Schmolck, Benjamin – Der Tod ist todt, das Leben lebet

Mel. Gottlob, es geht nun mehr zu Ende,

Der Tod ist todt, das Leben lebet,
Das Grab ist selbst begraben nun;
Mein Jesus, der sein Haupt erhebet,
Will ferner nicht im Kerker ruhn
Und stellt mir diese Loosung für:
Ich leb, und ihr lebt auch mit mir.

Nun liegt der Tod zu meinen Füßen,
Des Lebens Fürste stirbt nicht mehr.
Er weiß die Gräber aufzuschließen,
Er stürzt das bloße Sündenheer.
Das Siegeslied klingt herrlich hier:
Ich leb, und ihr lebt auch mit mir.

Mein Jesus, Wahrheit, Weg und Leben,
Der Leben hat und Leben gibt,
Wie soll ich den Triumph erheben,
Der Rach an meinen Feinden übt!
Sie liegen dort, du rufest hier:
Ich leb, und ihr lebt auch mit mir.

Das Haupt belebet seine Glieder,
Wer wollte denn gestorben sein?
Die Lebenssonne scheint uns wieder
Und leuchtet bis ins Grab hinein,
Da lesen wir die Grabschrift hier:
Ich leb, und ihr lebt auch mit mir.

O todter Tod, wie kannst du schrecken?
Mein Jesus nimmt das Schrecken hin.
Wie er sich selbsten kann erwecken,
So werden wir erweckt durch ihn.
Wenn Jesus lebt, so leben wir:
Ich leb, und ihr lebt auch mit mir.

Ledderhose – Benjamin Schmolcks geistliche Lieder

Schmolck, Benjamin – Seele, geh auf Golgatha

Mel. Jesus meine Zuversicht

Seele, geh auf Golgatha,
Setz dich unter Jesu Kreuze
Und bedencke, was dich da
Für ein Trieb zur Buße reize.
Willst du unempfindlich sein,
O so bist du mehr als Stein.

Schaue doch das Jammerbild
Zwischen Erd und Himmel hangen,
Wie das Blut mit Strömen quillt,
Daß ihm alle Kraft vergangen.
Ach der übergroßen Noth!
Es ist gar mein Jesus todt.

O Lamm Gottes ohne Schuld,
Alles das hab ich verschuldet,
Und du hast aus großer Huld
Pein und Tod für mich erduldet;
Daß ich nicht verloren bin,
Gibst du dich ans Kreuze hin.

Unbeflecktes Gotteslamm,
Ich verehre deine Liebe.
Schaue von dem Kreuzesstamm,
Wie ich mich um dich betrübe.
Dein im Blute wallend Herz
Setzet mich in tausend Schmerz.

Ich kann nimmer, nimmermehr
Diese Plagen dir vergelten,
Du verbindest mich zu sehr.
Schenk ich dir gleich tausend Welten,
Ach das wäre nicht genung
Für den bittern Gallentrunk.

Nun ich weiß noch was für dich,
Ich will dir mein Herze geben,
Dieses soll beständiglich
Unter deinem Kreuze leben.
Wie du mein, so will ich dein
Lebend, leidend, sterbend sein.

Laß dein Herz mir offen stehn,
Oeffne deiner Wunden Thüre,
Da hinein will ich stets gehn,
Wenn ich Kreuz und Noth verspüre,
Wie ein Hirsch nach Wasser dürst,
Bis du mich erquicken wirst.

Kreuzige mein Fleisch und Blut;
Lehre mich die Welt verschmähen.
Laß mich dich, du höchstes Gut,
Immer vor den Augen sehen.
Führ in allem Kreuze mich
Wunderlich, nur seliglich.

Endlich laß mich meine Noth
Auch geduldig überwinden.
Nirgends sonst wird mich der Tod,
Als in deinen Wunden finden.
Wer sich hier sein Bette macht,
Spricht zuletzt: Es ist vollbracht!

Ledderhose – Benjamin Schmolcks geistliche Lieder

Schmolck, Benjamin – Uns ist ein Kind geboren

Mel. Von Gott will ich nicht lassen.

Uns ist ein Kind geboren,
Das schöne Namen hat;
Der Sohn, der uns erkoren,
Heißt Wunderbar und Rath.
Ein Held von großer Kraft,
Ein ewig treuer Vater,
Beschützer und Berather,
Der Ruh und Friede schafft.

Kommt alle zu der Krippen,
Die ihr sonst Kinder heißt;
Bereitet eure Lippen,
Daß ihr ein Kind hier preist,
Ein Gott und Menschenkind,
Das alle Menschenkinder,
Als sonst verdammte Sünder,
Aus Satans Klauen reißt.

Willkommen hier auf Erden,
DDu Davids Herr und Sohn,
Ein Mensch zwar an Geberden,
Ein Gott auf seinem Thron.
Willkommen in der Welt,
Willkommen zur Gemeine,
Die du erkennst für deine,
Die dich für ihren hält.

Willkommen auch daneben
In mein erfreutes Herz,
Du gibst mir erst das Leben
Und wendest allen Schmerz,
Den Gottes Zorn gemacht.
Du bist der Regenbogen
Nach trüben Wasserwogen,
Aus dem der Himmel lacht.

Laß Stall und Krippe liegen,
Komm, bette dir in mich.
Ach eile, mein Vergnügen,
Mein Herze suchet dich.
Du angenehmer Gast,
Wo man dich gläubig schauet,
Ist Bethlehem gebauet,
Das du erwählet hast.

Bin ich nicht also schöne,
Wie dein Pallast soll sein,
So wasche, so versöhne,
So mache du mich rein;
Und gib, daß ich hinfür
Bei dir als Gottes Kinde
Mich als dein Kind befinde
Und thu, was mir gebühr.

Ja weil du mir den Himmel
Jetzt selbst entgegen trägst
Und vor der Welt Getümmel
Dich mir ins Herze prägst,
So waffne meine Seel,
Wenn sie die Hölle plaget,
Daß sie mit Freuden saget:
Hier ist Immanuel.

Ledderhose – Benjamin Schmolcks geistliche Lieder