unbekannt – Täglich will ich dich loben

3. Jahrhundert

Täglich will ich dich loben,
Und deinen Namen preisen in Ewigkeit,
Ja bis in alle Ewigkeit.
Würdige uns, Herr, auch diesen Tag
Uns frey von Sünden zu bewahren.
Sey gelobt, Herr, Gott unsrer Väter,
Und gepriesen und verherrlicht sey dein Name ewig. Amen.
Sey gelobt, Herr, lehre mich deine Rechte.
Herr, du bist unsre Zuflucht für und für.
Ich sprach: Herr, erbarm dich mein!
Heile meine Seele, denn an dir hab‘ ich gesündigt.
Herr, zu dir fliehe ich.
Lehre mich thun deinen Willen, denn du ibst mein Gott.
Des Lebens Quelle ist bey dir,
In deinem Lichte sehen wir das Licht.
Verbreite deine Gnade über alle, die dich kennen.

unbekannt – Morgengesang

3. Jahrhundert

Ehre sey Gott in der Höhe,
Und Friede auf Erden,
Den Menschen ein Wohlgefallen!
Wir loben dich,
Wir preisen dich,
Wir beten dich an,
Wir verkünden deinen Ruhm,
Wir danken dir
Wegen deiner großen Herrlichkeit,
Herr, himmlischer Regierer,
Allmächt’ger, dir, Gott Vater,
Dir, Herr, du Eingeborner
Vom Vater, Jesus Christus,
Und dir, o heil’ger Geist,
Herr unser Gott.
Lamm Gottes,
Sohn des Vaters,
Du, der da trägt der Menschheit Sünden,
Nimm gnädig unsre Bitte an;
Du, der da sitzet zu des Vaters Rechten,
Erbarm dich unser!
Denn du allein bist heilig,
Du allein der Herr,
Jesus Christus,
Zu Ehren Gott dem Vater. Amen.

Böhmische Brüder – Psalm 48. Magnus DOMINUS

GOtt wolln wir loben,
der mit edlen gaben
die Kirch, sein heilige Stad,
herrlich erbawet hat
Durch sein Geist und wort
an eim lieblichen ort,
an dem schönen berg Zion,
auff Christum, seinen Son!
Da sie kein trübsal verletzen kan,
sondern wechst und blühet fur jederman
schön und zart,
in wolfart,
in lieb und in einigkeit,
zu jrer seligkeit!In dieser Heubtstad
ist König der HERR Gott,
der sie schützt mit seiner hand,
ist darinn wol bekand,
Sihe, dargegen
theten sich offt legen
viel König mit frechem mut,
strebten nach jrem blut:
Aber, nu hört! im ersten anblick
entsetzten sie sich, fülten jr unglück,
sahen bald
Gottes gwalt
und wurden allsampt zaghafft
furs grossen Königs krafft!

Zittern und schmertzen,
angst und weh im hertzen
kam sie an in jrem leib
wie ein geberend weib!
Wurden geschlagen
mit plötzlichen plagen,
jr macht und trutz wart verkürtzt,
durch himlisch krafft gestürtzt!
Wie der ostwind die schiff umbkeret,
so auch der welt helden widerferet:
jr anschleg,
böse weg,
zurstört Gott mit starcker hand,
zurwirfft sie wie den sand!

Wie wir gehöret
von Vetern geleret,
das Gott sein Volck stets behüt
durch seine grosse güt,
Also wirs sehen
in gleichem fall gehen
hie an unsers Gottes Stad,
fur augen ist die that!
Denn Gott erhelt sie jtzt und allzeit,
befestigt drinn sein stuel in ewigkeit,
so viel mehr,
weil der Herr
nu selbst drein gezogen ist,
unser Herr Jhesus Christ!

Unser gemüte
tröst sich solcher güte
im mittel seiner Gemein,
da er wil ewig sein.
Gott, wie hoch dein Nam,
so hoch ist auch dein rhum,
dauon ein lieblicher schall
geht uber berg und thal!
Denn durch unser Heil gistu ans licht
deine gerechtigkeit und dein gericht,
du behütst
und beschützst
dein volck zu wasser und land,
das dein trew werd bekand!

Frew dich, o Zion,
deiner herrlichen kron!
denn Gott gibt dir sieg zur zier,
darinnen triumphier!
Macht euch umb Zion
und umbfahet sie schon,
jr sted Juda! schawt, wie fest
sie verwart ist auffs best!
Legt vleis an den baw ewrer Heubtstad,
das mans den nachkomen zu sagen hat,
denn es wird
jre zierd
in der welt weit ausgebreit,
kümt auff die Christenheit!

Nu, lieben Christen,
des solt jr euch trösten!
denn jr seid die nachkomen,
die Gemein der fromen,
Die Gott erwelet,
unter sein Volck zelet
und annimt zum Eigenthum:
o welch ein hoher rhum!
Fasset solche gnad tieff zu hertzen,
und bedenckt, mit was ewigen schetzen
wird geehrt
und vermehrt
die Kirch in der Christenheit
zur lieb und einigkeit!

Schawt da, welch wolthat,
allerley hülff und rat,
die dienst, Wort und Sacrament,
ein schönes regiment,
Sichere wonung,
gute zucht und ordnung,
da trewe Diener durchaus
wachen ob Gottes Haus!
Ja, da rast und wont selbs unser Gott,
der mechtigste König, HERR Zebaoth!
der thut uns
lieb und gunst
in dieser gnadreichen zeit
wol bis in ewigkeit!

Wackernagel – Das deutsche Kirchenlied von Martin Luther bis auf Nicolaus Herman und Ambrosius Blaurer
Weitere Texte des Autors in der „Glaubensstimme“

Heyden, Sebald – Der 80. Psalm

zu singen unnd zu beten für die Christliche Kirchen, Wider alle Widerchristen und Verfolger deß Göttlichen Worts, in Gesangweiß gestellt: durch Sebaldum Heiden.

(766 Geistliche Psalmen rc. Nürnberg M. DC. VII. in 8°, Seite 245.)

GOtt, du Hirt Israels, merck auff,
der du Josephs hütst wie der Schaf:
dein Herde nicht verlasse!
Erschein, Herr, auff dem Cherubin,
erweck dein Gwalt für Ephraim,
Benjamin und Manasse!
Komb uns zu Hülff und tröst uns, Herr!
dein Antlitz laß leuchten jmmer!
so mögen wir genesen.
Herr Gott Zebaoth, zürn nicht steht,
erhör gnedig deins Volcks Gebet,
wir müsten sonst verwesen!

Du speissest uns mit Thränen Brodt
unnd trenckest uns mit klagens Roth
nie deines Wortes sachen.
Den Nachbawrn setzst du uns zum Zanck,
jerdman thut uns Gewalt und Zwanck,
unser feind uns verlachen.
Sie schreyen über uns: Mordt! Mordt!
drumb, daß wir stehn bey deinem Wort
unnd fliehen Gottloß Wesen:
HERR GOtt Zebaoth, tröst unns doch!
laß dein Antlitz unns leuchten noch,
so mögen wir genesen!

Du hast dir auß Egypten bracht
ein Weinstock und zum Garten gmacht,
die Heiden außgerottet;
Du hast jhm seine Weg gebaut,
daß Er erfüllet hat die Land,
sein Wurtzel tieff geleitet;
Berg sind mit seinem Schatten deckt,
sein Reben GOttes Cedern heckt,
sein Gwechs an das Meer reichet:
HERR, warum hast du brochen ein
seinen Zaun, das nun laufft darein
unnd reißt als, was fürstreichet?

Es haben jhn zerwüllt die Sew,
die wilden Thier verderbt ohn Schew,
verwüst an allen orten:
HERR GOtt Zebaoth, wend dich doch,
schaw vom Himmel und sihe noch,
besuch diesen Weingarten!
Halt jhn im Baw, den deine Hand
gepflantzet hat, daß sein Bestand
durch dein Wahl ewig were!
Sih drein und schildt des Brenners Glut
und straff des Reiffers übermuth,
daß jhr ein Ende werde!

Dein Hand geb Schutz den Leuten dein,
die dir zu deiner Rechten seyn,
durch dich erwehlt zusammen,
So wölln wir von dir weichen nicht,
nur laß unns, HERR, deß Lebens Liechts,
so ruffn wir an dein Namen.
HERR GOtt Zebaoth, steh uns bey!
deins Antlitz Liecht stets ob unns sey!
so seyn wir, Herr, genesen,
Durch JEsum CHristum, deinen Sohn,
der mit dir inn deß Himmels Thron
Gott ist in gleichem Wesen!

Wackernagel – Das deutsche Kirchenlied von Martin Luther bis auf Nicolaus Herman und Ambrosius Blaurer