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Schlagwort: Gott

Heinrich Arnold Stockfleth – Wunderanfang, herrlichs Ende

Heinrich Arnold Stockfleth – Wunderanfang, herrlichs Ende

1. Wunderanfang, herrlichs Ende,
Wo die wunderweisen Hände
Gottes führen ein und aus.
Wunderweislich ist sein Raten,
Wunderherrlich seine Taten,
Und du sprichst: Wo wills hinaus?

2. Denke doch, es muß so gehen,
Was Gott weislich heißt geschehen,
Ihm und dir zur Herrlichkeit;
Ob der Anfang seltsam scheinet,
Ist das End doch gut gemeinet,
Friede folget nach dem Streit.

3. Gottes Weg ist in den Flüssen
Und in großen Wassergüssen,
Und du spürst nicht seinen Fuß,
So auch in dem Meer der Sorgen
Hält Gott seinen Pfad verborgen,
Daß man nach ihm suchen muß.

4. In den unerforschten Gründen,
Wo nur tiefer Schlamm zu finden,
Im Angst-, Kreuz- und Todesmeer
Sieht man oft die Christen schwimmen
Und in tiefster Not sich krümmen,
Als ob’s schon verloren wär.

5. Kein Besinnen kann ersinnen,
Wo man könne Hilf gewinnen,
Die Vernunft ist hier zu blind,
Ihre halbgebrochne Augen
Nicht in das Verborgne taugen,
Dem sie allzu blöde sind.

6. Weil Gott im Verborgnen wohnet
Und sein Reich im Glauben thronet,
Da man glaubt, ob man nicht sieht,
Bleibt unnütze unser Sorgen;
Wer nicht trauen will auf morgen,
Dem auch keine Hilfe blüht.

7. Gott muß man in allen Sachen,
Weil er alles wohl kann machen,
End und Anfang geben frei,
Er wird, was er angefangen,
Lassen so ein End erlangen,
Daß es wunderherrlich sei.

8. Sehet er mit dir im Schrecken
Durch die Dornen, durch die Hecken,
Über Stock und über Stein,
Berg und Tal und Felsenklüften,
Feuer, Wasser und in Lüften
Und, was mehr kann schrecklich sein,

9. So laß dir doch nimmer grauen,
Lerne deinem Gott vertrauen,
Sei getrost und gutes Muts.
Er fürwahr es wird es führen,
Daß du’s wirst am Ende spüren,
Wie er dir tut lauter Guts.

10. Du wirst an den Fingern zählen
Und nicht vor der Welt verhehlen,
Was die blinde Welt nicht kennt.
Er wird dir dein Kreuz versüßen,
Daß du wirst bekennen müssen;
Wunderanfang, herrlichs End.

Quelle: Hymns of the 1912 Lutheran Hymnal for Church, School and Home Evangelical Lutheran Synod of Wisconsin and other States

Johann Anastasius Freylinghausen – Monarche aller Ding

Johann Anastasius Freylinghausen – Monarche aller Ding

1) Monarche aller Ding,
Dem alle Seraphinen
Voll Ehrerbietigkeit
Uns tiefster Demut dienen,
Laß dein erhabnes Angesicht
Zu meiner Armut sein gericht.

2) Du bist die Majestät
Der höchsten Majestäten,
An deinem Glanze muß
All Glanz und Pracht erröten.
Doch bitt ich, zürne nicht mit mir,
Daß ich, der Staub, mich nah zu dir.

3) Du sprichst: Kommt her zu mir,
Laßt euch nur nichts erschrecken,
Ich will die Majestät
Mit Vaterliebe decken.
Drum komm ich auch zu meinem Teil,
Von dir zu singen, schönstes Heil.

4) Du bist das A und O,
Der Anfang und das Ende.
Hilf, daß mein Herz zu dir,
Dem Anfang, stets sich wende,
Und ich in allem, was ich tu,
In dir als meinem Ende ruh.

5) Du bist das große Licht,
Dein Licht geht niemals unter,
Der kleinste Strahl von dir
Macht Leib und Seele munter.
O daß in deiner Heiterkeit
Erstürbe meine Dunkelheit.

6) Du bist die Liebe selbst,
Die lauter Liebe quillet,
Die aller Engel Herz
Mit Lust und Lieb erfüllet.
O Lieb, ergieß dich auch in mich,
Daß ich als Liebe schmecke dich.

7) Du bist die Lebenskraft,
Durch die sich alles reget,
Was sich zum Guten nur
In eigner Art beweget.
O daß dein Leben meinen Tod
Verschlänge ganz samt aller Not.

8) Du bist das höchste Gut,
Nur du bist gut zu nennen.
O laß mich außer dir
Kein ander Gut erkennen,
Mach aber meinen Sinn und Mut
Durch dich und dein Erbarmen gut.

9) So soll mein alles dich
Mit Ruhm und Preis erheben,
Ja ich will selbst mich dir
Zum ganzen Opfer geben,
Und du wirst auch mit Lust in mir
Dein Bild erblicken für und für.

10) Ehr sei dir, großer Gott,
Du Herr der Himmelsheere,
Es jauchzen ewig dir
Der Selgen Jubelchöre;
Ich jauchze mit schon auf der Erd,
Bis ich ein Himmelserbe werd.

Quelle: Hymns of the 1912 Lutheran Hymnal for Church, School and Home Evangelical Lutheran Synod of Wisconsin and other States

Ehrenfried Liebich – Gott ist getreu

Ehrenfried Liebich – Gott ist getreu

1) Gott ist getreu, sein Herz, sein Vaterherz
Verläßt die Seinen nie;
Gott ist getreu, im Wohlsein und im Schmerz
Erfreut und trägt er sie.
Mich decket seiner Allmacht Flügel;
Stürzt ein, ihr Berge, fallt ihr Hügel,
Gott ist getreu.

2) Gott ist getreu, er ist mein treuster Freund.
Dies weiß, dies hoff ich fest;
Ich weiß gewiß, daß er mich keinen Feind
Zu hart versuchen läßt.
Er stärket mich nach seinem Bunde
In meiner Prüfung trübsten Stunde.
Gott ist getreu.

3) Gott ist getreu, er tut, was er verheißt.
Er sendet mir sein Licht;
Wenn dieses mir den Weg zum Leben weist,
So irr und gleit ich nicht.
Gott ist kein Mensch, er kann nicht lügen,
Sein Wort der Wahrheit kann nicht trügen.
Gott ist getreu.

4) Gott ist getreu, er handelt väterlich
Und, was er tut, ist gut;
Die Trübsal auch; mein Vater bessert mich
Durch alles, was er tut.
Die Trübsal gibt Geduld und Stärke
Zum Fleiß in jedem guten Werke.
Gott ist getreu.

5) Gott ist getreu, er hat uns selbst befreit
Von unsrer Sündennot
Durch seinen Sohn, durch dessen Heiligkeit
Und blutgen Opfertod.
Damit wir möchten nicht verderben,
Ließ er den Eingebornen sterben.
Gott ist getreu.

6) Gott ist getreu, er, des ich ewig bin,
Sorgt für mein ewig Wohl,
Er rufet mich zu seinem Himmel hin,
Will, daß ich leben soll,
Er reinigt mich von allen Sünden
Und läßt mich Trost durch Christum finden.
Gott ist getreu.

7) Gott ist getreu, stets hat sein Vaterblick
Auf seine Kinder acht,
Er siehts mit Lust, auch wenn ein irdisch Glück
Sie froh und dankbar macht.
Was uns zu schwer wird, hilft er tragen,
Und endlich stillt er alle Klagen.
Gott ist getreu.

8) Gott ist getreu, mein Herz, was fehlt dir noch,
Dich Gottes stets zu freun?
Sei Gott getreu, und fürchte nichts, mag doch
Die Welt voll Falschheit sein.
Selbst falscher Brüder Neid und Tücke
Gereicht am Ende mir zum Glücke.
Gott ist getreu.

9) Gott ist getreu, vergiß, o Seel, es nicht,
Wie zärtlich treu er ist.
Gott treu zu sein, sei deine liebste Pflicht,
Weil du so wert ihm bist;
Halt fest an Gott, sei treu im Glauben;
Laß nichts den starken Trost dir rauben:
Gott ist getreu.

Quelle: Hymns of the 1912 Lutheran Hymnal for Church, School and Home Evangelical Lutheran Synod of Wisconsin and other States

Joachim Neander – Der im Licht Wandlende

Joachim Neander – Der im Licht Wandlende

Jehova ist mein Licht und Gnadensonne,
Jevoha ist die Vollenkommenheit,
Jehova ist die reine Seelenwonne.
Jehova ist der Brunn voll Heiligkeit.
In diesem Licht kann ich viel Wunder seh’n,
die Vollenkommenheit ist meine Ruh,
Die Seelen-Freud Erquicket mich dar zu
in Heiligkeit muss ich auch zu ihm gehn.

Jehova ist ein unbegreifflich Wesen,
Da mein Verstand sich willig in verliert.
In seinem Wort ist dieses klar zu lesen,
Wie wunderbar der kluge Rath regiert;
Wer hat den Sinn des Geistes je erkannt?
Wer gab den Rath, der wahr von Ewigkeit
Vernunfft sey still; die See ist viel zu breit,
Und allzutieff, O kluger Unverstand!

Jehova, Grund und Leben aller Dinge,
Du bist fürwar ein unzugänglich Licht.
Gib, dass im Licht mein Wandel mir gelinge,
Ach führe mich mit deinem Angesicht!
Du bist mein Licht, und bist im Licht allein,
Du hassest den, der Finsternüssen liebt,
Du liebest den, der Recht und Licht dir gibt,
O lass mich stäts bey deinen Strahlen seyn.

Jehova, GOtt mit mir zu allen Zeiten,
Mit dir ich nun Gemeinschafft haben kann.
Wann du mich wirst mit deinen Augen leiten,
So wirst du mich zu Ehren nehmen an.
O blinde Welt! o Welt! Ich warne dich,
Fleuchst du dis Licht, und lauffest in der Nacht,
Die arme Seel ist ewig ümgebracht.
Nur Licht und Recht vereinigt GOtt und mich.

Des Seligen Herren
Joachim Neanders
Berühmten Reformirten Predigers zu Bremen,
Geistreiche
Glaub- Liebes
und
Bundes-Lieder.

Gedruckt in Amsterdam, zu finden
Bey Samuel Schoonwald,
Buch-händler in der Kalberstrasse. 1725

Klepper, Jochen – Gott wohnt in einem Lichte

Klepper, Jochen – Gott wohnt in einem Lichte

1. Gott wohnt in einem Lichte,
dem keiner nahen kann.
Von seinem Angesichte
trennt uns der Sünde Bann.
Unsterblich und gewaltig
ist unser Gott allein,
will König tausendfältig,
Herr aller Herren sein.

2. Und doch bleibt er nicht ferne,
ist jedem von uns nah.
Ob er gleich Mond und Sterne
und Sonnen werden sah,
mag er dich doch nicht missen
in der Geschöpfe Schar,
will stündlich von dir wissen
und zählt dir Tag und Jahr.

3. Auch deines Hauptes Haare
sind wohl von ihm gezählt.
Er bleibt der Wunderbare,
dem kein Geringstes fehlt.
Den keine Meere fassen
und keiner Berge Grat,
hat selbst sein Reich verlassen,
ist dir als Mensch genaht.

4. Er macht die Völker bangen
vor Welt- und Endgericht
und trägt nach dir Verlangen,
läßt auch den Ärmsten nicht.
Aus seinem Glanz und Lichte
tritt er in deine Nacht:
Und alles wird zunichte,
was dir so bange macht.

5. Nun darfst du in ihm leben
und bist nie mehr allein,
darfst in ihm atmen, weben
und immer bei ihm sein.
Den keiner je gesehen
noch künftig sehen kann,
will dir zur Seite gehen
und führt dich himmelan.

Tersteegen, Gerhard – Du, Gott, bist selbst Dir Ort und Zeit

Tersteegen, Gerhard – Du, Gott, bist selbst Dir Ort und Zeit

Du, Gott, bist selbst Dir Ort und Zeit,
Der Ewige in Ewigkeit,
Ohn‘ Anfang, ohne End und Schranken.
Dein prächtig Heiligthum bist Du,
Besitz’st Dich ganz in einem Nu
Ohn alle Aend’rung, ohne Wanken.
Verlaß ich Zeit und Ort und mich,
Gott, Ewigkeit, dann find‘ ich Dich.
Hallelujah, Hallelujah!

Du bist, Du warst, wirst immer sein,
Unsterblichkeit hast Du allein;
Mein Geist, Dein Hauch, hat’s durch Dein Geben.
Es mag vergehn die ganze Welt,
Ob auch mein Leibesbau zerfällt,
Du, Ew’ger, schenkst mir ew’ges Leben.
Die arme Saat, der Leib, soll schön
Durch Deinen Hauch einst auferstehn.
Hallelujah, Hallelujah.

Mein anfang und mein End bist Du,
Der wahre Zielpunkt meiner Ruh,
Mein Herzensschatz, des Geistes Speise.
Mein Wollen, Lieben, richt auf Dich,
Daß ich nach Dir nur lauterlich,
Du, meine Heimath, richt die Reise;
Und durch Dich lebe allezeit,
Du Ew’ger in der Ewigkeit.
Hallelujah! Hallelujah!

Selneccer, Nikolaus – Ein feste Burg ist unser Gott

Selneccer, Nikolaus – Ein feste Burg ist unser Gott

1. Ein feste Burg ist unser Gott,
darum will ich ihn loben.
Er rett’t und hilft in aller Not,
ob gleich die Welt tut toben.
Sein Nam’ will ich anrufen recht,
so werd ich von mein’ Feinden schlecht
erlöst und will wohl bleiben.

2. Herzlich hab ich dich lieb, o Herr,
mein Stärk’, mein Fels und Feste,
du bist mein’ Burg, mein Lob und Ehr,
mein Schutz aufs allerbeste,
mein Gott, auf den ich trau allein,
mein Schild, mein Heil, mein Macht gar fein,
mein Hort: wer will mir schaden?

3. Ich hab erfahren Gottes Macht,
sein’ Treu und Huld in allen,
da mich umfingen Tag und Nacht
des Todes Band’ und Gallen,
die Bäch’ Belials schreckten mich,
voll Zagens, ohne Trost war ich,
die Höll’ hatt’ mich umgeben.

4. Des Todes Strick’ verwirrten mich,
es war kein Trost auf Erden,
all’s Unglück zu mir drang und schlich,
konnt’ des los nimmer werden.
Es war mir bang und angst an Mut,
an Seel’ und Leib war nichts mehr gut,
all’ Hoffnung blieb dahinten.

5. Da rufet ich den Herren an
und schrei zu Gott dem Höchsten,
er höret mich und zu mir kam
mit Hilf aufs allereh’ste.
An sei’m Wort tat ich halten fest,
im Tempel hört er mich zuletzt
und nahm mein’ Bitt’ zu Ohren.

6. Ach, traut auf Gott, ihr Christen fein,
und laßt euch nicht verführen,
sein Wort laßt euch gewisser sein,
tut ja nicht das verlieren.
Wer darauf baut, der hat’s sehr gut,
kann stetig haben guten Mut,
ach, wenn wir’s glauben wollten!

7. Wie groß Elend ist stetig hie
bei uns in unserm Leben!
Wie manches Kreuz, Elend und Müh
tut immer um uns schweben!
Doch hilft uns Gott ja wunderlich,
daß uns nicht schadet Ungelück,
er tut die Sein’n erretten.

8. Sag her: wer hat Gott jemals traut
und wär’ verlassen worden?
Wer auf sein Wort ganz fröhlich baut,
es sei in Krieg und Morden,
es sei in Hunger, Kummers Not,
es sei in Krankheit, Armut, Spott:
wem hat’s jemals gefehlet?

9. Darum so sag ich frisch und frei
und will das wohl erhalten:
ich bin und leb ganz ohne Scheu,
laß Gott den Herren walten.
Sein Wort, das tut’s und gibt den Mut,
ohn’ sein Wort bleibt kein Schutz noch Hut:
selig, wer auf ihn trauet!

10. Gott sei gelobt in Ewigkeit
für seine Güt’ und Gaben!
Er hat uns alles Gut’s bereit,
und weil wir das noch haben,
so laßt uns solch’s gebrauchen recht,
daß wir dieselben b’halten schlecht
und danken Gott dem Herren.

11. Gott Vater, Sohn, Heiligem Geist
sei Lob und Ehr von Herzen,
geb’ uns sein Wort am allermeist’,
still aller Seelen Schmerzen,
er ist doch unser Stärk’ und Gott
und unser Hort in aller Not,
wer solches glaubt sprech’ Amen.