Benjamin Schmolck – Herr , höre! Herr, erhöre!

Herr, höre! Herr, erhöre!
Breit deines Namens Ehre
An allen Orten aus.
Behüte alle Stände;
Durch deiner Allmacht Hände
Beschütze Kirche, Land und Haus.

2. Ach lass dein Wort uns Allen
Noch ferner reichlich schallen
Zu unsrer Seelen Nutz!
Bewahr‘ uns vor den Rotten,
Die deiner Wahrheit spotten,
Beut allen deinen Feinden Trutz.

3. Gib du getreue Lehrer,
Und unverdrossne Hörer,
Die beide Täter sein;
Auf Pflanzen und Begießen
Lass dein Gedeihen fließen
Und Früchte reichlich ernten ein.

4. Du wollst uns hoch beglücken,
Mit hellen Gnadenblicken
Auf unsern König sehn;
Ihn schützen auf dem Throne,
Auf seinem Haupt die Krone
In vollem Glanze lassen stehn.

5. Lass Alle, die regieren,
Ihr Amt getreulich führen!
Schaff jedermann sein Recht,
Dass Fried‘ und Treu sich müssen
In unsrem Lande küssen;
Ja segne Mann, Weib, Herrn und Knecht.

6. Erhalt in jeder Ehe,
Beim Glücke, wie beim Wehe,
Rechtschaffne Frömmigkeit.
In Unschuld und in Tugend
Gedeihe unsre Jugend,
Zu deines Reiches Dienst bereit.

7. O Vater, wend‘ in Gnaden
Krieg, Feuer, Wasserschaden
Und Sturm und Hagel ab!
Bewahr des Landes Früchte
Und mache nicht zunichte,
Was deine milde Hand uns gab.

8. Lass alle gift’gen Seuchen
Von unsern Grenzen weichen,
Gib uns gesunde Luft.
Lass Misswachs, teure Zeiten
Sich nicht bei uns verbreiten,
Da nach dem Brot der Hunger ruft.

9. Gedenke voll Erbarmen
Der Leidenden und Armen;
Verirrte bring herein.
Die Witwen und die Waisen
Wollst du mit Troste speisen,
Wenn sie zu dir um Hilfe schrei’n.

10. Komm als ein Arzt den Kranken,
Und die im Glauben wanken,
Lass nicht zu Grunde gehn.
Die Alten heb‘ und trage,
Damit sie ihre Plage
Geduldig können überstehn.

11. Die Reisenden beschütze;
Bleib der Verfolgten Stütze;
Die Sterbenden begleit‘
Mit deinen Engelscharen,
Dass sie im Frieden fahren
Zu Zions Freud‘ und Herrlichkeit.

12. Nun, Herr, du wirst erfüllen,
Was wir nach deinem Willen
In Demut jetzt begehrt.
Wir sprechen gläubig Amen
In unsers Jesu Namen;
So ist gewiss der Wunsch gewährt!

Philipp Friedrich Hiller – Gott, Herrscher über alle Thronen

Gott, Herrscher über alle Thronen!
Das ist ein weiser Rath von dir:
Den Menschen, die auf Erden wohnen,
Setz’st du die Obrigkeiten für,
So dass man nun an deiner Statt
Auch Sterbliche zu Richtern hat.

2. Dass ich mein Brot darf ruhig essen,
Und wandeln mag auf sichrer Bahn,
Dass mich das Mordschwert nicht darf fressen,
Der Räuber nicht entkleiden kann,
Der Lästrer mir vergeblich dräut:
Das schaffst du durch die Obrigkeit.

3. Dass wir dein Wort im Frieden hören,
Die Kirche Tauf und Nachtmahl hat,
Dass man uns nicht die Schrift darf wehren,
Noch ehrlich Grab zur Ruhestatt:
Das schaffst du, Gott, der unser denkt,
Und Christen uns zu Fürsten schenkt.

4. Die Obrigkeit durch deine Güte
Ist deines Thrones Dienerin;
Die ganze Welt ist dein Gebiete,
Da stellst du Richterstühle hin.
Es lobe dich, es bete an,
Was Richter heißt und Untertan!

5. O Herr der Herren, schau‘ hernieder
Auf unsers Fürsten Reich und Thron!
Führ‘ ihn und deines Volkes Glieder
In deiner Gnad‘, o Gottes Sohn,
Dass deine Weisheit, Lieb‘ und Treu‘
Im ganzen Land die Sonne sei!

6. Die Frucht des Friedens wird gesäet
In Frieden und Gerechtigkeit.
Dein Heil, das alle Welt umfähet,
Wehr‘ allen Tücken, allem Streit,
Und lasse Fürst und Volk zugleich
In Liebe zieh’n zu deinem Reich!

Wilhelm Meinhold – Wie tönst du schön , erhabnes Spiel

Wie tönst du schön , erhabnes Spiel!
Mein ganzer Geist , mein ganz Gefühl
Wird himmelan gezogen!
Du flötest, wie ein Frühlingswald,
So sanft und süß, und brausest bald
Wie stolze Meereswogen.
Höher, Näher
An die Knie
Gottes ziehe
Jetztund trage
Mich an jedem Sabbattage!

2. Verwandle stets in meiner Brust
Die sündige Begier und Lust
In reines Himmelssehnen!
Stärk‘ meinen schwachen Glaubensmut,
Und meine bittre Tränenflut
Verkehr‘ in Hoffnungstränen.
Töne, Schöne
Stimme, fließe,
Und versüße
Meine Leiden,
Und verkläre meine Freuden!

3. O Heil’ger Geist! möcht‘ auch so rein
Mein Odem , wie der Lufthauch sein,
Der dieses Spiel erreget,
Den nichts bewegt, als Gottes Ruhm!
O komme in dein Heiligtum,
Geist, der die Welt beweget!
Gehe,
Wehe,
Gott zu Ehren,
Durch die Röhren
Meiner Lunge,
Und bewege Herz und Zunge!

4. Komm, Heil’ger Geist, zu uns herein,
Und lass mich deinen Tempel sein,
Bis über meiner Leiche
Die Orgel einst das Amen singt,
und sich die freie Seele schwingt
Empor zu deinem Reiche.
Fröhlich,
Selig
Auf den schönen
Wehmuttönen
Lass sie steigen
Zu dem sel’gen Engelreigen!

Johann Caspar Schade – Auf, hinauf zu deiner Freude,

Auf, hinauf zu deiner Freude,
Meine Seele Herz, und Sinn!
Weg, hinweg mit deinem Leide,
Hin, zu deinem Jesu hin!
Er ist dein Schatz.
Jesus ist dein einzig Leben;
Will die Welt nicht Raum dir geben,
Bei ihm ist Platz.

2. Fort, nur fort, steig‘ immer weiter
In die Höh‘ zu Jesu auf!
An, hinan die Glaubensleiter
Klettre mit geschwindem Lauf.
Gott ist dein Schutz;
Jesus bleibet dein Beschirmer
Wider alle Heilsbestürmer,
Und bietet Trutz.

3. Fest, fein fest dich angehalten
An die starke Jesustreu!
Lass du, lass du Gott nur walten,
Seine Güt‘ ist täglich neu;
Er meint es gut.
Wenn die Feinde dich anfallen,
Müssen sie zurücke prallen; –
Hab‘ guten Mut!

4. Ein, hinein in Gottes Kammer,
Die dir Jesus aufgetan!
Klag‘ und sag‘ ihm deinen Jammer,
Ruf ihn um Errettung an.
Er steht dir bei.
Wenn dich alle Menschen hassen,
Kann und will er dich nicht lassen;
Das glaube frei .

5. Hoch, so hoch du kannst erheben
Deine Sinnen von der Erd‘,
Schwinge dich, Dem zu ergeben,
Was du hast, der dein ist wert.
Jesus ist dein,
Der um dich so treulich wirbet,
Und für dich aus Liebe stirbet;
Drum bist du sein.

6. Auf, hinaus! was droben, suche,
Trachte doch allein dahin,
Wo dein Jesus; sonst verfluche
Allen schnöden Sündensinn.
Dem Himmel zu!
Welt und Erde muss verschwinden;
Nur bei Jesu ist zu finden
Die wahre Ruh‘.