Knaust, Henrich – Es wolt ein Jäger jagen

von dem Glauben, hoffnung und liebe, Christlich verendert.

ES wolt ein Jäger jagen
dort wol vor ienem holtz,
Was begegnet ihm auff der heiden?
drei frewlin hüpsch und stoltz.

Das ein das hieß fraw glaube,
das ander fraw liebe,
Hoffnung des dritten Name,
des jägers wölt es sein.

Er nam sie in der mitte,
sprach: hoffnung, nit von mir laß!
Schwencks hinder sich zurücke
wol auf sein hohes roß.

Er fürt sie gar behende
wol durch das grüne graß,
Behielts biß an sein ende:
nicht hats jn gerewet das.

Hoffnung macht nicht zu schanden,
im glauben vest an Gott,
Dem nechsten geht zu handen
die liebe in der not.

Hoffnung, lieb und glaube,
die schönen schwestern drei:
Wenn ich die lieb anschawe,
die gröst, sag ist, sie sei!

Wackernagel – Das deutsche Kirchenlied von Martin Luther bis auf Nicolaus Herman und Ambrosius Blaurer

Mentzer, Johann – Der am Kreuz

Der am Kreuz ist meine Liebe,
Meine Lieb‘ ist Jesus Christ!
Weg, ihr argen Seelendiebe,
Satan, Welt und Fleischeslist!
Eure Lieb‘ ist nicht von Gott,
Eure Lieb‘ ist gar der Tod.
Der am Kreuz ist meine Liebe,
Weil ich mich im Glauben übe.

Der am Kreuz ist meine Liebe!
Frevler, was befremdet’s dich;
Daß ich mich im Glauben übe?
Jesus gab Sich Selbst für mich.
So ward Er mein Friedeschild,
Aber auch mein Lebensbild.
Der am Kreuz ist meine Liebe,
Weil ich mich im Glauben übe!

Der am Kreuz ist meine Liebe!
Sünde, du bist mir verhaßt.
Weh‘ mir, wenn ich Dich betrübe,
Der für mich am Kreuz erblaßt.
Kreuzigt ich nicht Gottes Sohn?
Trät ich nicht Sein Blut mit Hohn?
Der am Kreuz ist meine Liebe,
Weil ich mich im Glauben übe.

Der am Kreuz ist meine Liebe!
D’rum, Tyranne, foltre, stoß!
Hunger, Blöße, Henkershiebe,
Nichts macht mich von Jesu los;
Nicht Gewalt, nicht Gold, nicht Ruhm,
Engel nicht, kein Fürstenthum.
Der am Kreuz ist meine Liebe,
Weil ich mich im Glauben übe.

Der am Kreuz ist meine Liebe!
Komm, Tod, komm, mein bester Freund!
Wenn ich, wie ein Staub, zerstiebe,
Wird mein Jesus mir vereint.
Da, da schau ich Gottes Lamm,
Meiner Seelen Bräutigam.
Der am Kreuz ist meine Liebe,
Weil ich mich im Glauben übe.

Schaff – Deutsches Gesangbuch

Gerhardt, Paul – Also hat Gott die Welt geliebt

Am andern Pfingsttage.

Melodie: Ermunt’re dich, mein schwacher Geist.

Also hat Gott die Welt geliebt,
Das merke, wer es höret!
Die Welt, die Gott so hoch betrübt,
Hat Gott so hoch geehret,
Daß er den eingebornen Sohn,
Den ein’gen Schatz, die ein’ge Kron‘,
Das ein’ge Herz und Leben
Mit Willen hingegeben.

Ach! wie muß doch ein ein’ges Kind
Bei uns hier auf der Erden,
Wo man doch nichts als Bosheit find’t,
So hoch geschonet werden;
Wie hitzt, wie brennt der Vatersinn,
Wie gibt und schenkt er alles hin,
Eh‘ als er an das Schenken
Des ein’gen nur will denken.

Gott aber schenkt aus freiem Muth
Und mildem, treuem Herzen
Sein ein’ges Kind, sein schönstes Gut
In mehr als tausend Schmerzen.
Er gibt ihn in den Tod hinein,
Ja in die Höll‘ und deren Pein;
Zu unerhörtem Leide
Stößt Gott sein‘ ein’ge Freude.

Warum doch das? Daß du, o Welt,
Frei wider möchtest stehen,
Und durch ein theures Lösegeld
Aus deinem Kerker gehen.
Denn du weißt wohl, du schnöde Braut,
Wie, da dich Gott ihm anvertraut,
Du wider deinen Orden
Ihm allzu untreu worden.

Darüber hat dich Sünd‘ und Tod
und Satanas Gesellen
Zu bittrer Angst und harter Noth
Beschlossen in der Höllen.
Und hier ist gar kein and’rer Rath,
Als der, den Gott gegeben hat,
Wer den hat, wird dem Haufen
Der höll’schen Feind‘ entlaufen.

Gott hat uns seinen Sohn verehrt,
Daß aller Menschen Wesen,
So mit dem ew’gen Fluch beschwert,
Durch diesen soll genesen.
Wen die Verdammniß hat umschränkt,
Der soll durch den, den Gott geschenkt,
Erlösung, Trost und Gaben
Des ew’gen Lebens haben.

Ach! mein Gott, meines Lebens Grund!
Wo soll ich Worte finden?
Mit was für Lobe soll mein Mund
Dein treues Herz ergründen?
Wie ist dir immermehr geschehn?
Was hast du an der Welt ersehn,
Daß, die so hoch dich höhnet,
Du so gar hoch gekrönet?

Warum behieltst du nicht dein Recht,
Und ließest ewig pressen
Diejen’ge, die dein Recht geschwächt,
Und freventlich vergessen?
Was hattest du an der für Lust,
Von welcher dir doch war bewußt,
Daß sie, für dein Verschonen
Dir schändlich würde lohnen?

Das Herz im Leibe weinet mir,
Vor großem Leid und Grämen,
Wenn ich bedenke, wie wir dir
So gar schlecht uns bequemen.
Die meisten wollen deiner nicht,
Und was du ihnen zugericht’t
Durch deines Sohnes Büßen,
Das treten sie mit Füßen.

Du, frommer Vater, meinst es gut
Mit allen Menschenkindern,
Du ordnest deines Sohnes Blut,
Und reichst es allen Sündern,
Willst, daß sie mit der Glaubenshand
Das, was zu ihnen zugewandt,
Sich völlig zu erquicken,
Fest in ihr Herze drücken.

Sieh‘ aber, ist nicht immerfort
Dir alle Welt zuwider?
Du bauest hier, du bauest dort,
Die Welt schlägt alles nieder;
Darum erlangt sie auch kein Heil,
Sie bleibt im Tod und hat kein Theil
Am Reiche, da die Frommen,
Die Gott gefolgt, hinkommen.

An dir, o Gott! ist keine Schuld,
Du, du hast nichts verschlafen.
Der Feind und Hasser deiner Huld
Ist Ursach‘ seiner Strafen.
Weil er den Sohn, der ihm so klar
Und nah‘ an’s Herz gestellet war,
Auch einig helfen sollte,
Durchaus nicht haben wollte.

So fahre hin, du tolle Schaar!
Ich bleibe bei dem Sohne,
Dem geb‘ ich mich, des bin ich gar,
Und er ist meine Krone.
Hab‘ ich den Sohn, so hab‘ ich g’nug,
Sein Kreuz und Leiden ist mein Schmuck,
Sein‘ Angst ist meine Freude,
Sein Sterben meine Weide.

Ich freue mich, so oft und viel
Ich dieses Sohn’s gedenke;
Dieß ist mein Lied und Saitenspiel,
Wenn ich mich heimlich kränke,
Wenn meine Sünd‘ und Missethat
Will größer sein als Gottes Gnad‘,
Und wenn mir meinen Glauben
Mein eigen Herz will rauben.

Ei, sprech ich, war mir Gott geneigt!
Da wir noch Feinde waren,
So wird er ja, der kein Recht beugt,
Nicht feindlich mit mir fahren
Anjetzo, da ich ihm versühnt,
Da, wo ich Böses je verdient,
Sein Sohn, der nichts verschuldet,
So wohl für mich erduldet.

Fehlts hier und da? Ei, unverzagt,
Laß Sorg‘ und Kummer schwinden!
Der mir das Größte nicht versagt,
Wird Rath zum Kleinen finden.
Hat Gott mir seinen Sohn geschenkt,
Und für mich in den Tod gesenkt,
Wie sollt er (laßt und denken)
Mit ihm nicht alles schenken?

Ich bin’s gewiß, und sterbe drauf
Nach meines Gottes Willen:
Mein Kreuz und ganzer Lebenslauf
Wird sich noch fröhlich stillen.
Hier hab‘ ich Gott und Gottes Sohn,
Und dort, bei Gottes Stuhl und Thron,
Da wird fürwahr mein Leben
In ew’gen Freuden schweben.

Scharnschlager, Leupold – Von der Liebe

Ein ander schön Lied, von der Liebe, Liebpolt Schornschlager. Im Thon: Was wolln wir aber heben an, von einem Fürsten Lobesan.

DIe Lieb ist kalt jetzt in der Welt,
Ihr weder Jung noch Alt nachstellt,
Zu grund will sie gantz fahren,
So sie doch ist des Gsetzes End,
Wer die recht wüßt, auch Gott erkendt,
Würd auch bald neu gebohren.

Freundlich ist sie zwar in gedult,
Ohn eyffer nimmt hin alle Schuld
Auff sich mit gantzem Willen;
Sie widerstreit noch zancket nicht,
Bläht sich nit weit, ist Langmuths sitt,
Thut allen Hader stillen.

Hat züchtig Berd, nit schamper redt,
Stellt sich nit schwer, mäßt das Gespött,
Thut auch nit eignes suchen,
Nicht bitter ist, noch zornig gech,
Daß alle Ding zum guten sprech,
Enthält sich alles fluchen.

Des Unrechts freut sie sich gar nit.
Am Argen und auch am Unfried
Hat sie gar kein Gefallen,
Der Warheit gschwindt freut sie sich sehr,
Deckt zu die Sünd, und hält die Lehr
Und Gotts Befehl in allen.

All Ding sie duldt und gern verträgt,
Niemand beschuldt, aber bewegt
All Sach nach rechtem Gmühte,
Sie vertraut all Ding und hoffet alls,
Dult ist ihr ring, streckt dar den Hals,
Daß sie Unfried verhüte.

Gantz nimmermehr die Lieb vergeht,
Hört alls auff sie allein besteht,
Kan uns zur Hochzeit kleiden.
Gott ist die Lieb, die Lieb ist Gott,
Hilfft spath und früh aus aller Noht,
Wer mag uns von dir scheyden?

All Kunst bläht auff, die Lieb nur baut,
Geht alls zu hauff, was sie nit schaut,
Und ordentlich regieret;
O Lieb! O Lieb! mit deiner Hand,
Führ uns mit dir am Liebesband,
Dann falsche verführet, Amen.

Tersteegen, Gerhard – Die geistliche Schmiedekunst.

Mein Herz, ein Eisen grob und alt,
So hart, so kalt, so ungestalt;
Der Hausherr kann es so nicht brauchen,
Die Liebe soll mein Feuer sein,
Durchs Beten komm‘ ich da hinein;;
Ich halte still, und laß es rauchen.

Bläs’t dann der sanfte Liebeswind,
So wird das Herz im Leib‘ entzünd’t;
Ich halte still, und laß es glühen.
Des Eisens Schwärze muß vergehen,
Es wird allmälig weich und schön,
So glühend man’s heraus mag ziehen.

Der Sterbens- und Verleugnungs weg
Der Ambos ist, drauf ich mich leg‘,
Da fängt der Meister an zu schlagen,
Des Meisters Arm giebt Schlag um Schlag,
Das weiche Eisen giebet nach,
Es läßt sich wenden, krümmen, plagen.

Es will sich noch nicht geben recht,
Drum ruft der Meister einen Knecht,
Der vorschlägt mit dem groben Hammer.
Der gute Freund und Helfersmann
Giebt tapfer Schläg‘, so gut er kann;
Schlag‘ zu, so komm‘ ich aus dem Jammer!

Des Meisters Hand lenkt Alles wohl,
Daß jener schlägt da, wo er soll,
Und wie es zur Gestaltung nütze.
Bald legt er’s wieder in die Gluth,
Bald geht das Schmieden wieder gut,
Die Schläge folgen auf die Hitze.

Im Feuer schien das Eisen schön;
Da dacht‘ ich, nun ist’s bald geschehn.
Indem war Feuer und Glanz entzogen,
Da ward mein Eisen schwarz und kalt,
Noch gar zu roh in der Gestalt,
Da sah mein Hoffen sich betrogen.

Am Feilbrett immer Noth und Pein,
Man schraubte mich so kalt hinein,
Man klemmte mich, um nicht zu weichen;
Man strich mit scharfen Feilen kühn,
Da flogen tausend Spähne hin,
Drauf mußte man’s ins Feine streichen.

Mein Meister, der versteht die Kunst,
Regier‘ mich, so polier‘ mich sonst,
Werd‘ ich nun endlich Dir anständig;
Doch hilft kein fein polirter Glanz,
Nicht über-, nein durchgüldet ganz
Sei Herz und All’s und feu’rbeständig.

Tersteegen, Gerhard – Ich bete an die Macht der Liebe

1. Ich bete an die Macht der Liebe,
Die sich in Jesu offenbart;
Ich geb‘ mich hin dem freien Triebe,
Wodurch ich Wurm geliebet ward;
Ich will, anstatt an mich zu denken,
Ins Meer der Liebe mich versenken.

2. Für Dich sei ganz mein Herz und Leben,
Mein süßer Gott, und all mein Gut!
Für Dich hast Du mir’s nur gegeben;
In Dir es nur und selig ruht.
Hersteller meines schweren Falles,
Für Dich sei ewig Herz und alles!

3. Ich liebt und lebte recht im Zwange,
Wie ich mir lebte ohne Dich;
Ich wollte Dich nicht, ach so lange,
Doch liebest Du und suchtest mich,
Mich böses Kind asu bösem Samen,
Im hohen, holden Jesusnamen.

4. Des Vaterherzens tiefste Triebe
In diesem Namen öffnen sich;
Ein Brunn der Freude, Fried und Liebe
Quillt nun so nah, so mildiglich.
Mein Gott, wenns doch der Sünder wüßte!
sein Herz alsbald Dich lieben müßte.

5. Wie bist Du mir so zart gewogen,
Wie verlangt Dein Herz nach mir!
Durch Liebe sanft und tief gezogen,
Neigt sich mein Alles auch zu Dir.
Du traute Liebe, gutes Wesen,
Du hast mich und ich Dich erlesen.

6. Ich fühls, Du bist’s, Dich muß ich haben,
Ich fühls, ich muß für Dich nur sein;
Nicht im Geschöpf, nicht in den Gaben,
Mein Ruhplatz ist in Dir allein.
Hier ist die Ruh, hier ist Vergnügen;
Drum folg ich Deinen selgen Zügen.

7. Ehr sei dem hohen Jesusnamen,
In dem der Liebe Quell entspringt,
Von dem hier alle Bächlein kamen,
Aus dem der Selgen Schar dort trinkt.
Wie beugen sie sich ohne Ende!
Wie falten sie die frohen Hände!

8. O Jesu, daß Dein Name bliebe
Im Grunde tief gedrücket ein!
Möcht Deine süße Jesusliebe
In Herz und Sinn gepräget sein!
Im Wort, im Werk, in allem Wesen
Sei Jesus und sonst nichts zu lesen.



Tersteegen, Gerhard – Jauchzet, ihr Himmel!

1. Jauchzet, ihr Himmel! Frohlocket, ihr englischen Chöre,
singet dem Herren, dem Heiland der Menschen, zu Ehre!
Sehet doch da:
Gott will so freundlich und nah
zu den Verlornen sich kehren.

2. Jauchzet, ihr Himmel, frohlocket, ihr Enden der Erden!
Gott und der Sünder, die sollen zu Freunden nun werden.
Friede und Freud
wird uns verkündiget heut;
freuet euch, Hirten und Herden!

3. Sehet dies Wunder, wie tief sich der Höchste hier beuget;
sehet die Liebe, die endlich als Liebe sich zeiget!
Gott wird ein Kind,
träget und hebet die Sünd;
alles anbetet und schweiget.

4. Gott ist im Fleische: wer kann dies Geheimnis verstehen?
Hier ist die Pforte des Lebens nun offen zu sehen.
Gehet hinein,
macht euch dem Kinde gemein,
die ihr zum Vater wollt gehen.

5. Hast du denn, Höchster, auch meiner noch wollen gedenken?
Du willst dich selber, dein Herze der Liebe, mir schenken.
Sollt nicht mein Sinn
innigst sich freuen darin
und sich in Demut versenken?

6. König der Ehren, aus Liebe geworden zum Kinde,
dem ich auch wieder mein Herze in Liebe verbinde:
du sollst es sein,
den ich erwähle allein;
ewig entsag ich der Sünde.

7. Süßer Immanuel, werd auch geboren inwendig,
komm doch, mein Heiland, und laß mich nicht länger elendig!
Wohne in mir,
mach mich ganz eines mit dir,
und mich belebe beständig.

8. Menschenfreund Jesu! dich lieb‘ ich, dich will ich erheben;
laß mich doch einzig nach deinem Gefallen nur leben;
gieb mir auch bald,
Jesu, die Kindesgestalt,
an dir alleine zu kleben.

Schmolck, Benjamin – O Liebe über alle Liebe

1. O Liebe über alle Liebe,
Recht nach dem Leben abgemalt,
Was gleichet einem solchen Triebe,
Der Blut aus Liebe für mich zahlt?
Die Liebe büßt das Leben ein;
Kann eine Liebe größer sein?

2. Der Hirte stirbet für die Schafe;
Wie lieb muß ihm die Herde sein!
Des Vaters Schoßkind löst die Strafe
Für die, so Feinde waren ein.
Selbst der Geliebte wird verhasst,
Daß er nur uns in Liebe fasst.

3. Es redt ein Mund aus jeder Wunde,
Der nur von Liebe reden kann;
Die Liebe quillt recht aus dem Grunde,
Seht nur die offne Seite an.
Das ist des Kreuzes Überschrift:
Seht, was die Liebe hier gestift.

4. O schönes Vorbild meiner Liebe,
Ich müsste Eis und Eisen sein,
Wenn ich hier kalt und lieblos bliebe
Bei deiner großen Liebespein.
Die Liebesstapfen sind so schön;
Wer wollte nicht darinnen gehn!

5. Mit Liebe kommst du mir entgegen,
Mit Segenliebe küss ich dich.
Ich will mich an dein Herze legen.
Die Liebe schließet mich an dich.
Mit Blut verschreibest du dich mir,
Ich leb und sterb in Liebe dir.

6. Geliebter, deiner Liebe wegen
Soll Weltlust mir verhasset sein.
Kommst du zu mir mit Liebeschlägen,
Was ist mein Kreuz für deine Pein?
Die Liebe duldet alle Not.
Die Liebe scheuet nicht den Tod.

7. O könnt ich gar zu Liebe werden,
Ich würde dir noch lieber sein.
Doch nimm verlieb mit mir auf Erden,
Im Himmel bring ich alles ein,
Wo Lieben über Lieben ist
Und du der Allerliebste bist.

Hymns of the 1912 Lutheran Hymnal for Church, School and Home

Spitta, Carl Johann Philipp – Sehet, sehet, welche Liebe hat der Vater uns erzeigt!

Sehet, sehet, welche Liebe hat der Vater uns erzeigt!
Sehet, wie er voll Erbarmen über uns sein Antlitz neigt!
Seht, wie er das Allerbeste für das Allerschlechtste gibt,
seinen Sohn für unsre Sünden; sehet, seht, wie er uns liebt!

Sehet, sehet, welche Liebe unser Heiland zu uns trägt,
wie er alles für uns leidet, selbst, daß man ans Kreuz ihn schlägt,
wie er da auch noch den letzten Tropfen Bluts für uns vergießt!
Sehet, sehet, ob das nicht Liebe, namenlose Liebe ist!

Sehet, sehet, welche Liebe uns erzeigt der heilge Geist,
wie er auch den ärgsten Sünder gern zum Leben unterweist,
wie er strafend, lehrend, tröstend immer zu den Menschen spricht!
O wer priese solche große, dreifach große Liebe nicht!

Schalling, Martin – Herzlich lieb hab ich dich, o Herr

HErtzlich lieb hab ich dich, o Herr!
ich bit, wölst sein von mir nicht fern
mit deiner gut und gnaden!
Die gantze welt nit frewet mich,
nach himel und erd nit frag ich,
wenn ich dich nur kan haben.
Und wenn mir gleich mein hertz zerbricht,
so bist doch du mein zuuersicht,
mein theil und meines hertzen trost,
der mich durch sein blut hat erlöst.
Herr Jesu Christ, mein Gott und Herr,
in schanden laß mich nimmermehr!

Es ist ja, Herr, dein gschenck und gab
mein leib und Seel und was ich hab
inn disem armen leben:
Damit ichs brauch zum lobe dein,
zu nutz und dienst des nechsten mein,
wölst mir dein gnade geben!
Behüt mich, Herr, vor falscher lehr,
des Sathans mord und lügen wehr,
inn allem creutz erhalte mich,
auff das ichs trag gedultigklich!
Herr Jesu Christ, mein Gott und Herr,
inn schanden laß mich nimmermehr!

Ach Herr, laß dein Engelein
an meinem end mein Seelelein
inn Abrahams schose tragen,
Der leib in sein schlafkemmerlein,
gar sanfft on einige qual und pein
ruhe bis an Jüngsten tage.
Als dann vom tode erwecke mich,
das meine augen sehen dich
in aller freud, o Gottes Son,
mein heiland und mein gnadenthron!
Herr Jesu Christ, erhöre mich,
Ich will dich preisen ewigklich!

Wackernagel – Das deutsche Kirchenlied von Martin Luther bis auf Nicolaus Herman und Ambrosius Blaurer

aktualisierte Fassung:

Herzlich lieb hab ich dich, o Herr!
Ich bitt, wollst sein von mir nicht fern
Mit deiner Güt und Gnaden.
Die ganze Welt nicht freuet mich,
Nach Himmel und Erd nicht frag ich,
Wenn ich dich nur kann haben.
Und wenn mir gleich mein Herz zerbricht:
So bist doch du mein Zuversicht,
Mein Teil und meines Herzens Trost,
Der mich durch sein Blut hat erlöst.
Herr Jesu Christ, mein Gott und Herr,
Mein Gott und Herr:
In Schanden lass mich nimmermehr.

Es ist ja, Herr, dein Gschenk und Gab
Mein Leib und Seel und was ich hab
In diesem armen Leben:
Damit ichs brauch zum Lobe dein,
Zum Nutz und Dienst des Nächsten mein,
Wollst mir dein Gnade geben.
Behüt mich Herr vor falscher Lehr,
Des Satans Mord und Lügen wehr;
In allem Kreuz erhalte mich,
Auf dass ichs trag geduldiglich.
Herr Jesu Christ, mein Herr und Gott,
Mein Herr und Gott:
Tröst mir mein Seel in Todesnot.

Ach, Herr, lass deine Engelein
An meinem End mein Seelelein
In Abrahams Schoß tragen:
Der Leib in sei’m Schlafkämmerlein
Gar sanft ohn einige Qual und Pein
Ruhe bis am jüngsten Tage.
Alsdann vom Tode erwecke mich,
Dass meine Augen sehen dich
In aller Freud, o Gottes Sohn,
Mein Heiland und mein Gnadenthron!
Herr Jesu Christ, erhöre mich,
Erhöre mich:
Ich will dich preisen ewiglich.