Janssen, Petrus – Dreieinigkeit

Gott der Liebe, ewger Vater,
Lob, Preis, Ehr und Dank sei dir:
Wo kein Rath sonst war, Berather,
Sei verherrlicht für und für,
Daß du deinen liebsten Sohn
Mir elendem Staub und Thon,
Daß ich Todter möchte leben,
Willig hast dahin gegeben.

Himmelsfreude, Seelenwonne,
Aller Seligkeiten Quell,
Friedemacher, Schild und Sonne,
Freundlichster Immanuel,
Daß du willig zu mir kamst,
Meine Bürden auf dich nahmst,
Für die Huld, die du erwiesen,
Sei gedankt, gelobt, gepriesen!

Meines Lebens Lebensöle,
O du süße Süßigkeit,
Meiner Seelen Kraft und Seele,
Heilger Geist, sei benedeit,
Daß du mich so herrlich zierst,
Mich so heilig, tröstlich führst,
Dafür soll’n dir im Herzen,
Brennen ewge Ehrenkerzen!

Klaiber, Karl Friedrich – Evangelische Volksbibliothek

Janssen, Petrus – Der Glaube

Ueber Wolken, ueber Sternen
Führt der Glaube mich empor,
Da, da kann ich alsdann lernen,
Was gehöret hat kein Ohr,
Was kein Auge je gesehn,
Und kein Sterbling mag verstehn,
Was Gott denen, die ihn lieben,
Hat bereitet und verschrieben.

Da sind andere Gerichte,
Als die arme Welt nur schenkt,
Da sind lauter Lebensfrüchte,
Da wir man in Gott versenkt,
Da ist Manna, da ist Freud,
Da ist stete Frühlingszeit,
Da schwebt man in Ehrenkränzen,
Die wie helle Sonnen glänzen.

Wann ich dann von diesen Höhen,
Wo der Glaube mich gestellt,
Meine Augen lasse gehen
Niederwärts auf diese Welt,
So kommt sie nicht anders mir
Als ein kleiner Klumpen für,
Fürsten, Kaiser, Ueberwinder,
Wie die Maden, und noch minder.

Wann der Glaube dies betrachtet,
Ist es dann wohl Wunderns werth,
Daß er diesen Staub verachtet,
Und der Adler aufwärts fährt?
Ach das Leiden dieser Zeit
Ist nicht werth der Herrlichkeit,
Die die Kämpfer wird vergnügen,
Welche diese Welt besiegen!

Klaiber, Karl Friedrich – Evangelische Volksbibliothek

Hiltstein, Johann – In Gottes Namen scheiden wir

In Gottes Namen scheiden wir,
Sein göttlichs Wort bekennen wir
Und seiner Gnad begehren wir,
Des rechten Glaubens leben wir.
Kyrieleis.

Freund von Freunden gescheiden seind;
O Herr, bewahr dein gleubigs Kind
Und all, die hie vorhanden seind,
Für Unglück und für böser Stund.
Kyrieleis.

Geleit uns Gott in seiner Ewigkeit
Durch seine große Barmherzigkeit.
Der geb uns heut ein gut Geleit,
Mit Leib und Seele Sicherheit.
Kyrieleis.

Gott dem Vater wir allein
Mit Leib und Seel befohlen sein.
Der bring uns fröhlich wieder heim
In seiner Gnaden Schutz und Schirm.
Kyrieleis.

Gott dem Vater und dem Sohn,
Dem heiligen Geist der Wahrheit schon,
Als ein Gott im heiligen Thron,
Dem seind wir hie und dort befohln.
Kyrieleis.

Geistliche Lieder

Gustav Adolph – Verzage nicht, du Häuflein klein

Verzage nicht, du Häuflein klein,
Obschon die Feinde willens sein,
Dich gänzlich zu verstören,
Und suchen deinen Untergang,
Davon dir wird ganz angst und bang:
Es wird nicht lange währen.

Tröste dich deß, daß deine Sach‘
Ist Gottes: Dem befiehl die Rach‘,
Und laß es ihn nur1) walten.
Er wird durch einen Gideon,
Den Er wohl kennt, Dir helfen schon,
Dich und Sein Wort erhalten.

So wahr Gott Gott ist, und sein Wort,
Muß Teufel, Welt2) und Höllenpfort‘,
Und was dem thut anhangen,
Endlich werden zu Hohn und Spott;
Gott ist mit uns und wir mit Gott:
Den Sieg woll’n wir erlangen!

1) Ursprünglich: schlecht, d.h. schlechthin, lediglich
2) ursprünglich: Papst

Schaff – Deutsches Gesangbuch

Garve, Carl Bernhard – Der apostolische Segen

//Mel. Ach bleib mit Deiner Gnade.//

Ach sei mit Deiner Gnade,
Bei uns, Herr Jesu Christ,
Auf daß uns nimmer schade
Des bösen Feindes List!

Ach sei mit Deiner Liebe,
Gott Vater, um uns her!
Wenn diese uns nicht bliebe,
Fiel uns die Welt zu schwer.

Ach heil’ger Geist, behalte
Gemeinschaft allezeit
Mit unsrem Geist, und walte
Nun und in Ewigkeit!

Schaff – Deutsches Gesangbuch

Falk, Johann Daniel – O du fröhliche

O du fröhliche,
O du selige,
Gnadenbringende Weihnachtszeit!
Welt ging verloren,
Christ ward geboren:
Freu dich, freu dich, o Christenheit!

O du fröhliche,
O du selige,
Gnadenbringende Osterzeit!
Welt lag in Banden,
Christ ist erstanden:
Freu dich, freu dich, o Christenheit!

O du fröhliche,
O du selige,
Gnadenbringende Pfingstenzeit!
Christ, unser Meister,
Heiligt die Geister:
Freu dich, freu dich, o Christenheit!

Schaff – Deutsches Gesangbuch

Dach, Simon – O wie selig

O wie selig seid ihr doch, ihr Frommen,
die ihr durch den Tod zu Gott gekommen!
Ihr seid entgangen
aller Noth, die uns noch hält gefangen.

Muß man doch hie wie im Kerker leben,
da nur Sorge, Furcht und Schrecken schweben;
was wir hie kennen
ist nur Müh und Herzeleid zu nennen.

Ihr hingegen ruht in eurer Kammer,
sicher und befreit von allem Jammer;
kein Kreuz und Leiden
ist euch hinderlich in euren Freuden.

Christus wischet ab euch alle Thränen;
habt das schon, wonach wir uns erst sehnen;
euch wird gesungen
was durch Keines Ohr allhie gedrungen.

Ach wer wollte denn nicht gerne sterben
und den Himmel für die Welt ererben?
Wer wollt hie bleiben,
sich den Jammer länger laßen treiben?

Komm, o Christe, komm uns auszuspannen,
lös‘ uns auf, und führ uns bald von dannen!
Bei dir, o Sonne!
ist der frommen Seelen Freud und Wonne.

Geistliche Lieder