Selneccer, Nikolaus – Lied vor Tische.

Nach eigener Melodie.

Herr Christ, du wollest benedeyen,
Daß Speis und Trank uns wohl gedeyen.
Herr, segne uns und deine Gab,
Daß Seel und Leib sich wohl gehab.

2. O treuer Hirt Herr Jesu Christ,
Dein Wort stets unsre Weide ist,
Regier uns arme Schäfelein,
Laß uns, Herr, dir befohlen sein.

3. Der du der Seele giebst dein Wort,
Dem Leib die Speis, o treuer Hort,
Bau unser Land, sei unser Herr,
Den Glauben stärk, je mehr und mehr.

4. Vater unser im Himmelsthron,
Dein Nam sei heilig lobesan,
Dein Reich zukomm, dein Will zugleich
Auf Erd gescheh wie im Himmelreich.

5. Gieb uns heut unser täglich Brot,
Erlaß all Schuld, o treuer Gott,
Wie wir auch unsern Schuldigern,
Ihr Schuld und Fehl vergeben gern.

6. Führ uns nicht in Versuchung bös,
Von allem Uebel und erlös.
Dein ist die Kraft und Herrlichkeit,
Dein ist das Reich in Ewigkeit.

Selneccer, Nikolaus – Morgensegen.

Mel. Gelobet seist du Jesu Christ.

Gott Lob, der Tag ist nun herbei,
Vom Schlaf sind wir gewecket frei.
Gott hat uns bhüt fürs Teufels Macht
Durch sein Engel in dieser Nacht.
Kyrieleis.

2. Ach Gott, vergieb uns unsre Sünd,
Sei uns gnädig, gut, sanft und lind,
Dein Engel allzeit bei uns sei,
Wider der Teufel steh uns bei.
Kyrieleis.

3. All unsre Arbeit segne du,
Gieb und Geduld und Muth dazu,
Verleih uns ein rechten Verstand,
Regier uns selbst durch deine Hand.
Kyrieleis.

4. Laß uns auf deinem Wege gehn
Und allzeit fest darin bestehn.
Dein heilger Geist leit unser Herz,
Bhüt uns vor Angst und großem Schmerz.
Kyrieleis.

5. In Irrthum laß uns fallen nicht,
Wenn uns der böse Geist anficht.
Vor Sünd und Schand behüt uns Gott,
Und hilf uns frei aus aller Noth.
Kyrieleis.

6. Behüt uns Herr vor Trug und List,
Vor Wucher, Geiz, unrechtem Genieß,
Vor allem Vortheil und vor Tand,
Vor Hader, Zank, Neid, Spott und Schand.
Kyrieleis.

7. Hilf, daß wir dienen deiner Ehr
Und dich vor Augen haben mehr
Denn alle Welt, Nutz, Ehr und Gwalt,
So werden wir mit Ehren alt.
Kyrieleis.

8. Amen, zur Arbeit gehn wir hin,
Gott kennet unser Herz und Sinn.
Unser Werk, Arbeit, Treu und Fleiß
Gereich zu Gottes Lob und Preis.
Kyrieleis.

9. Weil wir denn so zur Arbeit gehn,
Herr Christ, wollst uns gnädig beistehn.
Bei unserm Schweiß dein Segen sei,
So werdn wir satt und sorgen frei.
Kyrieleis.

10. Laß dein Engel stets bei uns sein,
Die lieben schönen Geisterlein.
Kein Macht an uns der Satan hab,
Dein Engel ihn stets treiben ab.
Kyrieleis.

11. Amen singen wir abermal.
Herr Christ, behüt uns vor Unfall.
Gieb, daß wir dich stets rufen an,
So lang die Zung sich regen kann.
Kyrieleis.

Selneccer, Nikolaus – Eine andere Lebensregel.

Klag Gott dein Noth und schweig dazu,
Und hoff auf ihn, so hast du Ruh.
Willst du was andres fahen an,
So wiß, daß du nicht kannst bestahn.

2. Wenn dir auch was genommen ist,
Sei was es woll, mit Tück und List,
Und hats ein Andrer in der Hand,
So brauch kein unrecht Widerstand.

3. Sei stets geduldig und trau Gott,
Und schweige still in deiner Noth.
Rufe ihn an, erwart die Zeit,
Innerhalb thu das Dein und leid.

4. Wo du aber willst folgen nicht,
Sieh zu, dein Stand und Ehr verblicht,
Mit Schanden kommst in Unglück schwer
Und gehst davon mit Händen leer.

Selneccer, Nikolaus – Gebetlein, daß Christus wolle unser oberster Regent sein und bleiben.

Mel. Danket dem Herrn heut und allzeit.

Ohn dich gilt nichts, Herr Jesu Christ,
Ohn dich kein Ruh, kein Fried mehr ist,
Ohn dich ist alle Hoffnung aus,
Alls Unglück kommt zu Hof und Haus.

2. Wo du nicht selbst Regierer bist
Und stürzst des Satans Gewalt und List,
So sind wir nichts, vergehn allsammt
Und thun nichts Rechts in unserm Amt.

3. Darum hilf uns und steh uns bei,
Du allzeit unser Herzog sei.
Ach werd auch nun bald selbst der Herr,
Daß wir nicht Häupter bedürfen mehr.

4. Wenn du allein der Herr wirst sein,
Da wirds alles stehn wohl und fein.
Zermalm die Reiche dieser Welt,
Herr, es ist Zeit, wenn dirs gefällt.

5. Komm Jesu Christ, komm lieber Herr,
Nach dir steht all unser Begehr,
Der einig ewig Herr du bist,
Komm lieber Herr, komm Jesu Christ.

Selneccer, Nikolaus – Psalm 67.

Mel. Das sind die heilgen zehn Gebot.

Herr Gott, du wollst uns gnädig sein,
Laß uns leuchten der Gnaden Schein,
Gieb uns dein Segen väterlich,
Daß wir auf Erd erkennen dich.
Kyrieleis.

2. Dein Werk und Heil in allem Land
Bei allen Heiden werd bekannt,
Daß sie empfinden deine Gnad,
Und danken dir, o treuer Gott.
Kyrieleis.

3. All Völker nunmehr fröhlich sein
Ob solcher großen Güte dein,
Daß du auf Erden Richter bist
Durch unsern Herren Jesum Christ.
Kyrieleis.

4. So danken dir die Heiden all,
Daß du nach deinem Wohlgefalln
Dein Wort ihn reichlich geben hast,
Durchs Blut Seins Sohne sie all erlöst.
Kyrieleis.

5. Die Sünd läßt du nicht walten mehr,
Dein Wort bei uns geht freudig her.
Dein Wort ist unser Hut und Weid,
Das uns behüt für allem Leid.
Kyrieleis.

6. Darum das Land sein Gwächs auch giebt,
In Buß, Glauben und Lieb sich übt,
Und bringt viel Frucht und bessert sich,
Derhalb wir billig loben dich.
Kyrieleis.

7. Uns segne Gott der Vater werth,
Der Schöpfer Himmels und der Erd,
Sammt dir, o Heiland Jesu Christ,
Dein Geist segn uns zu aller Frist.
Kyrieleis.

Selneccer, Nikolaus – Um Erhaltung bei Gottes Wort.

Aus dem 84. Psalm.
Mel. Mensch, willst du leben seliglich.

Gleichwie sein Haus der Vogel baut,
Die Schwalbe auf ihr Nestlein schaut,
Also tracht ich nun ganz und gar,
Herr Jesu Christ nach deim Altar.
Kyrieleis.

2. Hilf mir, o Herr, durchs Jammerthal,
Gieb deinen Dienern überall,
Daß sie dein Brünnlein leiten recht,
Und wir behalten den Glauben schlecht.
Kyrieleis.

3. Viel besser ists in deiner Gemein
Der allergeringst und wenigst sein,
Denn sonst der herrlichst in der Welt,
Voll Reichthum, Glück, Ehr, Gut und Geld.
Kyrieleis.

4. Du bist der Herr, Licht, Sonn und Schild,
Giebst Gnad und Ehr, bist gut und mild.
Hilf Herr, den Glauben in uns mehr
Und unser Herz zu dir bekehr.
Kyrieleis.

5. Erhalt dein Kirch in allem Land,
Dein Nam sei überall bekannt.
Herr Christ, sei du das Fundament,
Gieb treue Lehrer bis ans End.
Kyrieleis.

6. Bleib bei uns gnädig, rett dein Ehr,
Erhalt dein Wort und heilsam Lehr.
Du hast doch all Gewalt und Macht,
Obgleich die Welt dein nicht viel acht.
Kyrieleis.

7. Was ist die Welt? Was ist ihr Kunst?
Was ihre Phantasei und Dunst?
Wer dein Wort hat, derselb besteht.
Gunst, Kunst, Trotz, Muth und Macht vergeht.
Kyrieleis.

8. Hilf, o Herr Christ, verbirg dich nicht.
Nach unsern Sünden uns nicht richt.
Denk wie kurz unser Leben sei.
Darum steh du uns allzeit bei.-
Kyrieleis.

9. Erhalt dein Kirch, eil zum Gericht.
Laß uns nun länger warten nicht.
Rett uns von aller Qual und Pein,
Und laß uns bei dir selig sein.
Kyrieleis.

10. Hilf uns recht gehn durchs rothe Meer
Und unsre Herzen zu dir kehr,
Daß wir entfliehn der Sünden Schand
Und kommen ins gelobte Land.
Kyrieleis.

Selneccer, Nikolaus – Von der christlichen Kirche.

Aus Psalm 87.
Mel. Es ist das Heil uns kommen her.

Sie ist bewahrt die feste Stadt,
Auf Gottes Berg gegründet.
Der Herr liebt sie mit Rath und That,
Niemand sie überwindet.
Das Volk und Kirche Christi gut
Ist stets in Gottes Huld und Hut.
Trotz, wer ihr könne schaden.

2. Der Herr die Thor zu Zion liebt
Mehr denn all Jakobs Hütten.
Herrliche Ding darein er giebt,
Thut seine Gnad ausschütten.
Sein Nam darin gepredigt wird,
Zurecht gebracht was ist verirrt,
Gotts Stadt ist voller Gnaden.

3. Die Heiden kommen viel dazu,
Die Juden nicht alleine.
Auf ganzer Erd ist jetzt gut Ruh,
In aller Sprach gemeine.
Das Evangelium streckt sich weit
In alle Land zu jeder Zeit.
Der Höchst thut selbst solch Wunder.

4. Geboren werden Kinder viel,
Die Gott nun recht erkennen.
Sie ehren Christum sanft und still
Und ihn den Heiland nennen.
Durch ihn werden sie selig all
Und kommen aus des Todes Qual,
Haben das ewig Leben.

5. Darum loben den Herren Gott
Wir all in Freud von Herzen
In seiner Kirch, in aller Noth,
Es sei Luft oder Schmerzen.
O Gott, wir danken dir o Herr
Für deine Gnad und heilsam Lehr
Durch deinen Sohn gegeben.

6. Amen, Amen singen wir all.
Gott bleib bei uns mit Gnaden.
Erhalt dein Wort mit Lobes Schall,
Kein Rott und Sect laß schaden.
All unser Sünd vergieb uns Herr,
Von wegen deines Namens Ehr,
Erlös vom Uebel.

Amen.

Ringwaldt, Bartholomäus – Zur Pestzeit.

Im Ton: Es ist das Heil uns kommen her.

1. Ach lieben Christen, trauret nicht,
Thut euch nicht so entsetzen,
Darum daß uns der Vater richt
Und etwas thut verletzen
Mit seiner väterlichen Ruth,
Die hin und wieder schleichen thut,
Genannt die Pestilenze.

2. Sie ist was schrecklich, das ist wahr,
Und thut uns fürchtig machen,
Daß unser Fleisch erzittert gar,
Als vor des Todes Rachen.
Aber gedenkt, mein‘ lieben Kind,
Daß noch viel schärfer Ruthen sind,
Die unser Gott kann brauchen.

3. Theurung ist ärger, denn die Pest,
Wie solches han erfahren,
Die an den Orten sind gewest,
Nämlich vor kurzen Jahren,
Da gar viel Menschen, jung und alt,
Mit großem Jammer mannigfalt
Vor Hunger sind verschmachtet.

4. Der Krieg verwüstet Leut und Land,
Thut alle Ding umkehren
Ohn alle Gnad mit Schwert und Brand,
Erbarm es Gott den Herren!
Da muß herhalten Mann und Weib
Und auch das Kind in Mutterleib,
Sammt andern, groß und kleine.

5. Kirch, Rathhaus, Schul, all Ehrbarkeit
Wird gar in Grund verstöret;
Da gilt kein Recht, wer leit(liegt), der leit,
Kein Flehen wird erhöret.
Schänden und Morden hat kein End,
Trübsal ist, wo man sich hinwendt:
O besser bald gestorben!

6. Und weil denn Gott der Vater gut
Von wegen unser Sünden
Uns noch genädig strafen thut
Mit seinen treuen Händen:
So seid zufried und bittet ihn,
Daß er uns nicht laß weiter hin
Was Aergers widerfahren.

7. Darum, ihr Christen, zaget nicht,
Halt Gott dem Vater stille,
Und wißt, was uns jetzund geschicht,
Sei sein verborgner Wille
Und sein beschlossner weiser Rath,
Dadurch er uns von böser That
Zur Bessrung will bewegen.

8. Gott weiß, was jedem nützlich sei,
Das Sterben oder Leben,
Das glaubet allzeit fest und frei
Und thut euch ihm ergeben.
Ohn seinen Willen nicht ein Haar
Die Pestilenz euch schwächen thar(darf),
Und wär sie noch so böse.

9. Wenn schon die Gift auf freiem Plan
Mit Grausamkeit herkäme
Und die in Eil zehntausend Mann
Zu deiner Rechten nähme,
So soll sie auf den Wegen dein
Dir dennoch nichtes schädlich sein,
Es wolls denn Christus haben.

10. Kein Sperling auf die Erde fällt
Daß es Gott nicht sollt wissen;
Wie gar viel mehr der HErr erhält
Die auf ihn sind geflissen,
Und für sie sieget Tag und Nacht,
Daß ihnen nichts wird beigebracht
Ohn seinen guten Willen.

11. Und ob bisweil ein Unfall groß
Ein Christen hoch betrübet,
So gibts ihm vor der Welt ein Stoß,
Die Gottes Werk nicht prüfet,
Aber vor Christi Angesicht
Ists köstlich und wol ausgericht
Zu seines Kindes Frommen.

12. Derhalben nicht so furchtsam seid,
Gott wird es nicht verderben;
Wir sind des HErren allezeit
Im Leben und im Sterben:
Wer sterben soll, fahr immer hin,
Ist doch der Tod unser Gewinn,
Christus ist unser Leben.

13. Hat doch ein Mensch kein Fried noch Ruh,
Dieweil er lebt auf Erden,
Bis daß er thu sein Augen zu,
Alsdann möchts besser werden;
Denn er ist von der harten Schlacht
Des bösen Feindes los gemacht
Und allem Leid entsprungen.

14. Darum so gebt euch willig drein,
Vertrauet Gott dem HErren.
Es muß einmal gestorben sein,
Was thut ihr euch viel wehren?
Wer heur(dies Jahr) einschläft hat frei zu Jahr,
Ist los von aller Sünd und Fahr
Und ruhet in dem HErren.

15. Thut Buß und schickt euch zu dem Tod,
Betet zu allen Stunden,
Und wißt, daß Christus Todesnoth
Am Kreuz hat überwunden.
Wer auf sein Leiden fest vertraut,
In Ewigkeit den Tod nicht schaut,
Und ist ein Kind des Lebens.

16. O Jesu Christ, wir bitten sehr:
Dich wieder zu uns wende,
Von wegen deines Namens Ehr
Dein Werk in uns vollende,
Daß wir dich mit gebeugtem Knie
Im Geist von Herzen loben hie
Und dort im Himmel.

Amen.

Ringwaldt, Bartholomäus – Der 91. Psalm.

Im Ton: Hilf Gott, wie geht das immer zu.

1. Wer unterm Schirm des Höchsten sitzt
Und bleibt in seinem Schatten,
Vor Aengsten er gar selten schwitzt,
Er ist sehr wol berathen,
Ganz fröhlich zu dem HErren spricht:
Du bist mein Burg und Zuversicht,
Mein Gott, auf den ich hoffe.

2. Er wird ihn retten von dem Strick
Des Jägers sammt den Hunden,
Die ihn wollen all Augenblick
An Leib und Seel verwunden.
Gott wird ihn auch bewahren fein
Vor allem Schaden ingemein
Und vor der Pestilenze.

3. Er wird ihn, wie ein Henne thut,
Mit seinen Flügeln decken,
Daß sich nicht darf sein blöder Muth
Vor Nachtes Grauen schrecken,
Noch sich befahren vor der Plag,
Die da im Finstern und bei Tag
Verderbet und umschleichet.

4. Ob Tausend schon durch Seuch und Streit
Fallen in bösen Zeiten,
Und Zehntausend zu deiner Seit
Erschrecklich untergleiten,
So wird es doch dich treffen nicht,
Denn Gott ist deine Zuversicht,
Dein Hoffnung, Schild und Leben.

5. Ja, du wirst sehn mit Augenlust
Die Spötter unterliegen,
Vor welchen du dich etwa mußt
Der Wahrheit halben schmiegen;
An denen wird Gott üben Rach
Und ihnen ihren Trotz und Schmach
Auf ihren Kopf vergelten.

6. Kein Uebels wird begegnen dir,
Kein Plag dein Haus wird rühren,
Denn Gottes Engel, glaub du mir,
Werden dich sicher führen,
Dich tragen und geleiten fein
Täglich auf allen Wegen dein,
Daß sich dein Fuß nicht stoße.

7. Des Teufels Gift, List und Gewalt
Wirst du mit Füßen treten,
Sofern du in Glaubens Gestalt
Wirst ohn Aufhören beten
Und Gottes Namen rufen an,
So wird er kommen auf die Bahn,
Dich hören und beschützen.

8. Der HErr ist bei uns in der Noth
Und wird uns raußer reißen;
Darum so muß uns nicht der Tod
Verschlingen noch zerbeißen.
Christus, der wird am jüngsten Tag
All seiner Brüder Leid und Klag
In ewig Freud verkehren.

9. Zu großer Ehr und Herrlichkeit
Wird uns der HErr erheben
Und unsern Leib in Ewigkeit
Mit Himmelsfreud umgeben.
Des tröstet euch zu jeder Zeit
Und fröhlich in dem HErren seid:
Es wird dort all gut werden.

Ringwaldt, Bartholomäus – Der 23. Psalm.

Im Ton: Nun freut euch, lieben Christen gmein.

1. Der HErr ist mein getreuer Hirt,
Hält mich in seiner Hute,
Darum mir nichtes mangeln wird
An irgend einem Gute.
Wie soll und kann mirs übel gehn,
Weil Gottes Sohn thut bei mir stehn,
Mich schützet und regiret!

2. Er weidet mich mit seinem Wort
Auf einer grünen Auen,
Und läßt sich bei mir fort und fort
Auf beiden Seiten schauen,
Dazu mein Herz mit Trost berührt
Und mich ans frische Wasser führt,
Zum Brunnen der Genaden.

3. In Angst und Noth er mich erquickt
Mit seinem wahren Munde,
Und mir sein Hülf von oben schickt
Zu rechter Zeit und Stunde,
Und führt mich auch ohn Unterlaß
An seiner Hand auf rechter Straß
Um seines Namens willen.

4. Er gleitet mich zu Tag und Nacht
Mit seinem Steck und Stabe,
Mit Fleiß mein Leib und Seel bewacht,
Treibt alles Unglück abe,
Ich fürcht mich nichts im finstern Thal,
Denn Gott ist bei mir überall
Auf allen meinen Wegen.

5. Er segnet täglich meinen Tisch
Obs wol den Feind verdrießet,
Begeußt mein Haupt mit Oele frisch,
Daß es gleich runter fließet,
Und schenkt mir den Trostbecher voll,
Auf daß ich ja nicht zweifeln soll
An seinem Wort der Gnaden.

6. Sieh, Gutes und Barmherzigkeit
Kann mich nicht übergeben;
Groß Gnad wird mir zu jeder Zeit
Nachfolgen in dem Leben,
Und werd also ganz offenbar
Im Haus des HErren immerdar
Hie und dort ewig bleiben.

7. Das hilf mir, o HErr Jesu Christ,
Durch deine große Güte,
Und mich vors Teufels Macht und List
Genädiglich behüte,
Auf daß ich als dein liebes Schaf
Im rechten Glauben sanft einschlaf
Und mit dir ewig lebe.

Amen.