Durchsuchen nach
Kategorie: Claudius Matthias

Matthias Claudius – Trinklied

Matthias Claudius – Trinklied

Eine oder etliche Stimmen

1. Auf und trinkt! Brüder trinkt!
Denn für gute Leute
Ist der gute Wein,
Und wirr wollen heute
Frisch und fröhlich sein.
Auf und trinkt! Brüder trinkt!::
Stoßet an und sprecht daneben:
„Alle Kranke sollen leben!“

2. Herrlich ist’s hier und schön!
Doch des Lebens Schöne
Ist mit Not vereint,
Es wird manche Träne
Unterm Mond geweint.
Herrlich ist’s hier und schön!::
„Allen Traurigen und Müden,
Gott geb‘ ihnen Freud‘ und Frieden!“

3. Auf und trinkt, Brüder trinkt!
Jeder Bruder lebe,
Sei ein guter Mann!
Fördre, tröste, gebe,
Helfer wo er kann.
Auf und trinkt, Brüder trinkt!::
„Armer Mann, bang und beklommen!
Ruf uns nur, wir wollen kommen!“

4. Seht denn, seht! Brüder seht!
Gott gibt uns ja gerne,
Ohne Maß und Ziel
Sonne, Mond und Sterne,
Und was sonst noch viel.
Seht, denn seht! Brüder seht.::
Armer Mann, bang und beklommen!
Sollten wir denn auch nicht kommen?

Coro:

Armer Mann, armer Mann!
Bange und beklommen!
Wollen’s gerne tun,
Wollen gerne kommen,
Ruf uns nur. Und nun
Auf und trinkt! Brüder trinkt.

Matthias Claudius – Krieg und Friede

Matthias Claudius – Krieg und Friede

Der Vorsänger:

Es ertönt ein Lied vom Frieden,
Macht den Sängern Platz!
Denn Er ist fürwahr hienieden
Gar einn großer Schatz;
Und zu Felde gehn und kriegen
Ist kein Glück, und kein Vergnügen!
Saget an!
Saget an!

Alle:
Nicht zu Felde gehn und kriegen!
Menschenblut
Ist doch viel zu gut.

Der Vorsänger:

Heißt zwar: Völker überwinden,
Glorreich insgemein.
Glor-reich können wir’s nicht finden,
Glor-arm mag’s wohl sein.
Ohne Not ist auch zu siegen
Uns kein Glück, und kein Vergnügen.
Saget an!
Saget an!

Alle:

Wollen ohne Not nicht siegen.
Menschenblut
Ist doch viel zu gut.

Der Vorsänger:

Wenn der Fürst nur leibt und lebet
Für den Untertan,
Und das stille Hausglück schwebet
Über Frau und Mann,
Und die Kinder in der Wiegen
Wohlgemut und sicher lieben!
Saget an!
Saget an!

Alle:

Ja, du lieber Fürst! nicht kriegen!
Menschenblut
Ist doch viel zu gut!

Der Vorsänger:

Doch, wenn ohne Fug und Ehren
Jemand trotzt, und droht
Herd und Altar zu zerstören,
– Not hat kein Gebot –
Denn zu kriegen und zu siegen,
Und zu schlagen, bis sie liegen!
Saget an!
Saget an!

Alle:

Das ist Recht, und ist Vergnügen
Menschenblut
Ist denn nicht zu gut!

Matthias Claudius – Die Mutter am Grabe

Matthias Claudius – Die Mutter am Grabe

Wenn man ihn auf immer hier begrübe,
Und es wäre nun um ihn geschehn,
Wenn er ewig in dem Grabe bliebe,
Und ich sollte ihn nicht wieder sehn,
Müßte ohne Hoffnung von dem Grabe gehn – –
Unser Vater, o du Gott der Liebe!
Laß ihn wieder auferstehn.

Matthias Claudius – Auf den Tod der Kaiserin

Matthias Claudius – Auf den Tod der Kaiserin

Sie machte Frieden! Das ist mein Gedicht.
War ihres Volkes Lust und ihres Volkes Segen,
Und ging getrost und voller Zuversicht
Dem Tod als ihrem Freund entgegen.
Ein Welt-Erobrer kann das nicht.
Sie machte Frieden! Das ist mein Gedicht.

Matthias Claudius – Bei ihrem Grabe

Matthias Claudius – Bei ihrem Grabe

Diese Leiche hüte Gott!
Wir vertrauen sie der Erde,
daß sie hier von aller Not
Ruh‘, und wieder Erde werde.

Da liegt sie, die Augen zu
Unterm Kranz, im Sterbekleide! …
Lieg und schlaf in Frieden du,
Unsre Lieb‘ und unsre Freude!

Gras und Blumen gehn herfür,
Alle Samenkörner treiben,
Treiben – und sie wird auch hier
In der Gruft nicht immer bleiben.

Ausgesät nur, ausgesät
Wurden alle die, die starben;
Wind- und Regenzeit vergeht,
Und es kommt ein Tag der Garben.

Alle Mängel abgetan
Wird sie denn in bessern Kränzen
Still einhergehn, und fortan
Unverweslich sein und glänzen.

Matthias Claudius – Fuchs und Pferd

Matthias Claudius – Fuchs und Pferd

Einst wurden Fuchs und Pferd,
Warum, das weiß ich nicht, auch hat es mich verdrossen,
Denn mir sind beide Tiere wert,
In einen Käficht eingeschlossen.
Das Pferd fing weidlich an zu treten
Für Ungeduld, und trat
Den armen Reinke Fuchs. der nichts an Füßen hat.
„Das nun hätt ich mir wohl verbeten,
Tret‘ Er mich nicht, Herr Pferd! ich will ihn auch nicht treten.“