Tersteegen, Gerhard – Danke dem Herren, o Seele

1.) Danke dem Herren, o Seele,
Dem Ursprung der Güter.
Der uns erquicket die Leiber
Und stärkt die Gemüter.
Gebet ihm Ehr‘!
Liebet den Gütigen sehr!
Stimmet an dankbare Lieder!

2.) Du hast, o Güte,
Dem Leibe die Notdurft bescheret:
Lass doch die Kräfte im Guten
Nur werden verzehret.
Alles ist dein,
Seelen und Leiber, allein:
Werd auch durch beide geehret.

3.) Lass deinen Lebensgeist
Kräftig und tief uns durchdringen
Und uns ein göttliches Leben
Und Heiligung bringen,
Bis einst wird sein
In uns dein Leben allein.
Jesu, du kannst es vollbringen.

4.) Gütigster Hirte,
Du wollest uns stärken und leiten
Und zu dem himmlischen Mahle
Recht würdig bereiten.
Bleib uns hier nah,
Bis wir dich ewig allda
Schmecken und schauen in Freuden.

Spangenberg, Johannes – Ein Dankliedlein für das Leiden Christi.

Ehr sei dir, Christe, der du leidest Noth,
An dem Stamm des Kreuzes für uns den bittern Tod,
Und herrschest mit dem Vater in der Ewigkeit;
Hilf uns armen Sündern zu der Seligkeit,
Kyrieleison.

Nu ist die Werlet alle zu Gott
Worden froh, daß er uns erlöset hat
Von der Helle mit seinem heilgen Blute.
Er leid so große Marter für unser Schulde.
Kyrieleison.

Mützell – Geistliche Lieder der evangelischen Kirche aus dem sechszehnten Jahrhundert

Waldis, Burcard – Psalm CL.

Ein Lob- und Dankpsalm, daß Gott sein Kirch erhält, den Herren Christum und sein Wort uns geben hat.

Lobt Gott in seinem Heiligthum,
Ihr Christen hie auf Erden,
Sagt ihm Lob, Dank Preis, Ehr und Ruhm,
Sein Wort verbreit muß werden,
Sein Wunderthat, dadurch er hat
Sein Macht uns wollt beweisen,
Sein Herrlichkeit zu preisen,

Daß er Christ, seinen lieben Sohn,
Für unser Sünd hat geben,
Durch den wir Gnad beim Vater han,
Durch seinen Tod das Leben,
Von Sünden fein die Gwissen rein
Fröhlich für Gott zu treten,
Abba zum Vater beten,

Daß solchs sein Wort verkündet werd
Bei allen Menschen Kinden,
Sich vom Anfang zum End der Erd
All Völker zu ihm finden.
Was Athem hat, laß solche Gnad
Mit Lob und Dank erklingen
Und Halleluja singen.

unbekannt – Ein Geistlich Lied und Dancksagung vor das Leiden Christi

welche die Kirch in der Charwochen sonst pflegt zu singen.

(Geistlich Lieder und Psalmen rc. durch Joh. Leisentrit. Budissin 1567. 8. L. fol. 96.)

WIr danken dir, lieber HErre,
der bitter Marter dein
Heut und ummer mehre,
das du uns hast aus pein
Erlöst gar mildiglichen:
wir weren verlorn,
Gott Vatter hat entwichen
sein ewigen zorn.
Kyrieeleison.

Christ, König, Schöpffer lobesam,
der reinen Jungfraw kindt,
Wie bitter die Juden gram
auff dich gefallen sind,
Das sie dich haben gefangen
als einen bösen man
mit Schwertern und mit Stangen:
du woltests also han.
Kyrieeleison.

Eya der grossen liebe,
die dich gebunden hat
Gar hart als einen diebe,
mensch und warer Gott!
Du hast uns, Herr, gegeben
mit deinem blut so roth
das Himmelische leben,
danck sey dir, warer Gott.
Kyrieeleison.

Son Gottes in der ewigkeit,
aller welt ein Trost,
Von deines todes bitterkeit
du blut geschwitzet hast,
Das dir gar krefftiglichen
drang durch dein gewand;
du kamst gar mildiglichen
in deiner feinde handt.
Kyrieeleison.

Eya der grossen unthat!
dein Angsicht, HErre, zart
mit speichlen und mit unflat
gar fast geunehrt ward,
Da du für gerichte
gebunden wardest bracht,
da ward vill falsch gedichte
auff dich, Herr, erdacht.
Kyrieeleison.

Der arge Bischoff Annas
der erste Richter was,
Und der schendlich Caiphas,
der auch zu Richten saß,
Von dem du, lieber Herre,
geschlagen wardest sehr,
das solten wir dir dancken
heut und ummer mehr.
Kyrieeleison.

O Du armer Judas,
was hastu gethan,
Das du unsern Herren
also verrathen hast!
Darumb mustu leiden
hellische pein,
Lucipers geselle
mustu ewig sein.
Kyrieeleison.

Hermann, Nikolaus – Danket dem Herrn

Danket dem herren heut und allezeit,
denn groß ist seine güt und miltigkeit,
alles fleisch er speiset und erhelt,
denn sein geschöpf im wol gefelt.

Wenn über uns sein angesicht uns leucht,
der regen und tau die erd befeucht,
alsdenn wechst alles laub und gras,
sein werk treibt er on unterlaß.

Sobald der herr auftut sein milde hand,
so wechst die fülle in allem land,
daß sich des freuet jederman,
kein mensch noch vieh darf mangel han.

Er hat kein lust zu eim starken helt,
kein pracht noch macht im wolgefellt,
im liebt, daß man in fürcht und traut,
wer auf in hofft, hat wol gebaut.

Billich wirt er von uns gepreist,
daß er uns so reichlichen speist.
o vater, für dein gütigkeit
sagen wir dir dank in ewigkeit.

Ach herr, gib uns ein fruchtbar jar,
den lieben kornbau uns bewar,
für teurung, hunger, seuch und streit
bewar uns, herr, zu diser zeit.

Unser lieber vater du bist,
weil Christus unser bruder ist;
drumb trauen wir allein auf dich
und wollen dich preisen ewiglich.

Ach bleib bei uns, herr Jesu Christ,
weil es nu abent worden ist,
dein wort, o herr, das ewig liecht,
laß ja bei uns ausleschen nicht.

Er, lob und dank mit hohem preis
für disen trank und dise speis,
die uns der lieb und freundliche Got
aus gnaden jezund mitgeteilet hat!

Denn er ist freundlich und sein genad,
sein güt und treu kein ende hat,
der da erneret alles fleisch,
der seim geschöpf sein hülf beweist,

Der alle tier, fleisch und vöglein
mit seiner güt erhelt allein.
wenn der alt rab sein jung verleßt,
so speist sie Got in irem nest.

Er hat kein lust an rosses sterk,
gibt auch gar nicht auf stolze werk;
allein dem ist er lieb und wert,
der auf sein güte wart und ert.

Wir danken dir vater, herr und Got,
daß du uns speisest in hungers not,
durch unsern herren, Jesum Christ,
der unser heiland und erlöser ist.

Amen.

Goedeke/Tittmann – Deutsche Dichter des sechszehnten Jahrhundert

Selneccer, Nikolaus – Danket dem Herrern unserm Gott

1. Danket dem Herrern unserm Gott,
dir euch allzeit errettet.
Singt Hallelujah früh und spät,
kommt her, den Herrn anbetet.
Er ist freundlich von großer Güt,
Ewig wird seine Gnade,
er als ein Vater uns dies Zweck
daß uns nichts könne schaden.

2. Er hat euch all zusammen bracht
vom Aufgang und vom Morgen,
Vom Süd, von West, von Mitternacht,
und tut euch all versorgen.
Die In der Wüsten nah und weit
kein Statt noch Herberg gfunden
vertrieben Sie zogen daher,
kein Speis sie haben funden.

3. Hungrig und durstig, bald verschmacht,
zum Herrern herzlich beten:
Er bald sie hört, zu recht auch bracht,
tat sie gewaltlich erretten.
Gab in nach aller Notierung gnug,
daß sie kein Leid mehr schwächte
half Ihnen aus mit guten Sug
und gab in neue Kräfte.

4. Die solln dem Herrern dankbar sein
um seine Güt und Wahrheit,
Daß er gibt Speiß beid groß und klein,
daß sie sich alle freuen,
Daß er dem Nächsten gibt sein Kleid
und Tut die Hungrigen speisen,
uns zu erquicken ist bereit,
Tut all Gnad beweisen.

5. Gefange Leut in Finsternis,
verschuld durch große Sünde,
Da sie Gaben manch Ergernis,
gehaßt und gebunden,
Weil sies Gsetz des höchsten Gott
geschendet hatten, in ihren Not,
taten Sie bald genesen.

6. Die Narren so wurden gestraft
um ihrer Sünde willen,
Daß sie verloren all ihr Kraft,
könnten kein Schmertz nicht stillen,
Es ekelt ihr für Speis und Trank,
sie könnt sie auch niemand retten,
lagen gar matt, warren Totkrank
um ihr groß übertretten.

7. Die Worte all durchs Kreuz glehrt
bei Gott um Gnad zu schreien
Und wenn sich jemand zu Gott bekehrt,
so tritt er bald gediehen:
Er macht sie Gsund, gab ihm sein Wort,
sein Sohn er zu ihn sämtlich,
daß sie nicht sterben in der Not,
erlöst aus schweren banden.

8. Die ihren Handel trieben weit
und auf den Waffen führen,
Mit großem Gfahr auf wilden Meer
und Gottes Macht erfuren:
Ihr Leben an sidnen Faden war,
für großer Angst sie zagen,
da war kein Zorn bei ihr all gar,
ihr Lieb und Güt sie wagen:

9. Da sie schreien zum Herrn Gott
in ihrem Elan bitter,
Daß er dem Meer gebeten woll
und stiller das Unwetter,
Wurden sie bald erhört all,
kamen aus allen Nöten:
darum sie singen Lob und Schall:
das Meer sie lehret beten.

10. Die welchen ihre Wasserquelle,
ihr Bach nicht mögen stieben,
Wird alles dürr, versieget schnell,
daß man nichts kann genießen,
Von Wegen das viel Sünde groß
werden stettigs behangen
Und Sicherheit an unterlaß
fehrt fort nimmt über die Hände:

11. Daher groß Teuerung, Hunger, Klag
entsteht und ist kein Freude,
Niemand sich da ergötzen mag
und ist alles voll Leid.
Wenn man aber zum Herrern schreit,
so gibt er seinen Segen,
das alles Wieder sein gedeiht
gibt Glanz und gnädig Regen.

12. Die mit Tyrannen werden gplättet,
geengstiret und gezwungen,
Und haben kein Rettung noch Macht,
werden gar sehr gedrungen:
Bald so man sich zum Herrn kehrt,
erreitet er die Armen,
den Jurist und Tyrananen verwehrt,
tut sich der sein erbarmen.

13. Solchs werden alle nützen sehen
und dich des hertzlich freuen
Daß soche Ding all sind gesheit,
werden auf Gott vertrauen,
Der solche groß Wohltat tut
allein durck der seinen Namen,
aus lauter Gnad und großer Güt,
des Singen wir fröhlich. Amen.

Selneccer, Nikolaus – Nun lasst uns Gott den Herren

Nun laßt uns Gott dem Herren
Danksagen und ihn ehren
Von wegen seiner gaben,
Die wir empfangen haben.

Den leib, die seel, das leben,
Hat er allein uns geben:
Dieselben zu bewahren
Thut er kein’n fleiß nicht sparen.

NAhrung giebt er dem leibe:
Die seele muß uns bleiben,
Wiewol tödtliche wunden
Sind kommen von der sunden.

Ein arzt ist uns gegeben,
Der selber ist das leben:
Christus für uns gestorben,
Hat uns das heil erworben.

Sein wort, sien tauf, sein nachtmahl,
Dient wider allen unfall;
Der heilge Geist im glauben
Lehrt uns darauf vertrauen.

Die sünd ist uns vergeben,
Durch ihn geschenkt das leben,
Im himmel solln wir haben,
O Gott! wie große gaben.

Wir bitten deine güte
Wollst uns hinfort behüten,
Die großen mit den kleinen,
Du kannsts nicht böse meynen.

Erhalt uns in der wahrheit
Gieb ewigliche freyheit,
Zu preisen deinen namen
Durch Jesum Christum, amen.

Mecklenburgisches Kirchen-Gesangbuch

Selneccer, Nikolaus – Wir danken dir, o treuer Gott

Wir danken dir, o treuer Gott,
Daß du uns hilfst aus Sündennot,
Vergibst uns alle Schuld und Fehl
Und hilfest uns an Leib und Seel‘.

2. Durch’s Beicht’gers Mund sprichst du: Mein Kind,
Dir alle Sünd‘ vergeben sind.
Geh in Fried hin, sünd’ge nicht mehr
Und allweg‘ dich zu mir bekehr!

3. Dir sei Dank für solch gnädig Herz,
Der du selbst heilest allen Schmerz
Durchs teure Blut des Herren Christ,
Welch’s für all‘ Sünd‘ vergossen ist.

4. Gib uns dein’n Geist, gib Fried‘ und Freud‘
Von nun an bis in Ewigkeit!
Dein Wort und heilig Sakrament
Erhalt bei uns bis an das End‘.

Reissner, Adam – Nach dem Essen.

Psalmus 104. Benedic anima mea Domino.

O Mein seel, Gott den Herren lob,
der mit gezierd hoch leuchtet!
Sein herrligkeit schwebt ewig ob,
sein güt die erd befeuchtet,
Das sie bringt frucht auff berg und thal,
kraut, korn und anders uberal,
zu dienst dem viech und menschen.

Du lesst das brot, Herr, uns zu gut
auffwachsen von der erden,
Den wein, der frölich macht den mut,
das öl lesst uns auch werden;
Dein wunderwerck sind gros und viel,
dein reiche gaben han kein ziel,
die alle erd erfüllen.

All creatur wart auff dich hie,
das du jr gebst jr speise,
Denn gibstu jr, so nimet sie,
thustu jr dein hand weisen,
So werden sie mit gütern sat,
dagegen auch krafftlos und matt,
wenn du dein gnad verbirgest.

Wenn du jnen den geist entwendst,
zu staub sie wieder werden;
Alls lebt, wenn du deinn Geist aussendst,
und wird vernewt die erden.
Den Herren all mein lebenlang
wil loben ich mit meim gestan
und singen Haleluja.

Wackernagel – Das deutsche Kirchenlied von Martin Luther bis auf Nicolaus Herman und Ambrosius Blaurer

Ringwaldt, Bartholomäus – Lobet den Herrn, und dankt ihm seiner Gaben

Im Ton: Danket dem HErrn, denn er ist sehr freundlich.

1. Lobet den HErrn und danket ihm seiner Gaben,
Die wir aus Gnad von ihm empfangen haben
Jetzt an dem Tisch und sonst an allen Enden
Wo wir uns wenden.

2. Er hat uns an das Licht der Welt lan1lassen kommen
Und durch die Tauf in sein Reich aufgenommen,
Und läßt uns noch in seinem Sohn verkünden
Ablass der Sünden.

3. Durch seinen Geist er uns so wohl regiret,
Straft, unterweist, erhält und konfirmieret2auch: bestärkt,
Auf dass wir fest im Kreuz ohn alles Grauen
Ihm können vertrauen.

4. Er tut auch wohl‘ durch seine Engelscharen
Uns Tag und Nacht vor Leibesfahr bewahren,
Damit der Feind an uns sein bösen Willen
Nicht mög erfüllen.

5. Zu dem er auch all seine Kind ernähret,
Und ihnen Hülf in aller Not bescheret,
Und läßt gewiss all ihre Feind auf Erden
Zu Schanden werden.

6. Derhalben seid in Gott getrost, ihr Frommen,
Denn ihr sollt Schutz und Brot genug bekommen
Und über das nach diesem armen Leben
Bei Christo schweben.

7. Das danket ihm, ihr Leut, von Herzensgrunde
Und bittet ihn desgleich zu aller Stunde,
Dass er uns nur als seinen lieben Erben
Helf selig sterben.

8. So sind wir recht an Leib und Seel genesen
Und reich genug in dieser Welt gewesen,
Und haben auch den besten Schatz erfunden
Und überwunden.