unbekannt – Die Sequentia, Sancti Spiritus adsit nobis gratia

up Düdesch up den Pingesten

NU kum, werder Hilliger Geist,
erlücht unse herte aldermeist
mit dynem Gödtliken glantz.

Kum, Vader der armen, her,
mit dynen gaven uns tzyr,
der herten hell unde klar.

Du högeste trost in aller noth,
der Seelen gantz leeve gast
und vorquiker in der last.

Im dem arbeyd rouwe fyn,
in der hytten ein kolder Wyn,
im weenende ein söter trost.

O salig Gödtlike glantz,
erfülle de herten gantz
der, de gelöven an dy, Godt!

Ane dyne gunst unde gnade
nichtes Gade an uns behaget,
sünder ys synde dorch unde dorch.

Böge dat stiff ys unde hart,
verdörret ys make nat,
wat vorerret, bringe tho recht.

Hele dat vorwundet ys,
werme dat vorfraren ys,
scheppe dat vorkamen ys.

Gitff dynen gelövigen,
de sick gantz vortruwen,
dyner hilligen gaven riken schat.

Tzir mit dögeden unde gudt
unse herten, sin unde modt,
giff ein frölik ende, fröwde unde frede!

Quelle

unbekannt – Ein gsang auff Weihennachten

EIn kindelein so lobenlich
ist uns geboren heüte
Von einer jungfraw selberlich
zu trost uns armen leute.
Wer uns das kindlin nicht geborn,
so weren wir all zmal verlorn,
das heil ist unser allen!
O du süsser Jesu Christ,
das du mensch geboren bist,
behüt uns vor der hellen!

Die zeit die ist nun freüdenreich
zu lobe Gottes namen,
Das Christus von dem himelreich
vff erden ist gekumen.
Es ist ein groß demütigkeit,
die Gott von himel bey uns thet,
ein knecht ist er geworden,
On alles sünde uns geleich,
dardurch wir werden ewig reich,
tragt unser sünde bürde.

Wol dem, der diß gelauben ist
mit gantzem hertzen trawen!
Dem wirt die säligkeit gewiß,
wol den, die darauff bawen,
Das Christus hat genug gethan
für uns, darumb er uß gegon
von Gott dem ewigen Vatter.
O wunder über wunderthat!
Christ trägt unser missethat
und stillet unsern hader!

Des danck ihm alle Christenheit
für solche grosse güte,
Und bitte sein barmhertzigkeit,
das er uns fürhin bhüte
Vor falscher leer unnd bösem won,
darinn wir sind lang zeit geston!
er wöll uns das vergeben!
Gott vatter, sun und heilger geyst,
wir bitten von dir allermeist:
las uns inn friden leben!

Quelle

unbekannt – A solis ortus cardine.

LAßt uns von hertzen singen all,
laßt loben mit frölichem schall!
Von auffgang biß zu nydergang
ist Christ geburt worden bekandt.

Sey uns wilkommen, kindlin zart!
welche lieb zwang dich also hart?
Ain Herre aller creatur
scheynt schlechter dann ains armen burt!

Zayg an in unser hertzen grund,
das uns der Hayland werde kund,
Das wir mit dir so new geborn
dein werck befinden unverlorn,

Maria, muter, deine frucht,
die uns benimpt fraw Euen sucht,
Wie Gabriel verkündet hat
und Johannes der Prophet sagt.

Des himels taw vons vaters tron
schwingt isch owl in die junckfraw schon,
Des wirt die zarte gnaden vol
ins hertzen grund da alzumal.

Frewt euch, jr Engel, solcher ding!
jr hyrten und jr frembdeling,
Gebt Gott im höchsten preyß und syg,
den menschen auff der erden frid.

Hie leyt er in dem Krippelein,
gewunden in die tüchelein,
Geseüget so gar kümmerleich,
der da herrschet im himmelreich!

Des dancken wir dir, vatter Gott,
dir Sun, die Gayst, ain ewigs gut,
Welchs uns vergottet durch seyn wort,
yetz vermenschet durch sein geburt.

Quelle

unbekannt – Veni creator spiritus

KUmm hailiger gayst, Gott schöpffer,
such haym die gmutt deiner diener,
Erfüll mitt deiner gnaden glast
die hertzen, die erschaffen hast!

Der du, tröster hayliger gayst,
des höchsten Gottes gabe hayst,
Ain brunn des lebens, lieb und fewr,
die gaystlich salbung Gottes thewr.

Dein gab auch sibenfältig ist,
der ghrechten Gottes Finger bist,
Du machst die kelen reden süß
durchs vatters wort, das er verhieß.

Zünd an dein liecht in unserm synn,
dz unser hertz vor liebe brinn!
Die schwachait unsers leibs du merck,
mit deiner krafft ewigklich sterck!

Treyb den feynd weyt von uns hindan
und gib uns den frid von stundan
Unnd für uns durch dein gnad unnd huld,
das wir vermeyden alle schuld.

Gib uns der frewden globten lon,
gib uns der gnaden gaben schon!
Zerreiß des haders hand in grund,
verbind mit uns den frides bund!

Gib uns, das wir erkennen nun
durch dich den vatter und den sun
Und dich, der bayder gayst, glauben
zu aller zeyt ain Gott, Amen!

Quelle

unbekannt – Conditor alme Syderum.

O Herre got in ewigkait,
wie ist dein nam so wunderlich!
Er wirdt gelobt in allem landt,
er ist allen menschen bekandt.

Dein grosser gwalt unnd mächtigkeyt
der wirt erhöhet allezeyt,
Im hymel ist er auch bekannt:
du wirst ain gwaltiger Got genannt.

Von jungen kind würstu gepreyßt,
die noch mit milch werden gespeyßt,
Von wegen die dich lesterend,
das sy werden gebesserend.

Herr, ich beger anzusehen
die Sonn und Mon, auch die steren,
Du du hast gmacht mit deiner hand:
Herr, hilff, das ich kumm in dein land.

Des menschen kind hast haymgesucht,
du hast auch jm gehorsam gmacht
Alles, das du erschaffen hast,
Herr, dir sey lob und eer gesagt.

Im soll auch underworffen seyn
alle, die groß seind und klein
Und wie, Herr, ich sy nennenn soll,
darumb der mensch dir dancken soll

Im lufft die klainen Vögelein,
die müssen jm gehorsam seyn
Und die Visch, die in wassern sein:
Herr, dir sey lob und eer allein!

Quelle

unbekannt – Flehen um Erbarmen

im thon. Der unfal reit mich gantz und gar.

SIg herr, wie schwach ist mein gemüt,
ich möcht vor trauren sterben.
Erschrocken ist all mein geblüt,
mag ich kain gunst erwerben.
Vor laid ich stirb, nach gnad ich wirb,
mein schuld ist grösser worden
in helles pein, doch harr ich dein:
warumb hast mich verborgen?

Der trost ist groß in deinem wortt,
muss ich dir ye verjehen;
Noch grösser ist meins hertzen mord,
so ich mein not thet sehen.
Ach got, nu trutz, es bringt kain nutz,
so thut mein flaisch ergellen.
o herr, far für: wie ist so thür
mein angst in traurens hellen!

Wilt du dann mich umbringen gar,
so muß ich mich drein geben:
Du hast seyn macht, bekenn ich zwar,
möcht ich nur ains erleben:
Auß gnaden dein, das ich solt sein
im gayst deins worts erleüchtet.
trutz, der mir thät so ich nu het
dein holdschafft mir verpflichtet.

Gott du mein Ee bist überal,
so du mich last erfaren.
Ach jamers wee in disem tal!
thust du mich nit bewaren,
So gang ich umb und wain darumb;
es muß erfochten werden.
O du mein gott, ich treib kain spott:
was thun ich auff der erden?

Häts etwan ainr zu mir gesagt,
die stirn het sich gerumpfen:
Yetz sich ich selbs, ich bin verzagt,
so du mich so thust rupffen
Auß gantzer heüt; es bochend leüt:
vatter, wenn wilt mich holen
auß jamers angst, wie du wol kanst?
erlösch die haissen kolen!

Erbarm dich mein, o vatter milt,
und laß mich nicht entgelten!
Es thut für war hefftig und gilt,
ich thu nichts, dann dich schelten.
O herr verzeich, ich bkenne dich:
du wirdst mir nit abschlahen.
Ich hoff in dich, halt nichts auff mich:
thu mich flucks zu dir laden!

O Gott, erlöß die gfangnen.

Quelle

unbekannt – Der viii. Psalm Dauid

Im thon, als man disen Hymnus singt Conditor alme syderum.

O Herre Gott in deynem reych
wie ist dein nam so wunderleich,
Er wirt gelobt in allem landt
vnd ist den menschen wol bekandt.

Vol grosser gwalt vnnd mechtigkeyt
du wirst erhöhet alle zeyt,
Im hymel bistu auch bekandt
vnd wirst ein gwaltiger Got genant.

Von jungen kind wirstu gepreyst,
die noch mit milch wern gespeyst,
Von wegen der feynd, die dich lestern
vnd die sich dardurich bessern.

Herr, ich beger zu sehen an
die Sunn, sternen vnd auch den Man,
Die du hast gmacht mit deiner handt,
hilff, das wir kumen in deyn landt.

Was ist der mensch, daß du sein gedenckst
vnd jm so grosse gaben schenckst
Vnd hast jn gmacht den Engeln gleych,
die do wonen in deynem reych.

Vnd heymgesucht des menschen kindt,
auch alle ding vnter jm sind,
Damit du jn doch hast begabt,
Herr, dir sey lob vnd ehr gesagt.

Im sol auch vnterworffen seyn
all thier, sie sind groß oder kleyn,
Vnd wie, Herr, ich die nennen sol,
darum der mensch dir dancken sol.

Im lufft die kleynen vögeleyn
die müssen jm gehorsam seyn,
Vnd dy fisch, die im wasser seyn,
Herr, dir sey lob vnd ehr alleyn!

Quelle

unbekannt – Hymnus Ad cenam agui rc.

Aus dem „Psalter mit aller Kirchenuebung rc. Straßburg bey Wolff Köphl.“ M. D. XXXIX.

LAßt vns nun alle fürsichtig sein,
dz Osterlamb mit rechtem schein
Vnd mit reinem hertzen niessen,
das Christus in vns werde süsse.

Welchs aller heilgster zartster leib
am holtz des creütz für vns leid,
Da vergoß er sein zartes blut
seinen außerwelten zu gut.

Das wir solln all erlöset sein
voin des ewigen todes pein,
Ist figürlich solchs bedüten,
da Pharao wort erseüffet.

Drumb ist Christ vnser Osterlamb,
welchs der welt sünd hinweck nam,
Geopffert für vns gedultig,
gewan also des todes sieg.

O du zartes opffer der welt,
mitt welchem die hell ward gefellt
Vnnd erlößt die gefangen warn
langzeit vnder dem hellschen scharn.

Da Christ vom tod erstanden war,
freüdten sich mit jhm all ding zwar,
Das des Teüffels band wurden lam
vnnd das Paradeiß auffgethan.

Wir bitten dich, Herr aller ding,
auß hertzen grund, das dis geling,
Das du in diser Osterzeit
vns zu deinem werck machst bereit.

Preiß sei dir, Herre Jesu Christ,
der du vom tod erstanden bist,
Lern vns dein heilgen willen thun
vnd im glauben nemen zu.

Wackernagel – Kirchenlied

unbekannt – Gott ist mein Heil

HErtzlich lieb hab ich dich, mein Gott,
mein Hort, auff den ich trawe,
Vnd mein Erretter in der not,
mein Fels, darauff ich bawe:
Mein Sterck vnd Burg allein du bist,
darauff ich mich verlasse,
Mein Schild und Schutz dein Wort mir ist,
welchs ich im glauben fasse.

Gott ist mein Heil und Lebens krafft,
mein Horn, darauff ich trotze,
Sein Gnaden wort mein sterck vnd safft,
mein hoffnung ich drauf setze.
Gott ist mein Schatz vnd Glaubens liecht,
mein hülff vnd trost alleine,
Meins hertzen freud vnd zuuersicht,
der Welt gunst acht ich kleine.

HErr Gott hilff mir, das ich dich kan
von hertzen Vater nennen,
Vnd Christum, deinen lieben Son,
im glauben recht erkennen,
Das sein Blut mich vom Tod erlost,
mir bracht das ewig Leben.
HErr Jhesu Christ, dein hülff vnd trost
mir allzeit wollest geben.

Gott heilger Geist, dein gnad verley,
das ich dis wort behalte,
Das mein glaub nicht sey Heucheley,
die lieb auch nicht erkalte.
Gott, du heilge Dreyfaltigkeit,
dein krafft mich wöll bewaren,
Vnd sterck meins Fleisches blödigkeit,
wenn ich von hinn sol fahren.

Wackernagel – Kirchenlied

unbekannt – Täglich will ich dich loben

3. Jahrhundert

Täglich will ich dich loben,
Und deinen Namen preisen in Ewigkeit,
Ja bis in alle Ewigkeit.
Würdige uns, Herr, auch diesen Tag
Uns frey von Sünden zu bewahren.
Sey gelobt, Herr, Gott unsrer Väter,
Und gepriesen und verherrlicht sey dein Name ewig. Amen.
Sey gelobt, Herr, lehre mich deine Rechte.
Herr, du bist unsre Zuflucht für und für.
Ich sprach: Herr, erbarm dich mein!
Heile meine Seele, denn an dir hab‘ ich gesündigt.
Herr, zu dir fliehe ich.
Lehre mich thun deinen Willen, denn du ibst mein Gott.
Des Lebens Quelle ist bey dir,
In deinem Lichte sehen wir das Licht.
Verbreite deine Gnade über alle, die dich kennen.