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Schlagwort: Begräbnislied

Matthias Claudius – Bei ihrem Grabe

Matthias Claudius – Bei ihrem Grabe

Diese Leiche hüte Gott!
Wir vertrauen sie der Erde,
Daß sie hier von aller Not
Ruh‘ und wieder Erde werde.

Da liegt sie, die Augen zu
Unterm Kranz, im Sterbekleide! …
Lieg und schlaf in Frieden Du,
Unsre Lieb‘ und unsre Freude!

Gras und Blumen gehn herfür,
Alle Samenkörner treiben,
Treiben — und sie wird auch hier
In der Gruft nicht immer bleiben.

Ausgesät nur, ausgesät
Wurden alle die, die starben;
Wind- und Regenzeit vergeht,
Und es kommt ein Tag der Garben.

Alle Mängel abgetan
Wird sie denn in bessern Kränzen
Still einher gehn, und fortan
Unverweslich sein und glänzen.

 

Ringwaldt, Bartholomäus – Ein Begräbnißlied der Kirchen Christi zu Frankfurt an der Oder.

Ringwaldt, Bartholomäus – Ein Begräbnißlied der Kirchen Christi zu Frankfurt an der Oder.

HErr Gott, dein Gewalt
Ist über Jung und Alt,
Davor laß uns nicht grauen,
Beweist sich bald,
Macht schwach und ungestalt,
Worauf die Menschen bauen.
Auf eine Stund
Verbleicht Gesicht und Mund,
Du kannst bald alles stillen,
Und ob das Leben gleich vergeht,
So geschiehts nach deinem Willen.

HErr, so dein Hand
Wird über uns gesandt
Durch dein väterlich Heimsuchen,
So gib zu Hand,
daß solches werde bekannt,
Wir nicht dawider fluchen;
Gib Kraft allein,
Den guten Willen dein
Geduldiglich zu tragen,
Daß leiblich Schmerz noch Blödigkeit
Uns von dir nicht abjagen.

HErr, hab Geduld,
Richt nicht nach unsrer Schuld,
Wir müssen sonst verderben;
Gib uns dein Huld
Und Jesu Christi Unschuld,
Durch den wir dein Reich erben.
Denn deine kraft
Solchs alles in uns schafft,
Daß wir hie nicht verzagen.
In Todesnoth laß uns dir, Gott,
Durch JEsum Christum behagen.

Bartholomäus Ringwaldt’s geistliche Lieder
herausgegeben von Hermann Wendebourg
Halle
Verlag von Julius Fricke.
1858

Weisse, Michael – SO last uns den leyb behalten

Weisse, Michael – SO last uns den leyb behalten

SO last uns den leyb behalten
und Gott seiner Seelen walten,
Er allein wird sie versorgen
nach seinem Radt, uns verborgen

Do hoffen wir und vertrawen,
das wir uns noch werden schawen,
Wenn wir erstehn von der erden
und für Gericht tretten werden.

Nu schlaff, biß dir Gott und allen
seine Posaun lest erschallen,
Das offentlich werd gelesen,
was hie heymlich ist gewesen.

Gott helff uns, das wir alle gleich
jm glauben leben tugentreich,
Darnach frölich von hinnen gehn
und für seinem richtstul wolstehn. Amen.

Weiße, Michael – Nun lasst uns den Leib begraben (modernisiert)

1.) Nun lasst uns den Leib begraben
Und daran kein‘ Zweifel haben,
Er werd‘ am Jüngsten Tag aufsteh’n
Und unverweslich hervorgeh’n.

2.) Erd‘ ist er und von der Erden,
Wird auch zu Erd‘ wieder werden
Und von der Erd‘ wieder aufsteh’n,
Wenn Gott’s Posaune wird angeh’n.

3.) Sein‘ Seel‘ lebet ewig in Gott,
Der sie allhie‘ aus lauter Gnad‘
Von aller Sünd‘ und Missetat
Durch seinen Sohn erlöset hat.

4.) Sein Jammer, Trübsal und Elend
Ist kommen zu ei’m sel’gen End‘.
Er hat getragen Christi Joch,
Ist g’storben und lebet doch noch.

5.) Die Seel‘ lebet ohn‘ alle Klag‘,
Der Leib schläft bis an‘ Jüngsten Tag,
An welchem Gott ihn verklären
Und ewig Freud‘ wird gewähren.

6.) Hie‘ ist er in Angst gewesen,
Dort aber wird er genesen,
In ewiger Freud‘ und Wonne
Leuchten wie die helle Sonne.

7.) Nun lassen wir ihn hie‘ schlafen
Und geh’n all heim uns’re Straßen,
Schicken uns auch mit allem Fleiß,
Denn der Tod kommt uns gleicherweis.

8.) Das helf uns Christus, unser Trost,
Der uns durch sein Blut hat erlöst
Von’s Teufels G’walt und ew’ger Pein.
Ihm sei Lob, Preis und Ehr‘ allein!

Weisse, Michael – Nu last uns den leyb begraben,

Weisse, Michael – Nu last uns den leyb begraben,

Zum Begrebniß.

Wackern. K.L. Nr. 373. Brüderges. Nürnb. 1544

Nu last uns den leyb begraben,
bey dem wir keinn zweyffel haben,
Er werd am letzten tag auffstehn
und unverrücklich herfür gehn.

Erd ist er und von der erden,
wird auch wider zu erd werden
Und von erden wider auffstehn,
wenn Gottes Pusaun wird angehn.

Seine seel lebt ewig inn Gott,
der sie alhie aus seiner gnad
Von aller sünd und missethat
durch seinen bund geseget hat.

Sein arbeyt, trübsal und elend
ist kommen zu eim guten end,
Er hat getragen Christi joch,
ist gestorben und lebet noch.

Die seel die lebt on alle klag,
der leyb schlefft biß an letzten tag,
An welchem jn Gott verkleren
und der frewden wird geweren.

Hie ist er inn Angst gewesen,
dort aber wird er genesen,
In ewiger freud und wonne
leuchten wie die schöne Sonne.

Nu lassen wir jn hie schlaffen
und gehn all sampt unser strassen,
Schicken uns auch mit allem fleys
denn der Tod kompt uns gleycher weyß.

Zinzendorf, Nikolaus von – Die Christen gehn von Ort zu Ort

Zinzendorf, Nikolaus von – Die Christen gehn von Ort zu Ort

Die Christen gehn von Ort zu Ort
Durch mannigfaltgen Jammer;
Sie kommen in den Friedensport
Und ruhn in ihrer Kammer.
Gott hält der Seele Lauf
Durch Sein Umarmen auf;
Das Weizenbrot wird in Sein Beet
Auf Hoffnung reicher Frucht gesät.

Wie seid ihr doch so wohl gereist!
Gelobt sein eure Schritte,
Du allbereits befreiter Geist
Und du, verlaßne Hütte!
Den rührt der Bräutigam
Mit sanfter Liebesflamm;
Die deckt in ungestörter Ruh
Der Liebe stiller Schatten zu.

Wir freun uns in Gelassenheit
Der großen Offenbarung;
Indessen bleibt das Pilgerkleid
In heiliger Verwahrung.
Wie ist dein Glück so groß:
In Jesu Arm und Schoß!
Die Liebe führ uns gleiche Bahn,
So tief hinab, so hoch hinan!

Mathesius, Johann – GOtt schuf Adam auß staub und erd,

Mathesius, Johann – GOtt schuf Adam auß staub und erd,

Ein Grablied und Requiem

(Am Schluß des dritten Theils der Leichenpredigten Johannis Mathesii, Nürnberg 1559, in 4°.)

GOtt schuf Adam auß staub und erd,
im grab ich wider zu asch werd,
Die sünd mein irdisch leib aufflöst,
Christus allein mein seele tröst.

Wie ein glaser auß asch und sand
ein helles glaß formiert zu hand,
Also auß meiner asch und koth
ein newen leyb macht unser Gott.

Ein schönen leyb, rein, hell und klar,
der mit Gott lebet immerdar
In weyßheyt und gerechtigkeyt,
in freud und ewiger herrligkeyt.

Des danck ich Christo, unserm Gott,
der mirs verdient durch seinen todt,
Den ich in seim fleysch will ansehn,
wenn ich auß meinem grab werd gehn.

Komb bald mit grosser macht, Herr Christ,
dein zukunfft mein erlösung ist,
Jetzt bin ich ein verachte Leich,
für mich in deines Vatern Reich.

Mitler zeit laß mich ruhen fein
in deinem schoß und kemmerlein,
Ein frölich urstendt mir verleyh,
aln glaubigen ihr sünd verzeyh!

Wackernagel – Das deutsche Kirchenlied von Martin Luther bis auf Nicolaus Herman und Ambrosius Blaurer

Krummacher, Friedrich Wilhelm – Begräbnißlied

Krummacher, Friedrich Wilhelm – Begräbnißlied

Mel. Valet will ich dir geben

1. Verborgen und versiegelt
Bis auf die letzte Zeit,
Verschlossen und verriegelt
Ist Gottes Herrliichkeit.
„Geht hin und ruht, ihr Frommen!“
Verkündigt der Prophet
„Bis Gottes Tage kommen,
Bis einst ihr aufersteht.“

2. Geläutert und gereinigt,
Wie Gold in Glut bewährt,
Mit Seraphim vereinigt,
Vor Gottes Schaar geehrt
Wird Mancher, der hienieden
Verachtung litt und Hohn:
Ihm klingt in sel’gem Frieden
Das Hochzeitslied am Thron.

3, Die gottloß Wesen trieben,
Und merkten nicht auf’s Wort
Ach weh! sind eingeschrieben
Zur Quaal am finstern Ort.
Die Kinder aber glänzen,
Zum heil’gen Gottesmahl,
Geschmückt mit ew’gen Kränzen,
Wie Stern am Himmelssaal.

Bernheim – Das Abendmahl des Herrn