Aemilia Juliana, Gräfin zu Schwarzburg-Rudolstadt – O du dreiein’ger Gott, den ich mir auserlesen

Ich lege Leib und Seel, o Gott! in deine Hände;
ach! lehre du mich stets gedenken an mein Ende,
auch sterben, eh ich sterb, und hören alle Stund:
Mensch! du musst sterben auch, es ist der alte Bund.

Weil Jesus mir zu gut gestorben, wie geboren;
so glaub ich gar gewiss, ich werd nicht sein verloren;
weck mich nur zeitig auf, dass ich bereitet sei,
wie du mich haben willst, wenn mein End kommt herbei.

Ich traue deiner Treu durch Jesu Blutvergießen,
und will auch weder Zeit noch Ort zum Tod ausschließen:
Komm, wenn, wie, wo du willst; nur dass ich selig sterb,
durch Jesu Blut und Tod das Himmelreich ererb.

So lang ich leb allhier, und wenn ich werd einschlafen,
geb ich, Gott Vater! dir, das, was du hast erschaffen;
Gott Sohn! was du erlöst, das geb ich wieder dir;
Gott Heil’ger Geist! was du geheiligt, nimm von mir.

Mein Jesus komme mir stets vor in seinem Leiden,
und sage: dass mich nichts, nichts, nichts von ihm soll scheiden:
Er halt mich mit der Hand, der ich gezeichnet ein,
und rufe stets: Ich soll nicht, nicht verloren sein.

Vor Sünden, Höll und Tod, und vor des Satans Schrecken
mein Jesu stelle sich: Er lass sein Blut mich decken,
und sei ein Vorschmack mir der ew’gen Seligkeit,
dass ich vor Freud nicht fühl des Todes Bitterkeit.

Das, was ich hinterlass, versorge, schütz und liebe;
und gib, dass mich im Tod nichts hindre und betrübe;
erhalt mich bei Verstand und einem frischen Mut,
dass mitten im Gebet ich sterb auf Jesu Blut.

Nun, ich geb meinen Geist nochmals in deine Hände,
und warte, bis du kommst mit einem sel’gen Ende,
dass du mir nach dem Tod drückst selbst die Augen zu,
und bis an jüngsten Tag schenkst eine sanfte Ruh.

Ich weiß, durchs Lammes Blut werd ich schon überwinden,
und einen gnäd’gen Gott im Tod und Leben finden:
Ich halte mich an Gott und meines Jesu Blut;
ich weiß, Gott macht es schon mit meinem Ende gut.

Ich sage Amen drauf in meines Jesu Namen,
es sage gleichfalls auch der Herre, mein Gott: Amen!
Ach! sage ja zu mir, dreieinger Gott! komm du
ach! sage: Sei getrost, mein Kind! Ich komme nu.

Verf. unbekannt. – Dem Dreieinigen zu Ehren!

Sei Lob, Ehr, Preis und Herrlichkeit
Gott dem Vater in Ewigkeit,
Der alle Ding erschaffen hat
und erhälts durch sein göttlich Gnad.

Ehr sei auch sein’m geliebten Sohn,
Der uns alles Gute hat getan,
Der am Kreuz für uns ist gestorben
und hat den Himmel uns erworben.

Ehr sei auch Gott dem heilgen Geist,
Der uns durch sein Gnad allermeist
Die Wahrheit woll machen bekannt
und eröffnen unsern Verstand.

O Heilige Dreifaltigkeit,
O wahre einige Gottheit,
Erhör uns aus Barmherzigkeit
Und führ uns zu der Seligkeit.

Franck, Johann – Trinitatisfest.

Röm. 11,33-36.

In seiner eignen Weise.
Oder: Die Sonn‘ hat sich mit ihrem Strahl.

Dreieinigkeit, der Gottheit wahrer Spiegel,
O Licht von Licht, als dessen Allmachtflügel
Sich um und um durch diesen Erdkreis streckt
Und alle Welt mit seinem Schirm bedeckt.

2. Wir loben dich, sobald die Sonn‘ erwachet,
Und wenn sie jetzt den späten Abend machet,
Was lebt und webt auf diesem Erdenweit,
Ist Alles, Herr, zu deinem Dienst bereit.

3. O reicher Schatz, o unumschränktes Wesen,
Wer hat wohl je dein‘ Heimlichkeit gelesen?
O tiefer Brunn, o unerforschte Pracht,
Wie groß, ach Gott, wie groß ist deine Macht!

4. Wer kann doch hier, Herr, deine Weg‘ erfinden?
Wie sollt‘ ein Mensch wohl dein Gericht ergründen? N
ur weg, Vernunft, nur weg, nur weg mit dir,
Dein Witz der ist gar viel zu schlecht allhier.

5. Nur immer hin, nur hin mit deinem Tichten,
Du kannst dich nicht in Gottes Weisheit richten,
Wo Gott nicht selbst dich unterweisen wird,
So bleibest du verloren und verirrt.

6. Drum lehr‘ uns, Herr, o lehr‘ uns, ohne Trennen
In Einem drei, in Dreien Eins erkennen.
Ach, lehr‘ uns doch, Gott Vater, Sohn und Geist,
Dass du ein Gott in drei Personen heißt.

7. Gib, dass von dir dies Wort bei uns stets klinge:
Von ihm, durch ihn, in ihm sind alle Dinge.
Dem großen Gott sei Ehr‘ in Ewigkeit!
Ja, Amen, ja! singt alle Christenheit.

Carl Bernhard Garve – O Vater der Gemeine

O Vater der Gemeine,
Hold deinen lieben Kindern!
Sie sind durch Christum Deine,
Was kann ihr Wohlsein ändern?
Dein Rufen, dein Erwählen
Gedeih‘ an allen Seelen.
Erfreu‘ Dich unser, o Vater!

2. Herr, groß von Heilsgedanken,
Von Rath, Kraft, Licht und Leben!
Freund, ewig ohne Wanken!
Wer kann Dich g’nug erheben?
Wohl uns, daß wir Dich kennen,
Uns dein, Dich unser nennen!
Verlaß uns nimmer, o Jesu!

3. Du Geist aus Gottes Munde!
O wirke selbst in Allen,
Die wir in Einem Bunde
Des Glaubens Wege wallen;
Bis Geist, Sinn und Geberden
Dir ganz geheiligt werden.
Dein Fried‘ umfah‘ uns, o Tröster!

unbekannt – O Heilige Dreieinigkeit!

O Heilige Dreieinigkeit!
Wer kann Dich doch ergründen?
Du unzertrennte Einigkeit,
Vernunft kann Dich nicht finden!
Die Engel decken ihr Gesicht;
Wie sollte sich mein dunkles Licht
Zu schau’n Dich unterwinden?

2. O süßer Trost! o Gnadenzeit!
mich nun verdammen?
Mich schützt ja die Dreieinigkeit
Mit ew’gen Liebesflammen!
Der Vater, Sohn und Heilige Geist,
Ein Gott, der Gnade mir erweis’t,
Ist in dem Sohn beisammen.

3. Des Vaters Liebe steh‘ mir bei,
Und allzeit mich behüte;
Des Sohns und Heil’gen Geistes Treu‘
Erquicke mein Gemüthe,
Bis ich dort mit der Engel Schar,
Dreiein’ger Gott, Dir immerdar
Lobsing‘ für Deine Güte!

unbekannt – Dreiein’ger Gott, ich preise dich

Dreiein’ger Gott, ich preise dich
Mit Mund und Herzen inniglich,
Für deine Gnade, Güt‘ und Treu‘
Die über uns ist täglich neu.

Ach Vater, laß mich ferner sein
In deiner Huld geschlossen ein!
Gott Sohn, dein heil’ges theures Blut
Mach‘ meine letzte Rechnung gut.

Gott, heil’ger Geist, verlaß mich nicht,
Wenn Sünd‘ und Teufel mich anficht:
Sei du mein Beistand allezeit,
Und gieb im Tod die Seligkeit.

Justus Gesenius – O heiligste Dreifaltigkeit

1) O heiligste Dreifaltigkeit,
Voll Majestät und Ehren,
Wie kann doch deine Christenheit
Dein Lob genug vermehren?
Du bist sehr hoch und wundersam,
Ganz unbegreiflich ist dein Nam,
Dein Wesen unerforschlich.

2) Wir danken dir, daß deine Gnad,
Auch weil wir hier noch leben,
In deinem Worte so viel
Hat uns offenbar gegeben,
Daß du bist wahrer Gott und heißt
Gott Vater, Sohn und Heilger Geist,
Dreifaltig und doch einig.

3) O Vater, aller Dinge Quell
Und Ursprung, sei gepreiset
Für alle Wunder, die so hell
Uns deine Macht erweiset.
Du, Vater, hast vor aller Zeit
Den eingen Sohn von Ewigkeit,
Dein Ebenbild, gezeuget.

4) Du hast gemacht den Erdenkreis
Nach deinem Wohlgefallen,
Uns Menschen drauf zu deinem Preis,
Daß wir dein Lob erschallen.
Auch wird durch deines Mundes Wort
Dies alles immer fort und fort
Erhalten und regieret.

5) Drum steh, o Vater, ferner bei uns,
Deinen armen Kindern,
Und alle unsre Schuld verzeih uns
Bußbeflißnen Sündern;
Aus unsern Nöten mannigfalt
Errette uns, und hilf uns bald,
Wie du uns hast versprochen.

6) O Jesu Christe, Gottes Sohn,
Von Ewigkeit geboren,
Uns Menschen auch im Himmelsthron
Zum Mittler auserkoren,
Durch dich geschicht, was nur geschicht,
O wahrer Gott, o wahres Licht
Vom wahren Gott und Lichte.

7) Du bist des Vaters Ebenbild
Und doch vom Himmel kommen;
Als eben war die Zeit erfüllt,
Hast du Fleisch angenommen
Und uns erworben Gottes Huld,
Bezahlet unsre Sünd und Schuld
Durch dein unschuldig Leiden.

8) Nun sitzest du zur rechten Hand
Des Vaters hoch erhoben,
Beherrschest alle Leut und Land
Und dämpfst der Feinde Toben.
Hilf uns, o wahrer Mensch und Gott,
Wir wollen dir für deinen Tod
Und alle Wohltat danken.

9) O Heilger Geist, du werte Kron,
Erleuchter unsrer Sinnen,
Der du vom Vater und dem Sohn
Ausgehest ohn Beginnen,
Du bist allmächtig und ohn End,
Der Vater und der Sohn dich sendt,
Im Glauben uns zu leiten.

10) Herr, du gebierest durch die Tauf
Uns wiederum aufs neue,
Und nachher nimmst du uns auch auf,
Wenn du gibst wahre Reue,
Durch dich wird unsre Hoffnung fest,
Und wenn uns alle Welt verläßt,
Bleibst du bei uns im Herzen.

11) Wir bitten dich demütiglich,
Daß es ja mög durchdringen,
Was wir für Seufzer oft vor dich
In unsrer Not vorbringen,
Und wenn die letzte Stund da ist,
So hilf, daß wir auf Jesum Christ
Getrost und selig sterben.

12) Gott Vater, Sohn und Heilger Geist,
Für alle Gnad und Güte
Sei immerdar von uns gepreist
Mit freudigem Gemüte.
Des Himmels Heer dein Lob erklingt
Und Heilig, Heilig, Heilig singt;
Das tun auch wir auf Erden.

Quelle: Hymns of the 1912 Lutheran Hymnal for Church, School and Home Evangelical Lutheran Synod of Wisconsin and other States

Klepper, Jochen – Nun sich das Herz von allem löste

1. Nun sich das Herz von allem löste,
was es an Glück und Gut umschließt,
komm, Tröster, Heil’ger Geist, und tröste,
der du aus Gottes Händen fließt.

2. Nun sich das Herz in alles findet,
was ihm an Schwerem auferlegt,
komm, Heiland, der uns mild verbindet,
die Wunden heilt, uns trägt und pflegt.

3. Nun sich das Herz zu dir erhoben
und nur von dir gehalten weiß,
bleib bei uns, Vater. Und zum Loben
wird unser Klagen. Dir sei Preis!

Weisse, Michael – Von der Heyligen Dreyfaltigkeyt

O göttliche Dreyfaltigkeyt
inn eyniger selbstendigkeyt,
O Gott inn der Himlischen rhu,
wie wunderlich erscheynestu!

Du schuffest den mensch rein vnd gut
vnd zirest jn nach deinem mut,
Zu deinem bild formirest jn
vnd machest einen Bund mit jm.

Da nu der mensch sampt seiner frucht
der sünden halben war verflucht,
Liessestu, Vater, deinen Son
für jn auff erden busse thun.

Da diser, sein ampt außgericht,
erschein vor deinem angesicht,
Bat er, das du vns allermeist
trösten woltest mit deinem Geyst.

Du warest seiner beth bereit,
begabest menschlich alberkeit,
Richtest dein außerwelten zu,
das sie kömen zu seiner ruh.

Nu gibestu die seligkeit
aus gnad vnd aus barmhertzigkeit
Durch Christi verdinst inn der gab
deines geystes von oben hrab.

Die drey werck vnsrer seligkeyt
preysen dich, o Dreyfaltigkeyt,
Die du nach personen genant
vnd doch nur ein Gott wirst erkant.

Die seel hat edler gaben drey,
vernunfft, willen, gedechtnis frey:
Die weyl sie wird dein bild genant
wirstu gar feyn an jr erkant.

Die sonne, so ausbündig gut,
hat jr werck, das sie mechtig thut,
Sie leuchtet, wermet vnd gibt krafft,
deutet do mit dein aygenschafft!

O liecht Heilig Dreyfaltigkeyt!
erleucht all vnser tunckelheyt,
Erwerm vnser seel, gib krafft,
so wechst dein wort inn vollem safft!

Schein vns mit gnad von deinem thron
vnd enttzünd vns inn deinem Son
Durch des heyligen Geystes kunst
mit deiner allerbesten brunst!

Dir, Got vater, vnd deinem Son,
Aus dir geborn jm höchsten thron,
Des gleichen dem heiligen Geyst,
sey lob vnd preyß inn ewigkeyt. Amen.

Quelle

unbekannt – Gott ist mein Heil

HErtzlich lieb hab ich dich, mein Gott,
mein Hort, auff den ich trawe,
Vnd mein Erretter in der not,
mein Fels, darauff ich bawe:
Mein Sterck vnd Burg allein du bist,
darauff ich mich verlasse,
Mein Schild und Schutz dein Wort mir ist,
welchs ich im glauben fasse.

Gott ist mein Heil und Lebens krafft,
mein Horn, darauff ich trotze,
Sein Gnaden wort mein sterck vnd safft,
mein hoffnung ich drauf setze.
Gott ist mein Schatz vnd Glaubens liecht,
mein hülff vnd trost alleine,
Meins hertzen freud vnd zuuersicht,
der Welt gunst acht ich kleine.

HErr Gott hilff mir, das ich dich kan
von hertzen Vater nennen,
Vnd Christum, deinen lieben Son,
im glauben recht erkennen,
Das sein Blut mich vom Tod erlost,
mir bracht das ewig Leben.
HErr Jhesu Christ, dein hülff vnd trost
mir allzeit wollest geben.

Gott heilger Geist, dein gnad verley,
das ich dis wort behalte,
Das mein glaub nicht sey Heucheley,
die lieb auch nicht erkalte.
Gott, du heilge Dreyfaltigkeit,
dein krafft mich wöll bewaren,
Vnd sterck meins Fleisches blödigkeit,
wenn ich von hinn sol fahren.

Wackernagel – Kirchenlied