Schmolck, Benjamin – Jakobs Stern, du Licht der Erden

Mel. Gott des Himmels und der Erden,

Jakobs Stern, du Licht der Erden,
Sonne der Gerechtigkeit,
Laß die Nacht zum Tage werden,
Wirf die Strahlen weit und breit
Auf die, so bei dieser Wiegen
In entzückter Demuth liegen.

Finsterniß bedeckt die Erde
Und der Völker Dunkelheit,
Aber über deine Heerde
Strahlt des Glanzes Herrlichkeit,
Die den Hirten sich gewiesen,
Dein Geburtsfest hat gepriesen.

Wunderkind, wir deine Kinder
Sammeln uns in deinem Stall.
Du bist ja das Heil der Sünder
Und die Stütze für den Fall,
Laß von keinen Finsternissen
Uns bei deiner Krippe wissen.

Ist es in dem Herzen dunkel,
So erleucht uns durch dein Licht,
Daß uns dein GEburtsstern funkel,
Der durch alle Nebel bricht;
Denn die Nacht ist nun vergangen,
Da der Tag sich angefangen.

Nun wir warten auf die Bürden,
Die du eingebunden hast.
Wie die Schäfer bei den Hürden
Haben wir nicht eher Rast,
Bis daß unser Herz erfährt,
Was der heilge Christ beschert.

Ach was sinds für schöne Sachen,
Die hier eingebunden sind?
Daß du uns recht reich willst machen,
Bindest du dich selber ein.
Das ist wahrlich eine Bürde,
Die kein Mensch beschreiben würde.

Denn in dieser Bürde lieget
Vaters Gnad und Sohnes Huld.
Alles, was das Herz vergnüget,
Die Erlassung unsrer Schuld,
Gottes Kindschaft, Heil und Segen,
Ja der Himmel ist zugegen.

Welt, behalte deine Schätze,
Hier ist unser größter Schatz.
Hier ist Freiheit vom Gesetze,
Hier der Armen Ruheplatz,
Hier das Labsal aller Schmerzen.,
Hier das Herze aller Herzen.

Zwar es ist auch eine Ruthe
Diesem Zucker beigelegt,
Doch es ist uns wohl zu Muthe,
Weil sie uns zum Besten schlägt.
Sonsten würden wir von Sünden
Allzuschwere Bürden binden.

Laß die Christnacht so begehen,
Daß kein Kind der Finsterniß
Deine Huld mag widerstehen,
Und mach unser Herz gewiß,
Daß wir dort auf Zions Höhn
Christtag mögen einst begehn.

Ledderhose – Benjamin Schmolcks geistliche Lieder

Schmolck, Benjamin – Seht, welch ein Mensch ist das!

Ecce Homo

Mel. Ach wein, du Engelschar.

Seht, welch ein Mensch ist das!
Ihr Menschen, kommt zusammen.
Ihr Ungerechten, seht
Die Unschuld hier verdammen.
Ihr Sünder, merket auf,
Hier lebt die Heiligkeit.
Ihr Höllenkinder, weint,
Der Sohn des Höchsten schreit.

Seht, welch ein Mensch ist das!
O Blicke voller Thränen,
O Antlitz voller Schmach,
O Lippen voller Sehnen!
O Haupt voll Todesschweiß,
O Herze voller Blut,
O Backen voller Koth,
O Leib voll Noth und Tod!

Seht, welch ein Mensch ist das!
O seht in seine Wunden.
Habt ihr, ihr Sünder, nicht
Den Heiligen gebunden?
Sind eure Lüste nicht
Die Dornen, die er trägt?
Ists eure Bosheit nicht,
Die ihn ans Kreuze schlägt?

Seht, welch ein Mensch ist das!
Ach opfert Thränenfluthen;
Denn eure Blutschuld macht
Das Herze Jesu bluten.
Geht nicht vorüber hier,
Wo Schmerzen über Schmerz,
Seht durch die offne Brust
In euers Jesu Herz.

Seht, welch ein Mensch ist das!
Ach ja, wir wollen sehen,
Was dir, du Menschenfreund,
Durch Menschen ist geschehen.
So lang ein Auge blickt,
So lange soll die Pein,
Die du für uns erträgst,
Auch unvergessen sein.

Seht, welch ein Mensch ist das!
Ach sieh uns auch in Gnaden,
Wenn wir uns voller Buß
In Jammerthränen baden,
So laß den Blick vom Kreuz
In unsre Seele gehn,
Und dein vergossnes Blut
Für uns im Mittel stehn.

Seht, welch ein Mensch ist das
So werden wir dich schauen
Und unsern ganzen Trost
In deine Wunden bauen;
Wenn sich dein Haupt nun neigt,
So sterben wir mit dir,
Wenn unser Auge bricht,
So leben wir dafür.

Ledderhose – Benjamin Schmolcks geistliche Lieder

Schmolck, Benjamin – O Anfang, sonder Ende,

Beim Beschlusse des Jahres. Am Sonntag nach dem Christfest.

Mel. Von Gott will ich nicht lassen.

O Anfang, sonder Ende,
Du großes A und O,
Wir küssen deine Hände
Und sind von Herzen froh,
Weil du uns noch ein Jahr
Mit Segen läßt beschließen,
Daß wir erkennen müssen,
Dein Thun ist wunderbar.

Die Kirch ist voller Wunder,
Dein Wort und Sacrament
Sind immer neue Zunder,
Daß Licht und Recht noch brennt.
Dein Sohn ist hier der Stein,
An dem die Feinde fallen,
Wenn er den Deinen allen
Ein Auferstehn muß sein.

Das Land ist voller Segen
Und trieft von deinem Fett,
Man siehet allerwegen,
Wie seine Frucht geräth.
Ist da und dort ein Schwert
Durch unsre Seelen gangen,
So hast du nach Verlangen
Auch wieder Trost beschert.

Die Häuser sind voll Güte,
Die alle Morgen neu.
Wo man sich treulich mühte,
Da trat dein Sorgen bei.
Die Kinder wuchsen auf
Und wurden stark am Geiste,
Weil Gottes Kind sie weiste
Auf seiner Jugend Lauf.

Die Herzen sind voll Gnaden,
Ob wir gleich Zorn verdient,
Doch hast du allen Schaden
Durch Christum ausgesühnt.
Wenn wir bei Tag und Nacht
Mit Fasten und mit Beten
Vor deinen Thron getreten,
Hast du es gut gemacht.

Ach sollten wir jetzunder
Nicht voller Jauchzen sein?
Und über deine Wunder
Uns recht von Herzen freun?
Ach sollten wir denn nicht,
Wie Hanna, diese Stunde
Mit dem erfreuten Munde
Zum Lobe sein gericht?

Nun, Herr, dein ist die Ehre,
Du heißest Wunderbar,
Doch gib uns auch Gehöre,
Daß wir das alte Jahr,
Befreit von aller Noth,
In deiner Gnade schließen
Und in dem neuen wissen,
Du seist der rechte Gott.

Laß dir die Alten dienen,
Wie Hanna, Simeon.
Gib, daß die Jungen grünen,
Wie dein und Davids Sohn.
Nimmt man an Jahren zu,
So laß uns auch nicht schämen,
Im Guten zuzunehmen,
Dies Alles wirke du.

Und wenn wir das vollendet,
Was uns dein Wort gesagt,
Und unser Lauf sich endet,
Jung oder wohlbetagt,
So führe Leib und Seel
Ins Nazareth dort oben,
Da wollen wir dich loben,
Drauf wartet Israel.

Ledderhose – Benjamin Schmolcks geistliche Lieder

Schmolck, Benjamin – Gott der Juden, Gott der Heiden

Am Tage der Erscheinung Christi.

Mel. Gott des Himmels und der Erden.

Gott der Juden, Gott der Heiden,
Aller Völker Heil und Licht,
Saba sieht den Stern mit Freuden,
Der von dir am Himmel spricht.
Sem und Japhet kommt von fern,
Dich zu sehn, du Jakobsstern.

Wir gesellen uns zu denen,
Die aus Morgenlande sind.
Unser Fragen, unser Sehnen
Ist nach dir, du großes Kind.
Bist du in Jerusalem?
Oder nur in Bethlehem?

Kein Herodes kann uns sagen,
Wo dein Thron ist aufgericht.
Wenn wir die Gelehrten fragen,
Wissen sie die Weisheit nicht.
Suchen wir, o König, dich,
Weiset uns die Welt von sich.

Doch dein Wort ist Stern und Flamme
Und bezeichnet Haus und Pfad,
Wo dich, Held aus Davids Stamme,
Tyrus angebetet hat,
Wo die erste Heidenschaft
Nur an deinem Glanze haft.

Nun wir eilen mit Verlangen
Wie die Läufer Midian,
Dich, Messias, zu umfangen,
Der den Himmel schenken kann.
Unsre Kniee beugen sich,
Unser Arm umfasset dich.

Nimm die aufgethanen Schätze,
Schatz, der unser Herz erfreut.
Deine Mildigkeit ersetze
Unsrer Hände Dürftigkeit.
Hier ist kein Arabia,
Es ist lauter Armuth da.

Nimm für Gold und andre Gaben
Glaube, Lieb und Hoffnung an.
Laß dich einen Weihrauch laben,
Den die Andacht liefern kann,
Und als Myrrhen geben wir
Die Geduld und Buße dir.

Nimm die Opfer in Genaden
Von ergebnen Herzen an
Und laß keinen Feind uns schaden,
Der dich nicht vertragen kann.
Wenn Herodes Schwert gewetzt,
So behalt uns unverletzt.

Nun wir gehn von deiner Krippen,
Laß mit Segen uns von dir.
Zeig uns Bahn durch Dorn und Klippen,
Still der Feinde Mordbegier.
Mach uns einen Weg bekannt,
Der uns führt ins Vaterland.

Ledderhose – Benjamin Schmolcks geistliche Lieder

Schmolck, Benjamin – Hosianne, Davids Sohn.

Mel. Meinen Jesum laß ich nicht.

Hosianne, Davids Sohn
Kommt in Zion eingezogen.
Ach bereitet ihm den Thron,
Setzt ihm tausend Ehrenbogen.
Streuet Palmen, machet Bahn,
Daß er Einzug halten kann-

Hosianna, sei gegrüßt!
Komm, wir gehen dir entgegen.
Unser Herz ist schon gerüst,
Will sich dir zu Füßen legen.
Zeuch zu unsern Thoren ein,
Du sollst uns willkommen sein.

Hosianna, Friedensfürst,
Ehrenkönig, Held im Streite.
Alles, was du schaffen wirst,
Das ist unsre Siegesbeute.
Deine Rechte bleibt erhöht,
Und dein Reich allein besteht.

Hosianna, lieber Gast,
Wir sind deine Reichsgenossen,
Die du dir erwählet hast;
Ach so laß uns unverdrossen
Deinem Scepter dienstbar sein,
Herrsche du in uns allein.

Hosianna, komme bald,
Laß uns deine Sanftmuth küssen.
Wollte gleich die Knechtsgestalt
Deine Majestät verschließen,
Ei so kennet Zion schon
Gottes und auch Davids Sohn.

Hosianna, steh uns bei,
O Herr, hilf, laß wohl gelingen,
Daß wir ohne Heuchelei
Dir das Herz zum Opfer bringen.
Du nimmst keinen Jünger an,
Der dir nicht gehorchen kann.

Hosianna, laß uns hier
An den Oelberg dich begleiten,
Bis wir einstens für und für
Dir ein Psalmenlied bereiten.
Dort ist unser Bethphage,
Hosianna in der Höh!

Hosianna, nah und fern,
Eile bei uns einzugehen,
Du Gesegneter des Herrn,
Warum willst du draußen stehen?
Hosianna, bist du da?
Ja, du kommst, Halleluja!

Ledderhose – Benjamin Schmolcks geistliche Lieder

Schmolck, Benjamin – Jesus lebet, so leb ich auch

Jesus lebet, so leb ich auch,
Denn sein Leben ist mein Leben.
Er hat mir den ersten Hauch
Hier zum Leben selbst gegeben;
Nimmt er den nur wieder hin,
Ei so leb ich doch durch ihn.

Jesus lebt, ich bin sein Glied
Schon in meiner Taufe worden,
Weil sein Wesen in mir blüht,
Schreib ich mich zum Christenorden.
Ich bin göttlicher Natur,
Lebe, doch in Jesu nur.

Jesus lebt, mein Glaube sprichts,
Der mich fest mit ihm verbindet.
Außer diesem hab ich nichts,
Da mein Herz das Leben findet.
Er ist Kraft und Saft in mir,
Lebet in mir für und für.

Jesus lebt, drum weg, o Welt,
Weil bei dir mehr Tod, als Leben.
Welchem deine Lust gefällt,
Hat des Himmels sich begeben.
Der lebt recht, der, wenn er stirbt,
Jesus Leben dort erwirbt.

Jesus lebt, nun komm, o Tod,
Mich in Jesus Schooß zu setzen;
Dorten wird mich keine Noth,
Wo mein Jesus lebt, verletzen.
Jesus lebt, so fahr ich hin,
Wo ich ewig lebend bin.

Ledderhose – Benjamin Schmolcks geistliche Lieder

Schmolck, Benjamin – Jesus soll die Loosung sein

Mel. Meinen Jesum laß ich nicht.

Jesus soll die Loosung sein,
Da ein neues Jahr erschienen.
Jesus Name soll allein
Denen zum Paniere dienen,
Die in seinem Bunde stehn
Und auf seinen Wegen gehn.

Jesus Name, Jesus Wort
Soll bei uns in Zion schallen,
Und so oft wir an den Ort,
Der nach ihm genennt ist, wallen,
Mache seines Namens Ruhm
Unser Herz zum Heiligthum.

Unsre Wege wollen wir
Nur in Jesus Namen gehen.
Geht uns dieser Leitstern für,
So wird alles wohl bestehen,
Und durch seinen Gnadenschein
Alles voller Segen sein.

Alle Sorgen, alles Leid
Soll der Name uns versüßen,
So wird alle Bitterkeit
Uns zum Zucker werden müßen.
Jesus Namen, Sonn und Schild,
Welcher allen Kummer stillt.

Ledderhose – Benjamin Schmolcks geistliche Lieder

Schmolck, Benjamin – Mein Gott, Du bist und bleibst mein Gott

Mein Gott, du bist und bleibst mein Gott,
Das macht mir tausend Freuden.
Es kann mich weder Not noch Tod
Von deiner Liebe scheiden;
Denn hab ich dich,
So werden mich
Die Flammen nicht ergreifen,
Die Fluten nicht ersäufen.

2. Du bist mein Gott von Jugend auf
In Freud und Leid gewesen;
Es war mein ganzer Lebenslauf
Zum Segen auserlesen.
Wie manche Not,
Die mir gedroht,
Hat deine Hand gewendet
Und Hilfe mir gesendet!

3. Du bist mein Gott, und bis hieher
Willst du noch immer walten.
Da meiner längst vergessen wär,
Hast du mich doch erhalten,
Gespeist, getränkt
Und sonst beschenkt
Mit vielen Gnadengaben,
Die Leib und Seele laben.

4. Du bist mein Gott auch künftighin,
Darauf vertrau ich feste;
Du änderst nie den treuen Sinn
Und sorgst für mich aufs beste.
In Lieb und Leid
Bist du bereit,
Mir Rat und Tat zu geben,
So lang ich werde leben.

5. Du bist mein Gott, kein Elend kann
Mir diesen Trost benehmen,
Und geh ich gleich auf rauher Bahn,
Will ich mich doch nicht grämen.
Der Weg zu dir
Ist dornig hier
Und führt mich doch zum Ziele,
Wenn ich auch Schmerzen fühle.

6. Du bist mein Gott, auch wenn der Tod
Mir alles andre raubet;
Stirbt gleich der Leib, es hat nicht Not;
Wer nur an Jesum glaubet,
Der findet dort
Den sichern Ort,
Wo uns ein beßres Leben
Auf ewig wird gegeben.

7. Du bist mein Gott, drum freu ich mich,
Ich werde zu dir kommen,
Sobald nach meinem Sterben ich
Der letzten Angst entnommen.
Mein Gott ist mein,
Und ich bin sein.
Nichts soll mir diesen Glauben
Aus meinem Herzen rauben

Ledderhose – Benjamin Schmolcks geistliche Lieder

Schmolck, Benjamin – Mein Gott, ich wart auf Deine Stunde

1) Mein Gott, ich wart auf deine Stunde,
Die jetzt noch nicht gekommen ist.
Ich habe diesen Trost zum Grunde,
Daß du voll Rats und Hilfe bist.
Dein Wort wird endlich doch erfüllt,
Die Stunde komme, wann du willt.

2) Ich bin, mein Gott, in deinen Händen,
Machs nur mit mir, wie dirs gefällt.
Ich will zu dir allein mich wenden,
Es sei dir alles heimgestellt.
Die Hilfe kommt allein von dir,
Mein bester Helfer, hilf du mir.

3) Wenn Furcht und Hoffnung in mir streiten,
Heißt mich der Glaube stille sein;
Ich sehe deine Hand von weiten,
Die wird mir Trost und Kraft verleihn;
Ich werde – Herr, es wird geschehn –
Noch Lust an deiner Gnade sehn.

4) Wie Jakob geh ich dir entgegen,
Mein Glaube ringt und kämpft mit dir;
Ich laß dich nicht, gib mir den Segen,
Dein Segen ruh und bleib in mir,
Dein Segen ist’s, der mir die Nacht
Zur schönen Morgenröte macht.

5) Nur deiner Allmacht will ich trauen,
Die allen Kummer ändern kann.
Auf dein Wort will ich Felsen bauen,
Du hast gesaget: Ruf mich an.
Ich hoffe nun, ich rufe nun;
Du wirst nach deinem Worte tun.

6) Beleg mich, wie du willst, mit Schmerzen,
War Jesus doch der Schmerzensmann,
Und diesem geht mein Schmerz zu Herzen,
Ich weiß, daß er’s nicht lassen kann;
Ihm bricht sein Herz, sein Mund verspricht:
Ich laß dich nicht. Ach laß mich nicht.

Hymns of the 1912 Lutheran Hymnal for Church, School and Home

Schmolck, Benjamin – O Liebe über alle Liebe

1. O Liebe über alle Liebe,
Recht nach dem Leben abgemalt,
Was gleichet einem solchen Triebe,
Der Blut aus Liebe für mich zahlt?
Die Liebe büßt das Leben ein;
Kann eine Liebe größer sein?

2. Der Hirte stirbet für die Schafe;
Wie lieb muß ihm die Herde sein!
Des Vaters Schoßkind löst die Strafe
Für die, so Feinde waren ein.
Selbst der Geliebte wird verhasst,
Daß er nur uns in Liebe fasst.

3. Es redt ein Mund aus jeder Wunde,
Der nur von Liebe reden kann;
Die Liebe quillt recht aus dem Grunde,
Seht nur die offne Seite an.
Das ist des Kreuzes Überschrift:
Seht, was die Liebe hier gestift.

4. O schönes Vorbild meiner Liebe,
Ich müsste Eis und Eisen sein,
Wenn ich hier kalt und lieblos bliebe
Bei deiner großen Liebespein.
Die Liebesstapfen sind so schön;
Wer wollte nicht darinnen gehn!

5. Mit Liebe kommst du mir entgegen,
Mit Segenliebe küss ich dich.
Ich will mich an dein Herze legen.
Die Liebe schließet mich an dich.
Mit Blut verschreibest du dich mir,
Ich leb und sterb in Liebe dir.

6. Geliebter, deiner Liebe wegen
Soll Weltlust mir verhasset sein.
Kommst du zu mir mit Liebeschlägen,
Was ist mein Kreuz für deine Pein?
Die Liebe duldet alle Not.
Die Liebe scheuet nicht den Tod.

7. O könnt ich gar zu Liebe werden,
Ich würde dir noch lieber sein.
Doch nimm verlieb mit mir auf Erden,
Im Himmel bring ich alles ein,
Wo Lieben über Lieben ist
Und du der Allerliebste bist.

Hymns of the 1912 Lutheran Hymnal for Church, School and Home