Albrecht der Jüngere, Markgraf von Brandenburg – Ergebung in Gottes Willen.

Was mein Gott will, das gescheh allzeit;
Sein Will der ist der beste.
Zu helfen den’n er ist bereit,
Die an ihn glauben veste.
Er hilft aus Noth, der fromme Gott,
Und tröst’t die Welt mit Maaßen;
Wer Gott vertraut, vest auf ihn baut,
Den will er nicht verlassen.

Gott ist mein Trost und Zuversicht,
Mein Hoffnung und mein Leben.
Was mein Gott will, daß mir geschicht,
Will ich nicht widerstreben.
Sein Wort ist wahr; denn all mein Haar
Er selber hat gezählet.
Er hüt’t und wacht, stets für uns tracht’t,
Auf daß uns ja nichts fehlet.

Drum muß ich hie von dieser Welt
Abscheiden in Gottes Wille
Zu meinem Gott: wenn’s ihm gefällt,
Will ich ihm halten stille.
Mein‘ arme Seel‘ ich Gott befehl
In meinen letzten Stunden;
O frommer Gott! Sünd‘, Höll‘ und Tod
Hast du mir überwunden.

Noch eins, Herr, will ich bitten dich;.
Du wirst mir’s nicht versagen:
Wenn mich der böse Geist anficht,
So laß mich nicht verzagen!
Hilf, steur‘ und wehr‘, ach Gott und Herr,,
Zu Ehren deinem Namen!
Wer das begehrt, der wird’s gewährt;
Drauf sprech ich frölich Amen!

Albrecht der Jüngere, Markgraf von Brandenburg-Kulmbach – Biographie

Albrecht, der jüngere, Markgraf von Brandenburg-Kulmbach, wurde am 28.3.1522 zu Ansbach geboren. Er war schon frühe ein sehr kriegslustiger Mann und kämpfte, wo es nur etwas zu kämpfen gab, ohne sich darum zu kümmern, welcher Partei er diente. Daher stritt er bald für, bald gegen den Protestantismus. Anfangs seit 1546 hielt er sich zu Kaiser Karl V., später seit 1551 kehrte er die Waffen gegen ihn und nötigte ihn 1552 mit zum Passauer Vertrag. Im Jahre 1554 wurde er jedoch wegen seines Kampfes gegen die Päpstlichen vom Kaiser in die Reichsacht erklärt und musste nach Frankreich flüchten, wo es ihm sehr traurig erging, und Kummer und Krankheit ihn niederbeugten. Dieses Elend sah er als eine Strafe Gottes an, weil er dessen Wort einst verfolgt habe, und wurde dadurch zu einem neuen Leben erweckt, so dass er fleißig in Gottes Wort sich vertiefte und zu einer vertrauensvollen Ergebung in Gottes Willen geführt wurde. Nach zwei Jahren kehrte er nach Deutschland zurück und starb am 8.1.1557 auf dem Schlosse zu Pforzheim, wo ihm sein Schwager, der Markgraf Karl zu Baden, eine Zufluchtsstätte gewährt hatte. Sein Lied „Was mein Gott will“ ist übrigens ein schönes Zeugnis seiner Buße und gläubigen Hinkehr zu Gott.