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Kategorie: Behm Martin

Behm, Martin – Nach gethaner Beicht und empfangner Absolution

Behm, Martin – Nach gethaner Beicht und empfangner Absolution

Herr Jesu Christ, des Vaters Wort,
Mein höchstes Gut und treuer Hort,
Ich dank dir jetzt von Herzensgrund,
Daß du mich durch des Priesters Mund
Hast von mein Sünden losgesprochn,
Daß sie nicht werden an mir gerochn.

Ich nahm die Absolution,
Als käm sie mir vons Himmels Thron,
Des Priesters Wort in Ohren klang,
Die göttlich Kraft zum Herzen drang,
Des Dieners Hand rührt mir mein Haupt,
Nun ist der Himmel mir erlaubt.

Der Morgenthau das Gras erquickt,
Dein Wort mich stärkt, wanns Herz erschrickt;
Mir war verwundt mein arme Seel,
Jetzt ist drein gossen Wein und Oel;
Von Sünden war das Herz mir matt,
Dein Geist mich jetzt gestärket hat.

Hilf, daß ich als ein liebes Kind
Forthin widerstreb der Sünd,
Daß ich nicht geb dem Satan Raum,
Auch nicht dem Fleisch laß lang den Zaum,
Daß mir nichts Aergers widerfahr,
Als mir zuvor gedräuet war.

Gieb Gnad, daß ich den Trost behalt,
Ich sei von Sünden losgezahlt,
Damit ich forthin thu mein Pflicht,
Mich gänzlich nach deim Willen richt,
Bis ich in rechter Reinigkeit
Erlang der Seelen Seligkeit.

Amen.

Behm, Michael – Tägliches Gebet um den Dienst der Engel.

Behm, Michael – Tägliches Gebet um den Dienst der Engel.

Herr Zebaoth, du starker Herr,
Dein ist der Himmel, Erd und Meer,
All Engel sind dir unterthan,
Die vor deim Thron im Himmel stan.

Dein Engel schick vom Himmels Saal,
Der bei mir sei im Jammerthal
Und widern Satan für mich streit
Heut diesen Tag und alle Zeit.

Und weil der Teufel in der Welt
Um uns sein Netz mit List aufstellt,
So schick dein Engel, der mich warn,
Daß ich nicht fall in Satans Garn.

Wenn mein Seel hier abscheiden soll,
So send dein Engel, der sie hol.
Der böse Geist sie nicht hinführ;
Komm, thu ihr auf die Himmelsthür.

Behm, Martin – Am Tage der Himmelfahrt Jesu Christi.

Behm, Martin – Am Tage der Himmelfahrt Jesu Christi.

Mein Seel heut jubilieret,
Ob ich schon steck in Noth,
Weil Christus triumphieret,
mein treuer Herr und Gott.
Jesu, du hast gestritten
Für uns aus aller Macht,
Den bittern Tod gelitten,
Das Leben wiederbracht.

Du hast, Herr, überwunden
Sümd. Teufel, Tod und Höll,
Das ewig Heil erfunden
Für unser Leib und Seel.
Nun bist du aufgefahren
Ins Himmelreich mit Schall,
Darob der Engel Scharen
Sich freuen allzumal.

Allda bist du gesessen
Ans Vaters rechter Hand:
Wollst unser nicht vergessen,
Wir sind in fremdem Land;
An allen Ort und Enden
Du gegenwärtig bist,
Alls steht in deinen Händen
Jetzt und zu jeder Frist.

Du bist sehr hoch erhaben,
Regierst an allem Ort,
MMit deinem Geist und Gaben
Dein Kirch du pflanzest fort.
Der Teufel und sein Rotte
Uns setzen heftig zu;
Sie haben dich zum Spotte,
Wir haben wenig Ruh.

Darum wollst du zerstören
Des Teufels Reich und Macht,
Den falschen Lehrern wehren
Und der Tyrannen Pracht.
Dein Kirch wollst du regieren,
Die sonst kein Helfer weiß,
Sie mit dein Gaben zieren,
Daß sie dich lob und preis.

Laß mich dein Reichsgenossen
Auch sein in dieser Zeit,
Auf daß ich unverdrossen
Dein Lob und Ehr ausbreit
In allem meinem Leide,
Gieb mir den Trost ins Herz,
Daß mich nicht von dir scheide
Noth, Elend, Angst und Schmerz.

Hilf, daß ich an dir klebe
Mit Herzen, Muth und Sinn,
Mich gänzlich dir ergebe,
Weil ich dein eigen bin.
Gieb Gnad, daß ich mich schwinge
Im Geist ins Himmelreich,
Dahin mein Seel auch bringe,
Wenn mein Leib wird ein Leich.

Wenn du wirst wieder kommen
Mit Klarheit zum Gericht,
So stell mich zu den Frommen,
Wollst mich verdammen nicht.
Mir ist von Herzen bange,
So lang ich leb allhier,
Drum komm, und machs nicht lange,
Zur Himmelsfreud mich führ.

Behm, Martin – Am Ostermontage, um Erleuchtung, Beistand und Reigerung bis ans Ende

Behm, Martin – Am Ostermontage, um Erleuchtung, Beistand und Reigerung bis ans Ende

Herr Christ, wohn mir mit Gnaden bei,
Du bist der Osterlehrer,
Daß ich ein Osterschüler sei,
Ein fleißiger Zuhörer.
Hilf, daß ich dein Wort fleißig lern,
Daß ich nicht werd verführet,
Und daß ich mich laß weisen gern,
So ich je hätt geirret.

Wenn ich auf Erden geh herein
Und bin betrübt im Herzen,
So wollst du nicht fern von mir sein,
Tröst mich in allen Schmerzen,
Bis mein Gefährt, und bleib bei mir
Allhier auf meinen Straßen;
Dein göttlich Kraft mein Gang regier,
So bin ich unverlassen.

Durch deinen Geist mein Herz entzünd,
Daß es vor Andacht brenne,
Hilf, daß ich mich nicht durch die Sünd
Muthwilllig von dir trenne.
Thu mir mein Glaubensaugen auf,
Weil ich in Blindheit stecke,
Damit ich recht verricht mein Lauf
Und vor dir nicht erschrecke.

Mein Füß auf rechter Bahn bewahr,
Zu folgen deiner Lehre,
Daß ich gern geh zur frommen Schar
Und mich zu dir bekehre.
Thu auf mein Mund zu deiner Ehr,
Daß ich dich möge preisen,
Den Glauben in mir stärk und mehr,
Die Liebe zu beweisen.

O Fürst des Lebens, Jesu Christ,
Du wollst ja bei mir bleiben,
Dieweil es Abend worden ist,
Wollst mich nicht von dir treiben.
Wenn Kreuz und Trübsal kömmt herbei,
Des Todes Macht rein schleichet,
So wohn mir schwachen Menschen bei,
Daß mich dein Hülf erreichet.

Weil der Welt Abend rückt herein,
Da es will finster werden,
So wollst du nicht fern von mir sein,
Mich trösten in Beschwerden.
Erhalt bei mir dein heilges Licht
Bei diesen finstern Zeiten,
Laß uns dein WErk verlöschen nicht,
Sein Glanz wollst du ausbreiten.

Wenn ich dein darf und seh nach dir,
So wollst mir nnicht verschwinden.
Was hab ich, wenn ich dich verlier?
Drum wollst dich wieder finden.
Ins Todes Nacht verlaß mich nicht;
Wenn ich hier soll abscheiden,
Zünd an dein großes Osterlicht,
Und leucht mir ein mit Freuden.

Behm, Martin – Am ersten Sonntage des Advents, aus dem Evangelio Matthäi 21.

Behm, Martin – Am ersten Sonntage des Advents, aus dem Evangelio Matthäi 21.

Wir danken dir, Herr Jesu Christ,
Daß du vom Himmel kommen bist,
Und dich zum Menschen hast gewendt,
Bei uns gehalten dein Advent.

Wie gnädig hast du uns besucht,
Da wir durch Sünden warn verflucht,
Und hast dich unser angenommen,
Daß wir bei Gott zu Gnaden kommen.

Dein Zukunft hast du bei den Altn
Durch dein Erschaffung oft gehaltn,
Hast dich ihn offenbart im Wort,
Daß sie dich kannten, ihren Hort.

Und als die Zeit erfüllet ward,
Hast du verricht die schwere Fahrt,
Nahmst an dich unser Fleisch und Blut,
Damit du stürbest uns zu gut;

Kommst auch noch zu uns bis ans End
Durch dein Wort und die Sacrament;
Solchs ist der Welt verborgen zwar,
Doch ists dem Glauben offenbar.

Komm auch zu mir; ich räum dir ein
Mein Herz, das soll dein Wohnung sein.
Wahr, daß der böse Geist mit List
Ja nicht in meinem Herzen nist.

Du bist ein König überall,
Auf Erd, Meer und im Himmels Saal.
Nimm mich zum Reichsgenossen an,
Ich will dir gern sein unterthan.

Du bist gerecht, mich drückt die Sünd,
Tröst und erhlat mich armes Kind;
Rechn mir zu dein Gerechtigkeit
Nach deiner großen Gütigkeit.

Du bist der Helfer, ich bin schwach,
Drum dich zu meinem Heil aufmach;
Wenn du mich nimmst in deinen Schutz,
So biet ich Tod und Teufel Trutz.

Dein Sanftmuth ist mein Trost und Freud,
Wenn ich hab Kreuz und Herzenleid;
Hilf, daß ich nach dem Vorbild dein
Sanftmüthig mög von Herzen sein.

Du kömmst zwar arm, doch machst du reich,
Die an dich gläuben, all zugleich.
Mein Nothdurft wollst du mir beschern
Und mir das ewig Gut gewährn.

Bei deinem Häuflein mich erhalt,
Da dich erkennen Jung und Alt,
Daß ich dir Hosianna sing,
Mein Leben mit deim Lob zubring.

Komm zu mir an meim letzten End,
Und nimm mein Seel in deine Händ,
Dieweil sie ist dein Purpur gut,
Die du erkauft hast mit deim Blut.

Wenn du wirst kommen zum Gericht,
So wollst du mich verlassen nicht.
Hilf, daß ich mög vor dir bestehn
Und mit dir ein zum Leben gehn.

Behm, Martin – O Jesu Christ, meins Lebens Licht

Behm, Martin – O Jesu Christ, meins Lebens Licht

1. O Jesu Christ, meins Lebens Licht,
Mein Hort, mein Trost, mein Zuversicht,
Auf Erden bin ich nur ein Gast,
Und drückt mich sehr der Sünden Last.

2. Ich hab vor mir ein schwere Reis
Zu dir ins Himmels Paradeis;
Das ist mein rechtes Vaterland,
Darauf du hast dein Blut gewandt.

3. Zur Reis ist mir mein Herz sehr matt,
Der Leib gar wenig Kräfte hat;
Allein mein Seele schreit in mir:
Herr, hol mich heim, nimm mich zu dir!

4. Drum stärk mich durch das Leiden dein
In meiner letzten Todespein;
Dein Blutschweiß mich tröst und equick,
Mach mich frei durch dein Band und Strick!

5. Dein Backenstreich und Ruten frisch
Der Sünden Striemen mir abwisch,
Dein Hohn und Spott, dein Dornenkron
Laß sein mein Ehre, Freud, und Wonn.

6. Dein Durst und Gallentrank mich lab,
Wenn ich sonst keine Stärkung hab;
Dein Angstgeschrei komm mir zu gut,
Bewahr mich vor der Höllen Glut.

7. Wenn mein Mund nicht kann reden frei,
Dein Geist in meinem Herzen schrei;
Hilf, daß mein Seel den Himmel findt,
Wenn meine Augen werden blind.

8. Dein letztes Wort laß sein mein Licht,
Wenn mir der Tod das Herz zerbricht;
Behüte mich vor Ungebärde,
Wenn ich mein Haupt nun neigen werd!

9. Dein Kreuz laß sein mein Wanderstab,
Mein Ruh und Rast dein heilges Grab,
Die reinen Grabetücher dein
Laß meinen Sterbekittel sein.

10. Laß mich durch deine Nägelmal
Erblicken die Genadenwahl;
Durch deine aufgespaltne Seit
Mein arme Seele heimgeleit!

11. Auf deinen Abschied, Herr, ich trau,
Darauf mein letzte Heimfahrt bau;
Tu mir die Himmelstür weit auf,
Wenn ich beschließ meins Lebens Lauf

12. Am Jüngsten Tag erweck meinn Leib,
Hilf, daß ich dir zur Rechten bleib,
Daß mich nicht treffe dein Gericht,
Welchs das erschrecklich Urteil spricht.

13. Alsdann meinn Leib erneure ganz,
Daß er leucht wie der Sonne Glanz
Und ähnlich sei deinm klaren Leib,
Auch gleich den lieben Engeln bleib.

14. Wie werd ich dann so fröhlich sein,
Werd singen mit den Engelein
Und mit der Auserwählten Schar
Ewig schauen dein Antlitz klar.

Hymns of the 1912 Lutheran Hymnal for Church, School and Home

Behm, Martin – 16. Dezember

Behm, Martin – 16. Dezember

Im Ton: Vom Jäger

Der Christmond ist vorhanden,
Des sind wir freudenvoll,
Hier und in allen Landen
Man Gott drum preisen soll.
Jesu, Marien Sohne,
Der du Messias bist,
Dir sei Lob in deim Throne
Jetzt und zu aller Frist.

Jesu, du Gnadensonne,
Dein Strahlen zu uns wend
Und unser Sünden schone,
Steh bei uns bis ans End.
Das Herz wollst uns entzünden
In wahrer Andacht fein,
Daß wir dein Gnade finden
Und stets dein eigen sein.

Du wollst uns nicht verlassen
In dieser kalten Zeit,
Wenn Trübsal kömmt ohn Maßen,
Dein Hülf sei uns bereit.
Erwärm uns durch dein Gnade,
Daß wir geduldig sein,
Und unser Seel nichts schade,
Wenns Unglück kömmt herein.

Herr, du wollst unser walten,
Dein Geist mach uns bereit,
Daß wir in Andacht halten
Die liebe Weihnachtszeit;
Daß wir dich herzlich loben
Hier in der Christenheit
Und mit den Engeln droben
In alle Ewigkeit.

Amen.

Nöldeke – Martin Behemb’s geistliche Lieder

Behm, Martin – 15. November

Behm, Martin – 15. November

Im Ton: Laßt uns Gottes Güte preisen.

Wenn ich bedenk die Güte,
So uns Gott stets beweist,
So freut sich mein Gemüthe,
Mein Leib und Seel ihn preist
In rechter Innigkeit.
Viel guts hat er bescheret,
Davon er uns ernähret.

Er giebt uns Holz zu feuern,
Wenns frostig ist und kalt,
Bestellt uns Ställ und Scheuern,
Ein reichen Unterhalt,
Getreid, Wild, Vieh und Schwein;
Wir nehmen Brod von Söllern,
Den Trank aus unsern Kellern,
Da wird der Most zu Wein.

Drum solln wir Gott dem Herren
So wohl dem Kaiser sein
Nun geben ohn Beschweren,
Was wir ihm schuldig sein.
Das helf uns Jesus Christ,
Daß wir Gott dienen alle,
Zu loben ihn mit Schalle
Hier und in jener Frist.

Amen.

Nöldeke – Martin Behemb’s geistliche Lieder