Balthasar Münter – Jesus kommt, von allem Bösen

Jesus kommt, von allem Bösen
uns, seine Christen, zu erlösen,
er kommt mit Macht und Herrlichkeit.
Dann an seinem großen Tage
verwandelt sich der Frommen Klage
in ewige Zufriedenheit.
Sei fröhlich, Volk des Herrn!
Er kommt, er ist nicht fern,
dein Erretter.
Dein Los ist kaum
ein Morgentraum;
auf ihn folgt ewig, ewig Heil!

2. Augenblicke dieser Leiden,
was seid ihr gegen jene Freuden
der unbegrenzten Ewigkeit?
Seht die Kron‘ am Ziele prangen
und kämpft und ringt, sie zu erlangen,
die ihr so hoch begnadigt seid!
Euch hält in eurem Lauf
kein Schmerz des Lebens auf,
Überwinder!
Das Ziel ist nah!
Bald seid ihr da,
und eure Leiden sind nicht mehr.

3. Der sich euch zum Volk erwählte,
der eure Tränen alle zählte,
stritt auch mit ungebeugtem Mut.
Wie hat Jesus nicht gerungen!
wie tief war er von Angst durchdrungen!
wie seufzt er laut und schwitzte Blut!
Doch sah’n die Feinde nicht
auf seinem Angesicht
bange Schrecken.
Gestärkt von Gott,
litt er den Tod;
da jauchzten alle Himmel ihm.

4. Mitgenossen seiner Leiden
sind wir; einst ernten wir auch Freuden
mit ihm, dem Überwinder, ein.
kämpfen, lasst uns ringen,
mit unserm Haupt hindurch zu dringen
und seines Himmels wert zu sein!
Der Hilf‘ uns schafft, ist er!
Sein großer Nam‘ ist:
Herr, unsre Stärke!
Die ihm vertraun,
die werden schaun,
welch eine feste Burg er ist.

5. Ja, du kommst, von allem Bösen
uns, deine Christen, zu erlösen;
des sind wir froh und danken dir.
Herr, in allen trüben Tagen
soll unser Herz doch nicht verzagen,
auf deine Zukunft hoffen wir.
Wir wissen, wer du bist,
wer dein Erlöster ist,
und sind stille.
Wenn Gott uns hält,
vergeh‘, o Welt, stürz‘ ein auf uns!
wir zagen nicht!

Balthasar Münter g. 1735 + 1793.

Balthasar Münter – Die Feinde deines Kreuzes drohn,

1 Die Feinde deines Kreuzes drohn,
dein Reich, Herr zu verwüsten;
du aber, Jesu, Gottes Sohn1Du aber, Mittler, Gottes Sohn
beschützest deine Christen.
Dein Thron bestehet ewiglich;
vergeblich wird sich wider dich
die ganze Hölle rüsten.2die ganze Hölle waffnen

2 Dein Reich ist nicht von dieser Welt,
kein Werk von Menschenkindern;
drum konnt‘ auch keine Macht der Welt,
Herr, seinen Fortgang hindern.
Dir können deine Feinde nie
dein Erde rauben; selbst durch sie
wird es vergrößert werden.

3 Weit woll’st du deine Herrschaft noch
in deiner Welt verbreiten
und unter deinem sanftes Joch
die Völker alle leiten!
Vom Aufgang bis zum Niedergang
bring‘ alle Welt dir Preis und Dank
und glaub‘ an deinen Namen!

4 Auch deine Feinde, die dich schmähn,
die frevelnd sich empören,
lass deiner Gnade Wunder sehn,
dass sie sich noch bekehren!
Lehr sie mit uns gen Himmel schaun
und unerschüttert im Vertrau’n
auf deine Zukunft warten!

5 Uns Christen aber wollest du
fest in der Wahrheit gründen,
das wir für unsre Seelen Ruh‘
in deiner Gnade finden.
Mach unsers Glaubens uns gewiß;
vor Irrtum und vor Finsternis
bewahr uns, weil wir leben!

6. Ein reines Herzt schaff‘ in uns, Herr,
ein Herz nach Deinem Willen,
Lehr‘ uns mit jedem Tage mehr
treu dein Gesetz erfüllen.
Gehorsam deiner Vorschrift sein,
und dann uns deiner Gnade freun,
sei unser Heil auf Erden.

7 So wird dein Volk, dir untertan,3So werden wir, dir untertan
auf grüner Aue weiden,4mit Ernst die Sünde meiden,
und du führst es auf eb’nerBahn
zu deine Reiches Freuden;
und herrlich wird in dieser Zeit,
noch herrlicher in Ewigkeit
dein großer Name werden.

//Kommentare aus „Badisches neues Gesangbuch“, 1827//