unbekannt – Die Gloria patri so von etlichen Kirchen zus ende der Psalmen gesungen werden.

Das Erste Gloria

Ehr sei Gott Vatter und dem Son,
sampt heiligem Geist in einem thon,
Welchs jm auch also sey bereit
von nun an bis in ewigkeit. Amen.

Das II. Gloria

Gott sei lob gesagt, und seim eingen Sone,
H. Geist, Gott von art, mechtig in eim throne,
Von anbegin er war, bleibt auch bis ans ende,
all welt siht jn klar, Herr, von uns nit wende.

Das III. Gloria

Ehr sei dem Vatter und dem Son
und auch dem heilgen Geiste,
Als es im anfang was und nun,
der uns sein Gnade leiste,
Das wir wandlen in seinem pfad,
das uns die sünd der seel nit schad.
Wer das begert, sprech Amen.

Das IIII. Gloria.

Ehr sei dem Vatter und dem Son
und auch dem heilgen Geiste,
Als es im anfang was und nun,
der uns sein Gnade leiste,
Das wir wandlen in seinem pfad,
das uns die sünd der seel nit schad.
Wer das begert,
der wirt gewert;
nun sprecht von hertzen Amen.

Das V. Gloria

Ehr sei dem Vatter und dem Son
und auch dem heilgen Geiste,
Als es im anfang was und nun,
der uns sein gnade leiste.
Das wir überal
hie im jamerthal
von sünden abstohn
und seinen willen thun:
wer das begert, sprech Amen.

Das VI. Gloria

Dem Herren Gott von himelreich
lob, ehr und preis ich leiste,
Gott Vatter, Gott dem Son des gleich
und Gott dem heilgen Geiste.
Sein herrlichait, barmhertzigkeit,
grosmechtigkeit und heiligkeit
seind ewig und on ende. Amen

Das VII. Gloria

Ehr sei dem Vatter und dem Son,
dem heilgen Geist mit hohem preis,
Als es im anfang was und nun,
und bleiben sol in stehtem fleiss.
Dann er allein
uns in gemein
mit überreichen gaben
An leib und seel
ohn allen fehl
hat gnediglich erhaben. Amen.

Das VIII. Gloria

Ehr sei dem Vatter und dem Son
und auch dem heilgen Geiste,
Als es im anfang was und nun,
der uns sein Gnade leiste,
Das wir auff disem jamerthal
von hertzen scheuhen überal
der welt gottloses leben,
Und streben nach der newen art,
dazu der mensch gebildet ward;
wer das begert, sprech Amen.

Das IX. Gloria

Ehr sei dem Vatter und dem Son,
dem allgemeinen Heiland schon
der Sünder hie auff erden,
den sunst kein heil kund werden;
Dem heilgen Geist des selben gleich,
der auff uns kompt aus Gottes reich,
mit gaben reichlich zieret,
als Gottes kinder füret.
Wie es dan auch im anfang war,
wirt wehren jetzt und jmmerdar
von welt zu welt in ewigkeit;
Dein gnad sich, Herr, von uns nit scheid:
wer das begert, sprech Amen.

Das X. Gloria

Ehr sei dem Vatter und dem Son
und auch dem heilgen Geiste,
Als es im anfang was und nun,
der uns sein Gnade leiste,
Das wir wandlen in seinem pfad,
das uns die sünd der seel nit schad.
Nun stimmet all zusamen
und sprecht von hertzen Amen.

Das XI. Gloria

Lobsinget nun Gott Vatter schon
im thron
göttlicher Maiestete;
Und seinem Son, jm gleich geacht
von macht
und gleicher herrlicheite;
Dem heilgen Geist, dem Tröster wert,
des gleichen sey gesungen;
Als Gott ihn alle Welt verehrt;
der wend alles, was uns beschwert.
Wer das begert, sprech Amen.

Das XII. Gloria

Ehr sei dem Vatter im höchsten thron,
der sein geschöpff thut erhalten schon
im himel und auff erden;
Und seinem Son, der jm gleich geacht,
von weisheit, ehren und aller macht,
der Mitler wolt er werden.
Auch heilgem Geist, dem Tröster wert,
der uns allein die Warheit lehrt
Und leitet auch auff rechter ban,
den waren Gott zu ruffen an;
Als es dan auch im anfang war,
wirt wehren jetzt und immerdar.
Halleluia, Halleluia.

Das XIII. Gloria

Lob, ehr und preis in süssem thon
Gott Vatter hoch in himels thron
von hertzen sei gesungen
Dem Heiland Christo, seinem Sun:
der lehr uns, Gottes willen thun,
so ist uns wol gelungen;
Dem heilgen Geist des selben gleich,
der sterck in uns das himelreich
und teib uns recht zusamen,
Das wir Christum, den Gnaden schatz,
zum heil finden in Gottes gsatz.
Wer das begert, sprech Amen.

unbekannt – Ein gsang zuo Gott umb vil gaaben zun besserung

O Allmächtiger Herre Gott,
wir bittend durch dins kindes tod,
das du verlyhen wöllest
Din Göttlich gnade, huld und gunst,
das wir lernind die rechte kunst,
so du din geist zustellest,
Das wir das irdisch achten ring
und haben lieb himlische ding,
den lastren dapffer widerstan,
den tugenden starck hangen an:
ach Gott, hie müst du selbs uff dhan!

Nun hilff, das wir verwillgen nit
den anfechtungen, und damit
ell eer der wält verachten;
Vermyden des lybs lustbarkeit,
auch unsre sünd unns seyend leid,
beweinen die volbrachten;
Bös ursachen verhüten wol,
was zwyfel hat nit irren sol,
kein fräuel urtheil vun uns hab,
schädlich gewonheit stellen ab:
das ist allein din Göttlich gaab!

Mer bittend wir mit gantzem flyß:
der unuolkommen gebräch und wyß
leer uns mit dild gern tragen,
Was ouch nit bessern können wir,
das selbig alls befelhen dir;
und dann in unsren tagen
Gütlich annemmen zytlich straaff,
ynbrünstigklich uns bessrung schaff
und das din thür erkouffte härd
verharr in gutem hie uff erd
und ewigklich dort sälig werd!

unbekannt – Dich bitten wir, deine Kinder

Dich bitten wir, deine Kinder,
o Vater, Herre Gott:
Mach‘ unser Sorgen minder,
Gieb uns das täglich‘ Brodt,
Erhalt uns unser Leben,
Das du uns hast gegeben,
Bis wir jen’s erben dort.

Gesegen‘ mit dem Munde,
Was du uns hast beschert,
Daß es uns sey gesunde;
Die Kraft werd‘ uns gemehrt,
In deinem Dienst zu bleiben,
Die Werk‘ der Lieb‘ zu treiben
Allzeit geg’n jedermann.

Wollst deine Lieb‘ beweisen
Und Allen schaffen Rath,
All‘ Hungerige speisen,
Mit Gütern machen satt,
Daß wir dich alle loben,
Dein‘ Güt‘ herab von oben
Erkennen stets mit Dank.

unbekannt – Der Herr bricht ein um Mitternacht

Mel. Ich singe Dir mit Herz und Mund.

Der Herr bricht ein um Mitternacht;
Jetzt ist noch Alles still.
Wohl dem, der sich nun fertig macht,
Und Ihm begegnen will!

Er hat es uns zuvorgesagt
Und einen Tag bestellt:
Er kommt, wenn Niemand nach Ihm fragt,
Noch es für möglich hält.

Wie liegt die Welt so blind und todt!
Sie schläft in Sicherheit,
Und meint, des großen Tages Noth
Sei noch so fern und weit.

Sind eure Lampen rein und voll?
Brennt euer Glaubenslicht,
Wenn nun der Aufbruch kommen soll,
Daß uns kein Oel gebricht?

So wache denn, mein Herz und Sinn,
Und schlummre ja nicht mehr!
Blick täglich auf Sein Kommen hin,
Als ob es heute wär!

Der Tag der Rache nahet sich;
Der Herr kommt zum Gericht,
Du, meine Seele, schicke dich,
Steh, und verzage nicht!

Dein Theil und Heil ist schön und groß,
Steh auf! du hast es Macht.
Ergreif im Glauben du das Loos,
Das Gott dir zugedacht!

Der Herr bricht ein um Mitternacht;
Jetzt ist noch Alles still.
Wohl dem, der sich nun fertig macht
Und Ihm begegnen will!

unbekannt – O Herr, ich ruff dein namen an

Wider die Türken

„Hundert und fünfftzehen guter newer Liedlein rc.“ Nürnberg 1544. Tenorstimmen, 23 1/2 Bogen in Quer-4°. Nro. 27, componirt von Lud. Senffl.

O Herr, ich ruff dein namen an,
dann mir sunst niemand helffen kan
in disen strengen zeyten.
Schaw, wie der Türck so grausam wüt!
daruor uns, lieber Herr, behüt
und hilff uns in bestreyten!
Wir seind sunst gantz und gar verlorn:
ob wir schon haben deinen zorn
schwerlich auff uns geladen,
So denck doch, das wir sein getaufft,
darzu mit Christi blut erkaufft,
dedshalb wölst uns begnaden.

Und eylents uns mit hilff erschein,
Herr, laß die sach dein eygen sein,
weil es dein heyligen glauben
Bei dem Christen Volck betrifft:
der feind, der allen jammer stifft,
wil uns des gar berauben.
Und sichst du zu solcher beschwer,
so wirdt bey uns dein Göttlich ehr
mit allem lob verschwinden:
Des traw ich dir im hertzen nit,
des halb ich dich durch Jhesum bitt,
wöllst uns des lasts entbinden!

Seyt nun der Türck so peinlich tobt,
und dich der todten keiner lobt,
die zu der hell absteygen,
So gstat nit, das er uns außreuth
und mach dein Christlich volck zur beuth,
wir können ye nicht schweygen:
Wir müssen dich hoch mit gedult
ermanen Christus groß unschuld,
die er für uns hat tragen,
Deshalb schrey ich umb trost zu dir,
hilff meinem volck, desgleichen mir,
ich weyß sunst niemand zklagen!

Sunst würdest du uns unbekandt,
der nam Jesus wirdt nit genant,
dann jn die Heyden hassen,
Auch wird der heylig Geist verspot,
sprechen: wo ist der Christen Got?
er hat sie gantz verlassen!
Dasselbig, lieber Herr, betracht
und hilff uns mit all deiner macht
dein ehr und lob erhalten,
Und bleyb bey uns, bed, tag und nacht,
so wirdt der Türck und all sein bracht
von dir uns nymmer spalten!

unbekannt – Ach Got, straff mich nit im zorn dein

Psalm 6

Ach Got, straff mich nit im zorn dein,
laß sie mit gnaden zeitlich sein,
des bit ich dich von hertzen!
Erbarm dich mein, ich steck in not,
dann ich bin schwach biß in den tod,
mein gepein leyden schmertzen.
Mach mich gesund nach deiner gnad,
hilff, dz der leib der seel nit schad,
so wird ich nit verzagen.
Wo mir durch trost gibst hülffe schein
mit deiner sterck, die mein ist klein,
dann kan ich leyden tragen!

unbekannt – O jr knecht, lobet den herren

Psalm 112

O jr knecht, lobet den herren,
sein namen sollen jr eren,
Er ist lobsam gar wyt und breit
von jtzund biß in ewigkeyt.

Von uffgang hoch der sonnen schein
biß obent lobt den namen syn,
Uber alles volck der herr du bist,
dein eer über all hymmel ist.

Er wont so hoch, wer ist im gleich?
sicht herab in erd und himelreych,
Vom staub der erd macht er auffston
und auch vom kot den armen man.

Das er jn setz den fürsten gleich
und von ewig in seinem reych,
Macht wz unfruchtbar ist im huß
ein muter viler kinder Druß.

Eer dem vater, sun, heilgen geist,
der uns sein gnad in ewig leyst!

unbekannt – Der Köning in dem Hemmele

Die Königin des Hemmels Christlick vorandert.

Enchiridion Geistliker Gesenge unde Leder rc. Lübeck M.D.LVI

DEr Köning in dem Hemmele,
fröwet juw up erden,
Is am Crutze gestoruen
undt hefft genade verworuen
jegen Godt vor uns, alleluia!

Vam Dode wedder upgestanden,
den Viant gefangen,
Ewigen frede gehalte,
der sünden schult betalet
jegen Godt vor uns, alleluia!

Van Maria minsche baren,
tho Hemmel gefaren,
Unde sit tho der rechten bym Vader
unde stillet unsen hader,
jegen Godt vor uns, Alleluja!

Syn Hilligen Geist sande he uns wedder
vam Hemmel hernedder,
Den Tröster, vam Vader vorlenet,
– – – – – – – –
jegen Godt vor uns, Alleluia!

unbekannt – Lobt Got, jr Christen allen

LObt Got, jr Christen allen
in Teutscher Nation,
Zu Rom ist umbgefallen
die braut von Babylon!
Sie saß in hohen ehren
darzu in hohem preyß,
jr stul ist jr zerschmoltzen,
er war gebaut auff eyß.

Darauff hat sie gesessen,
gebrangt ein lange zeyt,
Niemandt dorfft dawider sprechen,
sie wz so hoch gefreit
Mit jren Deretalen
und starckem hoffgesind,
die haben uns können machen
mit sehenden augen blind,

Uns nit allein betrogen
umb sylber und das gold,
Gots wort damit entzogen,
wer möcht jr werden hold,
Den glauben gantz geschwigen,
hand geleret jr gesetz,
uns arme leut betrübet
mit unnützem geschwetz,

Geschryen und geruffen:
gebt all zum geystlichen stand!
Damit hand sie bekommen
vil Stet und grosse Land,
Gebaut an allen orten,
vil Orden auffgericht,
eim yeden ein sonderliche platten
und Hoffarb ausserdicht.

Dabey mag man sie kennen,
das sie gehörn an hoff,
Man darff jr nit vil nennen,
sie sein vor augen noch:
Der ein der rhumbt sein Orden,
der ander die Observantz,
seind all zu Narren worden,
kommen zur Braut on tantz.

unbekannt – GOdt, Hillige Schepper aller Sthern

De Hymnus, Conditor alme syderum.

GOdt, Hillige Schepper aller Sthern,
vorlücht uns, de wy sint so vern,
Tho erkennen dynen waren Christ,
de vor uns minsch geworden ys.

Wente ydt ging dy tho herten seer,
dat wy geuangen wern so swer
Unde scholden ewich des Dodes syn,
darümme nempstu up dy schuldt unde pyn.

Do sick de werlt thom auende want,
de Brüdegam Christus wordt bekant
Uth syner moder kemmerlin,
de Junckfrouwe bleff zart unde rein.

Bewiset hefft he syne grothen gewalt,
dat ydt in aller werlt erklang,
Sick möthen bögen alle de knee
im Hemmel, Hellen und ock hyr.

Allent, wat dorch een geschapen ys,
dem gifft he krafft, wesent unde frist,
Nach synes willens ordeninge twar,
een tho erkennen apenbar.

Wy bidden dy, O Hillige Christ,
wente du thokamende richter bist,
Leer uns hyt trouörn dynen willen don
unde in dem louen nemen tho.

Loff, Pris sy, Vader, dyner krafft,
dynem zarten Son, de alle ding schafft,
In einem wesende der dreuoldicheit
mit dem geist dyner hillicheit. Amen.