.
Wohlan, so seid
Zum Kampf bereit,
So krönet euch die Ewigkeit.

3. Streitet recht die wen’gen Jahre,
Eh ihr kommt auf die Totenbahre;
Kurz, kurz ist unser Lebenslauf.
Wenn Gott wird die Toten wecken
Und Christus wird die Welt erschrecken,
So stehen wir mit Freuden auf.
Gottlob, wir sind versöhnt!
Dass uns die Welt noch höhnt,
Währt nicht lange,
Und Gottes Sohn
Hat längstens schon
Uns beigelegt die Ehrenkron.

4. Jesu, stärke deine Kinder
Und lass sie werden Überwinder,
Die du erkauft mit deinem Blut.
Schaff in uns ein neues Leben,
Dass wir uns stets zu dir erheben,
Wenn uns entfallen will der Mut.
Geuß aus auf uns den Geist,
Aus dem die Liebe fleußt
In die Herzen!
So halten wir Getreu an dir
Im Tod und Leben für und für.

Karl Aug. Döring – Mein siegend Haupt

Mein siegend Haupt
Dort in der Herrlichkeit,
Du lebst, beglückst, regierst!
Ich bin Dein Glied,
Doch lieg‘ ich noch im Streit,
Bis Du zum Frieden führst.
Noch kämpf‘ ich viel hienieden
Mit Sünd‘ und Leidenschaft:
Doch Du gibst Deinen Frieden
Und Mut und Siegeskraft.

2. Zieh‘ mich hinauf,
Der Du die Stätte dort
Auch mir bereitet hast.
Ich schau‘ empor
Zu jenem sel’gen Ort,
Und leicht wird jede Last.
Ich werde nie verderben,
Bin ich doch Gottes Kind,
Mit allen Himmelserben,
Die ewig bei Dir sind.

Balthasar Münter – Jesus kommt, von allem Bösen

Jesus kommt, von allem Bösen
uns, seine Christen, zu erlösen,
er kommt mit Macht und Herrlichkeit.
Dann an seinem großen Tage
verwandelt sich der Frommen Klage
in ewige Zufriedenheit.
Sei fröhlich, Volk des Herrn!
Er kommt, er ist nicht fern,
dein Erretter.
Dein Los ist kaum
ein Morgentraum;
auf ihn folgt ewig, ewig Heil!

2. Augenblicke dieser Leiden,
was seid ihr gegen jene Freuden
der unbegrenzten Ewigkeit?
Seht die Kron‘ am Ziele prangen
und kämpft und ringt, sie zu erlangen,
die ihr so hoch begnadigt seid!
Euch hält in eurem Lauf
kein Schmerz des Lebens auf,
Überwinder!
Das Ziel ist nah!
Bald seid ihr da,
und eure Leiden sind nicht mehr.

3. Der sich euch zum Volk erwählte,
der eure Tränen alle zählte,
stritt auch mit ungebeugtem Mut.
Wie hat Jesus nicht gerungen!
wie tief war er von Angst durchdrungen!
wie seufzt er laut und schwitzte Blut!
Doch sah’n die Feinde nicht
auf seinem Angesicht
bange Schrecken.
Gestärkt von Gott,
litt er den Tod;
da jauchzten alle Himmel ihm.

4. Mitgenossen seiner Leiden
sind wir; einst ernten wir auch Freuden
mit ihm, dem Überwinder, ein.
kämpfen, lasst uns ringen,
mit unserm Haupt hindurch zu dringen
und seines Himmels wert zu sein!
Der Hilf‘ uns schafft, ist er!
Sein großer Nam‘ ist:
Herr, unsre Stärke!
Die ihm vertraun,
die werden schaun,
welch eine feste Burg er ist.

5. Ja, du kommst, von allem Bösen
uns, deine Christen, zu erlösen;
des sind wir froh und danken dir.
Herr, in allen trüben Tagen
soll unser Herz doch nicht verzagen,
auf deine Zukunft hoffen wir.
Wir wissen, wer du bist,
wer dein Erlöster ist,
und sind stille.
Wenn Gott uns hält,
vergeh‘, o Welt, stürz‘ ein auf uns!
wir zagen nicht!

Balthasar Münter g. 1735 + 1793.