Johann Franck – Jesaiä 63.

In seiner eignen Weise.

Wer ist der, dessen heller Schein
Von Edom wird erblicket,
Der dort von Bazra tritt herein,
Mit Kleidern schön geschmücket?
Mit Kleidern, deren Glanz und Pracht
Wird rotem Purpur gleich geacht’t;
Wer ist’s, der so mit Prangen,
Als wie ein Held,
Kommt über Feld
In großem Schmuck gegangen?

2. Ich bin es, ich, o lieben Leut‘,
Ich bin es, den ihr ehret;
Ich bin es, der Gerechtigkeit
Allhier auf Erden lehret.
Ich, der ich über Sternen hin
Den Stuhl setz und ein Meister bin
Von übergroßen Taten;
Ja, der da weiß
Dem Erdenkreis
zu helfen und zu raten.

3. Mein Heiland, ach, der großen Not!
O weh, du Herr der Zeiten!
Ach wie ist dein Gewand so rot,
Ach was soll das bedeuten?
Ach, ach, wie ist Dein Kleid besprengt
Und gar mit Blute durchgemengt!
O Hoffnung unsrer Väter,
Wie bist du itzt1jetzt
Mit Most bespritzt,
Gleich einem Keltertreter!

4. Ja, recht, ich bin es ganz allein,
Der ich die Kelter trete,
In allem Volk wird keiner sein,
Der dieses mir nachtäte.
Drum hab‘ ich sie in meinem Grimm
Gekeltert und mit Ungestüm
Den Most umher gespritzet,
Mit solcher Kraft,
Dass auch der Saft
Mir hat mein Kleid beschmützet.

5. Dank hab‘, o Jesu, für die Last,
Dank habe für das Höhnen,
Das du für uns erduldet hast,
Mit Gott uns zu versöhnen.
Dank habe für dein teures Blut,
Das Du vergossen uns zu gut.
Ach, lass doch Deine Schmerzen
Und deine Pein
Nicht kraftlos sein,
Gib bußfertige Herzen.

Johann Franck – Jesaiä 53, 4 – 7.

Weise: Gott ist mein Trost und Zuversicht.

Ach ja, fürwahr, Er, der Herr Christ,
Nahm unsre Not zu Herzen,
Und ob er wahrer Gott gleich ist,
Noch trug er unsre Schmerzen,
Die Krankheit, die da mich und dich,
O Mensch, so pflegt zu plagen,
Die nahm der Heiland über sich
An unsrer Statt zu tragen.

2. Wir aber waren so erbost1böse,
Dass wir uns selbst nicht fühlten,
Und diesen unsern Seelentrost
Für einen Sünder hielten,
Den Gott um eigner Missetat
So martert und so schlüge,
Ja der mit Recht verdienet hat,
Dass er das Kreuztod trüge.

3. Ach, aber nein, der traute Herr
Musst unsertwegen büßen,
Wir, wir, wir kamen ihm so schwer,
Dass er sein Blut ließ fließen.
Ach, unsre Sünd‘ hat ihn betrübt,
Dass er muss schmerzlich klagen;
Die Missetat, die wir verübt,
Die, die hat ihn geschlagen.

4. Die Strafe, die uns war bereit,
Die liegt auf seinem Rücken,
Dass wir nur möchten sein befreit,
Lässt er sich gern bestricken.
Er wagt sich williglich in Not,
Damit wir Fried‘ erwerben,
Durch seine Wunden muss der Tod
In allen Menschen sterben.

5. Wir gingen in der Irr‘ herum,
Ein Jeder, wo er wollte,
Und waren gleich den Schafen dumm,
Kein Mensch ging, wo er sollte.
Dies Elend hat zu solcher Huld
Den großen Gott beweget,
Dass er all‘ unsre Sündenschuld
Auf Jesum hat geleget.

6. Ja, dieser unsere Heiles Grund
War von so sanften Lippen,
So dass er auch durch seinen Mund
Kein Wörtlein ließ entschlüpfen;
Indem auf unerhörte Art,
Er, der doch nichts verschuldet,
Gemartert und gepeinigt ward,
Hat er es gern erduldet.

7. Wie sich ein Lamm geduldig beugt,
Wenn es zur Schlachtbank gehet,
Und wie ein Schäflein stille schweigt
Das vor dem Scherer stehet:
So gleichfalls ließ für mich und dich
Der Heiland sich gern fangen,
Und ist zum Tode williglich
An unsrer Statt gegangen.

8. Wir danken dir, du treues Herz,
Herr Christ, für deine Beulen,
Und bitten: deiner Wunden Schmerz
Mög‘ unsre Wunden Heilen;
Die Schmach, die du erlitten hast,
Müss uns zu Ehren heben:
Dein‘ Angst sei unsre Ruh und Rast,
Dein Lob sei unser Leben.

Johann Franck – Auf Mariä Verkündigung.

Eigne Weise.
Oder: Ihr Gestirn‘, ihr hohlen Lüfte.

Heut ist uns der Tag erschienen,
Worauf Adam schon so oft,
Wie auch Jacob und samt ihnen
Aller Väter Schar gehofft;
Dran sich Abraham erquicket,
Als er ihn im Geist erblicket.

2. O des Tages voller Wonne!
Und dem sonst kein Tag nicht gleicht,
Weil von Anbeginn die Sonne
Hat um dieses Rund geleucht’t.
O der viel gewünschten Stunden,
Die sich nunmehr eingefunden!

3. O du Anfang unsrer Freuden,
Sei gegrüßt, gewünschtes Licht!
Als mit dem uns armen Heiden
Jetzt ein neuer Trost anbricht,
Und vor welchem wir indessen
Stets in lauter Nacht gesessen.

4. Nunmehr trieft ein Heilesregen
Oben durch den Himmel ab,
Auch die Wolken schütten Segen
Und Gerechtigkeit herab.
Gott, der Herr kommt selbst auf Erden
Und beginnt ein Mensch zu werden.

5. Nunmehr wird die höchste Höhe
Mit dem tiefsten Tal vereint,
Ehre nimmt die Schmach zur Ehe,
Allmacht wird der Schwachheit Freund;
Herrlichkeit kommt zu uns Armen
Und aus Rache wird Erbarmen.

6. Jungfrau – Mutter, Keuschheit selber,
Du gebenedeites Weib,
Für die hohen Sterngewölber
Wird dein unbefleckter Leib
Heut zum Gottesthron erlesen,
Du empfängst ein ewig Wesen.

7. Er, der Vater, wird zum Kinde,
Tochter, du musst Mutter sein,
Selbst das Heil wird hier zur Sünde,
Du empfängst und bleibst doch rein.
Jungfrau bleiben, schwanger gehen
Kann allhier beisammen stehen.

8. O Geheimnis, dessen gleichen
Man auf Erden nie gesehn!
Dieses ist ein Wunderzeichen,
Das von Gott heut ist geschehn,
Welches kein vernünftig Sinnen
Kann begreifen noch gewinnen.

9. Vater und doch Kind daneben,
Unser Bruder, Fleisch und Blut,
Ach, was können wir dir geben
Für dies allzugroße Gut?
Hilf, dass wir mit Herz und Sinnen
Geistlich dich empfangen können.

Johann Franck – Auf Mariä Reinigung.

Eigne Weise.
Oder: Lobet Gott, unsern Herren.

Herr Jesu, Licht der Heiden,
Der Frommen Schatz und Lieb‘,
Wir kommen jetzt mit Freuden,
Durch deines Geistes Trieb,
In diesen deinen Tempel,
Und suchen mit Begier,
Nach Simeons Exempel,
Dich großen Gott allhier.

2. Du wirst von uns gefunden,
O Herr, an jedem Ort,
Dahin du dich verbunden
Durch dein Verheißungswort.
Vergönnst noch heut zu Tage,
Dass man dich gleicher Weis‘
Auf Glaubensarmen trage,
Wie hier der alte Greis.

3. Sei unser Glanz in Wonne,
Ein helles Licht in Pein,
In Schrecken unsre Sonne,
Im Kreuz ein Gnadenschein;
In Zagheit Glut und Flamme,
In Not ein Freudenstrahl,
In Krankheit Arzt und Amme,
Ein Stern in Todesqual.

4. Herr, lass auch uns gelingen,
Dass jetzt, wie Simeon,
Ein jeder Christ kann singen
Den schönen Schwanenton:
Mir werden nun mit Frieden
Mein Augen zugedrückt,
Nachdem ich schon hienieden
Den Heiland hab‘ erblickt.

5. Ja, ja, ich hab‘ im Glauben,
Mein Jesu, dich geschaut,
Kein Feind kann dich mir rauben,
Wie heftig er auch draut1droht.
Ich wohn‘ in Deinem Herzen
Und in dem meinen du,
Uns scheiden keine Schmerzen,
Kein‘ Angst, kein Tod dazu.

6. Hier blickst du zwar zuweilen
So scheel und schwül mich an,
Dass oft vor Angst und Heulen
Ich dich nicht kennen kann.
Dort aber wird’s geschehen,
Dass ich von Angesicht
zu Angesicht soll sehen
Dein immer klares Licht.

Johann Franck – Auf die Erscheinung Christi.

Weise: Ihr Gestirn‘, ihr hohlen Lüfte.

Jauchze Tyrus, Saba lache,
Freue Dich, du Heidenschaft!
Du betrübtes Volk erwache
Und empfinde neue Kraft!
Denn des Herren Glanz und Prangen
Ist in dir jetzt aufgegangen.

2. Denen, die den Götzen dienen,
Und dem Volk der Finsternis
Ist ein großes Licht erschienen.
Nun sind wir, Gott Lob! gewiss,
Dass uns Niemand kann verdammen,
Sem und Japhet wohnt beisammen.

3. Heute geht uns armen Heiden
Ein Gestirn in Jacob auf,
Drum so tragen wir mit Freuden
Unser Opfer jetzt zu Hauf,
Sind ganz fertig, samt den Weisen
Unser Jesulein zu preisen.

4. Nimm doch, Jesu, nimm die Gabe,
Nimm die schlechte Gabe hin,
Die ich dir bereitet habe
Und die ich, wie arm ich bin,
Hier in Japhet’s kleinen Hütten
Dir in deinen Schoß will schütten.

5. Ob zwar Weihrauch, Gold und Myrrhen
Ich dir jetzt nicht geben kann,
Ei so lass es sich nicht irren,
Siehe meinen Glauben an,
Dieser glänzet unverloschen;
Ach, nimm an den güldnen Groschen.

6. Weihrauch will ich dir gewähren,
Wenn ich bete, ruf und schrei.
Und die herben Myrrhenzähren
Der Geduld und Buß‘ und Reu.
Dieses ist nun das Geschenke,
Das ich dir zu opfern denke.

7. Jesu, lass es dir behagen,
Nimm doch, nimm für lieb und gut,
Was ich dir jetzt vorgetragen,
Gib mir neuen Geist und Mut,
Dass ich mag in allen Dingen
Dir ein reines Opfer bringen.

Johann Franck – Weihnachtslied.

In seiner eignen Weise.

Ihr Gestirn‘, ihr hohlen Lüfte,
Und du, lichtes Firmament;
Tiefes Rund, ihr dunkeln Klüfte,
Die der Wiederschall zertrennt:
Jauchzet fröhlich, lasst das Singen
Jetzt bis durch die Wolken dringen!

2. Aber du, o Mensch, vor allen
Hebe deine Stimm‘ empor,
Lass ein Freudenlied erschallen
Dort mit jenem Engelchor,
Das den Hirten auf der Weide
Heut verkündet große Freude.

3. Freude, Freud‘ in hohen Höhen,
Freude, Freud‘ im tiefen Tal!
Freud‘ und Wonne, wo wir gehen,
Freud‘ und Lachen ohne Zahl!
Freude, Freud‘ in unsern Toren:
Gott ist heut‘ ein Mensch geboren!

4. Bis willkommen, Heil der Erden,
Bis willkommen, Jesulein;
Dass wir möchten Herren werden,
Stellst du als ein Knecht dich ein.
Du verlässt die hohen Thronen
Und willst nun hier unten wohnen.

5. Bethlehem, uns wundert Alle,
Wie es immer zu mag gehn,
Dass in deinem kleinen Stalle
Kann der ganze Himmel stehn.
Hat denn nun der Sternen Menge
Raum in einer solchen Enge?

6. Den die Welt nicht kann umschließen,
Der die Winde hält im Zaum,
Der muss hier den Stau begrüßen
Und hat in der Krippen Raum;
Der dies ganze Rund erfüllet,
Liegt in Windeln eingehüllet.

7. Weil du denn die schlechten Hütten,
Jesu, nie verschmähet hast,
Ei, so lass dich doch erbitten,
Komm doch, komm, du edler Gast.
Vieh und nicht dich Herren, Herren
Soll man in den Stall versperren.

8. Komm, ich habe dir zur Wiegen
Schon ein Räumlein ausgesucht,
Drinnen sollst du sanfter liegen
Als in jener harten Bucht.
Komm, mein Herz das soll zum Besten,
So viel möglich, dich begästen.

9. Zwar ist solche Herzensstube
Wohl kein schöner Fürstensaal,
Sondern eine finstre Grube;
Doch sobald dein Gnadenstrahl
In demselben nur wird blinken,
Wird es voller Sonnen dünken.

Johann Franck – Erweitert eure Pforten.

Eigne Weise.
Oder: lobet Gott unsern Herren.

Erweitert eure Pforten,
Erhöht des Herzens Tor,
Und sucht aus allen Orten
Hier Gras, dort Blumen vor,
Die Straßen mit zu zieren,
Durch die der Herr soll ziehn,
Baut prächtige Ehrentüren,
Besteckt mit Wintergrün.

2. Wer ist, so fragt ein Jeder,
Wer ist der große Held,
Auf den jetzt hin und wieder
Der Einzug wird bestellt?
Er heißt, ihr sollts bald hören,
er heißet Zebaoth,
Er ist der Herr der Ehren
Und beides, Mensch und Gott.

3. Willkommen, großer König,
Willkommen Jesulein!
Mein Haus ist zwar zu wenig,
Mein Raum ist viel zu klein,
Dich, Herren, zu bewirten,
Doch weil du deinen Zug
Auch nimmst zu schlechten Hirten,
So ist hier Raum genug.

4. Lad‘ ab, vor meiner Treppen
Die schwere Kreuzeslast,
Die du pflegst mitzuschleppen,
Lad‘ ab, du lieber Gast.
Ist sie gleich schwer zu heben,
Jedoch bin ich verg’wisst,
Dass auch viel Trost daneben
In dieser Bürden ist.

5. Denn wenn du auf der Reise
Bei uns sollst kehren ein,
So müssen deiner Weise
Wir auch gewohnet sein.
Zwar, Fürsten zu begästen,
Gibt nicht geringe Müh‘;
Doch mehr sie uns belästen,
Je reicher zahlen sie.

6. Herr, wer allhier dich heget
Im Glauben und Geduld,
Wer deiner treulich, pfleget
Und trauet Deiner Huld:
Dem hast du schon versprochen
Das Haus der Ewigkeit,
Wird gleich allhier zerbrochen
Die Hütte dieser Zeit.

7. jetzt pflegst du einzukehren
Durchs Wort und Sakrament,
Und wirst durch Kreuzeszähren
An deinem Zug erkennt:
Dann aber wirst du kommen
Mit großer Pracht und Ruhm,
Und führen deine Frommen
In’s himmlisch‘ Eigentum.

Franck, Johann – Rorando coeli defluant.

(Aus dem Lateinischen des Joh. Campanus.)

Weise: Die helle Sonn‘ bricht jetzt herfür.

Ihr Himmel, tröpfelt Tau in Eil‘,
Ihr Wolken, regnet lauter Heil;
Nimm, Erde, wahr der Gnadenzeit
Und blühe von Gerechtigkeit.

2. Brich, Lebenssonne, durch die Luft,
Leucht‘ hitzig auf dies‘ Erbenkluft;
Die Berge stürzen schon in’s Grab
und schmelzen wie ein Wachs herab.

3. Komm, komm, O edler Kirchentau,
Befeuchte diese Trübsalsau;
Ach, setze den Verzug hintan
Und nimm das Fleisch des Menschen an.

4. Wir dorren, netz‘ uns am Gemüt,
Verbind‘ auch das verrenkte Glied;
Erlass uns Sündern unsre Schuld
Und schenk uns deine Himmelshuld.

5. Wie kommts? Die Nacht ist ohne Nacht;
Vielleicht, weil sich der Tag hermacht?
Ja, ja, die wahre Sonne scheint,
Indem sich Gott mit uns vereint.

Johann Franck – I. Advent.

Veni redemtor gentium.

Aus dem Lateinischen des h. Ambrosius.)

In seiner eignen Weise.
Oder: Von Adam her so lange Zeit.

1. Komm, Heiden- Heiland, Lösegeld,
Komm, schönste Lilie dieser Welt!
Lass abwärts flammen deinen Schein,
Denn so will Gott geboren sein.

2. Nicht von des Mannes Kraft und Lieb‘,
Ach nein, bloß durch des Geistes Trieb
Empfängt die keusche Jungfrau hier;
Es wohnt ein göttlich Heil in ihr.

3. O Wunder, das kein Mensch versteht,
Dass eine Jungfrau schwanger geht!
Der Leib wird schwer durch Gottes Kraft,
Doch unverletzt der Jungfrauschaft.

4. Komm an, dir steht der Keuschheit Thron
Schon offen, Jesu, Gottes Sohn,
Komm an, du zweigestammter Held,
Geh mutig durch dies Tal der Welt.

5. Du nahmest erdwärts Deinen Lauf
und stiegst auch wieder himmelauf,
Dein Abfahrt war zum Höllental,
Die Rückfahrt in den Sternensaal.

6. O höchster Fürst, dem Vater gleich,
Besieg‘ hier dieses Fleischesreich,
Denn unsres siechen Leibes Haft
Sehnt sich nach deiner Himmelskraft.

7. Es glänzet deiner Krippen Strahl,
Ein Licht leucht’t durch dies finstre Tal,
Es gibt die Nacht so hellen Schein,
Der da wird unverlöschlich sein.

Johann Frank – O komm, du milder Regen

O komm, du milder Regen,
Durchdringe meinen Sinn!
Komm, schütt auch deinen Segen
Auf alle Frommen hin!
laß deine Ströme fließen,
Denn wir sind matt und schwach;
Laß unser Herz begießen,
So wird der Frühling wach!

2. Du lehrst die Stummen reden,
Du gibst den Müden Kraft,
Freimüthigkeit den Blöden,
Den Thoren Wissenschaft,
Den Tiefbetrübten Wonne,
Den Kranken Arzenei,
Den Blinden Aug‘ und Sonne;
Du schaffest Alles neu!

3. Du kannst die Herzen lenken
In Einem Blick und Nu;
Wenn Menschen Arges denken,
So sprichst Du Nein dazu.
Du eilst, den Stolz zu brechen,
Machst seinen Rath zu Spott,
Daß jeder Mensch muß sprechen:
Seht, das thut unser Gott!

4. Wer still in Leid und Wehe
Zu Jesu Füßen sinkt,
Den hebst Du bald zur Höhe,
Wo Licht und Friede winkt;
Doch wer sich trotzig blähet
Im Schein des eignen Lichts,
Und Deine Kraft verschmähet,
Den machest Du zu Nichts.

5. Oft, wenn es mit den Deinen
Gar scheinet aus zu sein,
Und Christi Feinde meinen,
Sie herrschen nun allein;
Dann hilfst Du Gottes Kindern
Zum Siege wunderbar,
Und machst zu Ueberwindern,
Was schier zertreten war.

6. Wohlan! ich will Dir trauen,
Du werdest bei mir steh’n,
Und aller Feinde Grauen,
Vorüber lassen geh’n.
Scheint es um mich geschehen
In dieser argen Welt,
Dann laß die Allmacht sehen,
Die mich umfangen hält!