Speratus, Paul – Eyn gesang von der Christlichen Kirchen, und yhrer Kirchweyhung, ym vorgemeltem thon: Urbs beata Jherusalem

1. Christus unser Herr und heiland
der höchst priester recht genannt;
Seyn kirchen er selbst geweyht hat,
frey für teuffel, hell und todt,
Hat keyner andern grundtvest traut,
auff sich waren felß gebaut.

2. Dyser kirchen ist eynigs haupt
Christus, und der yhm recht glaubt
Wurd seyn solcher kirchen eyn gliedt,
und yn yhm haben seyn fried.
Solch kirch, geweyht mit seynem blut,
dy hell nit bezwingen thut.

3. Eyn gemeynschafft der heylgen ist,
und der selkeit wirt vergwyst,
Eyn braut Christi erlich gezyrt,
von seym wort geboren wirt,
Yn eynem geyst und glauben stet,
on makel zum breutgam get.

4. Ins lebens buch geschrieben sind
alle dyser kirchen kynd.
Sy wirt nur ym glauben erkant,
yhr keyn leyblich stat benant.
Wer dem nechsten vil guts beweyst,
wirt ynn dyser kirch gepreyst.

5. O herr, dyster kirchen ecksteyn,
mach uns glyd deyner gemeyn,
Davon nach deynes wortes ler
uns scheyd keyn peyn, schandt, noch eer;
Alleyn trawen deyn eyning wort,
das do ist des lebens pfort.

Cosack – Paul Speratus

Speratus, Paul – Eyn gesang von Christlichem Fasten und Beten,

ym thon des Hymni: Audi benigne Conditor, der vormals yn der Bepstischen fasten gesungen worden ist.

1. Herr gib das messig fasten wir,
wy uns dan alle tag gebürt,
nit fullen uns durch böß begir,
darauß vil boßheit wirt gespürt.

2. Czu dysem fasten, tranck und speyß
stymbst du keyn underschyedlich tag,
alleyn wy das zu deynem preyß
eynn yden schicklich machen mag.

3. Dy scchrifft all speyß gereynigt setzt,
dy man messig und danckbar nymbt,
was geht yn leyb, dy seel nit letzt,
keyn menschen both dawider czympt.

4. Der phariseer fasten art,
darczu yhr langes leffczen beth,
und was ym gsetz gebotten ward,
straffst herr, wans nit von hertzen get.

5. Der yn seyn werck vertrawen stelt,
ym tempel bettend, ward geschennt;
gepreyset ist und got gefelt,
der ym gebeth seyn sund bekennt.

6. Bitten lerst du on unterlaß
durch dich, herr, den vatter yn styll,
yyn warheyt, geyst und glauben groß,
und das geschee der götlich will.

7. Diß bet und fasten ist uns not,
teuffels art es außtreyben kann,
got gibt, wer bit, nit steyn fur brot,
wer klopffet, dem wirt auffgethan.

8. O herr beweg uns hertz und mundt,
recht czu fasten und warer bith,
und das der geyst bestreyt dy sund,
das wir darynn erlygen nit.

Cosack – Paul Speratus

Speratus, Paul – Eyn gesang vom Sabot unnd Christlicher feyer,

das nach seyner eygenschafft am Suntag mag gesungen werden, ym thon des Hymnus: Urbs beata Jherusalem.

1. Gott hat all ding erschaffen gut,
am sybenden Tag geruht,
Durchs Wort solchs schuff und auch auffhelt
wie dan der heylg David meldt,
So hat uns vom ersten Adam
der sund art geerbet an.

2. Drumb dan Christus der letzt Adam
eyn leyb unsers fleysch annam,
Durch seyn todt das leben uns bracht,
den Vater genedig macht,
Ym Grab ruhet er am Saboth,
denn got ym gesetz gebot.

3. Christus dyses sabots eyn herr,
erklert den mit solcher ler;
Heyst wirken das gut am sabot,
und hylff thun des negsten not,
Und was uns nach seym wort gebür,
an eym thier helt erß uns für.

4. Auch sol von sund ruh unser leyb,
on seyn eygen willen bleyb,
Den willen des herren stets duld,
sich am feyer nit verschuld,
Und also stets Christlich wandern,
eyn sabot sey am andern.

5. O Got vatter mit deynem geist,
durch deynen Christum allermeyst,
Yn uns eyn solch feyern anricht,
wan uns eygner will anficht,
On deyn licht unser will verblendt,
der du lebst und herrscht on end.

Cosack – Paul Speratus

Speratus, Paul – Eyn gesang auß der klaren Prophecey Isaie, vom leyden Christi. ym Thon der Lamentacen: O Mensch nun leyd Schmerzen.

1. An Christus stat klaget
Jesaias, und klar saget,
das er selbst thet darreychen
seyn eygen leyb den streychen:
seyne har
dem reyssen dar
gegeben hat williglichen;
den nicht entwichen,
dy yhn neydten,
und on beydten
yhn verspeydten.

2. Eym selß gleych, nicht wendet
seyn antlitz, also geschendet,
darumb czu rechter stunden
von got hat hilff erfunden;
seyn angsicht
war gantz verblicht
darczu verechtlich czu nennen,
auch nit czu kennen,
und er trug leydt,
grosse schwacheit,
schmach und kranckheit.

3. Auch ist er erschynnen,
unbekannt unseren synnen,
ynn menschlichen gesichten
dafür geacht mit nichten,
aber schlecht
zu sagen recht,
hat unser schulde getragen,
für unns geschlagen;
und wir dachten:
sein sund machten
solch verachten.

4. Er hat unser sunden
ertzeneyet durch seyn wunden,
czuknirschet und czuriben,
dadurch dy sund vertriben;
sein straffung
uns wol gelung;
wann, was er hy hat gelyden,
gibt uns den fryden;
durch seyn schleg gschwelt,
in heyl gestelt,
was durch sund felt.

5. Wy schaff wir geyrret,
waren alle gantz verwirret,
uff yhn got unser herre
legt unser sunden schwere;
zum opffer
verwilligt er,
yn tod geduldig gefüret;
keyn stym gerüret;
als eyn lembleyn
wolt er styl seyn,
yn not und peyn.

6. Got hat yn genomen
vom gerichtzwang der unfrumen;
und weyl er ist gestorben,
hat groß geschlecht erworben;
und got hat
die missethat
seyns volcks yn ym wollen schlagen,
die tötter plagen,
seyn grab rechen,
und die frechen
gantz zubrechen.

7. Das er war on sunden,
in seym mund auch keyn trug funden,
kundt er alleyn bezalen
aller welt sund und qualen,
sein seel zart
die zalung wardt;
drumb wirt er auch ewig sehen
seyn samen stehen,
und wirt erkennt
gotts will volendt
durch seyne hend.

8. Dy muh yn seym leben
wirt yhm freyed und groß eer geben;
er ist der war gerechte,
und macht frum gottes knechte,
tregt yhr schuld
und brengt zu huld;
drumb ist seyn erb herlich worden,
eyn grosser orden;
yhr feynd außreut,
und den Raub beut,
selget seyn leut.

9. Und ist als ergangen,
das er wolt tod am Creutz hangen,
den mördern gleych gesellet;
sund hat er abgestellet
durch vil peyn
den glaubing seyn;
hat für seyn feynd hertziglichen.
O herr wir sychen
bitten deynn trost,
der uns vom rost
der hell erlost.

Cosack – Paul Speratus

Speratus, Paul – Eyn Lobgesang von der geschicht des leydens und sterbens Christi am freytag

und desselben Propheceyen und bedeutlichen Figuren.

Im Thon des Hymnus: Crux fidelis.

1. Got dem Vater sey lob und dem sohn,
der gnug für uns hat thon,
den eygen sündt noch ny berürt,
für falsch richter wardt gefürt.

2. Dem der sicht was uns ym hertzen bricht,
wardt verbunden seyn gesicht,
verspeyt, geschlagen und verspott,
sprachen, das er lestert got.

3. Petrus schwur auch hoch bey eydes pflicht,
das er Christum kennet nicht.
Jdoch der herr gnad an yhn legt,
und seyn hertz czu reuh bewegt.

4. Hart gegeysselt trug eyn dorne krohn,
wart dem volck geczeyget an;
dem czympt das öberst richter ampt,
wirdt on schuldt czum tod verdampt.

5. Das Pilatus forchtet ungenad,
drauff man yhm vast hett getroht,
eyn falsches urteyl hat gefelt,
Christum ynn den todt gestellt.

6. Und eym mörder ward für den erwelt,
der alls leben schuff und helt,
und der erlöst von todes bürd,
wardt czum galgen außgefürt.

7. Seyn creutz trug er mit geschwechter krefft,
darnach schmertzlich dran gehefft,
Eyn tittel warde yhm drauff gestellt,
uns seyn kleydt das loß gefelt.

8. Der groß heyland uns von got geschenkt,
wardt für uns anß Creutz gehenckt,
In czweyer arger mörder mytt,
für seyn feynd den vater bitt.

9. Und dem schecher er das paradyß,
czu der rechten handt verhyß,
damit beweyset göttlich arth,
vom andern gelestert wardt.

10. Essig wardt yhm geben dar mit gall,
Sant Johansen er befalh,
seyn mutter dy beym creutze stund,
der yhr seel war schmertzlich wundt.

11. Und als er seyner verlassung dacht,
und daß alles wer volbracht,
seynn geyst befalh yns vatters hend,
sich des tempels fürhang trenth.

12. Felß und erde sich beweget hat,
etlich stunden auff vom tod,
Eyn spehr seyn seydten öffnen thut,
drauß floß wasser und das blut.

13. Darzu yhren scheyn dy sunn nit gab,
ward seyn leyb bracht czu dem grab,
Behüttet auf der Juden bitt,
das dy seyn yhn stelen nit.

14. In der glory waß ym grab seyn rhu,
hat eyn licht geschynnen czu,
Den so ym finstern fassen dyff,
als der herr am creutz entschlieff.

15. Diß getödtet lamb czur Osterczeyt,
hat von sund und todt gefreyt,
Gefürt auß der gefengknuß bandt,
yn das selg verheyssen landt.

16. Wy der bock wardt yn dy wüst gesand,
wurden unser sund gewandt,
Uff Christum der sy für uns tregt,
und durch seyn todt abgelegt.

17. Wy dy schlang macht uff dem holtz gesundt,
halff uns Christus dyser stundt,
das uns des teuffels gifft nit sterbt,
dy von Adam wir ererbr.

18. Inn dy hütt ging Christus für uns eyn,
Priester wolt und opffer seyn,
das eynmal thet für uns genug,
und das holtz wy Isac trug.

19. Moses dysen felß figurlich schlug,
Itzt solch lebend wasser trug,
das ynn das ewig leben quillt,
und der glaubing dürsten stillt.

20. Herr wir bitten dich durch deynen todt,
sterb dy sund, es thut uns noth,
Args unnserm fleysch ist angeborn,
on deyn hilff sind wir verlorn.

Cosack – Paul Speratus

Speratus, Paul – Eyn Liedt von der Geschicht Christi letztem Nachtmal, Füßwaschen, Gefengkniß, Prophecey und Figur

Im Thon: Rex Christe factor omnium

1. Da Christus zu Jerusalem
uff Ostern, wy das gsetz befalh
das lebleyn mit seyn Jüngern aß,
erfült er das figürlich mal.

2. An diser malczeyt hat er uns
dy allergrösten lieb beweyst,
da er mit seynem fleysch und blut
seyn Jüngern selbert drenckt und speyst.

3. Solch Sacrament er eyngesetzt,
und dargereycht yn brot und weyn,
seyns ewing neuen Testaments,
das wir dobey gedencken seyn.

4. Bey dysem allen hat er uns
den allergrösten trost verkundt,
das solch seyn blut vergossen wurd
czu der vergebung viler sund.

5. Der höchst die füß wusch seyner knecht,
damit er zeygt tiff demuth an,
dergleych uns heyst eynander dyen,
wy er, der herr, selbst hat gethan.

6. Da Judas nun vom nachtmal gyng,
lert Christus glauben lieb und frid,
und das sich frewen würd die welt,
dagegen leyden all seyn glyd.

7. Verhyß yhn sendung seynes geyst,
der yhn geb alle notturft eyn,
damyt sy solten seyner ler
bis zu der welt end czeugen seyn.

8. Fürtt czum gebeth an Oelberg gyng,
blutfarben schweyß vor angst verrert,
on den keyn bitt der vatter hört,
der wirt von ym ytzt nit gewherdt.

9. Seynn feynden er entgegen gyng,
duld Judas kuß und falsche dück,
auß seynen worten macht erschyn,
das sy alsbald fielen czurück.

10. Der uns all auß gefengknis löst,
gefangen ward auff ostern czeyt,
als er davor das Jüdisch volck
von Pharaonis dynst gefreyt.

13. Wann Abraham uns nit erkant,
und Israhel uns nit gewist,
alleyn yn Christus blut und frid
das ewig band gelöset ist.

14. Er hyeß Sant Peter stecken eyn,
seyn schwert; damit uns gibt verstandt,
das eyn Christ nit fecht widers Creutz,
welchs yhm von got würd zugesand.

15. Wiewol dy Jüngern sich vertröst,
mit Christo gehn biß yn den todt,
seyn sy doch all in dyser nacht
von ym geflohen yn der not.

16. Herr durch deyn angst und bluting sweyß,
gefengkniß und der yüngern flucht
gib uns, dy von dir weychen offt,
czu dir keren mit glaubens frucht.

Cosack – Paul Speratus

Speratus, Paul – Ein gesang wie Christus zum Tod verkauft und gekaufft wardt, und desselben prophezey und figur

auch ym Thon: Rex Christe factor omnium.

1. Christus, der uns mit seynem blut
das leben thewr erkauffet hat,
ward durch Judam der Juden hend
verkaufft wie Joseph zu dem todt.

2. Drumb dan seyn hauß ist worden wüst,
seyn ampt das nymbt eyn ander an,
seyn nam yn eym glied untergeth,
wy David solchs hat kundt gethan.

3. Der für uns czalt all unser schuld,
und unsers heyls czum höchsten gert,
durch den gemacht all creatur,
verkaufft ist umb geryngen wherd.

4. Der Capphas meynt, Christus todt
yhr czeytlich reych erhalten würd:
für solchen nutz, den er mit sucht,
das widerwertig wirt gespürt.

5. Also schickt allweg Got der herr
gotlosem rath den widersyn,
das endtlich yhn czu schaden kumpt,
das sy yhn achten nutz und gwyn.

6. O herr des eyning vatters wort,
daryn alleyn stet unser heyl,
gib, das dich, allerhöchsten schatz,
keyn gut noch not mach yn uns feyl.

Cosack – Paul Speratus

Speratus, Paul – Ein gesang von der geschicht und derselben prophecey am Palmtag,

ym thon des hymnus: Rex Christe factor omnium.

1. Als Christus gen Jerusalem
auff eynem esel sitzend reyt,
vil volcks vom ölberg mit yhm ging,
yhr kleyd und palmen understreyt.

2. Und Osianna schryen sy
dem sohn Davids czu aller czeyt,
der ym namen des herren kumpt
sey ewiglich gebenedeyt.

3. Im hymel frid, preyß yn der höh,
mit lauter stym sy schryen ser,
seyn czukunfft wegt dy gantzen stat,
da er thet götlich werk und ler.

4. Auß gottis tempel, den das gsetz
alleyn verordent czum gebeth,
er all kaufleut und wechseler
mit geyssel schclegen treyben thet.

5. Macht krancken gsund, hett lob der kynd,
das seyne feynd verdroß nit kleyn,
begerten, daß er schweyget sy;
er sprach: es schreyen sonst dy steyn.

6. All solcher gschicht an dysem tag
dy schrifft gar klerlich urkundt geyt
der tochter Sion, wie yhr köng
senfftmütig kem czu dyser zeyt.

7. O herr nach dyser ehr und freud
groß schmach und peyn dir folget bald.
Wir bitten dich, gesigten köng,
ynn deynem lob uns stets erhalt.

Cosack – Paul Speratus

Speratus, Paul – Ein gesang von der geschicht des Osterfestes

und desselben bedeutlichen Propheceyen und Figuren.

Im Thon des Hymnus: Inventor rutili.

1. Christus ist erstanden von marter, todt und peyn
damit all dy erlöst, die recht gelaubig seyn.
Wy Adam fürt czum tod, vielmehr das Leben fund
dyser letzter Adam, als er vom todt erstund.

2. Oseas, der prophet, von dyser urstendt redt,
wy Christus unns dadurch auch aufferwecken thet,
hat uns geertzeneyd; er schlug unnd macht gesund;
das wir leben vor yhm, todt, hell er uberwund.

3. David auch melden thut, daß nit verbleyben würd
seyn sel ynn der helle, als ytho ward gespürt,
da Christus aufferwacht, öffent der helle dhor,
dy sich diß könges eher nit solten halten vor.

4. Jonam, den propheten, dy götlich krafft ernert,
das er yns walfisch leyb drey tag blyeb unversert,
und lebent wider kam durch dyses fisches schlund,
das Christus selbert deut, wy er vom tod erstund.

5. Disem tempel seyns leybs der Juden haß czubrach
den er selbst widerbaut, als er zuvor versprach;
mit eym erklerten leyb am dritten tag erscheyn
den seynen mancher weyß, besonders und gemeyn.

6. Dyses weytz korn gesterbt, lebt unn vil frücht uns tregt,
den verworffenen steyn czum ecksteyn got gelegt;
Joseph, durch brüder haß verkauft, unn tod geacht,
hat uns Christum bedeut, der von dem todt erwacht.

7. Verschlungen ist der todt, dy hell keyn sig mer hat,
seyt uns Christus vom todt zum ersten aufferstat.
Wo solches wirdt verkündt, dy sicherheit gebirt,
das der glaubigen leyb dergleychen werden zyrt.

8. Drumb wir Alleluja singen auß hertzen gyr,
loben got den vatter, den Sohn yn seyner czyr,
und dich den heylgen geyst, der du bist außgesendt;
O herr uns armen hylff, das wir von sund erstend.

Cosack – Paul Speratus

Speratus, Paul – Ein gesang vom leyden Christi auß Davids prophecey

in dem vorigen Ton

1. Der herr thut sich klagen
und durch David also sagen:
meyn got, meyn got verlassen
hastu mich und verstossen:
meym gelffen
thust nit helffen;
spottens und höhns sy vil machten,
ich thu mich achten
als ein würmleyn,
nit eyn mensch seyn,
vor schand und peyn.

2. Mit hon sy bewegten
yhre köpff, und mir ablegten,
als hasset mich got selber;
feyst ochsen und vil kelber
haben mich
ytzt czwischen sich,
wollen mich als lewen czureyssen,
meyn beyn zurspreyssen,
und meyn hasser
mich vergussen,
wie eyn wasser.

3. Meyn hertz von bedrangen
als geschmeltzt wachs ist zurgangen;
eym scherben gleych meyn kreffte,
meyn zung ist angeheffte,
steck ym todt
und höchster not;
vil hund czuring umb mich lauffen;
dy bösen hauffen
hend füß haben
mir durchgraben,
böß lohn gaben.

4. Meyn payn macht ich zelen,
yhrs gesichts grym thet mich quelen,
sy teylten meyne kleydung,
daß loß war yhr entscheidung
umb eyn kleyd,
on neth bereyt;
o herr, du tröster der schwachen,
hilff, das wir wachen,
durch deyn sterben
nit verderben,
gnad erwerben.

Cosack – Paul Speratus