Johann Caspar Schade – In meines Herzens Grunde dein Nam‘, Herr Christ! allein

In meines Herzens Grunde dein Nam‘, Herr Christ! allein
funkelt all‘ Zeit und Stunde, drauf kann ich fröhlich sein.
Erschein‘ mir in dem Bilde Zum Trost in meiner Not,
wie du, Herr Christ! so milde dich hast geblut’t zu Tod

In meines Herzens Grunde dein Nam‘, Herr Christ! allein
funkelt all‘ Zeit und Stunde, drauf kann ich fröhlich sein.
Wenn Alles um mich trübe, ganz schwarz und finster ist,
lass schimmern deine Liebe in mir, o Jesu Christ!

In meines Herzens Grunde dein Nam‘, Herr Christ! allein
funkelt all‘ Zeit und Stunde, drauf kann ich fröhlich sein.
den will ich auch behalten in meines Herzens Schrein,
bis ich einst werd‘ erkalten und in dir schlafen ein.

In meines Herzens Grunde dein Nam‘, Herr Christ! allein
funkelt all‘ Zeit und Stunde, drauf kann ich fröhlich sein.
In meiner Seele leuchte, dein Jesus-Nam‘ und Glut,
mich durch und durch befeuchte dein teu’res heil’ges Blut.

In meines Herzens Grunde dein Nam‘, Herr Christ! allein
funkelt all‘ Zeit und Stunde, drauf kann ich fröhlich sein.
So magst du, Welt, gleich toben und trotzen wie du willt,
ich weiß, dass Einer oben, des Nam‘ ist Sonn‘ und Schild.

In meines Herzens Grunde dein Nam‘, Herr Christ! allein
funkelt all‘ Zeit und Stunde, drauf kann ich fröhlich sein.
Die Sonne lass mir scheinen, deck mit dem Schild‘ mich zu,
so bleib‘ ich auch im Weinen und Stürmen in der Ruh‘.

In meines Herzens Grunde dein Nam‘, Herr Christ! allein
funkelt all‘ Zeit und Stunde, drauf kann ich fröhlich sein.
Aus deinem Namen strahlen Heil, Leben, Kraft und Glanz,
die meine Seel‘ bemalen mit Jesus-Farben ganz.

In meines Herzens Grunde dein Nam‘, Herr Christ! allein
funkelt all‘ Zeit und Stunde, drauf kann ich fröhlich sein.
Wenn in mir will entstehen Angst, Schrecken, Furcht und Scheu,
lass eiligst mir aufgehen, dein’n Jesus-Namen neu.

In meines Herzens Grunde dein Nam‘, Herr Christ! allein
funkelt all‘ Zeit und Stunde, drauf kann ich fröhlich sein.
Trotz, Teufel, Sünd‘, Tod, Hölle dass ihr mich tastet an;
hier ist an meiner Stelle, der euch es wehren kann.

In meines Herzens Grunde dein Nam‘, Herr Christ! allein
funkelt all‘ Zeit und Stunde, drauf kann ich fröhlich sein.
Ach, Vater! meiner schone, mein Herz zu Fuß dir fällt,
sich bloß zu deinem Sohne und seinem Namen hält.

In meines Herzens Grunde dein Nam‘, Herr Christ! allein
funkelt all‘ Zeit und Stunde, drauf kann ich fröhlich sein.
Nun, Jesu, es soll glänzen, dein Nam‘ in meiner Brust,
bis du dies wirst ergänzen und ich erwach‘ mit Lust.

In meines Herzens Grunde dein Nam‘, Herr Christ! allein
funkelt all‘ Zeit und Stunde, drauf kann ich fröhlich sein.
Erschein‘ mir in dem Bilde, zum Trost in meiner Not,
wie du, Herr Christ! so milde dich hast geblut’t zu Tod‘

Philipp Friedrich Hiller – Jesus Christus herrscht als König

Jesus Christus herrscht als König;
Alles wird ihm untertänig,
Alles legt ihm Gott zu Fuß.
Jede Zunge soll bekennen:
Jesus sei der Herr zu nennen,
Dem man Ehre geben muss!

2. Gott ist Herr, der Herr ist Einer,
Und demselben gleichet keiner,
Nein, der Sohn nur ist ihm gleich;
Dessen Stuhl ist unumstößlich,
Dessen Leben unauflöslich,
Dessen Reich ein ewig Reich.

3. Nur in ihm, o Wundergaben!
Können wir Erlösung haben,
Die Erlösung durch sein Blut.
Hörts! das Leben ist erschienen,
Und ein ewiges Versühnen
Kommt in Jesu uns zu gut.

4. Gebt, ihr Sünder, ihm die Herzen,
Klagt, ihr Kranken, ihm die Schmerzen,
Sagt, ihr Armen, ihm die Not!
Er kann alle Wunden heilen,
Reichtum weiß er auszuteilen,
Leben schenkt er nach dem Tod.

5. Allen losgekauften Seelen
Solls an keinem Gute fehlen,
Denn sie glauben, Gott zum Ruhm.
Werte Worte, teure Lehren!
Möcht doch alle Welt dich hören,
Süßes Evangelium!

6. Jauchz ihm, Menge heil‘ger Knechte!
Rühmt, vollendete Gerechte
Und du Schar, die Palmen trägt,
Und ihr Märt’rer mit der Krone,
Und du Chor vor seinem Throne,
Der die Gottesharfen schlägt!

7. Ich auch auf den tiefsten Stufen,
Ich will glauben, reden, rufen,
Ob ich schon noch Pilgrim bin:
Jesus Christus herrscht als König!
Alles sei ihm untertänig,
Ehret, liebet, lobet ihn!

Gerhard Tersteegen – Siegesfürst und Ehrenkönig,

1. Siegesfürst und Ehrenkönig,
hochverklärte Majestät,
alle Himmel sind zu wenig,
Du bist drüber weit erhöht;
sollt ich nicht zu Fuß Dir fallen,
und mein Herz vor Freude wallen,
wenn mein Glaubensaug entzückt
deine Herrlichkeit erblickt?

2. Seh ich Dich gen Himmel fahren,
seh ich Dich zur Rechten da,
seh ich, wie der Engel Scharen
alle rufen Gloria;
sollt ich nicht zu Fuß Da fallen
nicht mein Herz vor Freude wallen,
da der Himmel jubiliert,
weil mein König triumphiert?

3. Weit und breit, Du Himmelssonne,
deine Klarheit sich enthüllt
und mit neuem Glanz und Wonne
alle Himmelsgeister füllt.
Prächtig wirst Du aufgenommen,
freudig heißt man Dich willkommen;
schau, dein armes Kind auch hier
rufet Hosianna Dir.

4. Sollt ich Deinen Kelch nicht trinken,
da ich deine Klarheit seh?
Sollt mein Mut noch wollen sinken,
da ich deine Macht versteh?
Meinem König will ich trauen,
ohne Furcht und ohne Grauen,
nur in Jesu Namen mich
beugen hier und ewiglich.

5. Geist und Kraft nun überfließen,
lass sie fließen auch auf mich,
bis zum Schemel deinen Füßen
alle Feinde legen sich.
Herr, zu deinem Zepter wende
alles bis zum Weltende;
mache Dir auf Erden Bahn,
alle Herzen untertan.

6. Nun erfüllst du aller Orten
alles durch dein Nahesein:
meines Geistes enge Pforten
stehn dir offen, komm herein!
Komm, Du König aller Ehren,
Du musst auch bei mir einkehren:
ewig in mir leb und wohn
als in deinem Himmelsthron!

7. Scheidend bringst du mir dein Leben,
Gott und Himmel innig nah.
Lass mich stets den Geist erheben
gleich als stündst du sichtbar da,
fremd der Welt, von Zeit und Sinnen,
bei Dir abgeschieden drinnen,
in den Himmel schon versetzt,
da mich Jesus nur ergötzt.

(Autor: Gerhard Tersteegen (1697 – 1769))