1 Wir liegen hier zu deinen Füßen,
Ach Herr, von großer Güt und Treu!
und fühlen leider im Gewissen,
Wie elend unser Zustand sei.
Das Maß der Sünden ist erfüllt.
Ach! weh uns, wenn du strafen willt.
2 Du bist gerecht, wir aber Sünder;
Wie wollen wir vor dir bestehn?
Wir, wir sind abgewichne Kinder,
Die Wege des Verderbens gehn.
Sind wert, dass deiner Rache Schwert
Gerechter Gott uns längst verzehrt.
3 Doch, Vater! denk an deine Namen,
Gedenk an deinen lieben Sohn,
Dein Gnadenwort bleibt Ja und Amen,
Dein Eidschwur zeuget selbst davon.
Du willst den Tod des Sünders nicht,
Drum geh mit uns nicht ins Gericht!
4 Wir liegen vor dir in dem Staube,
O Vater mit zerknirschtem Geist;
Uns hält und stärkt allein der Glaube,
Dass Du noch der Erbarmer seist,
Der gern sein Herz zum Sünder neigt,
Und statt des Zornes Huld erzeigt.
5 Dein Sohn tritt selber in die Mitte,
Ach, schaue seine Wunden an,:
Die er für unsre Schuld erlitte;
Wie viel hat er für uns getan!
Er ist das Lamm, das für uns litt,
Und uns noch jetzt bei Gott vertritt.
6 Ach Blut, ach Blut von GottesSohne
Schrei für uns um Barmherzigkeit.
Sprich für uns vor dem Gnadenthrone,
Des Vaters Herz ist ja bereit,
Auf Jesu Opfer hinzusehn,
Wir werden nicht verloren gehn.
7 Herr, lass die wohlverdiente Strafe
Nicht über unsre Häupter gehn,
Lass uns nicht als verlorne Schafe
Von deiner Hand verlassen stehn.
Verbreit die Gnade deiner Hand
Auf das geliebte Vaterland.
8 Steck ein das Schwert, das uns will fressen;
Den Würger lass vorüber gehn.
Gib deinen Kindern Brot zu essen;
Lass keine solche Zeit entstehn,
Dass man dein Wort uns teuer macht;
Und unser Herz dabei verschmacht’t.
9 Gib Fried im Land und im Gewissen,
Gesunde Luft und gute Zeit;
Lass uns stets deinen Schutz genießen,
Befördre die Gerechtigkeit.
Krön unser Feld mit deinem Gut;
Nimm Kirch und Haus in deine Hut:
10 So wollen wir dir Opfer bringen
Dir eigen sein mit Leib und Seel.
Es soll dein Lob zum Himmel dringen,
Und dein erlöstes Israel
Wird mit vereinten Stimmen schrein;
Der Herr soll mein Gott ewig sein!