Selneccer, Nikolaus – Nun freut euch lieben Kinderlein,

Christlied für die Kinder

Nach eigener Melodie.

Nun freut euch lieben Kinderlein,
Der heilge Christ will kommen herein.
Mit seinen lieben Engelein
Will er selbst allzeit bei uns sein.
Halleluja.

Er will uns schenken Güter viel
Und was man nur bedarf und will.
Er wird geborn ein Kindlein klein,
Daß er uns mach von Sünden rein.
Halleluja.

Mit Freuden wir empfahen ihn
Und gehn fein nach einander hin,
Gott sei gelobt im höchsten Thron,
Der uns begnadt mit seinem Sohn.
Halleluja.

Bist willkomm, du mein edler Gast,
Den Sünder nicht verschmähet hast.
Herr Jesu Christ mich nicht verlaß,
Auf dich ich mich allein verlaß.
Halleluja.

Ich bin dein armes Brüderlein,
Ich bin dein armes Schwesterlein,
Mit deinem Blut gefärbet fein,
Von Sünden abgewaschen rein.
Halleluja.

O du mein Herz, mein Trost und Freud,
Mir ist vergangen alles Leid.
Du treuer Hort Herr Jesu Christ,
Allein du mein Erlöser bist.
Halleluja.

Dir sei Lob, Ehr in Ewigkeit
Für deine groß Barmherzigkeit.
Steh du bei uns zu aller Zeit,
Mit deinen Engeln stets bereit.
Halleluja.

Seel, Leib und Lebn befehln wir dir,
Durch dich allein werdn selig wir,
Du giebst uns alls, ist alles dein,
Laß uns nur deine Kinder sein.
Halleluja.

Selneccer – Himmelfahrt

Selneccer, Nikolaus – Danket dem Herrern unserm Gott

1. Danket dem Herrern unserm Gott,
dir euch allzeit errettet.
Singt Hallelujah früh und spät,
kommt her, den Herrn anbetet.
Er ist freundlich von großer Güt,
Ewig wird seine Gnade,
er als ein Vater uns dies Zweck
daß uns nichts könne schaden.

2. Er hat euch all zusammen bracht
vom Aufgang und vom Morgen,
Vom Süd, von West, von Mitternacht,
und tut euch all versorgen.
Die In der Wüsten nah und weit
kein Statt noch Herberg gfunden
vertrieben Sie zogen daher,
kein Speis sie haben funden.

3. Hungrig und durstig, bald verschmacht,
zum Herrern herzlich beten:
Er bald sie hört, zu recht auch bracht,
tat sie gewaltlich erretten.
Gab in nach aller Notierung gnug,
daß sie kein Leid mehr schwächte
half Ihnen aus mit guten Sug
und gab in neue Kräfte.

4. Die solln dem Herrern dankbar sein
um seine Güt und Wahrheit,
Daß er gibt Speiß beid groß und klein,
daß sie sich alle freuen,
Daß er dem Nächsten gibt sein Kleid
und Tut die Hungrigen speisen,
uns zu erquicken ist bereit,
Tut all Gnad beweisen.

5. Gefange Leut in Finsternis,
verschuld durch große Sünde,
Da sie Gaben manch Ergernis,
gehaßt und gebunden,
Weil sies Gsetz des höchsten Gott
geschendet hatten, in ihren Not,
taten Sie bald genesen.

6. Die Narren so wurden gestraft
um ihrer Sünde willen,
Daß sie verloren all ihr Kraft,
könnten kein Schmertz nicht stillen,
Es ekelt ihr für Speis und Trank,
sie könnt sie auch niemand retten,
lagen gar matt, warren Totkrank
um ihr groß übertretten.

7. Die Worte all durchs Kreuz glehrt
bei Gott um Gnad zu schreien
Und wenn sich jemand zu Gott bekehrt,
so tritt er bald gediehen:
Er macht sie Gsund, gab ihm sein Wort,
sein Sohn er zu ihn sämtlich,
daß sie nicht sterben in der Not,
erlöst aus schweren banden.

8. Die ihren Handel trieben weit
und auf den Waffen führen,
Mit großem Gfahr auf wilden Meer
und Gottes Macht erfuren:
Ihr Leben an sidnen Faden war,
für großer Angst sie zagen,
da war kein Zorn bei ihr all gar,
ihr Lieb und Güt sie wagen:

9. Da sie schreien zum Herrn Gott
in ihrem Elan bitter,
Daß er dem Meer gebeten woll
und stiller das Unwetter,
Wurden sie bald erhört all,
kamen aus allen Nöten:
darum sie singen Lob und Schall:
das Meer sie lehret beten.

10. Die welchen ihre Wasserquelle,
ihr Bach nicht mögen stieben,
Wird alles dürr, versieget schnell,
daß man nichts kann genießen,
Von Wegen das viel Sünde groß
werden stettigs behangen
Und Sicherheit an unterlaß
fehrt fort nimmt über die Hände:

11. Daher groß Teuerung, Hunger, Klag
entsteht und ist kein Freude,
Niemand sich da ergötzen mag
und ist alles voll Leid.
Wenn man aber zum Herrern schreit,
so gibt er seinen Segen,
das alles Wieder sein gedeiht
gibt Glanz und gnädig Regen.

12. Die mit Tyrannen werden gplättet,
geengstiret und gezwungen,
Und haben kein Rettung noch Macht,
werden gar sehr gedrungen:
Bald so man sich zum Herrn kehrt,
erreitet er die Armen,
den Jurist und Tyrananen verwehrt,
tut sich der sein erbarmen.

13. Solchs werden alle nützen sehen
und dich des hertzlich freuen
Daß soche Ding all sind gesheit,
werden auf Gott vertrauen,
Der solche groß Wohltat tut
allein durck der seinen Namen,
aus lauter Gnad und großer Güt,
des Singen wir fröhlich. Amen.

Selneccer, Nikolaus – Wir danken dir für deinen Tod,

Danksagung für Christi Leiden und Sterben.

Nach eigener Melodie.

Wir danken dir für deinen Tod,
Herr Jesu, und dein große Noth,
Die du erlitten hast. Fürwahr,
Kein Opfer im Himml und Erden war,
Das Gottes Zorn konnt stillen,
Wie du um unsertwillen.

O Gottes Lamm, Herr Jesu Christ,
Der du für uns geschlachtet bist,
Der du hast alle Sünd und Schuld
Für uns bezahlt in groß Geduld,
Ein Sündopfer bist worden,
Wehrs Teufels Trug und Morden.

Erhalt vor ihm dein Kirch und Wort,
Daß hie zeitlich und ewig dort
Dein Nam allzeit geheiligt sei,
Mit deinem Geist uns wohne bei.
Wir loben nun dein Namen,
Herr Christ, das hilf uns. Amen.

Selneccer – Himmelfahrt

Selneccer, Nikolaus – Der Maie, der Maie

Psalm 23

Der Maie, der Maie
bringt uns der Blümlein viel,
ich trag ein frei Gemüte,
mein Herz ist frisch und still,
mein Herz ist frisch und still.

2. Christus, der wahre Gottessohn
ist jetzt mein treuer Hirt,
ich war ein armes Schäflein,
in Sünden gar verirrt,
in Sünden gar verirrt.

3. Er weidet mich auf grüner Au,
kein Mangel läßt er mir,
zum frischen Wasser führt er mich
und tut all mein Begier,
und tut all mein Begier.

4. Mein’ Seel’ will er erquicken
mit seinem Wort und Lehr,
er führet mich auf rechter Straß
um seines Namens Ehr,
um seines Namens Ehr.

5. Und ob ich schon im finstern Tal
wandert’ und hätt’ kein’ Weg,
so fürcht ich doch kein Ungefäll,
denn er ist selbst mein Steg,
denn er ist selbst mein Steg.

6. Du bist bei mir, o Jesu Christ,
du tust mich trösten wohl,
dein Steck’ und Stab, die leiten mich,
vor nichts mir grauen soll,
vor nichts mir grauen soll.

7. Ein’ Tisch du mir bereitest
gegen mein’ Feinden groß,
mein Haupt mit öl du salbest,
schenkst mir ein volle Maß,
schenkst mir ein volle Maß.

8. Dein Güte und Barmherzigkeit
werden stets bei mir sein
mein Leben lang ohn’ Ende
in deinem Hause sein
ohn’ alle Klag und Pein.

9. Sei Lob Christo, dem Herren,
dem Vater und dem Geist,
der uns erhebt zu Ehren
und uns sein’ Gnade leist’t,
und uns sein’ Gnade leist’t.

Selneccer, Nikolaus – Ein feste Burg ist unser Gott

1. Ein feste Burg ist unser Gott,
darum will ich ihn loben.
Er rett’t und hilft in aller Not,
ob gleich die Welt tut toben.
Sein Nam’ will ich anrufen recht,
so werd ich von mein’ Feinden schlecht
erlöst und will wohl bleiben.

2. Herzlich hab ich dich lieb, o Herr,
mein Stärk’, mein Fels und Feste,
du bist mein’ Burg, mein Lob und Ehr,
mein Schutz aufs allerbeste,
mein Gott, auf den ich trau allein,
mein Schild, mein Heil, mein Macht gar fein,
mein Hort: wer will mir schaden?

3. Ich hab erfahren Gottes Macht,
sein’ Treu und Huld in allen,
da mich umfingen Tag und Nacht
des Todes Band’ und Gallen,
die Bäch’ Belials schreckten mich,
voll Zagens, ohne Trost war ich,
die Höll’ hatt’ mich umgeben.

4. Des Todes Strick’ verwirrten mich,
es war kein Trost auf Erden,
all’s Unglück zu mir drang und schlich,
konnt’ des los nimmer werden.
Es war mir bang und angst an Mut,
an Seel’ und Leib war nichts mehr gut,
all’ Hoffnung blieb dahinten.

5. Da rufet ich den Herren an
und schrei zu Gott dem Höchsten,
er höret mich und zu mir kam
mit Hilf aufs allereh’ste.
An sei’m Wort tat ich halten fest,
im Tempel hört er mich zuletzt
und nahm mein’ Bitt’ zu Ohren.

6. Ach, traut auf Gott, ihr Christen fein,
und laßt euch nicht verführen,
sein Wort laßt euch gewisser sein,
tut ja nicht das verlieren.
Wer darauf baut, der hat’s sehr gut,
kann stetig haben guten Mut,
ach, wenn wir’s glauben wollten!

7. Wie groß Elend ist stetig hie
bei uns in unserm Leben!
Wie manches Kreuz, Elend und Müh
tut immer um uns schweben!
Doch hilft uns Gott ja wunderlich,
daß uns nicht schadet Ungelück,
er tut die Sein’n erretten.

8. Sag her: wer hat Gott jemals traut
und wär’ verlassen worden?
Wer auf sein Wort ganz fröhlich baut,
es sei in Krieg und Morden,
es sei in Hunger, Kummers Not,
es sei in Krankheit, Armut, Spott:
wem hat’s jemals gefehlet?

9. Darum so sag ich frisch und frei
und will das wohl erhalten:
ich bin und leb ganz ohne Scheu,
laß Gott den Herren walten.
Sein Wort, das tut’s und gibt den Mut,
ohn’ sein Wort bleibt kein Schutz noch Hut:
selig, wer auf ihn trauet!

10. Gott sei gelobt in Ewigkeit
für seine Güt’ und Gaben!
Er hat uns alles Gut’s bereit,
und weil wir das noch haben,
so laßt uns solch’s gebrauchen recht,
daß wir dieselben b’halten schlecht
und danken Gott dem Herren.

11. Gott Vater, Sohn, Heiligem Geist
sei Lob und Ehr von Herzen,
geb’ uns sein Wort am allermeist’,
still aller Seelen Schmerzen,
er ist doch unser Stärk’ und Gott
und unser Hort in aller Not,
wer solches glaubt sprech’ Amen.

Selneccer, Nikolaus – Ein Täublein klein hat keine Krall

1. Ein Täublein klein hat keine Krall,
kein’ reißend’ Klauen überall,
mit sei’m Schnäblein verletzt es nit,
es seufzet fein, ist lieblich mit,

2. Behält sein Ehe ganz keusch und rein,
ohn’ Neid lebt es, tut niemand Pein,
das gegenwärtig hebt es auf,
im Wasser hat es auch sein Lauf.

3. Zu seinem Nest und Taubenschlag
eilt es behend’, und ist im jach,
zu wohnen sicher bei sei’m G’selln,
tut also sein Leben anstell’n.

4. Also soll sein nun jedermann,
der Zucht und Ehre lieb will han:
Ohn’ Zorn, Geiz, Schad’, Neid, Sicherheit,
Verleumd’, Ungeduld, Unkeuschheit.

5. Ist stets das allerbeste Leben,
dazu will Gott sein Segen geben,
seufzen zu Gott und g’duldig sein,
daheim bleiben, sich halten rein,

6. Für gut nennen was Gott tut geben,
Wasser, Brot, und was sonst daneben:
Das hält den Stich und bleibt bei Ehr’n,
trotz, wer solch’s doch darf widerkehr’n.

7. Das heißt recht Taubens Einfalt klein,
die Christus fordert von den Sein’.
Gott geb’ uns allen seinen Segen,
daß wir recht gehn auf solchen Wegen.

8 Einfältig sein wie Tauben schlecht,
trauen, daß Gott wird machen recht.
Dazu hilf uns durch deine Gnad,
Herr Christe, b’hüt vor allem Schad.

Selneccer, Nikolaus – Erhalt uns Herr, bei deiner Ehr

1. Erhalt uns Herr, bei deiner Ehr
und wehr aller Verführer Lehr
Die Jesum Christum deinen Sohn
Wollen stürzen von seinem Thron.

2. Sie lassen ihm sein Allmacht,
Ihr Sinn ist nur dahin gericht
Das sie verkehren seine Wort
und bringen ihren Irrtum fort.

3. Sie lügenstrafen deinen Sohn
der ihn als Gosche hat stet getan,
Ihr Phantasie muß höher sein
denn Göttes Macht und Kraft allein.

4. Dein Wort ist ihn ein schlechter Wahn
kein Glaub noch Lieb liegt ihn daran,
menschlich Vernunft ist ihre Kunst
Dein Wahrheit soll jetzt sein umsunst.

5. Beweis dein Macht, Herr Jesu Christ,
der du Herr aller Herren bist,
Beschirm dein arme Christenheit,
das sie dich Lob in Ewigkeit.

6. Laß uns bei dein Wort bestehen
und allzeit auf deinen Wegen gehen
Du bist Wahrheit, Lob, und Weg,
dein Wort weist uns auf rechten Steg.

7. Du bist der Hirt, Herr Jesu Christ,
all Menschenwitz ja Narrheit ist,
Ohn dein Wort sind wir all verlorn,
durch dein Wort werden wir neu geborn.

8. Laß unseren Mut wanken nicht,
denn aller Menschenkunst verblich,
Dein Wort befielt und bleibt allein,
der Narren Geschütz vergeht gemein.

9. Heiliger Geist, du Tröster werth,
gib deim Volk einerlei Sinn auf Erd,
Daß wir nicht Meister suchen mehr
denn Jesum Christ, sein Wort und Ehr.

10. Mach einig unser Herz und Mut,
der Lehrer und Zuhörer gut,
Daß sie bleiben bei deiner Lehr
und Suchen eigen für eitel Ehr.

11. Gib daß wir alle Witz und Kunst,
all Neid und Hitz, und all Menschen Gunst,
All zeitlich Wohlersgehen fahren lahn
Und gehen allein auf deiner Bahn.

12. Heilige uns in der Wahrheit dein,
dein Wort ist ja die Wahrheit rein,
Steh bei uns in der letzten Not,
gleit uns Leben aus dem Tod.

13. Behüt uns Herr für falscher Lehr,
fürs Turken, Bapts, und Schwermer,
Erhalt uns nur bei deinem Wort
Amen, das gib, O treuer Hort.

Selneccer, Nikolaus – Hilf, Herr mein Gott, in dieser Noth;

1565

Nach eigener Melodie vierstimmig gesetzt.

Hilf, Herr mein Gott, in dieser Noth;
Du treuer Heiland, erbarm dich mein.
Ich bin ja dein, trotz Welt, Teufel und Sünd.
Ich trau auf dich, o Herr, was will ich mehr?
Du bist mein Gott, ich hab ja dich.
Herr Jesu Christ, du mein Erretter bist.
Ich trau auf dich, o Herr, was will ich mehr?
Du bist mein Gott, ich hab ja dich,
Herr Jesu Christ, du mein Beschützer bist.
Hilf, Herr mein Gott, in dieser Noth;
Du treuer Heiland, erbarm dich mein.
Ich bin ja dein, trotz Welt, Teufel und Sünd.
Ich sing, bin fröhlich, guten Muths und harre dein.
Amen, hilf Herr, Amen.

Selneccer, Nikolaus – Herr Gott, mein Hort, mein Heil, mein Trost

Herr Gott, mein Hort, mein Heil, mein Trost,
ich komm zu dir alleine.
Mein Sünd drückt mich wund, ängst’t mich groß,
ich traur’ in mir und weine.
Ich bekenn, o Herr, dir meine Schuld,
mein Herz voll Unflats stecket,
ich flieh aber zu deiner Huld,
dein Gnad all’s Unrein’s decket.

2. Ach Herr, straf mich nicht in dei’m Zorn,
den niemand kann erleiden.
Wer ist jemals so rein gebor’n,
der den hätt’ können meiden?
Ach, züchtig mich nicht in dei’m Grimm,
Herr, sei gnädig mir Armen,
ich bin ja elend, schwach und schlimm,
tue dich, Herr, mein erbarmen.

3. Heil’ mich, mein’ Bein’ erschrocken sind,
mein’ Seel’ ist zag vor Schmerzen.
In mir ist alles worden blind,
kein Leben ist im Herzen.
Ach, wie lang willst du zürnen doch?
wie lang willst du mich kränken?
dein’ Barmherzigkeit lebet noch,
tu mich ja nicht versenken.

4. Wend’ dich, Herr, wend’ dich jetzt zu mir,
errett’ mein’ Seel’ behende.
Zu dir stehen all’ mein’ Begier,
dein’ Güt’ hat ja kein Ende.
Um deiner Güt’ willen allein
hilf mir durch Gnaden große,
im Tod gedenkt man zwar nicht dein,
es ist all’s blind und lose.

5. Im Leben tun dich loben all,
die dich als Gott erkennen,
und preisen dich mit großem Schall,
tun dich ein’n Vater nennen.
Im Tod ist nichts denn Finsternis,
die Höll’ tut dir nicht danken,
wend, Herr, von mir das Ärgernis
und laß mich doch nicht wanken.

6. Ach Gott, mein Herr, von Seufzen groß
bin ich ganz müd und weine,
ich schwemm’ mein Bett ohn’ Unterlaß
die ganze Nacht unreine,
im Schweiß lieg ich, mein Lager klein
netz ich mit Tränen klagend,
mein’ Sünd’ liegt auf mir wie ein Stein,
mein Herz und Bein zernaget.

7. Mein G’stalt die ist verfallen gar,
für trauen alt und bloße,
denn ich bin allenthalben zwar
geängst’t mit Bürden große.
Schweig doch, schweig doch, mein Seel und Sinn,
sei g’duldig, harr’ des Herren:
das Unglück wird bald gehn dahin,
die Hilf ist nicht mehr fern.

8. Ihr übeltäter, weicht von mir,
der Herr hat g’hört mein Weinen.
mein Flehen ist des Herren Gier,
sein Lust hat er an Kleinen.
Ein kleiner Geist Gott’s Huld erlangt,
betrübte Leut’ die besten,
ein großer Geist sich selber fängt
und bleibt alsdann am letzten.

9. Es müssen alle meine Feind
zuschanden werden balde,
erschrecken, wie sie sich vereint,
zertrennet mannigfalte,
zurück müssen sie fallen doch,
plötzlich zuschanden werden,
denn mein Herr Gott lebt jetzund noch
im Himmel und auf Erden.

10. Dank Gott, wenn du nur regen magst
dein Mund, Herz, Sinn und Kräften,
dir ist g’holfen von aller Last
aus Sünd, Not, Teufels G’schäften.
Ich bin in Gnad: trotz, wer das schilt,
mein Sünd ist nun gewaschen,
nun fehlt nichts denn daß ich zumal
vorhin werd zu ei’m Aschen.

11. Was ist es doch? Ich bin ein Kind
des großen Herren Gottes:
Laß her gehn Teufel, Welt und Sünd,
wer will mir bieten Trotzes?
O Jesu Christ, du bist ja mein
und ich dein bin und bleibe,
Sünd, geh hinweg, du bist unrein,
laß mir jetzt stehn mein Leibe.

12. Mein Seel du nicht anfechten sollst,
wenn du noch so groß wärest,
wenn du gleich hin und wieder trollst,
laß sehn, was du begehrest.
Ach Christ, du mein Erlöser heiß’t,
und bist mein Retter worden:
du mir Hilf, Stärk und Beistand leist,
sei mein Trost auserkoren.

Selneccer, Nikolaus – Hilf, Herr Jesu, sieh sich doch drein

Psalm 142

1. Hilf, Herr Jesu, sieh sich doch drein,
wie wir so gar velassen sein.
Steh du bei uns und hilf aus Not,
darin wir jetzend leiden Spot.

2. Ich rüf zu dir mit lauter Stimm:
O HErr, mein Klag(e) und Bitt(e) vernimmt!
Ich steh für dir in engsten Groß,
mein Gott und HErr, mich nicht Verlaß!

3. Ich bin versagt, mein Herz ist habe glegt,
mein Angst und Not ich dir anzeigt:
Wenn ich in großer Trübsal bin,
so steht zu dir mein Herz und Sinn.

4. Mein Feind legt mir durch falsche Lehr
viel Streck(e) und Seil gar um nicht her,
Er machts gar Kranz auf seinem Weg,
daß er mir meinen Gang verliert.

5. Wo ich hinschau bei nah und weit,
zur rechten und zur lenken Seit,
Da ist untrau und Sicherheit,
Ehrgeiz, Zank, (Hohumut), Herzenleid.

6. Sie sind ob deinem Wort getrinnt,
wenn ich was red(e), nicht niemand kennt,
Ich wird veracht, kann nicht davon
und nimmt sich niemand meiner an.

7. Wenn ich bei deinen Worten bleib,
so will es hasten meinen Leib;
Sie lehren falsch und ihr Gedicht
und niemand solls doch sagen nicht.

8. Ach HErr, du weißt wohl was ich mein,
ich Klag(e) und Sag(e) dirs jetzt allein:
Ah Jammer! soll ich sehen daß,
und wird geplagt ohn unterlaß.

9. Wohl dir hilf mein Zufürsicht zuführen,
zu die schrei ich und Fahneid Herr Richt!
Mein Teil wirsten in geben mir,
Weil ich noch leb(e), ich danke dir.

10. Sie sind gelehrt und mächtig groß,
denken es sei sonst alles Los.
Was sie nicht tun, das soll nicht sein,
damit bringen sich mich in Pein.

11. Für mich aus Nöten, Angst, und Pein
von dem die wir zu gewaltig sein,
Daß ich dir dank, so lang ich leb
und dir dein Ehr und Namen geb.

12. Wenn solchs werden die frommen sein,
das mir von dir ist Hilfe geschehn,
So werden sie kommen zu mir
und dich Loben mit groß begehr.

Nachwort:

Amen, Amen aus Herzen gründ,
Amen sagt unser Zung(en) und Münd!
Lob sei dir, warer Gottes Sohn,
HErr Jesu Christ in höhsten Thron!