Zinzendorf, Nikolaus Ludwig Graf von – Weil der Mann mit fünf Wunden roth

Weil der Mann mit fünf Wunden roth
Verkünd’gen ließ den Seinen:
Ich fahre auf zum Vater, Gott,
Dem euren und dem meinen;
So ruft die ganze Zeugenwolk:
Willkommen unter deinem Volk,
Gott, Abba der Gemeinen!

2. Wer nun aus unsers Herren Tod
Erlangt ein neues Leben,
Der folgt mit Freuden dem Gebot,
Sein Herze zu erheben
Zum Vater, der so herzlich liebt,
Der alle gute Gaben gibt,
Und uns durch Christum regnet.

Karl Bernhard Garve – O Du, in dessen Sorg‘ und Hut

O Du, in dessen Sorg‘ und Hut
Des Wurms und Seraphs Leben ruht!
Mehr als die Seele fassen kann,
Hat Deine Huld an uns gethan;
Ja, Vater, selbst in dein Geschlecht
Erhobst Du uns, mit Kindesrecht.

2. Stets fühlbar ist dein Vaterherz
In deiner Kinder Freud‘ und Schmerz.
Und wie ist Deiner Gnaden viel!
Hier ist kein Maß, hier ist kein Ziel;
Wer zählte sie? wir zählten eh’r
Der Wälder Laub, den Sand am Meer.

3. O Du, der uns als Kinder pflegt,
Langmüthig uns’re Schwachheit trägt!
Tief, tief beschämt ruft Jeder aus;
Wer bin ich, Herr! was ist mein Haus,
Daß Du so gnädig mein gedenkst,
Und Seel und Leib mit Segen tränkst.

Friedrich August Weihe – Lobe den Herren

Lobe den Herren, den mächtigen Vater dort oben!
Auf, meine Seele, mit Beten und Danken und Loben!
Er ist dein Gott, Schöpfer und Helfer in Noth:
Schaue die herrlichsten Proben!

2. Lobe den Herren, den Mächtigen, Weisen und Treuen,
In dessen Namen sich Himmel und Erde erfreuen,
Der auch dich trägt,
Mütterlich leitet und pflegt;
Komm, dich ihm gänzlich zu weihen!

3. Lobe den Herren, den Sohn, die gekreuzigte Liebe!
Lobe, erhebe und sing‘ Ihm aus feurigem Triebe,
Dem, der dort starb, Und dich mit Blute erwarb,
Daß Er dein Eigenthum bliebe.

4. Lobe den Herren, der Sünde bezahlet und schenket,
Der seiner Kinder beständig zum Besten gedenket;
Dein ist sein Blut!
Er ist dein ewiges Gut,
Das dich belebet und lenket.

5. Lobe den Herren, den Geist, der dich lehret und treibet!
Der dir in Noth und Tod Tröster und Fürsprecher bleibet;
Er macht’s allein,
Daß du so selig kannst sein,
Daß dein Herz festiglich glaubet.

6. Lobe den Herren, den Geber unzähliger Gaben,
Die dich im Reiche der Gnad‘ und der Herrlichkeit laben!
Bitte sein viel,
Setze dem Loben kein Ziel,
So wirst du nehmen und haben.

Carl Bernhard Garve – O Vater der Gemeine

O Vater der Gemeine,
Hold deinen lieben Kindern!
Sie sind durch Christum Deine,
Was kann ihr Wohlsein ändern?
Dein Rufen, dein Erwählen
Gedeih‘ an allen Seelen.
Erfreu‘ Dich unser, o Vater!

2. Herr, groß von Heilsgedanken,
Von Rath, Kraft, Licht und Leben!
Freund, ewig ohne Wanken!
Wer kann Dich g’nug erheben?
Wohl uns, daß wir Dich kennen,
Uns dein, Dich unser nennen!
Verlaß uns nimmer, o Jesu!

3. Du Geist aus Gottes Munde!
O wirke selbst in Allen,
Die wir in Einem Bunde
Des Glaubens Wege wallen;
Bis Geist, Sinn und Geberden
Dir ganz geheiligt werden.
Dein Fried‘ umfah‘ uns, o Tröster!

unbekannt – O Heilige Dreieinigkeit!

O Heilige Dreieinigkeit!
Wer kann Dich doch ergründen?
Du unzertrennte Einigkeit,
Vernunft kann Dich nicht finden!
Die Engel decken ihr Gesicht;
Wie sollte sich mein dunkles Licht
Zu schau’n Dich unterwinden?

2. O süßer Trost! o Gnadenzeit!
mich nun verdammen?
Mich schützt ja die Dreieinigkeit
Mit ew’gen Liebesflammen!
Der Vater, Sohn und Heilige Geist,
Ein Gott, der Gnade mir erweis’t,
Ist in dem Sohn beisammen.

3. Des Vaters Liebe steh‘ mir bei,
Und allzeit mich behüte;
Des Sohns und Heil’gen Geistes Treu‘
Erquicke mein Gemüthe,
Bis ich dort mit der Engel Schar,
Dreiein’ger Gott, Dir immerdar
Lobsing‘ für Deine Güte!

Julius Köbner – Kann im wilden Sturm ein Lichtlein glimmen

Kann im wilden Sturm ein Lichtlein glimmen,
Glimmen fort und fort, von Jahr zu Jahr,
Unter Meereswogen, die ergrimmen,
Sich mit Wuth drauf stürzen immerdar?

2. Ja, wenn Der den Wind, das Meer bedräuet,
Dessen Allmacht unsre Seele preist,
Der mit ew’ger Gnade uns erfreuet,
Der sich wunderbar in uns erweis’t!

3. Kann ein kleines schwaches Häuflein stehen
Wider eine große Heeresmacht?
Wie wird’s dem verweg’nen Häuflein gehen?
Fürchtet es nicht die ungleiche Schlacht?

4. Es hat gut, bis hieher gut gegangen
Herrlich stritt Jehova-Zebaoth!
Darf uns wohl mit solchem Führer bangen?
Unter seiner Hand gibt’s keine Noth!

Carl Bernhard Garve – Gott ist treu

Gott ist treu, ja Er ist ewig treu!
Und alle Morgen neu
Strahlt feine Güte.
O, daß mein Dank ihm glühte,
Gleich seiner Treu,
Tagtäglich neu!

2. Gott ist treu! Er hält, was Er verspricht.
Er läßt die Seinen nicht.
In schwülster Stunde,
Treu Seinem Segensbunde,
Steht Er uns bei,
Der Herr ist treu!

3. Gott ist treu! Er sorget väterlich
Für sein Geschöpf, für mich.
Auch Schwäch‘ und Fehle
lenkt Er zum Heil der Seele.
Rühmt laut und frei:
Der Herr ist treu!

4. Gott ist treu! uns stärket seine Macht,
Und nimmt uns treu in Acht
Vor Satans Raube;
Und sinkt auch uns der Glaube,
Bleibt Er doch treu,
Und springt uns bei.

5. Gott ist treu! O süßes Gnadenwort!
Sei Du mein Fels und Hort!
Ob Alles scheide,
Bleibst Du noch meine Freude.
Die Welt vergeht;
Dies Wort besteht.

Philipp Friedrich Hiller – Mir ist Erbarmung widerfahren

Mir ist Erbarmung widerfahren,
Erbarmung, deren ich nicht werth!
Das zähl ich zu dem Wunderbaren;
Mein stolzes Herz hat’s nie begehrt.
Nun weiß ich das, und bin erfreut,
Und rühme die Barmherzigkeit!

2. Ich hatte nichts, als Zorn verdienet,
Und soll bei Gott in Gnaden sein;
Gott hat mich mit sich selbst versühnet,
Und macht durch’s Blut des Sohns mich rein.
Wo kam dies her? warum geschieht’s?
Erbarmung ist’s, und weiter nichts!

3. Das muß ich Dir, mein Gott, bekennen,
Das rühm ich, wenn ein Mensch mich fragt;
Ich kann es nur Erbarmung nennen,
So ist mein ganzes Herz gesagt;
Ich beuge mich und bin erfreut,
und rühme die Barmherzigkeit.

4. Dies lass‘ ich kein Geschöpf mir rauben,
Dies soll mein einzig Rühmen sein;
Auf dies Erbarmen will ich glauben,
Auf dieses bet‘ ich auch allein,
Auf dieses duld‘ ich in der Noth,
Auf dieses hoff ich noch im Tod!

5. Gott, der Du reich bist an Erbarmen,
Nimm dein Erbarmen nicht von mir!
Und führe durch den Tod mich Armen
Durch meines Heilande Tod zu Dir;
Da bin ich ewig hocherfreut,
Und rühme die Barmherzigkeit!

unbekannt – Meine Zukunft ist die Liebe

Meine Zukunft ist die Liebe,
Die für mich in’s Elend kam,
Und aus ewig-treuem Triebe
Schuld und Strafen übernahm,
Die den Tod für mich geschmecket,
Die der Höll‘ ein Schrecken ward,
Die sich nach mir ausgestrecket,
Die verschonend mein geharrt.

2. Meine Zuflucht ist die Liebe,
Die mich endlich zu sich zog,
Und durch ihre Allmachtstriebe
Meinen Jammer überwog;
Die mich gnädig überwunden,
Mich der falschen Lust entrückt,
Mich an’s sanfte Joch gebunden,
Und mich an ihr Herz gedrückt.

3. Meine Zuflucht ist die Liebe,
Die mich hebet, die mich trägt,
Die die allerzartsten Triebe,
Um mich zu vollenden, hegt,
Die mich Tag und Nacht bewachet,
Die ohn‘ End‘ an meiner Statt
Sorget, wirket, Alles machet,
Und mein Heil vor Augen hat!

4. Meine Zuflucht ist die Liebe,
Die der Trübsal Schmerzen stillt,
Die vom Reichthum ihrer Triebe
Mich mit süßem Trost erfüllt,
Die das Leiden dieser Zeiten
Auf’s Vollkommenste besiegt,
Und durch reine Seligkeiten
Unvergleichlich überwiegt.

5. Meine Zuflucht ist die Liebe,
Die in Noth und Tod besteht,
Die mit unumschränktem Triebe
Auf die Ewigkeiten geht,
Die mich bis zum Throne bringet,
Die mein freigemachter Mund
Dann mit ew’gem Dank besinget.
Jesu, denk an deinen Bund!