Durchsuchen nach
Schlagwort: Endzeit

unbekannt – Waket up!

unbekannt – Waket up!

WAket up, gy Christen alle,
wackt up mit grotem vlith
In düssen yamerdalen!
wackt up! tys meer den tidt!
De HERE wertbalde kamen,
de dach wil ein auent haen,
de Sünders wert he verdömen:
wol mach vor eem bestan?

Geldt, Gudt kan emm nicht baten,
uns helpt noch hoge modt:
Du moest ydt korts vorlaten,
went dar kumpt de bitter dodt.
All bistu schön van varuen,
all bistu junck unde rick:
Godt kan dy balde vorderuen
in einem ogenblick tidt.

Darumme, gy Christen alle,
de hyr tho sammende syth,
Latet juwen homodt fallen
unde wachet up juwe tidt!
Wille gy by Gade leeuen,
so söket dath Ewige gudt!
he wert juw ricklick geuen
unde helpen uth aller nodt.

Gads Wordt ys uns gegeuen
uth groter barmherticheit,
Dat wy dar na schöllen leeuen
unde maken unsen wech bereidt:
So lath uns dat nu vaten
und kleeuen mit dem herten daran!
will wy dat nu vorlaten,
so ist mit uns gedan!

Och, wer he nicht gebaren,l
de Gades Wordt voracht!
Dat ys mit eem vorlaren,
he wandert all in der nacht
Vul laster unde vul schande,
und spottet mit Gades Wort:
O we dem groten eelende!
syn Seel wert Ewichliken vormort.

De armen, de by iuw wanen,
wilt dar juwe ogen upslaen,
Se werden juw vorschamen,
wen gy vor dem strengen Ordel stan.
Dat werde gy seker woll weeten,
dat Got nicht thouergelden steit,
unde de dem armen hefft gudt gedaen,
de wert syn loen entfaen.

Quelle

Viebahn, Georg von – Dem Ziele zu

Viebahn, Georg von – Dem Ziele zu

Dem Ziele zu! Es naht die Stunde,
wenn wir Dich sehn, dem wir geglaubt.
O sel’ges Wort, gewisse Kunde,
dass nichts aus Deiner Hand uns raubt!
Ob Sonnenschein, ob Sturmeswehn,
bald werden wir Dein Antlitz sehn.

Bis hin zum Ziel – Du hast’s versprochen –
willst Du, Herr Jesus, bei uns sein.
Nie hast Du je Dein Wort gebrochen:
Du bleibst bei uns; denn wir sind Dein.
Ja, Du wirst immer mit uns gehn,
bis wir Dich selbst, Herr Jesus, sehn.

Bis hin zum Ziel: Der Erde Leiden,
sie sind nicht wert der Herrlichkeit,
die an uns wird in ew’gen Freuden
dort offenbart nach kurzer Zeit.
Schnell wird die Nacht vorübergehn,
der Morgen naht, da wir Dich sehn.

Bis hin zum Ziel: Die Meilen schwinden;
der Glaube siegt in Kampf und Streit.
In Dir ist Kraft zum Überwinden,
Du trägst durch jede Schwierigkeit.
So lass in Deiner Kraft uns gehn,
bis bald wir Dich, Herr Jesus, sehn.

Dem Ziele zu! Im Friedenshafen
läuft bald das Schifflein droben ein;
ob Du, Herr, kommst, ob wir entschlafen,
wir werden jubelnd bei Dir sein;
wir werden dankend vor Dir stehn,
wir werden Dich verherrlicht sehn!

Selneccer, Nikolaus – Ach bleib bei uns, Herr Jesu Christ

Selneccer, Nikolaus – Ach bleib bei uns, Herr Jesu Christ

Ach bleib bei uns, Herr Jesu Christ,
Weil es nun Abend worden ist;
Dein göttlich Wort, das heile Licht,
Laß ja bei uns auslöschen nicht!

2. In dieser, letzt’n, betrübten Zeit
Verleih uns, Herr, Beständigkeit,
Daß wir dein Wort und Sakrament
Rein b’halten bis an unser End‘!

3. Herr Jesu, hilf, dein‘ Kirch‘ erhalt,
Wir sind gar sicher, faul und kalt!
Gib Glück und Heil zu deinem Wort,
Damit es schall‘ an allem Ort!

4. Erhalt uns nur bei deinem Wort
Und wehr des Teufels Trug und Mord!
Gib deiner Kirche Gnad‘ und Huld,
Fried‘, Einigkeit, Mut und Geduld!

5. Ach Gott, es geht gar übel zu,
Auf dieser Erd‘ ist keine Ruh‘,
Viel Sekten und viel Schwärmerei
Auf einen Haufen kommt herbei.

6. Den stolzen Geistern wehre doch,
Die sich mit G’walt erheben hoch
Und bringen stets was Neues her,
Zu fälschen deine rechte Lehr‘.

7. Die Sach‘ und Ehr‘, Herr Jesu Christ,
Nicht unser, sondern dein ja ist;
Darum so steh du denen bei,
Die sich auf dich verlaßen frei!

8. Dein Wort ist unsers Herzens Trutz
Und deiner Kirche wahrer Schutz;
Dabei erhalt uns, lieber Herr,
Daß wir nichts anders suchen mehr!

9. Gib, daß wir leb’n in deinem Wort
Und darauf ferner fahren fort
Von hinnen aus dem Jammertal
Zu dir in deinen Himmelssaal!

Mathesius, Johann – Errett uns, lieber Herre Gott

Mathesius, Johann – Errett uns, lieber Herre Gott

Bitte um ein baldiges seliges Ende

Errett uns, lieber Herre Gott,
Von Sünd, Teufel und ewigem Tod,
Wenn Christus sein Gerichte hält,
Im Feuer spannen wird die Welt!

Auf diesen Tag hoffen wir all;
Laß hören der Posaunen Schall!
Dann kommt zu Ruh und wird erquickt,
Was jetzt von Sünd und Tod erschrickt.

Voll Ehr und Freud ist dieser Tag,
Da hört auf Jammer, Noth und Klag,
Unser Erlösung wird angehn,
Wenn wir zu Christi Rechten stehn.

O g’rechter Richter, Jesu Christ,
Der du unser Erlöser bist,
Erschein und rett dein Häuflein klein,
Die mit deim Blut besprenget sein.

Komm bald, du Heiland aller Welt,
Dein Blut ist unser Lösegeld.
Jetzund sind wir der Sünden Knecht,
Der Glaub allein macht uns gerecht.

Komm bald, führ uns heim in dein Reich,
Mach uns aus Gnad deim Bilde gleich
In Weisheit, Kraft und Herrlichkeit,
Dann preist man dich in Ewigkeit!

Klaiber, Karl Friedrich – Evangelische Volksbibliothek

Kinner von Scherffenstein, Martin – Es kommt nu leider her die Zeit

Kinner von Scherffenstein, Martin – Es kommt nu leider her die Zeit

Es kommt nu leider her die Zeit
Da uns soll bange werden;
Denn gross und unaussprechlich Leid
Verkündigt Himml und Erden.
Wir sind der armen Wittwen gleich
Die herzlich ihres Sohnes Leich
Und ihr Elend beweinet:
Herr Jesu, unser Trost und Licht,
Komm, sprich uns auch zu Weine nicht!
Dein Wort uns alle meinet.

Wir fallen häufig ein und ab
Wie Blätter von den Bäumen;
Man traegt manch liebes Kind zu Grab,
Darob die Eltern weinen;
Und obs wol fällt in deine Hand
Und kömmt ins rechte Vaterland
Das du uns hast geschenket.
Doch allweg uns dein Trost gebricht:
Drum komm, sprich zu uns Weine nicht!
Denn unser Herz sich kränket.

Was aber mehr für Angst und Noth
Die Welt wird überfallen
Zeigt durch sein Wort und Wunder Gott
Gar schrecklich für uns allen.
Die Sünd nimmt mächtig Überhand:
Drum brennt sein Zorn übr alle Land
Und wird das Garaus spielen.
Ach Herr, geh nicht in dein Gericht:
Dein freundlich Trostwort Weine nicht!
Lass uns im Herzen fühlen.

Wir habns ja wol verdienet, Herr,
Dass uns dein Zorn verzehre;
Kein Strafe ist so hoch und schwer,
Der wir nicht würdig waeren:
Es reut uns aber unser Sünd,
Und bitten dich von Herzen Grund
„O Herr, komm nur mit Gnaden!“
Und ob die Welt dich nicht ansicht,
Doch sieh du uns und Weine nicht
Wie übr der Juden Schaden.

Ach komm mit deinem Tag behend
Und stell uns zu mit Freuden
Was Liebes wir vorher gesendt,
Und lass uns nicht mehr scheiden.
Wenn mein Stündlein herzu sich naht
Begegne du auch meinem Tod,
Lass mich nicht drinn verderben;
Mein traurig Herz mit Trost aufricht,
Bild mir dein Wort ein Weine nicht!
So will ich froehlich sterben.

Wackernagel – Deutsches Lesebuch

Gerhardt, Paul – Herr, was hast du im Sinn

Gerhardt, Paul – Herr, was hast du im Sinn

1. HErr, was hast du im Sinn?
Wo denkt dein Eifer hin?
Von was für neuen Plagen
Soll uns der Himmel sagen?
Was soll uns armen Leuten
Der neue Stern bedeuten?

2. Die Zeichen in der Höh
Erwecken Ach und Weh,
Es hats in nächten Jahren
Die ganze Welt erfahren:
Die brennenden Kometen.
Sind traurige Propheten.

3. Sie brennen in der Luft,
Und unsers Herzens Kluft
Ist blind und kalt zum Guten,
Erkennet nicht die Ruten,
Die uns zu unsern Wunden
Des Höchsten Hand gebunden.

4. Kein Mensche hört fast mehr,
was Gottes Geist uns lehr
In seinen heilgen Worten:
Drum muß an so viel Orten
Von großem Zorn und Dräuen
Das Sternenland selbst schreien.

5. Die Welt hält keine Zucht,
Der Glaub ist in der Flucht,
Die Treu ist hart gebunden,
Die Wahrheit ist verschwunden,
Barmherzig sein und lieben,
Das sieht man selten üben.

6. Daher wächst Gottes Grimm
Und dringt mit Ungetüm
Aus seines Eifers Kammer
Und will mit großem Jammer,
Wo wir uns nicht bekehren,
Uns allesamt verheeren.

7. Und das will der Prophet,
Der in der Luft da steht,
Uns, die wir sicher leben,
Klar zu verstehen geben
Mit seinem hellen Lichte
und klarem Angesichte.

8. Sein ist gar geschwind.
Ach GOtt laß unsre Sünd
Uns nicht geschwind anrücken
Und eilends unterdrücken;
Laß uns der Strafen Haufen
Nicht plötzlich überlaufen!

9. Sein Strahl ist breit und lang,
Macht uns fast angst und bang,
Ach, Jesu, hilf uns allen,
Auf daß nicht auf uns fallen
die hochbetrübten Zahlen
Der letzten Zornesschalen.

10. Erhalt uns unsern HErrn,
Den schönen edlen Stern,
Laß uns sein Licht beleuchten,
Laß seinen Tau uns feuchten,
Daß wir uns seiner freuen
Und unter ihm gedeihen.

11. Laß auch noch immerfort
Dein Liebes wertes Wort
In unserm Land und Grenzen
Schön rein und heile glänzen:
Wenn dein Wort uns nur blicket
So sind wir gnug erquicket.

12. Gedenk an deine Güt
Und Laß doch dein Gemüt
Erweichen von uns Armen!
Regier uns mit Erbarmen,
Damit die bösen Zeichen
Ein gutes End erreichen.

Behm, Martin – Am 25. Sonntage nach Trinitatis

Behm, Martin – Am 25. Sonntage nach Trinitatis

Aus dem Evangelio Matth. 24.

Daß man gegen dem jüngsten Tage recht geschickt sein möge.

Ach lieber Gott, groß ist die Noth
Hier und in allen Landen.
Dein Wort ist böser Leute Spott,
Der Wüstgreul ist vorhanden.
Es bricht hervor die falsche Lehr,
Dein reines Wort acht man nicht mehr,
Kein Glaube wird gefunden,
Die Lieb ist auch verschwunden.

Man hört von Krieg und Kriegsgeschrei,
Die Theurung heftig steiget;
Die Pest und Seuchen mancherlei
Gar schrecklich sich erzeiget;
All Kreaturen seufzen hart;
Dadurch das End wird offenbart,
An dem vergehen werden
Durchs Feuer Himmel und Erden.

Herr hilf uns, daß wir fliehen all
Die Greul in Lehr und Leben
Und daß wir fleißig allzumal
Auf dein Wort Achtung geben,
Damit wir aus deim theuern Wort
Dich kennen lernen unsern Hort,
Zu dem wir Zuflucht haben,
Der uns in Noth kann laben.

Du wollst dich unser nehmen an,
Wenns Unglück kommt mit Haufen.
Hilf, daß wir durch dein Kraft bestan,
Wo man nicht kann entlaufen.
Verkürz die Zeit, und machs nicht lang:
Den frommen Menschen ist sehr bang,
Drum sie die Noth dir klagen
Bei diesen bösen Tagen.

Mach uns von falschen Lehren frei,
Daß wir nicht zu ihn treten
Und ihrem Tand nicht pflichten bei,
Wenn sie gleich Wunder thäten.
Laß uns dein Auserwählten sein,
Die sich ergeben dir allein,
Dein Geist uns recht regiere,
Daß uns niemand verführe.

Mit deiner Zukunft brich herein,
Laß dich vom Himmel schauen,
Im Hui gleich wie der Blitz erschein,
Rett all, die auf dich trauen;
Wie Adler in die Höh uns schwing,
Uns in dein Reich mit Freuden bring,
Daß wir im Himmel droben
Dich ewig fröhlich loben.

Amen.

Nöldeke – Martin Behemb’s geistliche Lieder

Behm, Martin – Am andern Sonntage des Advents aus dem Evangelio Luc. 21.

Behm, Martin – Am andern Sonntage des Advents aus dem Evangelio Luc. 21.

Von der Zukunft Christi zum jüngsten Gericht.

Jesu, mein Herz ich zu dir richt,
Weil du zeugst offenbar,
Daß du wollst kommen zum Gericht
Mit großer Engel Schar.
Die Zeichen schon vorhanden sind
An Sonnen, Mond und Stern;
Man spürts am Wasser, Erd und Wind,
Daß dein Tag nicht sein fern.

Ach Herr, schau an die große Noth,
Wie falsche Lehr reißt ein;
Dein Wort ist böser Leute Spott,
Das bringt den Frommen Pein.
Krieg, Theurung, Pest sich mächtig regt,
Die Frommen sind geplagt,
Des Himmels Kräfte sind bewegt, –
Drob manch Herz heftig zagt.

Die ganze Welt jetzt kracht und bricht,
Den Menschen ist sehr bang;
Daß Jedermann mit Kummer spricht:
So kanns bestehn nicht lang.
Drum brich hervor, du himmlisch Sonn,
Die Wolken stracks durchdring,
Und uns herab vons Himmels Thron
Den neuen Sommer bring.

Sieh an die Noth und komm behend,
Uns wie der Blitz erschein;
Ja komm, Herr Jesu, mach ein End,
Weil wir so elend sein.
Erlös uns durch dein Gütigkeit
Aus diesem Jammerthal,
Und zeig uns deine Herrlichkeit
Droben ins Himmels Saal.

Hilf uns, daß wir stets wacker sein,
Die Häupter heben auf,
Und uns von Sünden halten rein
Im ganzen Lebenslauf.
Das Herz bei uns in der Gefahr
Zur Andacht treib und reiz,
Vor Völlerei uns all bewahr,
Dazu vor Sorg und Geiz.

Wenn Erd und Himmel wird vergehn
Im Feuer durch dein Wort:
So hilf, daß wir vor dir bestehn,
Zeig uns des Himmels Pfort.
O Herr, im letzten Augenblick
Behüt vor Herzenleid,
In Wolken uns in Himmel rück,
Gieb uns die ewge Freud.

Amen.

Nöldeke – Martin Behemb’s geistliche Lieder

Alber, Erasmus – Zeichen der letzten Zeiten

Alber, Erasmus – Zeichen der letzten Zeiten

Gott hat das evangelium
Gegeben, daß wir werden fromm;
Die welt acht’t solchen schatz nicht hoch,
Der größte theil fragt nichts darnach.
Das ist ein zeichen vor dem jüngsten tag.

2. Man fragt nichts nach der guten lehr‘;
Der geiz und wucher nur vielmehr
Hat überhand genommen gar,
Noch sprechen sie: es hat kein‘ g’fahr.
Das ist ein zeichen vor dem jüngsten tag.

3. Täglich erdenkt man neue netz‘
Das sind der gottlosen gesetz.
Damit sie alles gut zu sich
Gern wollten reiß’n gewaltiglich.
Das ist ein zeichen vor dem jüngsten tag.

4. Man rühmt das evangelium,
Und will doch niemand werden fromm.
Fürwahr man spott’t den lieben Gott;
Noch sprechen sie: es hat kein‘ noth.
Das ist ein zeichen vor dem jüngsten tag.

5. Es ist doch eitel büberei,
Die welt treibt große schinderei.
Als ob kein Gott im himmel wär‘,
Das armuth muß sich leiden sehr.
Das ist ein zeichen vor dem jüngsten tag.

6. Die schätz‘ der kirchen nimmt man hin,
Das wird ihn’n bringen kein’n gewinn:
Die armen läßt man leiden noth
Und nimmt ihn’n aus dem mund das brod.
Das ist ein zeichen vor dem jüngsten tag.

7. Die schätz‘ der kirchen sind ihr gift,
Sie sind von ihnen nicht gestift’t:
Noch nehmen sie das kirchen-gut;
Sieh, was der leidig‘ geiz nicht thut.
Das ist ein zeichen vor dem jüngsten tag.

8. Man fragt nach Gott dem Herrn nicht mehr,
Die welt stinkt ganz nach eitler ehr‘,
Die hoffart nimmt ganz überhand,
Betrügen, lügen ist kein‘ schand.
Das ist ein zeichen vor dem jüngsten tag.

9. Wo bleibt die brüderliche lieb‘?
Die ganze welt ist voller dieb‘.
Kein‘ treu‘ noch glaub‘ ist in der welt,
Ein jeder spricht: Hätt ich nur geld!
Das ist ein zeichen vor dem jüngsten tag.

10. Die welt will ihr nicht lassen wehr’n,
An Gott’s wort will sich niemand kehr’n:
Sie haben nichts gelernet mehr,
Denn nur fressen und saufen sehr.
Das ist ein zeichen vor dem jüngsten tag.

11. Ihr‘ größte kunst ist banketir’Än,
Und in der büberei studir’n:
Das kann sie aus der massen wohl,
Die welt ist aller schalkheit voll.
Das ist ein zeichen vor dem jüngsten tag.

12. Die liebe sonne kann nicht mehr
Zusehen, und entsetzt sich sehr:
Darum verliert sie ihren schein;
Das mag ein‘ große trübsal sein.
Das ist ein zeichen vor dem jüngsten tag.

13. Der mond und sterne ängsten sich,
Und ihr‘ gestalt steht jämmerlich;
Wie gern sie wollten werden frei
Von solcher großen büberei.
Das ist ein zeichen vor dem jüngsten tag.

14. Darum komm, lieber Herre Christ!
Das erdreich überdrüßig ist,
Zu tragen solche höllen-bränd.
Drum mach’s einmal mit ihre ein end,
Und laß uns sehn den lieben jüngsten tag.