Werde Licht, Du Volk der Heiden
Werde Licht, Jerusalem!
Dir geht auf ein Glanz der Freuden
Vom geringen Bethlehem.
Er, das Licht und Heil der Welt,
Christus hat sich eingestellt.
2. Ehe dieses Licht erschienen,
Das die Völker wünschten, lag
Dicke Finsternis auf ihnen;
Doch uns scheinet lichter Tag
Und ein strahlenvoller Stern
Führt uns sicher zu dem Herrn.
3. Aber ach! Von deinem Volke
Wirst du, Heiland, nicht erkannt,
Und des Irrtums finstre Wolke
Überschattet noch kein Land;
Über Salem strahlt dein Licht,
Aber Salem kennt Dich nicht.
4. Weise kommen anzubeten,
Auch Herodes fragt nach dir,
Aber fragt nur, dich zu töten,
Wo du seist, voll Blutbegier;
Gern vergösse seine Wut,
du Herr der Welt, dein Blut!
5. Ach verwerfet doch ihr Sünder,
Den nicht, der euch retten kann;
Kommt und werdet Gottes Kinder.
Betet euren König an!
Eilt zu ihm und säumet nicht,
Macht euch auf und werdet Licht!
6. Nun wir eilen mit Verlangen
Dich zu ehren, sind bereit
Dich, o Heiland, zu empfangen;
Zeig uns deine Herrlichkeit!
Unsre Kniee beugen sich,
Unser Glaub‘ umfasset dich.
7. Auf des Lebens Pfad geleite
Täglich uns dein Geist und Wort;
Gib uns Mut zum guten Streite,
Daß wir siegen fort und fort,
Stets an deiner Seite gehn,
Nie verzagend stille stehn.
18. In des Leidens Finsternissen
Leucht uns deines Trostes Licht!
Ach, in unsern Kümmernissen,
Jesu, ach, verlass uns nicht,
Bis uns in der Ewigkeit
Deines Lichtes Glanz erfreut.
9. Wandern wir im finstern Tale
Endlich näher hin ans Grab,
Dann sei unser Licht und strahle
Himmelstrost auf uns herab,
Daß wir ohne Furcht und Grau’n
Unserm Tod entgegenschau’n.