Bartholomäus Crasselius – Friede, ach Friede, ach göttlicher Friede!

1) Friede, ach Friede, ach göttlicher Friede!
Vom Vater durch Christum im Heiligen Geist,
welcher der Frommen Herz, Sinn und Gemüte,
in Christo zum ewigen Leben aufschleußt.
Den sollen die gläubigen Seelen erlangen,
die alles verleugnen und Jesus anhangen.

2) Richte deswegen, friedliebende Seele!
Dein Herze im Glauben zu Jesum hinan.
Was da ist droben bei Christo, erwähle,
verleugne dich selbst und den irdischen Wahn.
Nimm auf dich das sanfte Joch Christi hienieden,
so findest du Ruhe und göttlichen Frieden.

3) Nahm doch der Mittler des Friedens viel Schmerzen,
Die Sünder mit Gott zu versöhnen auf sich!
Nimm dies, o Seele, recht fleißig zu Herzen,
und siehe, was tut nicht dein Jesus für dich!
Am Kreuz dort bringt er dir Friede zuwege
und hilft dir, dass Jammer und Unruh sich lege.

4) Nun, dafür bist du ihm ewig verbunden,
du sollst dafür gänzlich sein Eigentum sein.
Er hat die ew’ge Erlösung erfunden,
und schließt in den Bund seines Friedens dich ein.
Drum siehe, dass du dich ihm gänzlich ergibest
und immer beständig von Herzen ihn liebest.

5) Siehe, von all seinen Friedensgenossen
erfordert er herzliche Liebe und Treu.
Darum sollst du treulich und tapfer ausstoßen,
Wass Jesu dir zeiget, dass wider ihn sei.
Welt, Satan und Sünde, die musst du bestreiten,
was Jesum zuwider ist, fliehen und meiden.

6) Liebe und übe, was Jesus dich lehret,
und was er dir saget, dasselbige tu.
Hasse und lasse, was sein Wort verwehret,
so findest du Frieden und ewige Ruh‘.
Ja, selig, die also sich Jesu ergeben,
und gläubig und heilig nach seinem Wort leben.

9) Jesu, du Herzog der Friedensheerscharen,
o König des Friedens, ach, zeuch uns nach dir,
dass wir den Friedensbund treulich bewahren,
im Wege des Friedens dir Folgen allhier.
Ach, lass uns doch deinen Geist kräftig regieren,
und dir nach im Frieden zum Vater hinführen.

Bartholomäus Crasselius – Um rechte Erleuchtung.

Herr Jesu, ewges Licht,
Das uns von Gott anbricht,
Pflanz doch in unsre Herzen
Recht helle Glaubenskerzen;
Ja, nimm uns gänzlich ein,
Du heilger Gnadenschein.

Ein Strahl der Herrlichkeit
und Glanz der Ewigkeit
Wirst du von dem genennet,
Der dich durch dich erkennet:
Ach, leucht auch in uns klar,
Mach dich uns offenbar!

Von dir kommt lauter Kraft,
Die Gutes wirkt und schafft;
Denn du bist Gottes Spiegel,
Sein heilig Bild und Siegel,
Sein Hauchen voller Gnad
Und sein geheimer Rat.

Hochheilig Lebenslicht!
Dein Gnadenangesicht
Und majestätisch Wesen
Leucht uns, dass wir genesen
und werden ganz befreit
Aus finstrer Dunkelheit.

Gib dich in unsern Sinn,
Nimm unsre Herzen hin;
Füll sie mit deiner Liebe
und deines Geistes Triebe,
Dass wir wahrhaftig dein‘,
Der Weisheit, Kinder sein.

Verneure du uns ganz
Durch deines Lichtes Glanz,
Dass wir im Lichte wandeln
Und allzeit tun und handeln,
Was Lichteskindern ziemt
und deinen Namen rühmt.

Tränk uns mit deinem Wein,
Dein Wasser wasch uns rein;
Salb uns mit deinem Dele,
Heil uns an Leib und Seele,
Bring uns ins Licht zur Ruh:
Du ewge Weisheit du!

Bartholomäus Crasselius – Dir, dir, Jehova will ich singen

1) Dir, dir, Jehova, will ich singen,
Denn wo ist noch ein solcher Gott wie du?
Dir will ich meine Lieder bringen,
Ach, gib mir deines Geistes Kraft dazu,
Daß ich es tu im Namen Jesu Christ,
So wie es dir durch ihn gefällig ist.

2) Zeuch mich, o Vater, zu dem Sohne,
Damit dein Sohn mich wieder zieh zu dir;
Dein Geist in meinem Herzen wohne
Und meine Sinne und Verstand regier,
Daß ich den Frieden Gottes schmeck und fühl
Und dir darob im Herzen sing und spiel.

3) Verleih mir, Höchster, solche Güte,
So wird gewiß mein Singen recht getan,
So klingt es schön in meinem Liede,
So bet ich dich im Geist und Wahrheit an,
So hebt dein Geist mein Herz zu dir empor,
Daß ich dir Psalmen sing im höhern Chor.

4) Denn der kann mich bei dir vertreten
Mit Seufzern, die ganz unaussprechlich sind,
Der lehret mich recht gläubig beten,
Gibt Zeugnis meinem Geist, daß ich dein Kind
Und ein Miterbe Jesu Christi sei
Daher ich Abba, lieber Vater! schrei.

5) Wenn dies aus meinem Herzen schallet
Durch deines Heilgen Geistes Kraft und Trieb,
So bricht dein Vaterherz und wallet
Ganz brünstig gegen mich vor heißer Lieb,
Daß mirs die Bitte nicht versagen kann,
Die ich nach deinem Willen hab getan.

6) Was mich dein Geist selbst bitten lehret,
Das ist nach deinem Willen eingericht
Und wird gewiß von dir erhöret,
Weil es im Namen deines Sohns geschieht,
Durch welchen ich dein Kind und Erbe bin
Und nehme von dir Gnad um Gnade hin.

7) Wohl mir, daß ich dies Zeugnis habe!
Drum bin ich voller Trost und Freudigkeit
Und weiß daß all gute Gabe,
Die ich von dir verlange jederzeit,
Die gibst du und tust überschwenglich mehr,
Als ich verstehe, bitte und begehr.

8) Wohl mir ich bitt in Jesu Namen,
Der mich zu deiner Rechten selbst vertritt;
In ihm ist alles Ja und Amen,
Was ich von dir im Geist und Glauben bitt.
Wohl mir, Lob dir jetzt und in Ewigkeit,
Daß du mir schenkest solche Seligkeit!

Quelle: Hymns of the 1912 Lutheran Hymnal for Church, School and Home Evangelical Lutheran Synod of Wisconsin and other States

Bartholomäus Crasselius – Biographie

Bartholomäus Crasselius, geboren 1677 zu Wernsdorf bei Glaucha in Sachsen, war in Halle ein Schüler von August Hermann Franke und wurde 1701 Pfarrer zu Nidda in der Wetterau. Von da kam er 1708 als Pastor nach Düsseldorf und trug daselbst mit unermüdlichem Eifer dafür Sorge, dass in der etwas verkommenen Gemeinde neues Leben geweckt und gefördert würde. Leider blieb er dabei nicht immer in den gesetzlichen Schranken und geriet deshalb in mancherlei unerquickliche Streitigkeiten, die sogar ein öfteres Einschreiten seiner vorgesetzten geistlichen Behörden nötig machten. Sein Todesjahr ist 1724. Was seine Lieder, deren er 9 hinterlassen hat, anbetrifft, so tragen sie meist das Gepräge eines gewaltigen Feuereifers an sich, ermangeln aber nicht selten der nötigen evangelischen Milde. Es sind meist strafende Bußgedichte.