Johann Matthäus Meyfart – Biographie

Johann Matthäus Meyfart, geboren 1590 zu Walswinkel im Gothaischen, studierte in Jena und Wittenberg und wurde im Jahre 1617 Professor und später 1623 auch Direktor des Gymnasiums zu Coburg. Im Jahre 1633 ging er, nachdem er zuvor zuvor die theologische Doktorwürde erlangt hatte, als erster Professor der Theologie nach Erfurt, wo er drei Jahre nachher auch Pastor an der Predigerkirche wurde. Sein Leben war vielfach durch Trübsal und Schrecken des Krieges bewegt, so dass die Sehnsucht nach der Heimat des Himmels immer mächtiger in ihm erwachte, bis er zu Erfurt im Jahre 1642 einging zu seines Herren Freude. Die wenigen von ihm gedichteten Lieder erschienen zerstreut in seinen herausgegebenen Erbauungsschriften.

Simon Dach – Biographie

Simon Dach wurde 1605 zu Memel geboren und ging, nachdem er zuerst die Schule seiner Vaterstadt besucht hatte, im 14. Lebensjahre nach Königsberg und später nach Wittenberg und Magdeburg, um seine Schulstudien zu vollenden. Schon frühe zeigte er große Anlagen, namentlich für Musik, und widmete sich daher, als er auf der Universität zu Königsberg Theologie und Philologie studierte, ganz besonders auch dem Studium der Beredsamkeit und Dichtkunst, und wurde bald in letzterer ein Muster und Vorbild für ganz Preußen. Seine erste öffentliche Anstellung erhielt er 1633 als Kollaborator an der Domschule zu Königsberg. In dieser Zeit schloss er mit Robert Roberthin, dem Kurfürstlichen Rat bei der preußischen Regierung, der sich seiner besonders annahm und ihn ermunterte, sich der deutschen Dichtkunst zu widmen, sowie mit Heinrich Albert und einigen andern einen innigen Freundschaftsbund, wodurch sein Name in kurzer Zeit berühmt wurde. Dieser Bund war die sogenannte Königsberger Dichterschule, welche sich als eine besondere Zweigschule der ersten schlesischen Dichterschule bildete. Im Jahre 1636 wurde er Konrektor an der Domschule und 1639 Professor der Poesie an der dasigen Universität, nachdem er zuvor den großen Kurfürsten mit einem Gedichte begrüßt hatte. Von da ab stand er überhaupt in einem gewissen zutraulichen und herzlichen Verhältnisse zum Kurfürsten und besang alle seine Taten und Ereignisse seines Hauses. Auch erhielt er als Lohn für diese Lieder zum Preise des Kurfürsten und seines Hauses das Landgut Cuxheim zum Geschenk. Im Jahre 1640 wurde er Magister und 1649 sogar Rektor Magnificus der Universität. Nach Roberthins Tode 1648 bemächtigte sich seiner ein tiefer Ernst, so dass er von nun an sich ausschließlich dem geistlichen Liede widmete, während er früher mit anmutiger Leichtigkeit und naiver Treuherzigkeit sich auf dem Gebiete des weltlichen Liedes bewegt hatte. Er starb im Jahre 1659.

Die Zahl seiner geistlichen Lieder beläuft sich auf 150, die er meist bei bestimmten Veranlassungen, namentlich bei Sterbefällen angesehener und befreundeter Personen, dichtete. Sie zeichnen sich durch große Leichtigkeit der Sprache und Gefälligkeit des Ausdrucks aus und tragen das Gepräge natürlicher Herzlichkeit und frommer Innigkeit an sich. Sie erschienen teils in Heinrich Alberts „musikalischer Kürbishütte“, teils in den Königsberger Gesangbuchsausgaben, am vollständigsten in der vom Jahre 1690.

Michael Weiße – Biographie

Michael Weiße, auch Weiß genannt, geboren zu Neiße in Schlesien, war ein Zeitgenosse Luthers und Pfarrer der deutschen Brüdergemeinden in den Herrschaften Landskron und Fulnetz. Als solcher gab er ein Gesangbuch der böhmischen Brüder in deutscher Sprache heraus, welches zum ersten Male im Jahre 1531 erschien und im ganzen 155 Lieder enthielt. Von seinem Leben ist sonst wenig bekannt; doch soll er ein vortrefflicher Glaubensmann gewesen sein und nicht nur ältere Gesänge der böhmischen Brüder ins Deutsche übersetzt, sondern auch selbst mehrere Originallieder gedichtet haben. Sein Todesjahr nimmt man um 1540 an.

Valerius Herberger – Biographie

Valerius Herberger wurde 1562 zu Fraustadt in Großpolen geboren, wo sein Vater Kürschner war, und schon als kleines Kind dazu bestimmt, einmal Prediger zu werden. Leider verlor er schon als neunjähriger Knabe seinen Vater, und wenn sich nicht nachmals sein Pate, der Pastor Martin Arnold, seiner angenommen hätte, so hätte er wohl nie studieren können, da seine Mutter in drückender Armut leben musste. Allein dieser schickte ihn 1579 nach Freistadt in Schlesien, wo er seine Studien begann und drei Jahre lang mit dem größten Eifer ihnen oblag. Von da ging er auch noch auf die Universitäten Frankfurt an der Oder und Leipzig. In einem Alter von 22 Jahren, im Jahre 1584, wurde er Diakonus und sechs Jahre später Pfarrer in seiner Vaterstadt. Er war ein treuer und unermüdlicher Streiter Christi und ausgezeichneter Kanzelredner, hatte aber sein Lebelang gar mancherlei Kreuz und Herzeleid zu erfahren. Namentlich musste er viel von den Katholiken leiden, die in Polen eine evangelische Kirche um die andere wegzunehmen suchten. Auch in Fraustadt gelang es ihnen im Jahre 1604, so dass die evangelische Gemeinde ihr Gotteshaus den Katholiken abtreten und in ein kleines Bethaus sich zurückziehen musste. Außerdem fiel in seine Zeit ein großer Brand zu Fraustadt, der drei Vierteile der Stadt in Asche legte, und im Jahre 1613 die furchtbare Pest, welche in den ersten Wochen 740 und überhaupt mehr als 2000 Menschen hinraffte und siebzehn Jahre lang bis 1630 währte. So schwer aber auch diese lange Drangsalszeit war, Herberger blieb der unermüdete und treue Helfer seiner bedrängten Gemeinde, obgleich mehrfache ehrenvolle Rufe aus andern Städten zu ansehnlichen Kirchenämtern an ihn ergingen. Um aber das Maß seiner Prüfungen und Leiden voll zu machen, musste er auch noch die Schrecken des dreißigjährigen Krieges erleben; doch auch hierbei bewährte er seine Glaubensfreudigkeit und Ergebung in Gottes Willen. Er starb 1627 allgemein und tief betrauert. Die Leichenpredigt hielt sein Freund Pribisch in Glogau über den von Herberger selbst gewählten Text, Luc. 10, 20: „Freut euch, dass eure Namen im Himmel geschrieben sind.“

Johann Georg Albinus – Biographie

Johann Georg Albinus wurde am 6.3.1624 zu Unternessa bei Weißenfels geboren, wo sein Vater Prediger war. Er studierte in Leipzig Theologie, wurde 1653 Rektor an der Domschule zu Naumburg und 1657 Prediger an der dasigen St. Othmarskirche. Sein Leben war reich an Kreuz und Trübsal, aber auch reich an inniger Hingabe an Jesum, den er immer fester umschloss, je mehr die Leiden dieser Zeit ihn bedrängten. Darum starb er auch mit wahrer Freudigkeit am 22.5.1679 unter öfterer Wiederholung der Worte: „Meinen Jesum lass‘ ich nicht!“ Sein Leichenstein in der St. Othmarskirche trägt die sinnige Inschrift: „Cum viveret, moriebatur et nunc, cum mortuus, vivit, quia sciebat, quod vita via sit mortis et mors vitae introitus“, d. h. da er lebte, starb er, und nun, da er gestorben, lebt er, dieweil er wusste, dass das Leben ein Todesweg und der Tod ein Lebensweg sei.

Geistliche Lieder hat er nur 4 hinterlassen, die er sämtlich auf besondere Veranlassungen dichtete.

Carl Heinrich von Bogatzky – Biographie

Carl Heinrich von Bogatzky, geboren 7,9,1690 auf dem Rittergute Jankowe in Niederschlesien. Sein Vater war kaiserlicher Oberstlieutenant, und seine Mutter, eine geborne v. Kalkreuth, wie seine Großmutter, eine fleißige Beterin. Er genoss in seiner Jugend eine fromme Erziehung und kam als vierzehnjähriger Knabe als Page an den Hof zu Weißenfels. Hier las er während einer vierteljährigen Krankheit die ganze Bibel durch und fasste den Entschluss, hinfort sein Leben dem Dienste Gottes zu weihen und die Sünde zu meiden. Daher bereitete er sich zu Breslau auf die Universitätsstudien vor und bezog danach 1712 die Universität Jena, um sich den Rechtswissenschaften zu widmen, wo er so fleißig studierte, dass wohl in dieser Zeit der Grund zu seiner nachherigen Kränklichkeit und Schwachheit gelegt wurde. Auf den Rat seines Gönners des Grafen Reuß von Köstritz, Heinrichs XXIV., durch dessen Unterstützung er studieren konnte, reiste er nach Halle, um August Hermann Franke zu hören, und bald wurde er durch dessen Einfluss bestimmt, 1715 nach dort überzusiedeln, um Theologie zu studieren. Während dieser Zeit seines theologischen Studiums von 1716-1718 verfertigte er sein „güldenes Schatzkästlein“, das im Jahre 1718 zu Breslau erschien und eine Sammlung evangelischer Sprüche und Verheißungen enthielt, die schon vielen tausend Seelen eine rechte Herzerquickung und Herzstärkung geworden sind. Wegen seiner andauernden Kränklichkeit konnte er jedoch kein öffentliches Predigtamt annehmen; aber desto eifriger widmete er sich nun der Privatseelsorge und wirkte mit reichem Segen, namentlich auch in den höheren Ständen, auf Reisen, in Erbauungsstunden und durch Schriften. Nachdem er längere Zeit zu Glaucha in Schlesien, oft unter großer äußerer Not, da er alle seine Habe mit den Armen teilte, und nachmals seit 1734 in Saalfeld gelebt hatte, er 1746 in das hallesche Waisenhaus und war auch hier durch Abhaltung von regelmäßigen Erbauungsstunden für die Studierenden, sowie durch zahlreiche erbauliche Schriften für das Reich Gottes tätig. Seine letzte Schrift aus dem Jahre 1770 enthielt Gebete über das Schatzkästlein. Er starb im freudigen Aufsehen auf den Herrn am 15.6.1774.

Als Dichter verdient er große Anerkennung, und allenthalben weht uns aus seinen Liedern Geistesfeuer und Glaubenswärme an, obgleich sie öfter nicht volkstümlich genug und zu sehr in die alttestamentliche Bildersprache gekleidet sind. Sie erschienen seit 1725 erst einzeln zerstreut in seinen Erbauungsschriften, 1749 aber gesammelt unter dem Titel: „Übung der Gottseligkeit in allerlei geistlichen Liedern.“ Die dritte Auflage von 1771 enthielt 411 Lieder.

Tobias Clausnitzer – Biographie

Tobias Clausnitzer wurde 1619 zu Thum, einem Flecken bei Annaberg in Sachsen, geboren, besuchte die Schulen zu Freiberg und Breslau und studierte in Leipzig Theologie. Seit 1644 war er im dreißigjährigen Kriege schwedischer Feldprediger und hielt als solcher, nachdem der westfälische Friede zustande gekommen war, auf General Wrangels Befehl am 1. Januar 1649 zu Weyden in der Oberpfalz die Friedenspredigt. Gleich darauf wurde er in dieser Stadt erster Prediger und später Kirchenrat und geistlicher Inspektor des gemeinschaftlichen Amtes Pargstein und and Weyden. Er starb 1684. Man kennt von ihm überhaupt nur drei geistliche Lieder, unter denen das vorstehende am weitesten verbreitet ist.

Johann Rist – Biographie

Johann Rist, geboren 1607 zu Pinneberg, dem heutigen Ottensen bei Hamburg, wo sein Vater Prediger war, zeichnete sich schon als Gymnasiast zu Bremen als Dichter aus. Nachdem er das Gymnasium verlassen hatte, studierte er auf den Universitäten zu Rinteln, Rostock, Leipzig, Utrecht und Leyden Theologie, trieb nebenher aber auch Mathematik, Chemie, Medizin und außerdem mit besonderer Vorliebe Poesie, so dass er nach vollendeten Studien mit dem Rufe eines großen Gelehrten und Dichters in seine Heimat zurückkehrte. Hier wurde er im Jahre 1635 als Prediger in dem holsteinischen Flecken Wedel an der Elbe in der nächsten Nähe von Hamburg angestellt und verwaltete dieses Amt bis an sein Ende mit großer Treue und entschiedenem Eifer. Neben seinem geistlichen Amte war das Dichten seine Hauptbeschäftigung, und sehr bald wurde sein Name allgemein bekannt und berühmt, so dass er mit den höchsten und gebildetsten Personen in lebhaftem Briefwechsel stand. Auch wurden ihm geistliche und weltliche Ehren in reichem Maße zuteil. Im Jahre 1644 wurde er Kaiserlicher Hof- und Pfalzgraf und gekrönter Dichter und bald darauf noch in demselben Jahre Herzoglich mecklenburgischer Kirchenrat. Endlich im Jahre 1653 erhob ihn der Kaiser Ferdinand III. auch noch in den Adelstand. Auch stiftete er selbst im Jahre 1660, freilich nur aus Eitelkeit und um seinen Namen noch berühmter zu machen, mit etwa vierzig Freunden einen besondern Dichterorden, den Elbschwanorden; doch gehörten dazu meist nur mittelmäßige Dichter, so dass er wenig leistete und bald nach Rists Tode, der 1667 erfolgte, wieder einging.

Es ist nicht zu leugnen, dass Rist ein großes dichterisches Talent besaß, daneben aber auch in seiner Eitelkeit oft genug sich überschätzte. Sein Vorbild war Opitz, geboren 1597, gestorben 1639, das Haupt der ersten schlesischen Dichterschule, dem er auf der einen Seite zwar die reine Reim- und Strophenbildung, sowie den leichten und fließenden Ausdruck verdankte, auf der andern Seite aber auch das gleichsam fabrikmäßige Arbeiten von allerlei Gelegenheitsgedichten, wodurch er seine Dichtergabe verwässerte und eine große Anzahl bloßer Reimereien in schönen Worten ohne Gehalt lieferte. Gleichwohl war er bei seinen Zeitgenossen hochgefeiert und nächst Opitz der fruchtbarste und berühmteste Dichter seiner Zeit. Er hat überhaupt gegen 700 Lieder hinterlassen, von denen etwa 230 in kirchlichen Gebrauch übergingen. Die besten stammen aus den Jahren 1637-1644 und zeugen als edle Früchte der Trübsal von frommer Innigkeit und gläubiger Hingabe in Gottes Willen.