Weiße, Michael – Gelobt sei Gott, der unser Not

1.) Gelobt sei Gott, der unser Not
Und Dürftigkeit wohl hat erkannt,
Derhalben seinen Sohn gesandt.

2.) Auf dass er in diesem Elend
Die Werk seiner göttlichen Händ‘
Führet zum allerbesten End‘:

3.) Sein’n Willen uns zu wissen tät,
Leidend am Kreuze für sie bet,
Damit uns ewiglich verträt,

4.) Ein Priester wär in Ewigkeit,
Bestätiget durchs Vaters Eid,
In großer Ehr‘ und Herrlichkeit.

5.) Denn durch Bocksblut, wie Paulus spricht,
Und durch Brandopfer würden nicht
Unser Sachen vor Gott geschicht.

6.) Niemand, denn nur Christus allein,
Der hier ohn‘ alle Sünd‘ erschien,
Macht uns mit seinem Opfer rein.

7.) Als er am Kreuz sein Blut vergoss,
Sich für uns opfert nackt und bloß,
Wusch er uns rein und macht und los.

8.) Dies Opfer wird nun gerühmet,
Denn es hat uns Gott versühnet
Und die Seligkeit verdienet.

9.) Vater, sieh an, wie dieser Mann,
Christus, unser Sünd‘ auf sich nahm,
So schwer Ding trug ans Kreuzes Stamm,

10.) Sich ganz und gar auf dem Altar,
In aller Gnad und Heiligkeit,
Opfert ins Todes Bitterkeit!

11.) O Gott, steh bei und benedei,
Mach uns durch dieses Opfer frei,
Dass unser Herz stets bei dir sei!

12.) Wehr und lass nicht den bösen Wicht
Uns hindern in deiner Pflicht,
Durch Christum unser Zuversicht.

Weiße, Michael – Da Christus geboren war

1.) Da Christus geboren war,
Freute sich der Engel Schar
Und sangen mit Haufen schön:
Ehr‘ sei Gott im höchsten Thron!
Gottes Sohn ist Mensch geborn,
Hat versöhnt sein’s Vaters Zorn.
Freu sich, dem sein Sünd‘ ist Leid.

2.) Die Hirten erschraken ganz
Vor der Engel hellem Glanz.
Hörten fröhlich die neue Mär,
Dass Christus geboren wär.
Gottes Sohn ist Mensch geborn,
Hat versöhnt sein’s Vaters Zorn.
Freu sich, dem sein Sünd‘ ist Leid.

3.) Sie suchten das Kindelein
Eingehüllt in Windelein,
Wie der Engel hat vermeldt,
Welches trägt die ganze Welt.
Gottes Sohn ist Mensch geborn,
Hat versöhnt sein’s Vaters Zorn.
Freu sich, dem sein Sünd‘ ist Leid.

4.) Sie fanden das Kindlein zart,
Liegend in der Krippen hart
Bei dem Vieh im finstern Stall,
Welch’s die Stern‘ erschaffen all‘.
Gottes Sohn ist Mensch geborn,
Hat versöhnt sein’s Vaters Zorn.
Freu sich, dem sein Sünd‘ ist Leid.

5.) Aus der Mutter Brust so fein
Nähret sich das Kindelein,
Welch’s durch sein göttliche Kraft
Allem Vieh sein Futter schafft.
Gottes Sohn ist Mensch geborn,
Hat versöhnt sein’s Vaters Zorn.
Freu sich, dem sein Sünd‘ ist Leid.

6.) Solch große Barmherzigkeit
Lasst und preisen alle Zeit,
In Gottesfurcht und Glauben rein
Mit Geduld gehorsam sein.
Gottes Sohn ist Mensch geborn,
Hat versöhnt sein’s Vaters Zorn.
Freu sich, dem sein Sünd‘ ist Leid.

Weiße, Michael – Christus, der uns selig macht

1.) Christus, der uns selig macht,
Kein Bös hat begangen,
Der ward für uns in der Nacht
Als ein Dieb gefangen,
Geführt vor gottlose Leut
Und fälschlich verklaget,
Verlacht, verhöhnt und verspeit,
Wie denn die Schrift saget.

2.) In der ersten Tagesstund
Ward er unbescheiden,
Als ein Mörder, dargestellt
Pilato, dem Heiden.
Der ihn unschuldig befand,
Ohn Ursach des Todes.
Ihn derhalben von sich sandt
Zum König Herodes.

3.) Um drei ward der Gottessohn
Mit Geißeln geschmissen
Und sein Haupt mit einer Kron
Von Dornen verrissen.
Gekleidet zum Hohn und Spott ward
Er sehr geschlagen
Und das Kreuz zu seinem Tod
Musst er selber tragen.

4.) Um sechs ward er nackt und bloß
An das Kreuz geschlagen,
An dem er sein Blut vergoss,
Betet mit Wehklagen.
Die Zuseher spotten sein,
Auch die bei ihm hingen,
Bis die Sonn auch ihren Schein
Entzog solchen Dingen.

5.) Jesus schrie zur neunten Stund,
Klaget sich verlassen.
Bald ward Gall in seinen Mund
Mit Essig gelassen:
Da gab er auf seinen Geist
Und die Erd erbebet.
Des Tempels Vorhang zerriss
Und manch Fels zerklöbet.

6.) Da man hatt‘ zur Vesperzeit
Die Schächer zerbrochen,
Ward Jesus in seine Seit‘
Mit ein’m Speer gestochen.
Daraus Blut und Wasser rann,
Die Schrift zu erfüllen,
Wie Johannes zeiget an,
Nur um unsert Willen.

7.) Da der Tag sein Ende nahm
Der Abend war kommen,
Ward Jesus vom Kreuzesstamm
Durch Joseph genommen.
Herrlich nach jüdischer Art
In ein Grab geleget
Allda mit Hütern verwahrt,
Wie Matthäus zeuget.

8.) O hilf, Christe, Gottes Sohn!
Durch dein bitter Leiden
Dass wir dir stets Untertan
All Untugend meiden.
Deinen Tod und sein Ursach‘
Fruchtbarlich bedenken.
Dafür wiewohl arm und schwach,
Dir Dankopfer schenken.

Weiße, Michael – Christe, der du bist Tag und Licht

1.) Christe, der du bist Tag und Licht,
Vor dir ist, Herr, verborgen nicht,
Du väterliches Lichtes Glanz,
Lehr‘ uns den Weg der Wahrheit ganz.

2.) Wir bitten dein‘ göttliche Macht,
Beschirm uns, Herr, in dieser Nacht,
Bewahr uns, Herr, vor allem Leid,
Gott Vater der Barmherzigkeit.

3.) Vertreib den schweren Schlaf, Herr Christ,
Dass uns nicht schad‘ des Feindes List.
Das Fleisch in Züchten reine sei,
So sind wir mancher Sorge frei.

4.) So unsre Augen schlafen ein,
So lass das Herze wacker sein.
Beschirm uns Gottes rechte Hand,
Und lös uns von der Sünden Band.

5.) Beschirmer, Herr der Christenheit
Dein Hilf allzeit sei uns bereit.
Hilf uns, Herr Gott, aus aller Not
Durch dein‘ heil’ge fünf Wunden rot.

6.) Gedenk, o Herr, der schweren Zeit,
Darin der Leib gefangen leigt.
Der Seelen, die du hast erlöst,
Gib, o Herr Jesu, deinen Trost.

7.) Gott Vater sei Lob, Ehr‘ und Preis,
Dazu auch seinem Sohne weis,
Des Heilgen Geistes Gütigkeit
Von nun an bis in Ewigkeit.

Weiße, Michael – Als Jesus Christus, Gottes Sohn

1.) Als Jesus Christus, Gottes Sohn,
Mit seiner leiblichen Person
Von dieser Welt abscheiden woll’n,
Sagt er sein‘ Jüngern unverhohl’n:

2.) Ich geh zu Gottes Majestät,
Ihr aber geht nicht aus der Stätt‘,
Bis euch zuvor himmlische Kraft
Bestätiget zur Ritterschaft.

3.) Die Jünger glaubten diese Wort‘,
Blieben versammelt an ein’m Ort,
Einträchtig nach christlicher Weis‘,
Betend zu Gott mit allem Fleiß.

4.) Nach Ostern am fünfzigsten Tag,
Den man den Pfingsttag nennen mag,
Neun Tag‘ nach Christi Himmelfahrt
Ward ein groß‘ Wunder offenbart.

5.) Des Morgens um die dritte Stund‘,
Weil sie beten aus Herzensgrund
Kam der Heilige Geist in’s Haus,
Als ein Sturmwind mit großem Braus.

6.) Saß auf ein’m Jeglichen unter ihn‘,
Gab ihnen all’n rechtschaffnen Sinn,
Sagt ihnen Gottes Wundertat
Mit neuen Sprachen ohne Spott.

7.) Auf diesen Sturm lief viel Volk zu
Und sieh, die Jünger red’ten nu
Mit neuen Zungen große Ding,
Das vielen sehr zu Herzen ging.

8.) Derhalben sprachen Etliche:
Die Männer sind aus Galilä,
Wie reden sie denn unsre Sprach‘,
So große Ding vorbringen auch?

9.) Etlich‘ sagten: Sind Wines voll,
Sie reden wie ein Trunkenbold.
Petrus aber, voll Gotteskraft,
Gab ihnen freudig Rechenschaft.

10.) Nahms Wort vor sich aus Joels Buch
Und aus dem Psalter manchen Spruch,
Redet, dass durch viel Herzen drang
und sie also zu reden zwang:

11.) O, lieben Brüder, ratet zu,
Wie wir kommen zu rechter Ruh‘?
Wir finden bei uns nichts, denn Sünd‘,
Sagt, wer uns denn davon entbind’t?

12.) Petrus sprach: Bessert euer Tuns,
Und glaubt an Christum, Gottes Sohn,
Betet ihn an mit eurem Mund,
Lasst euch taufen auf seinen Bund.

13.) Sie taten, wie ihn’n Petrus riet,
Kamen von ihrem bösen Tritt,
Glaubten, empfingen auch die Tauf,
Liefen ein gottsel’gen Lauf.

14.) Ei, nun verleih, Heiliger Geist,
Dass wir uns halten allermeist
Nach dieser ersten Kirchen Weis‘,
Dir, Gott, zu Lob, Dank, Ehr‘ und Preis.

Weiße, Michael – Als der gütige Gott

– Weihnachtslied –

1.) Als der gütige Gott
Vollenden wollt sein Wort,
Sandt er sein Engel schnell,
Des Namens Gabriel,
Ins Galiläisch Land.

2.) In die Stadt Nazareth,
Da er eine Jungfrau hat,
Die Maria genannt,
Joseph nie hat erkannt ,
Dem sie vertrauet war.

3.) Als der Bot’ vor sie kam,
Fing er mit Freuden an
Und macht ihr offenbar,
Was ihm befohlen war,
Und sprach freundlich zu ihr:

4.) Sei gegrüßt holdselig,
Gott der Herr allmächtig,
Ist mit dir allezeit,
O du gebenedeit
Unter allen Frauen.

5.) Als die Jungfrau erhört
So wunderliche Wort
Ward sie bald Trauens voll
Und bedacht’ sich gar wohl,
Was sie drauf sagen sollt’.

6.) Er sprach: ‚Ei, sei getrost,
Denn Gott hat zu dir Lust
Und du wirst empfangen,
Und gebär’n einen Sohn,
Und den heißen Jesum.‘

7.) Maria antwort ihm:
‚Ist doch mein Herz und Sinn
Auf keinen Mann gewandt,
Ist mir auch unbekannt,
Wie solches sollt ergeh’n.‘

8.) Der Engel sprach zu ihr:
‚Der Heil’ge Geist in dir,
Wird so groß Wunder tun,
Und du wirst Gottes Sohn
Unverrückt empfangen.‘

9.) Maria gläubet ihm
Und sprach: ‚Wohlan, ich bin
Des Allerhöchsten Magd,
Er tu wie du gesagt,
Mit mir, wie’s ihm behagt‘.

10.) Bald wirket Gottes Kraft
In ihrer Jungfrauschaft,
Und sie empfing zu Hand,
Christum, der Weltheiland,
Und der Engel veschwandt.

11.) Preis, Lob und Herrlichkeit,
Danksagung und Klarheit
Sei dir in Ewigkeit,
O Herre Jesu Christ,
Der du Mensch worden bist.

12.) O komm‘ durch deine Güt‘,
Auch in unser Gemüt,
Verleih‘ uns Heiligkeit,
Deine Gerechtigkeit,
Und ew’ge Seligkeit.

Weiße, Michael – Als Christus mit seiner Lehr

1.) Als Christus mit seiner Lehr
Versammelt ein kleines Heer,
Sagt er ihm, dass’s mit Geduld
Sein Kreuz ihm nachtragen sollt.

2.) Sprach: ‚O, lieben Jünger mein,
Ihr sollt allzeit munter sein,
Nichts auf Erden lieben mehr
Denn mich und all‘ meine Lehr.

3.) Die Welt wird euch übel tun,
Anlegen viel Spott und Hohn,
Umjagen und sagen frei
Dass der Teufel in euch sei.

4.) Wenn sie euch lästert und schmäht,
Meinethalben schilt und schlägt:
So seid froh, denn euer Lohn
Ist bereit vor Gottes Thron.

5.) Seht an, ich bin Gottes Sohn
Und hab allzeit wohl getan,
Ich bin je der Allerbest‘,
Noch macht sie mir’s trefflich fest.

6.) Weil sie mich ein’n bösen Geist,
Ein’n argen Verführer heißt
Und mir allzeit widerspricht,
Sie schenkt’s euch auch freilich nicht.

7.) Jedoch fürchtet nicht ein’n Mann,
Der nur den Leib töten kann,
Sondern den ewigen Gott,
Der Macht zu verdammen hat!

8.) Der probiert euch, wie das Gold,
Ist euch als sein’n Kindern hold.
So ihr bleibt in meiner Lehr‘,
Verlässt er euch nimmermehr.

9.) Ich bin euer, ihr seid mein,
Wo ich bin, da sollt ihr sein!
Wer euch plagt, der plagt mein Aug‘,
Weh dann ihm an jenem Tag!

10.) Euer Elend, Angst und Pein
Wird euch dort ein‘ Freude sein,
Und die Schand‘ ein Preis und Ehr‘
Vor allem himmlischen Heer.‘

11.) Die Apostel nahmens an
Und lehreten jedermann:
Wer dem Herrn nachfolgen wollt,
Dass es des‘ gewarten sollt.

12.) O Christe, hilf deinem Volk,
Dass ’s dir von Herzen nachfolg‘
Und durch ein’n seligen Tod
Los werd‘ aller Angst und Not!

Weisse, Michael – Christus in leiblicher Person

CHristus jnn leiblicher person
ist imm himmel vor Gottes thron,
Das zeigt die schriefft so klerlich an,
das auch kein Christen leugnen kann.

Aber mit seim heiligen geist
begabt er sein volck allermeist,
Richtet sein auserwelten an,
das sein wort jnn ihn hafften kan.

Nimpt sie durch seine boten auf,
unnd versichert sie mit der tauff,
Ja auch mit seinem testament,
das er ihn günstig sey on end.

Die menschen, durch Christum erkaufft
unnd jnn seine warheit getaufft,
Seind edler denn das testament,
welchs er doch seinen leichnam nennt.

Denn er verordnets jhn zu dienst,
daß ihnen zeuget sein verdienst,
Yhnen zu dienst leid er den todt,
trit auch yhnen zu dienst für Got.

Ihnen giebet er grossen preis,
wiel auch, das man yhn gunst beweiß,
Ja auch dienen die sacrament
und was man creaturen nennt.

Wer anders leert, der jrret ser
wider Christum und seine leer
Und ist gewies ein falsch prophet,
wenn er gleich wunderzeichen thet.

Das sacrament bleibt wein und brot
und wirt nicht verwandelt inn Got,
Es wirt wol leib und blut genant,
hat aber geistlichen verstandt.

Christi leib und blut, blos und schlecht,
macht niemanden vor Got gerecht,
Aber der geist inn seiner krafft
giebt vielen dörren hertzen saft.

Der Herr redet an manchem ort
durch gleichnis und verborgne wort:
Solt mans dann als fleischlich verstehn,
so müst der glaub zu boden gehn.

Die ersten Christen glaubten recht
und entpfingen wirdig und schlecht
Das testament nach Christi leer,
beweysten yhm nicht Gotlich ehr.

Ey, last unns auch des gleichen thun
und got bieten durch seinen sohn,
Das er uns das verleihen wolt
und bewaren inn seiner huld!

Weisse, Michael – O Gott Vater, gebenedeyt in ewigkeyt

O Gott Vater, gebenedeyt in ewigkeyt
sih heut an durch deine barmhertzigkeyt,
Wie so vil Feind nach unsrem leben stehn
und sehr listig mit uns umbgehn.

Der böse Feind geht on unterlaß umb uns her,
brummet als ein grimmiger Löw und Beer,
Thut fleyt, das er uns lebendig verschling,
fellet inn jrrthumb und Todtsünd.

Wo er durch sich selbst an uns nichts schaffen kan,
so geht er und hetzet alle Welt an,
Das sie mit freuel deine gnad veracht
und sich mit grimm an dein volck macht.

So lest auch das fleysch unsrem geyste keine rhu,
sonder richtet jm vil ungemach zu,
Krieget mit jm und wil sein Herre sein
und der förchtet ewige pein.

Diesem Geyst, der mit dem Fleysche kempfft alle zeyt
und inn nöten umb beystandt zu dir schreyt,
Verleyh krafft, das er jm nicht unterlig,
sonder frey uberwind und sieg.

Unser feind ist Sathan, Fleysch, Welt und Antichrist,
wider welches giefft, grimm und arge list
Unser geyst tag und nacht zu streytten hat:
o thu jm beystandt, herre Gott.

O leg uns den thewren harnisch der warheyt an,
das wir sicher wandlen auff deiner ban!
Sterck uns im glauben, lieb und zuuersicht,
das uns nicht schad der bösewicht!

O Herr, laß dich milt und barmhertzig erfinden
und hilff, das wir herrschen allen sünden,
Dem bösen Feind und seinem gantzen heer,
deinem Namen zu lob und ehr.

Amen singen wir eintrechtig auß hertzen brunst;
o Vater, du wöllest auß lieb und gunst
Durch Jesum Christum, deinen lieben Son,
uns allzeyt hülff und beystandt thun.

Weisse, Michael – Der Tag bricht an

DEr tag bricht an und zeyget sich;
o Herre Gott, wir loben dich,
Wir dancken dir, du höchstes gut,
das du uns die nacht hast behüt!

Bitten dich auch, behüt uns heut,
denn wir seind alhie bilgersleut,
Steh uns bey, thu hülff und bewar,
das uns keyn ubel widerfar!

O regier uns mit starcker handt,
auff dz dein werck in uns erkannt,
Dein Namen durch glaubreych geberd
in uns Heylig erweyset werd.

Hilff, das der Geyst zuchtmeyster bleyb,
das arge fleysch so zwing und treyb,
Das sichs nicht so gar ungestüm
erheb und ewiglich verthum.

Sterck jn, das er all ubel schwech,
des fleysches mut und willen brech,
Das sichs nicht inn wollust ergeb
und wie vorhyn inn sünden leb.

Versorg uns auch, o Herre Gott,
auff diesen tag nach aller not,
Teyl uns deinn milten segen aus,
denn unser sorg richtet nichts auß.

Gib deinn segen auff unser thun,
fertig unser arbeyt und lohn
Durch Jesum Christum, deinen Son,
unsern Herren für deinem thron. Amen.