Wolfgang Christoph Dessler – Biographie

Wolfgang Christoph Dessler war der Sohn eines frommen Goldschmieds und wurde 1660 zu Nürnberg geboren. Anfangs wollte er auf des Vaters Wunsch dessen Handwerk erlernen, musste diesen Vorsatz aber bald um seiner Schwächlichkeit willen aufgeben, worauf er sich den Wissenschaften widmete. Er studierte daher einige Zeit zu Altdorf Theologie; aber auch hier nötigte ihn seine Kränklichkeit, wozu auch noch Geldmangel kam, das Studium aufzugeben. Er begab sich in seine Vaterstadt, widmete sich der geistlichen Dichtkunst und suchte überhaupt durch Übersetzung ausländischer religiöser Werke, sowie durch eigne Erbauungsschriften das Reich Gottes zu fördern. Im Jahre 1705 wurde er Konrektor an der Schule zum heiligen Geist in Nürnberg und verwaltete diese Stelle trotz vieler körperlicher Leiden treu und gewissenhaft bis zum Jahre 1720, wo ihn der Schlag rührte. Unter den größten Schmerzen fristete er sein Leben noch bis 1722, wo er in die „Ruh der Ewigkeit“ einging.

Dessler war ein frommer Dulder und ertrug alle seine Leiden mit der größten Gelassenheit und Ergebung. Das Gebet war allezeit sein rechter Trost. Die Zahl seiner geistvollen Lieder beläuft sich auf 66, und sind dieselben ihrem Inhalte nach meist Passionsgesänge.