Arnold, Gottfried – Abschied von der Welt.

Entfernet euch, ihr matten Kräfte,
Von Allem, was noch irdisch heißt;
Wirf hin, die zeitlichen Geschäfte,
Mein g’nug geplagter, müder Geist!
Nun gute Nacht!
Es ist vollbracht;
Ich fang ein ander Wesen an,
Das sich mit Nichts vermengen kann.

Ihr Berg‘ und Thäler, helft mir singen,
Besingen meines Jesu Preis,
Der unter so geringen Dingen
Mich noch so treu zu schätzen weiß!
Habt gute Nacht!
Ich hab’s bedacht:
Es ist nun endlich hohe Zeit,
Zu fliehen die Vergänglichkeit.

Ihr seyd ja wohl, ihr grünen Auen,
Im Sommer lieblich anzuseh’n;
Doch wird man auch an euch bald schauen,
Wie alle Schönheit muß vergeh’n.
Drum gute Nacht!
Doch nimm in Acht,
Mein Herz: du liebest von Natur,
Ach, allzuviel die Kreatur.

Hast bu bisher noch was geliebet,
Das Kräfte dir und Zeit verzehrt,
So sey denn auch nicht mehr betrübet,
Wenn sein Genuß dir wird verwehrt.
Gib gute Nacht!
Dein Heiland wacht,
Und will daß Sein Erkaufter bleib‘
Ihm treu, und keusch an Seel‘ und Leib.

Hinweg, du schnöde Eigenliebe!
Laß künftig meine Seele leer!
Ich folge Christi Liebestriebe;
Nur ihm gebühret Ruhm und Ehr.
Nun, gute Nacht,
Du Stolz und Pracht!
Euch stoß‘ ich aus dem Herzen aus,
Sonst wird es nimmer Jesu Haus.

Herr, mach‘ mich los von allen Banden,
Reiß auch das feinste Netz entzwei;
Mach‘ aller Feinde Rath zu Schanden,
Daß ich dein treuer Jünger sey!
Hab‘ gute Nacht,
Du List und Macht,
Die mich so oft betrogen hat!
Ich flieh‘ in Christi freie Stadt!

Wie süß ist doch ein freier Wandel,
In reiner Abgeschiedenheit,
Wenn nun des Weltgeists irrer Handel
Uns keine Plage mehr bereit’t!
Ja, gute Nacht,
Du finstre Macht!
Mein Jesus nimmt nun Herz und Sinn
Auf ewig sich zu eigen hin!

Verbirg mich, gib mir deinen Frieden,
Und halte mich in deinem Schooß,
Daß ich von Allem abgeschieden,
In Dir, Herr, lebe kummerlos!
Welt, gute Nacht!
Die Liebe macht,
Daß ich mich selbst vergessen kann,
Und sehne mich nur himmelan.

Arnold, Gottfried – Um die Kräfte des Namens Jesu.

Wie herrlich ist des großen Namens Pracht,
Den Dir, o Herr, der Vater hat gegeben,
Als Du das Werk des Heils zu Stand gebracht!
Mir ist er Geist, Kraft, Seligkeit und Leben,
Sein bloßes Wort, kein Schall, vom Wind geweht,
Kein Buchstab, nur in Büchern eingeschrieben,
Davon man oft nur allzu flüchtig red’t; –
O nein! mir ist das Wesen selbst geblieben.

O Name du, der über alles ist!
Dich bet‘ ich an, Dir beug‘ ich Knie und Sinnen,
Dich ehrt und liebt mein Alles, Jesus Christ,
In Dir kann ich das höchste Gut gewinnen!

Du bist in mir ein ausgegoßnes Oel;
Des Geistes ganze Füde bat dein Wesen
Zum Priesterthum für die erstorb’ne Seel‘
Als König und Propheten auserlesen,
Und ganz gesalbt mit Freuden ohne Ziel,
Nicht tropfenweis, wie deine Reichsgenossen.
Drum hast Du, Haupt, auf deinen Leib so viel
Von dieser Kraft der Salbung ausgegossen,
Daß jedes Glied, in dem die Gabe bleibt,
Nicht mehr bedarf, daß es ein Andrer lehret,
Weil selbst dein Geist uns stets zur Quelle treibt,
Und zieht, und lehrt, und warnt, und Böses wehret.

Wie aber nun uns lehrt dein Geist und Sinn,
So ist es wahr, und nimmermehr erlogen;
Und wer Dir folgt, hat Alles zum Gewinn
Unmittelbar aus Deinem Quell gesogen.

Ach sanftes Oel, leucht‘ hell, und lindre mir
Und heile zu der Seele tiefen Schaden
Der Sünd und Schand‘! Es sind g’nug Wunden hier,
Und Dich, den Arzt, darf ja der Kranke laden!
Belebe mich mit deiner Menschheit Kraft,
Als reinem Oel; laß deine Salbung fließen,
Die milde, feine, stille Sinnen macht;
las mich im Geist Dein ewiglich genießen!

Arnold, Gottfried – An den heiligen Geist.

Süßer Tröster, liebster Gast,
Unsrer Seelen einzig Leben!
Sanfte Kühlung, süße Rast,
Die uns Trost in Noth kann geben;
Selges Licht, erfüll‘ die Sinnen
Derer, die dein Lob beginnen!

Ohne deine Majestät
Ist im Leben nichts, denn Sünde;
Wasch‘ mich, wenn ich zu Dir tret‘,
Und benetz‘ die dürren Gründe;
Heile mir die wunden Glieder,
Wärme das Erstarrte wieder!

Arnold, Gottfried – Das gütige Wort Gottes.

Ist dieß nicht meines Hirten Wort,
Der immerdar so gerne
Anklopft vor meines Herzens Pfort‘,
Und nicht nur steht von ferne?
Ja, ja, Er ist’s! Sein Gnadenlicht,
Das mir im Dunkeln stets anbricht,
Zeugt von dem Morgensterne.

Zuvor war mir der Unterscheid
Der rechten Stimm‘ Verborgen;
Des falschen Lichtes Trüglichkeit
Erweckte mir viel Sorgen.
Die Schlang‘ in englischer Gestalt
Macht, daß mein Aug zurückeprallt
Vorm Sonnenstrahl am Morgen.

Zuweilen hat Kleinmüthigkeit
Und Schrecken mich betrogen,
Bald Zweifel, Furcht und schwerer Streit
Den Glauben überwogen,
So daß mein Freund gar leise nur
Kund geben konnte seine Spur,
Und schien mir ganz entzogen.

Nun aber kenn‘ ich ganz genau
Des Liebsten eig’ne Reden,
Weil ich Ihn selber zu mir schau‘
Unmittelbar hintreten,
Wo ich Ihn ohn Mittel vör‘,
Und als ein Schaf den Hirten ehr‘
Mit Lieben, Folgen, Beten.

Und welche Kreatur kann auch
Mir solche Stimme schenken,
Die durch des Geistes Liebeshauch
Mir einkommt im Gedenken:
Wenn sich in meines Herzens Pfort‘
Eröffnet das wortlose Wort,
Den Sinn auf Ihn zu lenken?

Geist, Wahrheit, Kraft, Heil, Wesen ist,
Ja, Licht und ew’ges Leben,
Was dieß dein Wort, Herr Jesu Christ,
Den Schafen pflegt zu geben.
Das fühl ich wohl, drum ist mein Will‘
Bei deiner Lehre wach und still,
Daß er mög‘ in Dir weben.

Dieß ist das Zeichen und das Pfand,
Daran ich Dich erblicke,
So oft ich aus dem dunkeln Land
Die Augen aufwärts schicke.
Da läst’st Du Dich im Geiste seh’n,
Und mit Dir wie ein Mensch umgehn,
Daß sich mein Herz erquicke.

Herr, Du hast nirgends was gespart,
Mir wohlzuthun im Leben;
Seitdem ich Dir verbunden ward,
Hast Du Dich mir gegeben,
Versagest mir auch ferner nicht,
Was mir zum Seligseyn gebricht, –
Drum will ich Dich erheben!

Arnold, Gottfried – Untrüglichkeit des Wortes Gottes.

Frag deinen Gott, hör‘, was Er zeuget,
In seinem Wort, weil hier sein Geist
Nie seinen Willen dir verschweiget,
Wenn du ihn nicht von selber weißt.
Dämpf nicht des Geistes Unterricht,
Frag‘ deinen Gott, da hol Bericht!

Frag‘ deinen Gott, laß Ihn dich führen,
So wird die Morgenroth‘ aufgeh’n;
Du wirst ihr Leuchten reichlich spüren,
Und bald im Tageslichte steh’n.
Drum frage deinen Willen nicht;
Frag‘ deinen Gott, da hol Bericht!

Des höchsten Ausspruch kann nicht trügen,
Nichts Dunkles ist im Sonnenlicht!
Die Kreaturen können lügen,
Und lügt dein Herz oft selber nicht?
Was suchst du in und außer dir?
Frag‘ deinen Gott, sein Wort ist hier!

Wohl! wenn dein Wille mit dem Worte
Des Einzigweisen stimmet ein:
So kann in keinem Stand noch Orte
Sein Wille dir zuwider seyn!
Der Vater ist des Kindes Hort,
Das mit Ihm Eins wird durch sein Wort.

Selneccer, Nikolaus – Hymnus.

Von den Apostel 11.
Nach eigener Melodie.

Gelobt sei Gott in Ewigkeit,
Der unermeßlich in Herrlichkeit
Ohn uns keinen Mangel leidt.

2. Und doch leibhaftig auf Erden,
Als ein Diener an Geberden,
Der Menschen Heil wollt werden.

3. Da er anfing mit seiner göttlichen Lehr,
Wählet er von einfältigem Heer
Zwölf Jünger, die liebt er sehr.

4. Lehret sie die himmlische Weisheit,
Der sie auch mit Unterthänigkeit
Zu folgen waren stets bereit.

5. Er zeigt ihnen Gottes Willen,
Und sie gingen gerne daran,
Ohn Judas, der seinen Lohn nahm.

6. Ließen Alles um seinetwillen stehn,
Dachten allein, wie sie diesem nachgehn,
Vor Gott möchten wohl bestehn.

7. Er nennt sie ein Salz und Licht der Welt,
Und sendet sie zu jung und alt
Mit seiner Kraft und Gewalt.

8. Daß sie leuchten und geben hellen Schein,
Ihre Predigt mit That beweisen fein,
Daß sie fruchtbar möge sein.

9. O wie groß ist Gottes Wohlthat,
Der uns also versorget hat
Mit seinem göttlichen Wort.

10. O wie theuer ist die Botschaft,
Die da führet in Gottes Kraft
Zu der Heiligen Gemeinschaft.

11. Die Apostel all einträchtig
Gingen in der Botschaft kräftig
Und predigten andächtig.

12. Ganz einfältig wie die Tauben,
Aber weise und stark im Glauben,
Brachten sie Gottes Gaben.

13. Im Wort und Werk ganz aufrichtig,
Und wie die Schlangen vorsichtig,
Flohen sie der Bösen Tücke.

14. sich selber versorget zu, voraus,
Theilten sie geistliche Gaben aus
Nach Nothdurft den Gläubigen.

15. Sie predigten Gnad und Wahrheit,
Und dienten mit rechtem Unterscheid
Den Leuten zur Seligkeit.

16. Vor Könige geführt und vor Gericht,
Hielten sie fest und verließen nicht
Glauben, Liebe und Zuversicht.

17. Kein Drohen, Lästern und Schanden
Mochte sie dem Herrn entwenden,
Auch kein Geschenk verblenden.

18. Gott regierte ihre Sinnen,
Und ließ die Gottlosen grimmen,
Ihnen nichts angewinnen.

19. Man schlug sie ohn Barmherzigkeit,
Und sie trugen viel größer Leid
Ueber die verblendten Herzen,
Denn über eigene Schmerzen.

20. Denn sie sorgten hier allermeist,
Wie sie stürzten den bösen Geist,
Und den Auserwählten zu guter Ruh
Dienten im Herren Jesu.

21. Kommt her, seht an wer diese sind.
Sie sind wahrhaftig Gottes Freund.
Denn sie haben seine Wahrheit
Vollendet mit viel Arbeit.

22. Recht und schlecht haben sie gelebt,
Allem Irrthum hart widerstrebt,
Derhalben viel Pein erlitten,
Bis sie im Herren sind verschieden.

23. Sei nun, Jesu, ihr Freud und Ruh,
Schick uns solcher Boten mehr zu,
Die uns im Glauben wohl vorgehn,
Und hilf, daß wir ihnen auch nachgehn,
Und sammt ihnen vor dir wohl bestehn.

24. Fertige uns mit deiner Botschaft
Zur himmlischen Freud und Erbschaft,
Heilige uns hier in der Wahrheit,
Und bereit uns zu der Klarheit,
Dir zu Lob und Preis in Ewigkeit.

Selneccer, Nikolaus – Hymnus zum Preise Christi.

Nach eigener Melodie.

O Jesu, du verheißner Heiland,
Aus Gnaden uns gesandt
Von oben,
Dich wolln wir loben.

2. Du bist ohn Sünd empfangen,
Hast kein Böses begangen,
Sondern bist für unsre Sünde gestorben,
Hast uns erworben
Gnad und Gerechtigkeit
Zur ewigen Klarheit.

3. Du hast den Feind gebunden,
Den Tod überwunden,
Bist nun mit deinem Opfer vor Gottes Thron
Als ein lieber Sohn,
Nur um unsertwegen,
Des Vortritts zu pflegen.

4. Dir sei Lob und Preis,
O du Priester nach Melchisedecks Weis,
Der du, wie die Schrift ausweiset,
Dein Volk hast gespeiset,
Welches dich nun ewiglich preiset.

5. Es ist sonst Niemand,
Der mit seinem Opfer vor Gott erkannt,
Der himmlischen Hütte dienen,
Uns könnte versühnen,
Wie wir uns dein möchten rühmen.

6. O Emanuel,
Außer dir allein ist kein Heil.
Ohne deine Güte und Verdienst gilt kein Barmherzigkeit,
Ohne deine Gerechtigkeit
Gilt keine Seligkeit.

7. Du bist die Wahrheit
Und der Weg zur Freud und Klarheit.
Bei dir ist allein Vergebung der Sünden,
Und sonst nirgendwo zu finden,
Noch auf was zu gründen.

8. Du bist das lebendige Himmelsbrot,
Ein Lamm, welches wegnimmt der Welt Missethat,
Ein guter Hirt,
Und rechter Hauswirth.
Ein Haupt, aus dem die Gnad und Wahrheit fließt,
Welcher die Christenheit genießt.
Du bist der Brunn, der des Geistes Durst löschet,
Und die Seelen rein wäschet.

9. Das haben die Altväter wohl vernommen,
Darum gebeten, du wollest kommen,
Sich ihrer Sünden verklagt,
Und nach dir wehklagt.
Auf deine verheißene Zukunft vertrauet,
Und all ihr Thun darauf gebauet,
Auf daß sie in deiner Gerechtigkeit
Kommen zur Seligkeit

10. Du bist unser Trost,
Denn du allein hast uns vom Tod erlöst.
Du allein hast uns gebenedeyet,
Von Sünden gefreiet,
Deinen Geist gesandt,
Dadurch du erkannt
Und gepreiset wirst aller Welt Heiland.

11. Dir dienet dein Heer,
Dir singen all Engel Preis, Lob und Ehr.
Du regierst im Himmel und auf Erden.
Deinsgleichen kann nicht werden.
Darum rufen wir
Von Herzen zu dir,
Bitten, daß dein Geist den unsern regier.

12. O Jesu, schick uns deinen Geist zu,
Daß er dein Werk in uns thu.
Send uns herab alle gute Gab,
Und wend dich nicht von uns ab.
Entzünd unser Herz mit deiner Brunst,
Und lehr uns aus Gnad und Gunst
Dein allerheiligste Kunst.

13. Bewahr uns in deiner Heiligung,
Und leit uns nicht in Versuchung
Zur ewigen Verfluchung.

14. Verleih und Stärk und Kraft
In dieser Pilgerschaft,
Daß wir vollenden in heiliger Gemeinschaft,
Zu Lob, Preis und Ehren deinem Namen,
Gebenedeyet in Ewigkeit. Amen.

Selneccer, Nikolaus – Ein Lied um ein seliges Valetstündlein aus diesem Jammerthal.

Mel. Christ, der du bist der helle Tag.

Herr Jesu Christe, Gottes Sohn,
Der du sitzst in dem höchsten Thron,
Zu dir ruf ich aus Herzens Grund,
Verlaß mich nicht zur letzten Stund.

2. Wenn mein Stündlein fürhanden ist,
Mein Seel vom Leib will scheiden jetzt.
Mein Herz zubricht, mein Gsicht vergeht,
Aus meinem Mund kein Odem fährt.

3. Mein Gliedmaß fallen gar dahin,
Verfallen sind auch all mein Sinn,
Vernunft ist weg, der Leib stirbt ab
Und muß hinunter in das Grab.

4. So gleit mich Herr aus dieser Welt,
Führ mich in dein himmlisch Gezelt
Und in das ewig Vaterland,
Nimm meinen Geist in deine Hand.

5. Mein Sünd sind groß, mein Gwissen zag,
Ach Herr, in mir ich nichts vermag.
Allein das bitter Leiden dein
Hilft mir von aller Sünd und Pein.

6. O Herr, ich denk an deinen Tod,
An dein heilig fünf Wunden roth.
Du bist ja mein und ich bin dein,
An deinem Leib ein Gliedmaß klein.

7. Von dir ich ungeschieden bleib,
Obgleich der Tod würgt meinen Leib.
Wenn ich gleich sterb, so sterb ich dir
Ein ewigs Leben giebst du mir.

8. Du bist der Wahrheit rechter Steg,
Die Auferstehung und der Weg
Zur Seligkeit und Himmelsfreud,
Durch dich vergeht all unser Leid

9. Wer an dich glaubt und hält dein Wort,
Der bleibt wohl sicher hier und dort
Und bringt durch diesen Tod zu dir.
O Herr, den Glauben mehr in mir.

10. Im Grab will ich nicht bleiben zwar,
Denn wo du bist, da komm ich dar,
Daß ich stets bei dir leb und bin.
Darum fahr ich mit Freuden hin.

11. Mein Seel nimm hin in deinen Schooß,
Mein Leib im Grab nicht liegen laß,
Erweck ihn auf zur Herrlichkeit,
Daß ich dich lob in Ewigkeit.

12. Ade, ade zu guter Nacht,
Der Engel Gottes mich bewacht
Und trägt mein Seel zum Gnadenthron.
Hilf Jesu Christe, Gottes Sohn.

Selneccer, Nikolaus – Wenn ich mich zu Bette lege, so denke ich an dich.

Abendsegen aus dem 63. Psalm.
Nach eigener Melodie.

Wir danken dir, Herr Jesu Christ,
Daß du unser Erlöser bist,
Und bhütest uns vor aller Gfahr
Durch deiner lieben Engel Schaar.
Halleluja.

2. Wir gehn nun hin zu unsrer Ruh,
Ach, rechn es unsrer Seel nicht zu,
Was wir leider gesündigt han,
Vergiebs uns all’s, o Gottes Sohn.
Halleluja.

3. Laß dein Engel stets um uns sein,
Die allzeit uns bewachen fein,
Daß der Teufel hab keine Macht
An uns, weder zu Tag noch Nacht.
Halleluja.

4. Für Feur, für Seel- und Leibesnoth,
Behüt uns lieber Herre Gott,
In beim Namen laß schlafen ein
Uns, deine lieben Kinderlein.
Halleluja.

5. Es gscheh, was mag, wir sind ja dein,
Erlöst durch dein fünf Wunden rein.
Dir leben wir, dir sterben wir,
Dein Kinder sind wir für und für.
Halleluja.

6. Amen, Amen zu guter Nacht,
Der Engel Gottes uns bewacht.
Gott Lob und Dank in Ewigkeit,
Wir gehn zur Ruh ohn alles Leid.
Halleluja.