Johann Heinrich Schröder – Biographie

Johann Heinrich Schröder, im Jahre 1666 zu Hallerspringe im Fürstentum Calenberg in Hannover geboren, studierte in Leipzig und war daselbst ein Schüler des bekannten Stifters des Hallescher Waisenhauses August Hermann Franke. Im Jahre 1696 wurde er Pfarrer in Meseberg bei Wolmirstedt im Magdeburgischen und starb dort 1699.

Er hat im ganzen nur fünf Lieder gedichtet; doch schon das eine: „Eins ist not!“ würde hinreichen, ihm ein bleibendes Gedächtnis zu sichern.

Cyriakus Günther – Biographie

Cyriakus Günther wurde 1649 zu Goldbach bei Gotha geboren. Über seine äußern Lebensverhältnisse ist uns weiter nichts bekannt, als dass er später Gymnasiallehrer zu Gotha war und daselbst im Jahre 1704 starb.

Seine Lieder, deren er einige dreißig hinterlassen hat, und die auch in der Form und Ausdrucksweise abgerundet und innig zu nennen sind, zeugen von reicher Schriftkenntnis und gottseligem Wandel, wie er denn sein Leben lang mit unablässigem Fleiß und Eifer die Heilige Schrift studiert und Gottes Wort zu seines Fußes Leuchte und zum Licht auf seinem Wege erwählt hatte. Sein Wahlspruch war: „Selig ist, der Gottes Wort Tag und Nacht mit Fleiß studieret und nach solchem fort und fort ein gottselig Leben führet.“

Wolfgang Christoph Dessler – Biographie

Wolfgang Christoph Dessler war der Sohn eines frommen Goldschmieds und wurde 1660 zu Nürnberg geboren. Anfangs wollte er auf des Vaters Wunsch dessen Handwerk erlernen, musste diesen Vorsatz aber bald um seiner Schwächlichkeit willen aufgeben, worauf er sich den Wissenschaften widmete. Er studierte daher einige Zeit zu Altdorf Theologie; aber auch hier nötigte ihn seine Kränklichkeit, wozu auch noch Geldmangel kam, das Studium aufzugeben. Er begab sich in seine Vaterstadt, widmete sich der geistlichen Dichtkunst und suchte überhaupt durch Übersetzung ausländischer religiöser Werke, sowie durch eigne Erbauungsschriften das Reich Gottes zu fördern. Im Jahre 1705 wurde er Konrektor an der Schule zum heiligen Geist in Nürnberg und verwaltete diese Stelle trotz vieler körperlicher Leiden treu und gewissenhaft bis zum Jahre 1720, wo ihn der Schlag rührte. Unter den größten Schmerzen fristete er sein Leben noch bis 1722, wo er in die „Ruh der Ewigkeit“ einging.

Dessler war ein frommer Dulder und ertrug alle seine Leiden mit der größten Gelassenheit und Ergebung. Das Gebet war allezeit sein rechter Trost. Die Zahl seiner geistvollen Lieder beläuft sich auf 66, und sind dieselben ihrem Inhalte nach meist Passionsgesänge.

Johann Andreas Rothe

Johann Andreas Rothe, geboren 1688 in Lissa, einem Dorfe bei Görlitz in Schlesien, wo sein Vater Pfarrer war, erhielt seine Gymnasialbildung zu Görlitz und Breslau und bezog darauf 1708 die Universität Leipzig, um Theologie zu studieren. Lange Zeit konnte er sich nicht entschließen, ein Pfarramt anzunehmen, weil ihn mancherlei Gewissensskrupeln beunruhigten und davon abhielten, bis er im Jahre 1722 durch den Grafen Zinzendorf als Pastor nach Berthelsdorf berufen wurde. Hier wirkte er durch seine herzliche und ergreifende Predigtweise mit großem Segen und hatte auch die am Hutberge sich ansiedelnde mährische Brüdergemeinde, Herrnhuter genannt, als Filial zu besorgen. Allein, als später das innige Verhältnis, in welchem er zu Zinzendorf stand, sich auflöste, legte er sein Pfarramt zu Berthelsdorf nieder und wurde 1737 Pastor zu Hermsdorf bei Görlitz und seit 1742 zu Thommendorf bei Bunzlau. Hier starb er auch im Jahre 1758.

Rothe war ein reich begabter und gelehrter Mann, sowie tüchtiger Prediger, der ohne Scheu und Menschenfurcht von der Wahrheit zeugte, und hat auch als Kirchenliederdichter ganz Vortreffliches geleistet, da fast alle seine Lieder, deren er 45 hinterlassen hat, sich durch Kraft und Lebendigkeit des Ausdrucks und durch freudige Entschiedenheit des Bekenntnisses auszeichnen.

Paul Speratus – Biographie

Paul Speratus wurde 1484 wahrscheinlich zu Rottweil in Schwaben geboren und stammte aus dem edlen Geschlechte derer von Spretten. Zu seiner Ausbildung hielt er sich längere Zeit in Paris und in Italien auf und lehrte dann in Augsburg, Würzburg und Salzburg die Theologie. Im Jahre 1522 wurde er als Diener des göttlichen Wortes nach Ofen berufen und predigte, als er auf seiner Reise dahin durch Wien kam, in der dortigen St. Stephanskirche frei und öffentlich wider das Papsttum und die Missbräuche der katholischen Kirche. Die Folge hiervon war, dass er längere Zeit eingekerkert wurde. Allein nach seiner Freilassung trat er mit derselben Freimütigkeit auf und predigte an verschiedenen Orten, wie zu Ofen in Ungarn und zu Iglow in Mähren, die reine und lautere Lehre des Evangeliums. Er wurde abermals verfolgt und eingezogen und war schon zum Feuertode verurteilt; allein durch vielseitige Fürsprache wurde das Todesurteil in Landesverweisung verwandelt. So kam er im Jahre 1523 nach Wittenberg, wo er Luther persönlich kennen lernte und von ihm so nachdrücklich an den Herzog Albrecht von Preußen empfohlen wurde, dass er 1524 zu dessen Hofprediger und das Jahr darauf zum Bischof von Pomesanien mit dem Wohnsitze zu Liebmühl ernannt wurde. Hier lernte er zwei gleichgesinnte Männer, Johann Brismann und Johann Poliander, kennen und legte in Gemeinschaft mit ihnen in Preußen den ersten Grund zur Reformation. Er starb 1554 zu Liebmühl nach einer reich gesegneten Wirksamkeit. – Seine Lieder sind hinreichende Zeugnisse für seine Glaubenstreue und siegesgewisse Unerschrockenheit im Kampfe für die Wahrheit.

Johann Schneesing (Chiomusus) – Biographie

Johann Schneesing, auch Chiomusus genannt, stammte aus Frankfurt am Main; doch ist sein Geburtsjahr nicht bekannt. Er war zuerst Vikarius in Gotha, wo er auch die evangelische Kirchenordnung verfasste, und wurde nachmals im Jahre 1534 Pfarrer zu Friemar bei Gotha. Von seinem sonstigen Leben und Wirken ist nur so viel bekannt, dass er ein frommer und gelehrter Mann war und sich mit ganz besonderem Eifer und unermüdlicher Treue dem Unterrichte der Jugend widmete. Auch soll er ein geschickter Maler gewesen sein. Er starb im Jahre 1567.

Michael Schirmer – Biographie

Michael Schirmer, ein Zeitgenosse Gerhardts, wurde 1606 zu Leipzig geboren. Über seine Jugendgeschichte ist nichts bekannt. Auch scheint aller Wahrscheinlichkeit nach die Angabe, dass er zuerst Rektor zu Freiberg in Sachsen und dann Pfarrer zu Striegenitz oder Steignitz an der Mulde gewesen sei, auf einer Verwechselung zu beruhen, da man nachgewiesen hat, dass in jener Zeit zwei Männer dieses Namens lebten, von denen der Freiberger nie gedichtet hat. Unser Michael Schirmer lebte in Berlin, wohin er 1636 als Subrektor am grauen Kloster berufen worden war. Im Jahre 1643 wurde er Konrektor an demselben Gymnasium und starb 1673 Sein Leben war voller Kreuz und Leiden, weshalb er sich auch selbst in seiner Liedersammlung den deutschen Hiob nannte; doch trug er alles still und ergeben als ein frommer und gottseliger Mann. Seine Lieder sind meist frisch und kräftig.

Josua Wegelin – Biographie

Josua Wegelin, dessen Geburtsjahr unbekannt ist, war anfangs Helfer an der Barfüßerkirche zu Augsburg und 1633 ebendaselbst Prediger an der Kirche zum heiligen Geiste. Später 1635 wurde er Doktor der Theologie und evangelischer Pfarrer und Senior zu Preßburg in Ungarn und starb daselbst im Jahre 1640. Diese wenigen Nachrichten, die nicht einmal alle vollkommen verbürgt sind, wie z. B. sein Todesjahr, das andere erst nach 1660 annehmen, umfassen alles, was wir von seinem Leben wissen. Seine geistlichen Arbeiten erschienen zuerst gesammelt im Jahre 1660 unter dem Titel: „Gebete und Lieder“; jedoch hatte er schon früher mehrere Andachts- und Gebetbücher herausgegeben und seine Lieder beigefügt.

Ernst Christoph Homburg

Ernst Christoph Homburg, geboren 1605 zu Mühla bei Eisenach, lebte als ein frommer Rechtsgelehrter zu Naumburg. Anfangs beschäftigte er sich nur mit weltlicher Poesie; allein die Trübsal schwerer körperlicher Leiden, womit sowohl er selbst, als auch seine Ehefrau heimgesucht wurde, sowie mancherlei Neid und Feindschaft, die er zu erdulden hatte, trieben ihn zur geistlichen Liederdichtung, die, je schwerer das Hauskreuz auf ihm lastete, desto inniger und begeisterter wurde. Seine geistlichen Lieder, die übrigens meist Passions-, Buß-, Kreuz-, Trost- und Sterbelieder sind, erschienen in zwei Teilen, und zwar der erste 1658 zu Naumburg mit 100 Liedern, der zweite 1659 zu Jena mit 50 Liedern. Sie sind den Johann Frank’schen Liedern nahe verwandt und zeichnen sich durch leichte und wohlklingende Sprache und durch lebendige und edle Darstellung aus; jedoch kann man ihnen meist den gedrückten Seelenzustand des Dichters abfühlen. Das Todesjahr Homburgs ist 1681.

Laurentius Laurenti – Biographie

Laurentius Laurenti wurde 1660 zu Husum in Schleswig-Holstein geboren, wo sein Vater ein angesehener Bürger war und als großer Musikfreund sehr eifrig für die musikalische Ausbildung seines Sohnes sorgte. Seine wissenschaftliche Bildung erhielt er auf der Universität Kiel. Im Jahre 1684 wurde er Kantor und Musikdirektor an der Domkirche zu Bremen und starb auch daselbst 1722. Er hat im ganzen 148 geistliche Lieder gedichtet, die sich meist durch große Einfachheit und salbungsvolle Sprache auszeichnen, und von denen etliche wohl als echte Kernlieder bezeichnet werden können.