Ernst Christoph Homburg, geboren 1605 zu Mühla bei Eisenach, lebte als ein frommer Rechtsgelehrter zu Naumburg. Anfangs beschäftigte er sich nur mit weltlicher Poesie; allein die Trübsal schwerer körperlicher Leiden, womit sowohl er selbst, als auch seine Ehefrau heimgesucht wurde, sowie mancherlei Neid und Feindschaft, die er zu erdulden hatte, trieben ihn zur geistlichen Liederdichtung, die, je schwerer das Hauskreuz auf ihm lastete, desto inniger und begeisterter wurde. Seine geistlichen Lieder, die übrigens meist Passions-, Buß-, Kreuz-, Trost- und Sterbelieder sind, erschienen in zwei Teilen, und zwar der erste 1658 zu Naumburg mit 100 Liedern, der zweite 1659 zu Jena mit 50 Liedern. Sie sind den Johann Frank’schen Liedern nahe verwandt und zeichnen sich durch leichte und wohlklingende Sprache und durch lebendige und edle Darstellung aus; jedoch kann man ihnen meist den gedrückten Seelenzustand des Dichters abfühlen. Das Todesjahr Homburgs ist 1681.