Bartholomäus Helder – Gleichwie ein Hirschlein mit Begierd

1. Gleichwie ein Hirschlein mit Begierd
Schreiet nach frischem Wasser,
Wenns hin und her gejaget wird
Durch wüste Berg und Straßen,
Also auch meine Seel in mir
Dürstet und schreit, Herr Gott, nach dir
Mit sehnlichem Verlangen.

2. Ach Herr, mein Gott und Zuversicht,
Wann wirds einmal geschehen,
Daß ich dein gnädig Angesicht
Mög schauen und ansehen?
Gib an mein Elend, Angst und Not,
Laß mich nicht sein der Feinde Spott,
Errette meine Seele.

3. Der Feinde Trotzen kränket mich
Zu Tag und Nacht im Herzen;
Gott wird mich aber lassen nicht,
Mich wiederum ergetzen.
Ich will in seiner Kirch und Gmein
Hingehn und lobn den Namen sein,
Das ist mein höchste Freude.

4. Was magst du denn betrüben dich,
Mein aller liebste Seele?
Trau Gott, dem Herren, inniglich,
Was darfst du dich selbst quälen?
Er wird dir helfen gnädiglich,
Du wirst erfinden sichtbarlich,
Ich werd ihm ewig danken.

Quelle: Hymns of the 1912 Lutheran Hymnal for Church, School and Home Evangelical Lutheran Synod of Wisconsin and other States

Ernst Stockmann – Gott, der wirds wohl machen

1. Gott, der wirds wohl machen,
Dem ich meine Sachen
Allzeit heimgestellt,
Er hat mich erkoren,
Eh ich noch geboren
Bin in diese Welt,
Hat mir auch
Nach seinem Brauch,
Was vonnöten, stets gegeben
Hier in diesem Leben.

2. Gott, der wirds wohl machen,
Der mir manches Lachen,
Freud und Lust geschenkt,
Der mich nie vergessen,
Der mit Kleid und Essen
Täglich mich bedenkt.
Auch wenn fast
Des Kreuzes Last
Seine Lieben ziemlich drücket,
Hat er mich erquicket.

3. Gott, der wirds wohl machen,
Laß das Wetter krachen
Und die Stürme gehn;
Wenn mit großem Grausen
Alle Wellen brausen,
Will er bei dir stehn.
Jonas lag
Im dritten Tag;
Schlägt dich Unglück gleich darnieder,
Gott erhebt dich wieder.

4. Gott, der wirds wohl machen,
Er wird selber wachen
Über deiner Not;
Wenn du willst verzagen
Ganz in deinen Plagen,
Ist der fromme Gott
Auf der Bahn
Und nimmt dich an,
Dann verstäubt die Angst geschwinde
Wie der Rauch vom Winde.

5. Gott, der wirds wohl machen,
Mächtig in den Schwachen
Ist er allezeit;
Wem hats je gefehlet,
Der ihn hat erwählet
Zum Trost in dem Leid?
Drum, mein Herz,
Vergiß den Schmerz,
Alles steht in seinen Händen,
Gott kann alles wenden.

6. Gott, der wirds wohl machen,
Wenn des Todes Rachen
Gleich ist aufgetan;
Wenn die Lebensjahre
Liegen auf der Bahre,
Führt er himmelan.
Dieser Bund
Hat seinen Grund:
Die gelebt und leben werden,
Kommen in die Erden.

7. Gott, der wirds wohl machen,
Der den alten Drachen
Dämpfte ritterlich.
Führt er gleich die Seinen
Über Stock und Steinen
Vielmal wunderlich,
Wie bereit
Zu Freud und Leid,
Gott befiehl nur deine Sachen,
Gott, der wirds wohl machen.

Quelle: Hymns of the 1912 Lutheran Hymnal for Church, School and Home Evangelical Lutheran Synod of Wisconsin and other States

Heinrich Arnold Stockfleth – Wunderanfang, herrlichs Ende

1. Wunderanfang, herrlichs Ende,
Wo die wunderweisen Hände
Gottes führen ein und aus.
Wunderweislich ist sein Raten,
Wunderherrlich seine Taten,
Und du sprichst: Wo wills hinaus?

2. Denke doch, es muß so gehen,
Was Gott weislich heißt geschehen,
Ihm und dir zur Herrlichkeit;
Ob der Anfang seltsam scheinet,
Ist das End doch gut gemeinet,
Friede folget nach dem Streit.

3. Gottes Weg ist in den Flüssen
Und in großen Wassergüssen,
Und du spürst nicht seinen Fuß,
So auch in dem Meer der Sorgen
Hält Gott seinen Pfad verborgen,
Daß man nach ihm suchen muß.

4. In den unerforschten Gründen,
Wo nur tiefer Schlamm zu finden,
Im Angst-, Kreuz- und Todesmeer
Sieht man oft die Christen schwimmen
Und in tiefster Not sich krümmen,
Als ob’s schon verloren wär.

5. Kein Besinnen kann ersinnen,
Wo man könne Hilf gewinnen,
Die Vernunft ist hier zu blind,
Ihre halbgebrochne Augen
Nicht in das Verborgne taugen,
Dem sie allzu blöde sind.

6. Weil Gott im Verborgnen wohnet
Und sein Reich im Glauben thronet,
Da man glaubt, ob man nicht sieht,
Bleibt unnütze unser Sorgen;
Wer nicht trauen will auf morgen,
Dem auch keine Hilfe blüht.

7. Gott muß man in allen Sachen,
Weil er alles wohl kann machen,
End und Anfang geben frei,
Er wird, was er angefangen,
Lassen so ein End erlangen,
Daß es wunderherrlich sei.

8. Sehet er mit dir im Schrecken
Durch die Dornen, durch die Hecken,
Über Stock und über Stein,
Berg und Tal und Felsenklüften,
Feuer, Wasser und in Lüften
Und, was mehr kann schrecklich sein,

9. So laß dir doch nimmer grauen,
Lerne deinem Gott vertrauen,
Sei getrost und gutes Muts.
Er fürwahr es wird es führen,
Daß du’s wirst am Ende spüren,
Wie er dir tut lauter Guts.

10. Du wirst an den Fingern zählen
Und nicht vor der Welt verhehlen,
Was die blinde Welt nicht kennt.
Er wird dir dein Kreuz versüßen,
Daß du wirst bekennen müssen;
Wunderanfang, herrlichs End.

Quelle: Hymns of the 1912 Lutheran Hymnal for Church, School and Home Evangelical Lutheran Synod of Wisconsin and other States

Christian Runge – Der Herr hat alles wohl gemacht

1) Der Herr hat alles wohl gemacht,
Er wird nichts böse machen;
Dies, fromme Seele, wohl betracht
In allen deinen Sachen;
In Leid und Freud, in Gnüg und Not
In Krankheit, Jammer, Kreuz und Tod,
In Kummer, Angst und Schmerzen,
Das glaub, o Herz, von Herzen.

2) Der Herr hat alles wohl gemacht,
Noch eh er uns geschaffen.
Er hat uns mit dem Heil bedacht,
Das einzig unser Waffen,
Ja unser Schild und Rettung ist;
Er hat uns vor der Zeit erkiest;
Eh man die Sterne zählet,
Da hat er uns erwählet.

3) Der Herr hat alles wohl gemacht,
Dies rühme, wer es höret,
Als er uns hat hervorgebracht
Und gnadenvoll gemehret;
Da er das menschliche Geschlecht
Gesegnet, daß auch Früchte brächt
Das Erdreich und, was drinnen
Begriffen wird mit Sinnen.

4) Der Herr hat alles wohl gemacht;
Obschon der Mensch gefallen,
Da hatt er dennoch fleißig acht
Auf ihn und auf uns allen.
Er rief und ruft noch mich und dich
Aus lauter Lieb und sehnet sich
In seiner süßen Flammen
Nach uns hier all zusammen.

5) Der Herr hat alles wohl gemacht,
Der uns sein Wort gegeben,
Davon oft unser Herze lacht.
Wenn wir in Ängsten schweben,
Da ist er unsre Zuversicht;
Er tröstet uns und läßt uns nicht
In allen unsern Nöten,
Und sollt er uns gleich töten.

6) Der Herr hat alles wohl gemacht,
Da er für uns gestorben,
Uns Heil und Segen wiederbracht
Und durch sein Blut erworben.
Was willst du mehr, betrübter Geist?
Komm her, schau hier, was Lieben heißt.
Sollt der nicht alls dir geben,
Der für dich gibt sein Leben?

7) Der Herr hat alles wohl gemacht,
Da er vom Tod erstanden
Und aus ganz eigner Kraft und Macht
Uns von der Höllen Banden
Und ihren Rotten hat befreit,
Daß unser Ruf schallt weit und breit:
Wo ist der Sieg der Höllen
Und ihrer Mitgesellen?

8) Der Herr hat alles wohl gemacht,
Da er ist aufgefahren
Gen Himmel, wo ein Herz hintracht,
Das Trübsal hat erfahren.
Er hat die Stätt uns da bereit,
Da wir nach dieser kurzen Zeit
In Freuden sollen schweben
Und ewig mit ihm leben.

9) Der Herr hat alles wohl gemacht,
Wenn seinen Geist er sendet
Zu uns herab, der uns bewacht
Und unsre Herzen wendet
Von dieser Welt zu Gott hinauf,
Auf daß wir endlich unsern Lauf
Ganz seliglich vollziehen,
Wenn wir von hinnen fliehen.

10) Der Herr hat alles wohl gemacht,
Auch wenn er uns betrübet,
Wenn uns die finstre Kreuzesnacht
Befällt und allzeit übet
In Kreuz und Widerwärtigkeit,
In Angst und Trübsal und in Leid,
Wenn er uns stärkt im Glauben,
Den niemand uns kann rauben.

11) Der Herr hat alles wohl gemacht,
Wenn er in Lieb und Treue
Noch immerfort an uns gedacht
Und macht uns wieder neue,
Wenn er den alten Menschen bricht
Und die verkehrten Wege nicht
Nach seinem frommen Willen,
Daß wir den einst erfüllen.

12) Der Herr hat alles wohl gemacht,
Wenn er wird wiederkommen,
Und obgleich alles bricht und kracht,
Wird er doch seine Frommen
Zu sich aufziehen in die Höh
Und retten sie von allem Weh,
Da wir und sie erhoben
Ihn ewig werden loben.

13) Der Herr hat alles wohl gemacht;
Es wird kein Sinn erreichen
Hier seines Ruhmes große Pracht,
Er muß zurücke weichen
Und rufen aus mit voller Macht:
Der Herr hat alles wohl gemacht,
Dafür wir hier und oben
Ihn billig ewig loben.

14) Nun er hat alles wohl gemacht,
Er wird nichts böse machen.
Er träget dich gar sanft und sacht,
Darum in deinen Sachen,
In Freud und Leid, in Gnüg und Not,
In Krankheit, Jammer, Kreuz und Tod,
In Kummer, Angst und Schmerzen
Gib ihm Lob, Dank von Herzen.

Quelle: Hymns of the 1912 Lutheran Hymnal for Church, School and Home Evangelical Lutheran Synod of Wisconsin and other States

Johann Anastasius Freylinghausen – Monarche aller Ding

1) Monarche aller Ding,
Dem alle Seraphinen
Voll Ehrerbietigkeit
Uns tiefster Demut dienen,
Laß dein erhabnes Angesicht
Zu meiner Armut sein gericht.

2) Du bist die Majestät
Der höchsten Majestäten,
An deinem Glanze muß
All Glanz und Pracht erröten.
Doch bitt ich, zürne nicht mit mir,
Daß ich, der Staub, mich nah zu dir.

3) Du sprichst: Kommt her zu mir,
Laßt euch nur nichts erschrecken,
Ich will die Majestät
Mit Vaterliebe decken.
Drum komm ich auch zu meinem Teil,
Von dir zu singen, schönstes Heil.

4) Du bist das A und O,
Der Anfang und das Ende.
Hilf, daß mein Herz zu dir,
Dem Anfang, stets sich wende,
Und ich in allem, was ich tu,
In dir als meinem Ende ruh.

5) Du bist das große Licht,
Dein Licht geht niemals unter,
Der kleinste Strahl von dir
Macht Leib und Seele munter.
O daß in deiner Heiterkeit
Erstürbe meine Dunkelheit.

6) Du bist die Liebe selbst,
Die lauter Liebe quillet,
Die aller Engel Herz
Mit Lust und Lieb erfüllet.
O Lieb, ergieß dich auch in mich,
Daß ich als Liebe schmecke dich.

7) Du bist die Lebenskraft,
Durch die sich alles reget,
Was sich zum Guten nur
In eigner Art beweget.
O daß dein Leben meinen Tod
Verschlänge ganz samt aller Not.

8) Du bist das höchste Gut,
Nur du bist gut zu nennen.
O laß mich außer dir
Kein ander Gut erkennen,
Mach aber meinen Sinn und Mut
Durch dich und dein Erbarmen gut.

9) So soll mein alles dich
Mit Ruhm und Preis erheben,
Ja ich will selbst mich dir
Zum ganzen Opfer geben,
Und du wirst auch mit Lust in mir
Dein Bild erblicken für und für.

10) Ehr sei dir, großer Gott,
Du Herr der Himmelsheere,
Es jauchzen ewig dir
Der Selgen Jubelchöre;
Ich jauchze mit schon auf der Erd,
Bis ich ein Himmelserbe werd.

Quelle: Hymns of the 1912 Lutheran Hymnal for Church, School and Home Evangelical Lutheran Synod of Wisconsin and other States

Johann Scheffler – Tritt her, o Seel, und dank dem Herrn

1) Tritt her, o Seel, und dank dem Herrn
Für seine tausend Gaben,
Mit denen er dich frei und gern
Geziert hat und erhaben.

2) Er hat aus nichts dich hergebracht,
Wies seiner Huld gefallen,
Zu seinem Bilde dich gemacht,
Dich ausgeschmückt vor allen.

3) Für dich hat er die ganze Welt
Erschaffen und erbauet,
Für dich ist sie so wohl bestellt
Und, was man drinnen schauet.

4) Er gibt den eignen Sohn für dich,
Er liebt dich wie sein Leben
Und will sich endlich ewiglich
Dir schenken und ergeben.

5) Er hat gar seines Herzens Blut
Für deine Schuld vergossen
Uns dich von Banden und der Glut
Der Höllen losgeschlossen.

6) Drauf hat er dich zum Kind und Sohn
Als Vater angenommen
Und will, daß du auf seinen Thron
Sollst ewger Erbe kommen.

7) Drum dank, o Seele, dank dem Herrn
Für seine tausend Gaben,
Mit denen er dich frei und gern
Geziert hat und erhaben.

Quelle: Hymns of the 1912 Lutheran Hymnal for Church, School and Home Evangelical Lutheran Synod of Wisconsin and other States

Ehrenfried Liebich – Gott ist getreu

1) Gott ist getreu, sein Herz, sein Vaterherz
Verläßt die Seinen nie;
Gott ist getreu, im Wohlsein und im Schmerz
Erfreut und trägt er sie.
Mich decket seiner Allmacht Flügel;
Stürzt ein, ihr Berge, fallt ihr Hügel,
Gott ist getreu.

2) Gott ist getreu, er ist mein treuster Freund.
Dies weiß, dies hoff ich fest;
Ich weiß gewiß, daß er mich keinen Feind
Zu hart versuchen läßt.
Er stärket mich nach seinem Bunde
In meiner Prüfung trübsten Stunde.
Gott ist getreu.

3) Gott ist getreu, er tut, was er verheißt.
Er sendet mir sein Licht;
Wenn dieses mir den Weg zum Leben weist,
So irr und gleit ich nicht.
Gott ist kein Mensch, er kann nicht lügen,
Sein Wort der Wahrheit kann nicht trügen.
Gott ist getreu.

4) Gott ist getreu, er handelt väterlich
Und, was er tut, ist gut;
Die Trübsal auch; mein Vater bessert mich
Durch alles, was er tut.
Die Trübsal gibt Geduld und Stärke
Zum Fleiß in jedem guten Werke.
Gott ist getreu.

5) Gott ist getreu, er hat uns selbst befreit
Von unsrer Sündennot
Durch seinen Sohn, durch dessen Heiligkeit
Und blutgen Opfertod.
Damit wir möchten nicht verderben,
Ließ er den Eingebornen sterben.
Gott ist getreu.

6) Gott ist getreu, er, des ich ewig bin,
Sorgt für mein ewig Wohl,
Er rufet mich zu seinem Himmel hin,
Will, daß ich leben soll,
Er reinigt mich von allen Sünden
Und läßt mich Trost durch Christum finden.
Gott ist getreu.

7) Gott ist getreu, stets hat sein Vaterblick
Auf seine Kinder acht,
Er siehts mit Lust, auch wenn ein irdisch Glück
Sie froh und dankbar macht.
Was uns zu schwer wird, hilft er tragen,
Und endlich stillt er alle Klagen.
Gott ist getreu.

8) Gott ist getreu, mein Herz, was fehlt dir noch,
Dich Gottes stets zu freun?
Sei Gott getreu, und fürchte nichts, mag doch
Die Welt voll Falschheit sein.
Selbst falscher Brüder Neid und Tücke
Gereicht am Ende mir zum Glücke.
Gott ist getreu.

9) Gott ist getreu, vergiß, o Seel, es nicht,
Wie zärtlich treu er ist.
Gott treu zu sein, sei deine liebste Pflicht,
Weil du so wert ihm bist;
Halt fest an Gott, sei treu im Glauben;
Laß nichts den starken Trost dir rauben:
Gott ist getreu.

Quelle: Hymns of the 1912 Lutheran Hymnal for Church, School and Home Evangelical Lutheran Synod of Wisconsin and other States

Johann Friedrich Ruopp – Schwing dich auf, mein ganz Gemüte

1) Schwing dich auf, mein ganz Gemüte,
Und geh in den Himmel ein,
Denn es muß des Höchsten Güte
Hier und dort gepriesen sein.
Mit viel tausend tausendmalen
Kann ich ihm das nicht bezahlen,
Was er mir durch Rat uns Tat
Lebenslang erwiesen hat.

2) Herr Gott Vater, lauter Segen
Trieft von deiner milden Hand,
Den du mir auf meinen Wegen
Überall hast zugewandt;
Aus wie viel Bekümmernissen
Hast du mich, mein Gott, gerissen!
Tausend tausendmal sei dir,
Treuer Vater, Dank dafür.

3) O Herr Jesu, Heil und Leben
Ist in deinem Blute mein.
Alle Sünden sind vergeben,
Und ich bin gerecht und rein.
Ja du willst in meiner Seelen
Dir sogar die Wohnung wählen;
Tausend tausendmal sei dir,
Liebster Heiland, Dank dafür.

4) Heilger Geist, an deinen Gaben
Lässest du es mangeln nicht;
Und was wollt ich Größers haben
Als dies gnadenvolle Licht,
Daß ich weiß, an wen ich gläube
Und ein Gotteskind verbleibe;
Tausend tausendmal sei dir,
Werter Tröster, Dank dafür.

5) Ach, daß alle meine Glieder
Lauter Zeugen möchten sein,
Daß ich mich durch Lobelieder
Könnte recht in Gott erfreun,
Und daß lauter Preis und Ehre
Mein beständig Opfer wäre,
Das ihm würde Tag und Nacht
Tausend tausendmal gebracht.

6) Doch du wirst ein schwaches Lallen,
O Gott Vater, Sohn und Geist,
Dir auch lassen wohlgefallen,
Das dich hier auf Erden preist,
Bis ich dich im Himmel oben
Mit den Engeln werde loben;
Ja da lob und preis ich dich
Ohn Aufhören ewiglich.

Quelle: Hymns of the 1912 Lutheran Hymnal for Church, School and Home Evangelical Lutheran Synod of Wisconsin and other States

Johann Peter Uz – Gott ist die Liebe selbst

1) Gott ist die Liebe selbst,
Von dem die Liebesgaben
Als aus dem reinsten Quell
Den ersten Ursprung haben;
Der bleibet fest in Gott,
Wer in der Liebe bleibt,
Und welchen keine Macht
Aus Jesu Wunden treibt.

2) Der Vater liebt die Welt,
Sein väterlich Erbarmen
Schickt den geliebten Sohn
Zu uns verlaßnen Armen,
Und dieser liebet uns,
Drum scheut er keine Not,
Er träget williglich
Sogar den Kreuzestod.

3) Wie reiche Ströme sind
Von dieser Huld geflossen!
Die Liebe Gottes ist
In unser Herz gegossen,
Der werte Heilge Geist
Nimmt selbst die Seele ein,
So daß wir nun sein Haus
Und Tempel worden sein.

4) Nun wer den Heiland liebt,
Der hält sein Wort in Ehren,
Und so verspricht der Herr,
Bei ihm selbst einzukehren;
Was muß für Freud und Lust,
Die göttlich ist, entstehn,
Wenn Vater, Sohn und Geist
In eine Seele gehn!

5) Gott Heilger Geist, lehr uns
Die Liebe Jesu kennen,
Laß unsre Herzen stets
In reiner Liebe brennen,
Und endlich führ uns dort
In jenes Leben ein,
Wo unsre Liebe wird
In dir vollkommen sein.

Quelle: Hymns of the 1912 Lutheran Hymnal for Church, School and Home Evangelical Lutheran Synod of Wisconsin and other States

L. A. Gotter – O Gott, wir ehren deine Macht

1) Gott, wir ehren deine Macht
Und Gnade zu uns Armen,
Nach welcher du uns wert geacht,
Dich unser zu erbarmen;
Wir sind voll Sünde, du voll Gnad,
Wir tot, du bist das Leben
Und hast nach deinem Gnadenrat
Dich uns zu eigen geben,
O Abgrund aller Liebe.

2) Wir beten dich als Vater an,
Du liebest uns als Kinder,
So hast du dich ja kund getan
Zum Trost der armen Sünder;
Dein Zorn weicht deiner Lieb und Huld,
Dein väterlich Gemüte
Ist voll Erbarmen, voll Geduld,
Voll Langmut, Treu und Güte,
O liebreich Vaterherze.

3) O Jesu, teurer Gottessohn,
Du Licht vom wahren Lichte,
Vor dir, dem rechten Gnadenthron,
Wird Sünd und Tod zu nichte;
Du bist der Grund zur Seligkeit,
Worauf wir Arme hoffen,
Dein Gnadenbrunn steht allezeit
Für unsre Seelen offen,
Du Ausfluß alles Segens.

4) O Geist der Gnaden, wahrer Gott,
Komm, steure dem Verderben,
Laß uns durch Christi Kreuzestod
Der Welt und uns absterben;
Ja schlag das ganze Höllenreich
In unsrer Seel darnieder,
Damit wir Jesu Christo gleich
Und seines Leibes Glieder
Durch deine Gnade bleiben.

5) So ehren wir in einem Thron
Dich, unsern Gott und Vater,
Samt Christo, deinem lieben Sohn,
Als unserm Heilserstatter
Und Gott, den werten Heilgen Geist
Von gleicher Macht und Wesen;
Hilf, der du dreimal heilig heißt,
Daß wir in dir genesen
Und dich dort ewig loben.

Quelle: Hymns of the 1912 Lutheran Hymnal for Church, School and Home Evangelical Lutheran Synod of Wisconsin and other States