Johann Eusebius Schmidt – Fahre fort!

Zion, fahre fort im Licht,
Mache deinen Leuchter helle,
Lass die erste Liebe nicht,
Suche stets die Lebensquelle,
Zion, dringe durch die enge Pfort,
Fahre fort!

Leide dich!
Zion, leide ohne Scheu
Trübsal, Angst mit Spott und Hohne,
Sei bis in den Tod getreu,
Siehe auf die Lebenskrone:
Zion, fühlest du den Schlangenstich,
Leide dich!

Folge nicht!
Zion, folge nicht der Welt,
Die dich suchet groß zu machen,
Achte nichts ihr Gut und Geld,
Nimm nicht an den Stuhl des Drachen:
Zion, wenn sie dir viel Lust verspricht,
Folge nicht!

Prüfe recht!
Zion, prüfe recht den Geist,
Der dir ruft zu beiden Seiten,
Tue nicht, was er dich heißt,
Lass nur deinen Stern dich leiten:
Zion, meide das, was krumm und schlecht,
Prüfe recht!

Dringe ein!
Zion, dringe ein in Gott,
Stärke dich mit Geist und Leben,
Sei nicht wie die andern tot,
Sei du gleich den grünen Reben:
Zion, in die Kraft, für Heuchelschein,
Dringe ein!

Brich herfür!
Zion, brich herfür in Kraft,
Weil die Bruderliebe brennet,
Zeige, was der in dir schafft,
Der als seine Braut dich kennet
Zion, durch die dir gegebne Tür
Brich herfür!

Halte aus!
Zion, halte deine Treu,
Lass dich ja nicht laulich finden.
Auf! das Kleinod rückt herbei,
Auf! verlasse, was dahinten:
Zion, in dem letzten Kampf und Strauß
Halte aus!

Johann Heinrich Schröder – Jesu, hilf siegen!

Jesu, hilf siegen, du Fürste des Lebens,
Sieh, wie die Finsternis dringet herein,
Wie sie ihr höllisches Heer nicht vergebens
Mächtig aufführet, mir schädlich zu sein!
Satan der sinnet auf allerhand Ränke,
Wie er mich sichte, verstöre und kränke.

Jesu, hilf siegen, der du mich erkaufet!
Rette, wenn Fleisch und Blut, Satan und Welt
Mich zu berücken ganz grimmig anlaufet
Oder auch schmeichelnd sich listig verstellt.
Wenn Babel wütet von außen und innen,
Lass mir, Herr, niemals die Hilfe zerrinnen.

Jesu, hilf siegen! Ach! wer muss nicht klagen:
Herr, mein Gebrechen ist immer vor mir!
Hilf, wenn die Sünden der Jugend mich nagen,
Die mein Gewissen hält täglich mir für.
Ach! lass mich schmecken dein kräftig Versühnen
Und dies zu meiner Demütigung dienen.

Jesu, hilf siegen! Wenn in mir die Sünde,
Eigenlieb, Hoffart und Missgunst sich regt;
Wenn ich die Last der Begierden empfinde
und sich mein tiefes Verderben darlegt:
So hilf, dass ich vor mir selbst mag erröten
Und durch dein Leiden mein sündlich Fleisch töten.

Jesu, hilf siegen! und lege gefangen
In mir die Lüste des Fleisches und gib,
Dass bei mir lebe des Geistes Verlangen,
Aufwärts sich schwingend durch heiligen Tricb;
Lass mich eindringen ins himmlische Wesen,
So wird mein Geist, Leib und Seele genesen.

Jesu, hilf siegen, damit auch mein Wille
Dir, Herr, sei gänzlich zu eigen geschenkt
Und ich mich stets in dein Wollen verhülle,
Wo sich die Seele zur Ruhe hinlenkt;
Lass mich mir sterben und alle dem Meinen,
Dass ich mich zählen kann unter die Deinen.

Jesu, hilf siegen! In allerlei Fällen
Gib mir die Waffen des Lichtes zur Hand;
Wenn mir die höllischen Feinde nachstellen,
Dich mir zu rauben, o edelstes Pfand,
So hilf mir Schwachen mit Allmacht und Stärke,
Dass ich, o Liebster! dein Dasein vermerke.

Jesu, hilf siegen! Wer mag sonst bestehen
Wider den listig verschmitzeten Feind?
Wer mag doch dessen Versuchung entgehen,
Der wie ein Engel des Lichtes erscheint?
Ach, Herr, wo du weichst, so muss ich ja irren,
Wenn mich der Schlangen List sucht zu verwirren.

Jesu, hilf siegen und lass mich nicht sinken!
Wenn sich die Kräfte der Lügen aufblähn
Und mit dem Scheine der Wahrheit sich schminken,
Lass doch viel heller dann deine Kraft sehn.
Steh mir zur Rechten, o König und Meister!
Lehre mich kämpfen und prüfen die Geister.

Jesu, hilf siegen im Wachen und Beten:
Hüter, du schläfst ja und schlummerst nicht ein;
Lass dein Gebet mich unendlich vertreten,
Der du versprochen mein Fürsprech zu sein:
Wenn mich die Nacht mit Ermüdung will decken,
Wollst du mich, Jesu, ermuntern und wecken.

Jesu, hilf siegen! Wenn alles verschwindet
Und ich mein nichts und Verderben nur seh;
Wenn kein Vermögen zu beten sich findet,
Wenn ich bin wie ein verschüchtertes Reh:
Ach, Herr, so wollst du im Grunde der Seelen
Dich mit dem innersten Seufzen vermählen.

Jesu, hilf siegen und lass mirs gelingen,
Dass ich das Zeichen des Sieges erlang,
So will ich ewig dir Lob und Dank singen,
Jesu, mein Heiland, mit frohem Gesang.
Wie wird dein Name da werden gepriesen,
Wo du, o Held, dich so mächtig erwiesen!

Jesu, hilf siegen! Lass bald doch erschallen,
Dass Zion rufet: Es ist nun vollbracht!
Babel, die stolze, ist endlich gefallen,
Die da bishero so lang hat gekracht.
Ach, Herr, komm, mache ein Ende des Krieges,
Schmücke dein Zion mit Palmen des Sieges!

Jesu, hilf siegen, damit wir uns schicken,
Würdig zur Hochzeit des Lammes zu geh‘n
Kleide dein Zion mit güldenen Stücken,
Lass uns den Untergang Babels einst sehn!
Doch wohlan! kracht es, so wird es bald liegen;
Auf, Zion! rüste dich: Jesus hilft siegen!

Justus Falckner – Aufforderung zum Kampfe.

Auf, ihr Christen, Christi Glieder,
Die ihr noch hangt an dem Haupt,
Auf, wacht auf, ermannt euch wieder,
Eh ihr werdet hingeraubt.
Satan beut
An den Streit
Christo und der Christenheit.

Auf! folgt Christo eurem Helde:
Trauet seinem starken Arm;
Liegt der Satan gleich zu Felde
Mit dem ganzen Höllenschwarm:
Sind doch der
Noch viel mehr,
Die da stets sind um uns her.

Nur auf Christi Blut gewaget,
Mit Gebet und Wachsamkeit:
Dieses machet unverzaget
Und recht tapfre Kriegesleut.
Christi Blut
gibt uns Mut,
Tilgt des Satans Zornesglut.

Christi Heeres Kreuzesfahne,
So da weiß und rot gesprengt,
Ist schon auf dem Siegesplane
Uns zum Troste ausgehängt.
Wer hier kriegt,
Nie erliegt,
Sondern unterm Kreuze siegt.

Diesen Sieg hat auch empfunden
Vieler Heilgen starker Mut,
Da sie haben überwunden
Fröhlich durch des Lammes Blut:
Sollten wir
Denn allhier
Nicht auch streiten mit Begier?

Wer die Sklaverei nur liebet
In der Zeit und Ewigkeit,
Und den Sünden sich ergibet:
Der hat wenig Lust zum Streit;
Denn die Nacht,
Satans Macht
Hat ihn in den Schlaf gebracht.

Aber wen die Weisheit lehret,
Was die Freiheit für ein Teil:
Dessen Herz zu Gott sich kehret,
Seinem allerhöchsten Heil,
Sucht allein,
Ohne Schein,
Christi freier Knecht zu sein.

Denn vergnügt auch wohl das Leben
So der Freiheit mangeln muss?
Wer sich Gott nicht ganz ergeben,
Hat nur Müh, Angst und Verdruss.
Der, der kriegt
Recht vergnügt,
Wer sein Leben selbst besiegt.

Drum auf! lasst uns überwinden
In dem Blute Jesu Christ
Und an unsre Stirne binden
Sein Wort, so ein Zeugnis ist,
Das uns deckt
und erweckt
Und nach Gottes Liebe schmeckt.

Unser Leben sei verborgen
Mit Christo in Gott allein,
Auf dass wir an jenem Morgen
Mit ihm offenbar auch sein,
Da das Leid
Dieser Zeit
Werden wird zu lauter Freud;

Da Gott seinen treuen Knechten
Geben wird den Gnadenlohn,
und die Hütten der Gerechten
Stimmen an den Siegeston;
Da fürwahr
Gottes Schar
Ihn wird leben immerdar.

unbekannt – Sehnsucht nach dem Himmel.

O heilig Stadt,
Die Gott uns hat
Im Himmel oben gebauen,
Nun steht zu dir
All mein Begier,
Mein Hoffnung und Vertrauen.

Brunnenquell,
Daraus gar hell
Die Seligkeit tut fließen,
Ach, dass mein Mund
Allein ein Stund
Sein Lust in dir könnt büßen.

O güldnes Haus,
Lieblich durchaus,
Dem, der dich nur betrachtet;
Ein solcher hie
Ohn alle Müh
Die ganze Welt verachtet.

Wenn du so schön
und angenehm
Bist dem, dem von dir träumet:
Wie muss dem sein,
Der gar hinein
Zu deiner Glorie kömmet.

Was kein Aug hie
Gesehen nie,
Kein Ohr hat können hören,
Ist alls in dir,
Was ich nur mir
Kann wünschen und begehren.

Darum ich mir
Steif nehme für,
All Wollust zu verlassen,
Dass ich in Freud
Ohn alles Leid
Empfang ohn alle Maßen.

Mein Gott und Herr,
Was ich begehr,
Das kannst allein du geben,
Gib mir Geduld,
Dass ich dein Huld
Erwerb in jenem Leben.

Johann Sigismund Kunth. – Die Ruhe des Volkes Gottes. (Hebr. 4, 9. )

Es ist noch eine Ruh vorhanden:
Auf, müdes Herz, und werde Licht!
Du seufzest hier in deinen Banden,
und deine Sonne scheinet nicht:
Sieh auf das Lamm, das dich mit Freuden
Dort wird vor seinem Stuhle weiden;
Wirf hin die Last, und eil herzu.
Bald ist der schöne Kampf geendet,
Bald, bald der saure Lauf vollendet:
So gehst du ein zu deiner Ruh.

Die Ruhe hat Gott auserkoren,
Die Ruhe, die kein Ende nimmt.
Es hat, da noch kein Mensch geboren,
Die Liebe sie uns so bestimmt.
Das Lämmlein wollte darum sterben,
Uns diese Ruhe zu erwerben;
Es ruft, es locket weit und breit:
Ihr müden Seelen und ihr Frommen,
Versäumet nicht, heut einzukommen
Zu meiner Ruhe Lieblichkeit.

So kommet denn, ihr matten Seelen,
Die manche Last und Bürde drückt:
Eilt, eilt aus euren Kummerhöhlen,
Geht nicht mehr krumm und sehr gebückt.
Ihr habt des Tages Last getragen;
Dafür lässt euch das Lämmlein sagen:
Ich selbst will eure Ruhstatt sein.
Ihr seid sein Volk, ihr Jacobiten;
Ob Sünde, Welt und Teufel wüten:
Seid nur getrost und gehet ein.

Was mag wohl einen Kranken laben
und einen müden Wandersmann?
Wo jener nur ein Bettlein haben.
und sanfte darauf ruhen kann;
Wenn dieser sich darf niedersetzen,
An einem frischen Trunk ergötzen:
Wie sind sie beide so vergnügt!
Doch dies sind kurze Ruhestunden:
Es ist noch eine Ruh erfunden,
Da man auf ewig stille liegt.

Da wird man Freudengarben bringen;
Denn unsre Tränensaat ist aus;
Welch ein Jubel wird erklingen
Und süßer Ton ins Vaters Haus!
Schmerz, Seufzen, Leid, Tod und dergleichen,
Wird müssen fliehn und von uns weichen.
Wir werden auch das Lämmlein sehn;
Es wird beim Brünnlein uns erfrischen,
Die Tränen von den Augen wischen:
Wer weiß, was sonst noch soll geschehn?

Kein Durst noch Hunger wird uns schwächen;
Denn die Erquickungszeit ist da.
Die Sonne wird uns nicht mehr stechen:
Das Lamm ist seinem Volke nah.
Es will selbst über ihnen wohnen
und ihre Treue wohl belohnen
Mit Licht und Trost, mit Ehr und Preis.
Es werden die Gebeine grünen.
Der große Sabbath ist erschienen,
Da man von keiner Arbeit weiß.

Da ruhen wir, und sind im Frieden,
Und leben ewig sorgenlos.
Ach fasset dieses Wort, ihr Müden,
Legt euch dem Lamm in seinen Schoß!
Ach! Flügel her, wir müssen eilen:
und uns nicht länger hier verweilen:
Dort wartet schon die frohe Schar.
Fort, fort, mein Geist, zum Jubilieren!
Begürte dich zum Triumphiren!
Auf, auf, es kommt das Ruhejahr!

Simon Dach – Seligkeit der Vollendeten (modernisierte Fassung)

O wie selig seid ihr doch, ihr Frommen,
Die ihr durch den Tod zu Gott gekommen;
Ihr seid entgangen
Aller Not, die uns noch hält gefangen.

Muss man doch hie wie im Kerker leben,
Da nur Sorge, Furcht und Schrecken schweben;
Was wir hie kennen,
Ist nur Müh und Herzenleid zu nennen.

Ihr hingegen ruht in eurer Kammer,
Sicher und befreit von allem Jammer,
Kein Kreuz und Leiden
Ist euch hinderlich in euren Freuden.

Christus wischet ab euch alle Tränen;
Habt das schon, wonach wir uns erst sehnen:
Euch wird gesungen,
Was durch keines Ohr allhie gedrungen.

Ach, wer wollte denn nicht gerne sterben
Und den Himmel für die Welt ererben?
Wer wollt hie bleiben,
Sich den Jammer länger lassen treiben?

Komm, o Christe, komm, uns auszuspannen,
Lös uns auf und führ uns bald von dannen!
Bei dir, o Sonne,
Ist der frommen Seelen Freud und Wonne.

Simon Dach – O, wie selig seydt ihr doch, ihr frommen, (Original)

Johann Matthäus Meyfart – Das himmlische Jerusalem

Joh. Matth. Meyfart – Das himmlische Jerusalem.

Jerusalem, du hochgebaute Stadt,
Wollt Gott, ich wär in dir!
Mein sehnlich Herz so groß Verlangen hat,
Und ist nicht mehr bei mir;
Weit über Berg und Tale,
Weit über blache Feld
Schwingt es sich über alle
Und eilt aus dieser Welt.

O schöner Tag und noch viel schönste Stund,
Wann wirst du kommen schier?
Da ich mit Lust, mit Freud und freiem Mut
Die Seele geb von mir
In Gottes treue Hände
Zum auserwählten Pfand,
Dass sie mit Heil anlände
In jenem Vaterland?

Im Augenblick wird sie erheben sich
Bis an das Firmament,
Wenn sie verlässt so sanft, so wunderlich
Die Stätt der Element;
Fährt auf Eliä Wagen
Mit engelischer Schar,
Die sie in Händen tragen,
Umgeben ganz und gar.

Ehrenburg, sei nun gegrüßet mir:
Tu auf der Gnaden Pfort!
Wie große Zeit hat mich verlangt nach dir,
Eh ich bin kommen fort
Aus jenem bösen Leben,
Aus jener Nichtigkeit,
und mir Gott hat gegeben
Das Erb der Ewigkeit.

Was für ein Volk, was für ein edle Schar
Kommt dort gezogen schon?
Was in der Welt von Auserwählten war,
Seh ich; die beste Kron,
Die Jesus mir, der Herre,
Entgegen hat gesandt,
Da ich noch war so ferne
In meinem Tränenland.

Propheten groß und Patriarchen hoch,
Auch Christus insgemein:
Die weiland dort trugen des Kreuzes Joch
Und der Tyrannen Pein:
Schau ich in Ehren schweben,
In Freiheit überall,
Mit Klarheit hell umgeben,
Mit sonnenlichtem Strahl.

Wenn dann zuletzt ich angelanget bin
Ins schöne Paradeis:
Von höchster Freud erfüllet wird der Sinn,
Der Mund voll Lob und Preis.
Das Halleluja reine
Spielt man in Heiligkeit,
Das Hosianna feine
Ohn End in Ewigkeit,

Mit Jubelklang, mit Instrumenten schön
Auf Chören ohne Zahl,
Dass von dem Klang und von dem süßen Ton
Erbebt der Freudensaal:
Mit hundert tausend Zungen,
Mit Stimmen noch vielmehr,
Wie von Anfang gesungen
Das himmelische Heer.

Joh. Georg Albinus. – Herrlichkeit jenes Lebens.

Alle Menschen müssen sterben,
Alles Fleisch vergeht wie Heu;
Was da lebet, muss verderben,
Soll es anders werden neu.

Dieser Leib, der muss verwesen,
Wenn er anders soll genesen
Der so großen Herrlichkeit,
Die den Frommen ist bereit.

Drum so will ich dieses Leben,
Wenn es meinem Gott beliebt,
Auch ganz willig von mir geben;
Bin darüber nicht betrübt.

Denn in meines Jesu Wunden
Hab ich schon Erlösung funden,
Und mein Trost in Todesnot
Ist des Herren Jesu Tod.

Jesus ist für mich gestorben,
Und sein Tod ist mein Gewinn;
Er hat mir das Heil erworben:
Drum fahr ich mit Freuden hin,

Hin aus diesem Weltgetümmel
In den schönen Gotteshimmel,
Da ich werde allezeit
Schauen die Dreifaltigkeit.

Da wird sein das Freudenleben,
Da viel tausend Seelen schon
Sind mit Himmelsglanz umgeben,
Dienen Gott vor seinem Thron;

Da die Seraphinen prangen
Und das hohe Lied anfangen:
Heilig, heilig, heilig heißt
Gott der Vater, Sohn und Geist!

Da die Patriarchen wohnen,
Die Propheten allzumal;
Wo auf ihren Ehrenthronen
Sitzet die gezwölfte Zahl;

Wo in so viel tausend Jahren
Alle Frommen hingefahren;
Da wir unserm Gott zu Ehrn
Ewig Hallelujah hörn.

Jerusalem, du Schöne!
Ach wie helle glänzest du!
Ach wie lieblich Lobgetöne
Hört man da in sanfter Ruh!

Ach der großen Freud und Wonne:
Jetzund gehet auf die Sonne,
Jetzund gehet an der Tag,
Der kein Ende nehmen mag.

Ach ich habe schon erblicket
Alle diese Herrlichkeit:
Jetzo werd ich schön geschmücket
Mit dem weißen Himmelskleid,

Mit der güldnen Ehrenkrone;
Stehe da vor Gottes Throne,
Schaue solche Freude an,
Die kein Ende nehmen kann.

Nun hier will ich ewig wohnen,
Meine Lieben, gute Nacht,
Eure Treu wird Gott belohnen,
Die ihr habt an mir vollbracht.

Liebste Kinder und Verwandten,
Brüder, Freunde und Bekannten,
Lebet wohl zu guter Nacht!
Gott sei Dank, es ist vollbracht!