Andreas Ingolstetter – Hinab geht Christi Weg; und du und dein Beginnen

1. Hinab geht Christi Weg; und du und dein Beginnen
Willst aus vermeß’nem Stolz bis an des Himmels Zinnen?
Steigst ungenügsam auf? Dein Heiland stieg herab!
Wer mit ihm aufwärts will, muss erst mit ihm hinab.

2. Darum, mein Sinn, hinab, verlerne nur dein Steigen!
Was leicht ist, hebt sich schnell; was schwer ist, muss sich beugen.
Die Quelle, die sich senkt, vermehret ihre Hab‘,
Und wird zuletzt zum Strom; darum, mein Sinn, hinab.

3. Hinab, mein Aug‘ hinab! Gott selber schaut hernieder
Vom Thron auf’s Niedrige; der Stolz ist ihm zuwider:
Je höher hier ein Aug‘, je näher ist’s dem Grab,
Und sinkt in Todesnacht. Darum, mein Aug‘, hinab.

4. Hinab, ihr Händ‘, hinab! Hier stehen arme Brüder:
Neigt euch zur Niedrigkeit und labet Christi Glieder.
Greift nicht in hohe Luft nach Ruhm und stolzer Hab‘!
Christ tat den Ärmsten wohl; darum ihr Händ‘, hinab .

5. Hinab, mein Herz, hinab, so wird Gott in dir wohnen;
Die Demut lohnet er mit gold’nen Himmelskronen.
Im Demutstale liegt des heil’gen Geistes Gab‘;
wohl dem, der sie sucht! Darum mein Herz, hinab!

6. Hinab auch du, mein Leib! du bist gemacht aus Erden;
Durch Demut sollst auch du im Geist verkläret werden.
Gott, bereite mich zum Himmel und zum Grab!
Ich sehne mich hinauf, ich sehne mich hinab!