Wagner, Georg – Hilf uns, herzliebster Vater

Den Vater woll’n wir loben,
der uns erlöset hat
im Himmel hoch dort droben
durch seines Sohnes Tod.
Welchen er hat gegeben
zu versöhnen unsre Sünd‘,
daß wir im Glauben leben
als sein gehorsam Kind.

Im Sohn hat er uns g’lassen
ein Vorbild, merket wie,
daß wir auch solcher maßen
geduldig leiden sie.
Ihm die Schmach helfen tragen,
wie uns die Schrift beweist,
zu’n Hebräern tut sagen
durch den Heiligen Geist.

Er red’t mit sanften Worten,
demütig und gesund,
daß wir an allen Orten
ihn bekennen mit dem Mund.
So sind wir rechte Erben
des Sohn’s vom Himmelreich,
so wir mit Christo sterben
und sein’m Tod werden gleich.

Wer Gottes Wort recht fasset
und in dem Herzen glaubt,
all Sünd und Bosheit hasset,
der ist dem Raub erlaubt;
die Wahrheit muß g’fangen liegen,
dazu werden verjagt.
Jesajas hat’s geschrieben,
Gott hat mir’s selbst gesagt.

So wir um Christi willen
Allhier gefangen sein,
den G’horsam tun erfüllen
als seinee Kinder fein;
Er spricht: Acht‘ nicht geringe,
mein Kind, des Vaters Zucht,
und bleib in dem Gedinge,
als ich dich heimgesucht.

Ganz lieblich sind die Worte,
die Christus reden tut.
Schaut, daß ihr’s wohl bewahret,
sie stärken uns den Mut.
Ueb’r uns so freundlich wachet,
steht uns in Trübsal bei,
drum sehet, daß ihr wachet
und niemand schläfrig sei.

Das Kleinod ist gestecket,
seht, wie ihr’s bekommen mögt!
Lebet hier unbeflecket
und werdet nicht bewegt,
sondern tut richtig laufen,
daß ihr’s erlangen könnt,
daß wir es nicht verschlafen,
seid wacker, liebe Freund‘!

Hilf uns, herzliebster Vater,
der du uns hast erwählt,
in aller Pein und Marter!
Die Welt uns g’fangen hält.
Gib, daß wir mögen siegen
wohl durch des Lämmleins Blut,
daß wir nicht unterliegen,
halt uns, o Herr, in Hut.

So wird er uns erheben
in der herrlichen Freud,
die er aufdecket eben
wohl zu der letzten Zeit.
Wenn er ganz wundersame
seine Heil’gen sammeln wird,
dann werden wir zum Lamme
in unsre Heimat g’führt.

Von Herzen tu ich grüßen,
all die in Gott bestehn.
Laßt jedermann genießen,
die Christum lieben tun.
Gott, der uns hat gegeben,
das Pfand, den Heil’gen Geist,
nach seinem Will’n zu leben,
der sei ewig gepreist.

Wer mit mir will zum Herren,
der mag kommen hernach,
es ist ja mein Begehren,
drum trag ich die Schmach.
Wiewohl ich nicht drum hoffe,
ihr‘ Herrlichkeit ist’s nicht wert
Christus ist vorgelaufen,
der hat’s uns all’s gelehrt.



Waldenserlied – Halte fein stille in deiner Bedrängnis

Halte fein stille in deiner Bedrängnis,
blicke nach oben aus deinem Gefängnis,
laß dich dein Elend nicht drücken
– stille, Gott will dich beglücken!

Freilich tuts wehe im Herzen zutiefest,
weil er die Hilfe, um die du ihn riefest,
wollte noch immer nicht schicken
– stille, Gott will dich beglücken!

Nächtliche Tränen, nagender Jammer,
Satansbesuche in finsterer Kammer:
Laß dich von ihm nicht bedrücken
– stille, Gott will dich beglücken!

Gott, der Allvater, der die Millionen
vor dir geführt durch all die Äonen,
wendet dir nimmer den Rücken
– stille, Gott will dich beglücken!

Schäme dich, tritt zu Boden das Zagen,
Gott will dich heben, mit Freundlichkeit tragen,
will dich im Leiden beglücken
– will mit der Krone dich schmücken!

Milton, John – Räch‘, Herr, der Heil’gen Mord! ach, ihr Gebein,

Miltons Waldenserlied auf das Jahr 1655

Räch‘, Herr, der Heil’gen Mord! ach, ihr Gebein,
Auf kalten Alpenfelsen liegt’s erstarrt.
Den alten Glauben hat dies Volk bewahrt,
Als unsre Väter beteten vor Holz und Stein.

Vergiß sie nicht, gedenke ihrer Plag‘! –
Ach, in der Hürd‘, von alters her bewohnt,
Erwürgte Deine Schaf‘ das Heer von Piemont,
Daß Mutter bei dem Kind zerschmettert lag.

Von Berg und Tal zu Dir der Jammer fleht!
Sä‘ auf Italia der Opfer Blut,
Wo dreifach Tyrannei noch fest besteht;

Daß komme ein Geschlecht, so groß als gut,
Ein Volk, das Deine Wege willig geht,
Das zeitig flieht vor Babels Weh und Wut.

Waldis, Burcard – Psalm XIX. Coeli enarrant.

Quelle aller Waldis-Lieder: Der Psalter In NEwe Gesangs weise, und künstliche Reimen gebracht, durch Burcardum Waldis. Mit ieder Psalmen besondern Melodien und kurtzen Summarien.“ Am Ende: „Getruckt zu Franckfurt am Meyn, bei Christian Egenolff. Anno M.D.Liij. Im Mayen.“ 8°.

Lob und weissagung von herlicheyt des Euangelij in aller welt.

GOtt lob, daß uns ietz wirt verkundt
die Euangelisch lehre!
Himel und erdt mit vollem mundt
erzelen Gottes ehre
Bei tag und nacht mit grossem pracht
an allem ort auff erden,
Ein iede sprach gibts selber nach,
daß mög gepredigt werden
on hindern und geferden.

Die Apostolisch leer her bricht,
reycht biß an der welt ende;
Ir richtschnur hats dahin gericht,
laufft wie die Sonn behende,
Die sich entprent in Orient
und geht den Abend nider,
Mit jrem glantz erleuchtet gantz,
jr hitz erfrewets wider,
machts fromb, gerecht und bider.

So thut das Euangeli auch,
wanns die Seelen erquicket:
Wo sein zeugniß geht recht im brauch,
und mann sich fein drein schicket,
Machts weiß und klug mit gutem fug
die albern und elenden,
Erfrewt das hertz und brengts fürwertz,
erleucht an allen enden
all, die sich zu jm wenden.

Dann wer recht hat des HERREN forcht
der wirdt wol ewig bleiben
Und seinem heilgen Wort gehorcht,
welchs er jm läßt fürschreiben.
Das han wir hold besser dann gold,
gar süß wie honig schmecket,
Macht all sein knecht fromb und gerecht,
auch von dem todt erwecket,
mit gnad all sünd bedecket.

Der menschen fehl sind manigfalt,
die wölst uns, HERR, verzeihen!
Uns an der rechten leer erhalt,
und gnad darzu verleihen,
Von falschem rath und missethat
unschuldig mögen leben!
Laß gfallen dir Wort, Werck und bgir,
deinn segen da zu geben,
daß wir dich hoch erheben!

Wir dancken dir, Got vatter werdt,
und wölln dich immer loben,
Der du uns armen hie auff erd
gar reichlich thust begaben
Durch Jesum Christ, der selber ist
für unser sund gestorben
Und durch sein blut uns alln zu gut
den himel hat erworben,
sunst wern wir all verdorben.

Waldis, Burkard – Psalm 21.

Dankpsalm von der Herrlichkeit und ewigen Reich Christi und Sieg wider alle seine Feind.

1553

Herr Gott in deinem höchsten Thron,
Wie ist der König Christ dein Sohn
So hoch bei dir erkläret.
Was er wünschet, giebst ihm zu Stund,
Weigerst nit, was dich bitt sein Mund
Und was sein Herz begehret.
Dein Güt und Segen muß er han,
Setzst auf sein Haupt ein güldin Kron.
Er bitt dich umb das Leben,
Das willt ihm ewig geben.

Giebst ihm dein Hilf und ewig Ehr,
Daß alle Wilt dring zu ihm her,
Mit Lob thust du ihn schmucken;
Hast ihn zum Gnaden Stuhl gesetzt,
In ihm sichs freut und alls ergetzt
Und muß sich vor ihm bucken,
Auch ihm all werden unterthan,
Denselben König beten an.
Der wird wol ewig bleiben.
Wer will sich an ihn reiben?

Es strafts gar hart dein rechte Hand,
Die dem König thun Widerstand
Und sein Reich wöllen hassen;
Verstoßest sie in deinem Zorn,
Daß sie ewig werden verlorn,
Wirst keinen leben lassen.
Ihr Frucht und all ihrn Menschen Tand,
Auch was sie lehren allesammt,
Das wirst du gar ausrotten
Und all ihr Thun verspotten.

All die bös Anschläg han bedacht,
Die hast du all zu nicht gemacht,
Daß sie jetzt leiden müssen;
Dein Last auf ihre Schultern glegt,
Mit Scham und Schand hast sie bedeckt,
Müssens mit Schaden büßen.
Aber deim König giebst du Kraft,
Hast ihm ein ewig Reich verschafft.
Für solch himmlische Gaben
Wölln wir dich ewig loben.

Preis sei dem allmächtigen Gott,
Der im Anfang erschaffen hat
Alls in Himmel und Erden;
Seim Sohn, der uns erlöst aus Gnade
Von allem Unglück, Sünd und Tod,
Und wollt der Mittler werden;
Den heilgen Geist, den Tröster gut,
Der uns für Sünd und Schand behüt,
All, die wir ihm vertrauen,
Im Glauben auf ihn bauen.

Waldis, Burcard – Psalm XXII. Deus deus meus.

Weissagung vom Leiden und aufferstehung Christi, erlösung menschlichs geschlechts, unnd ehre Göttlichs namens.

DA Christus an dem Creutze hieng
in schmach zu unsern ehren,
Für unser schuldt die straff empfieng,
rieff er zu got dem herren:
„Mein Got, Mein Got, wie hastu mich
so gentzlich ubergeben!
Ich ruff und schrei, kein hülff nit sih,
es geht mir an dz leben!
Ruff tag und nacht,
doch wirt meins schreiens nit gedacht!

Du aber wonst im heiligthumb
und Israel dich preiset,
Du bist gewest der vätter rhum,
den du stedts gnad beweisest
In aller not, die sie anfacht,
reychtstu in deine hande,
Auß jrem leyd und trübniß bracht,
sie wurden nit zuschanden,
all jr geschrei
erhörtestu und machtst sie frei.

Ich aber bin ein wurm veracht
und keinem menschen gleiche,
Verspeit von iederman belacht,
mich hönt beyd arm und reiche,
All, die mich sehen, spotten mein,
gegn mir jr maul auffsperren,
Sprechen: Wie bsteht er nun so fein!
wie rufft er nit zum HERREN,
daß Er ietz käm
und hülff jm, hat Er lust zu jm?

Dennoch bistu mein Got und hort
auß meiner mutter leibe,
Ich bin dein Son und ewig Wort,
Mensch geborn von einem weibe!
Auff dich mich stedts verlassen hab
von meiner mutter brüsten,
Drumb laß in diser angst nit ab,
mich auß der not zu fristen!
sunst ist niemand,
der mir ietz reycht der hülffen hand.

Groß Ochsen und vil feyster Stier
mich gwaltiglich umbringen,
Sperrn auff jrn rachen gegen mir,
wie Löwen mich verschlingen,
Bin wie ein wasser auß gestürtzt,
mein hertz wie wachs zerflossen,
Mein safft vertrucknet und verkürtzt,
gantz trostloß und verlassen,
mein zung anklebt
und ist nichts mehr an mir, das lebt.

Es rotten sich vil böser hund
mich gar umbgeben haben,
Han mir mein hend und füß verwundt,
mit negeln gar durchgraben,
Gantz außgereckt hang ich hie bloß,
all mein gebein möcht zelen,
Umb mein kleydt werffen sie daß loß
und meinen rock verspielen,
mein schmach und pein
lassens jrs hertzen freude sein.

Doch wirstu mich auß diesem leyd
vom todt und Hellschem schrecken
Bringen zu grosser herligkeyt,
am dritten tag erwecken,
Daß ich deins Namens ehr und rhum
meinn Brüdern mög verkünden,
Daß man durch Gnad allein wirdt fromb,
erlöst von Todt und Sünden,
Von pein der Hell,
des frewt sich Jacob und Israel!

Dann du, HERR Got, hast nit verschmeht
den elenden und armen!
Dein gnad ubr all gar reichlich geht,
läßst dich der welt erbarmen!
Vom Auffgang biß zum Nidergang
mit deinem wort sie peisest!
Des sagen dir die frommen danck,
den du solch gnad beweisest,
und frewen sich,
daß sie solln leben Ewiglich!

Dann wirdt dein nam gepredigt recht,
wann mich die Heyden ehren,
Für mir anbetten all geschlecht
und sich zu mir bekeren,
König und Fürsten alle die,
beyd armen und geringen,
Für mir solln biegen jre knie,
zu meinem Reich eindringen,
daß sich dein ehr
biß an das end der welt vermehr.“

Dein Sam bleibt in der Christenheyt,
deimn Namen zu verkünden
Von gschlecht zu gschlecht wirdt außgebreyt,
von kind zu kindes kinden,
Daß wir von Sünd gewaschen reyn
auffs new werden geboren:
Das thustu, HERR und Got, allein
an den, die du erkoren
durch Jesum Christ,
der unser Got und heyland ist.

Dein Nam, Vatter im himelreich,
muß hie geheilget werden,
Und widerfar dein gnad alln gleich,
dein will gescheh auff erden
Der maß wie dort im himel hoch,
den leib wöllst uns erneren,
Laß uns die schuldt gnediglich nach,
wöllst unser feind bekeren,
auß allem leydt
hilff uns zur Ewign seligkeyt!

Waldis, Burcard – Psalm L. Deus deorum dominus.

Ein weissagung von der herrligkeyt des Euangelii.

GOtt rufft und schreit, sein stimm außbreyt,
auß Zion bricht herfür sein wort,
Und sagt, daß Er allein sei der,
der sein volck richt und hilfft jn fort!
Auß aller not, sünd, hell und todt
hilfft Er und ist ein trewer hort.

Wer heilig ist und rechter Christ,
derselb versteht Gotts willen wol,
Daß Er seinn bund auch alle stund
mehr dann das opffer achten sol,
Sein grechtigkeit wirt außgebreyt,
seinr gnad ist himl und erden vol.

Er spricht: „Schweig nu und hör mir zu!
meinn willen ich dir zeygen wil!
Dein opffer schwer ich nicht beger,
on glauben gilts vor mir nit vil!
Dein Got bin ich, da für halt mich,
laß mich dir helffen, halt du still!

Drumb nicht gedenck, daß ich geschenck
nem für die sünd und missethat!
Schaff, Ochs und Rindt und was man findt
mein hand selb alls erschaffen hat!
Vögel und thier ist alls vor mir,
lebt meiner hülff, beyd fru und spat!

Wanns ich nu wolt oder essen solt,
würd ich dich nicht drumb reden an!
Ist doch die erd und was sie bschwerdt
alls mein und muß sein wesen han
Von mir allein und findt sunst keinn,
der jm in nöten helffen kan!“

Drum opffer Got nach seim gebot
preiß, lob und ehr und sag jm danck,
In angst und not, Sünd, hell und todt,
so ruff jn an, wann dir wirt bang,
Dann hilfft er dir nach deim begir,
drumb preiß jn auch dein lebenlang!

Wer aber wil mit wercken vil
sich selbs von sünden machen frei,
Der lestert Got mit hon und spott,
als ob er gleich eim kaufman sei,
Das recht verkert und unrecht lert
und zeucht die Schrifft beim har hinbei.

Er haßt die zucht, des glaubens frucht,
veracht Gots wort und wirffts zu rück:
Siht Er einn dieb, so ists jm lieb,
heimlich braucht er Ehebrechers stück,
Sein zung gern leugt, die leut betreugt,
braucht nichts denn eitel falsche tück.

Das darff er thun und ist so kun
und denckt, Gott söll es straffen nicht,
So Er doch hat mit zorn und gnad
all ding zu urteyln sich verpflicht:
Wer gots vergißt, sich selb vermißt,
der wirt auch Ewig hin gericht.

Drumb ist kein weg, kein straß, kein steg,
kein opffer, da man Got mit preißt,
Dann daß sein wort, der gnaden hort,
angnommen und daß man sichs fleißt;
Danck jm allzeit in lieb und leyd,
der glaub wirt mit der that beweist!

Dran uns erhalt durch deinn gewalt,
der du uns all erschaffen hast
Und durch deinn Son, der gnaden thron,
erlöset von der sünden last!
Dein Heilger geyst uns alln geleyst,
daß wir dort Ewig sein dein gäst!

Waldis, Burcard – Psalm LXVII. Deus misereatur.

Ein gebet und dancksagung, daß Got sein wort erhalten, und diß zeitlich leben segnen wölle.

HErr Got, du wöllst uns gnedig sein,
laß uns leuchten deinr gnaden schein,
Gib uns deinn segen gnediglich,
daß wir auff erd erkennen dich,
Auff das dein heyl in allem land
bei allen Heyden werd bekandt.

Wann sie empfinden deine gnad,
so dancken dir die völcker, Got,
Jauchtzen, von hertzen frölich sein
ob solcher grossen güte dein,
Daß die du dir hast außerwelt
dein hand regiert, schützt und erhelt.

Es dancken dir die völcker all,
daß du nach deinem wolgefall
Dein wort jn reichlich geben hast,
durchs blut deins liebens sons erlöst,
Drumb das land sein gewechs auch gibt,
in buß, glauben und lieb sich übt.

Uns segne Got, der Vatter werdt,
der schöpffer himels und der erd!
Uns segne der Herr Jesus Christ,
der unser Got und heyland ist
Seins geystes trost und gütigkeyt
segne die gantze Christenheyt!

Waldis, Burcard – Psalm LXX. Deus in adiutorium.

Gebetpsalm umb hülff wider die Tyrannen und feind der Christenheyt.

HIlff, HERRE Got, zu dieser zeit
der Christenheyt!
errett uns auß der angst und not!
Tyrannen mord und ketzer gifft
gar hart uns trifft,
veruolgen gar biß in den todt.
Ir böse tück wirff du zurück,
mach sie zu schand nur alle sand,
die uns bößlich nach stelln, O Got!

Auff das die Christenheyt auff erd
getröstet werd,
sich frewen muß und frölich sein.
All, die deins Namens ehr lieb han,
glauben daran
und fragen nach dem willen dein,
Die dancken dir aus hertzen gir,
und sagen, das on underlaß
hoch globt sei Got in seiner gmein.

Ob wir gleich arm sein und elendt,
das glück sich wendt
und uns die Welt verachtet sehr,
So han wir doch den trost bei dir,
daß du kompst schir,
errettest uns, mein Got und Herr!
Du stehst uns bei und machst uns frei,
drumb wir mit preiß auff alle weiß
singen deins Namens lob und ehr!

Waldis, Burcard – Psal. CXI. Lenani oculos meos.

Ein Trost psalm, Daß Gott gnediglich in aller not, erhalten, unnd die auff jn hoffen, trösten wölle.

WAnn ich in angst und nöten bin,
und all mein trost ist gar dahin,
So heb ich auff mein augen hoch
zum HERRN umb hülff und denck jm nach,
Und wart, biß mir geholffen werd
von dem Gott himels und der erd.

Er helt mich auff der rechten ban
und wirt meinn fuß nicht gleiten lan,
Der HERR ists, der mich selbst behüt,
obgleich der feind trutzt, tobt und wüt:
Der Israel schützt und vertrit,
der wacht allzeit und schlummert nit.

Ob dich des tags die Sonne sticht,
der kalte Mon des nachts anficht,
Doch kompt des HERREN hülff zu handt,
helt uber deiner rechten handt
Mit seinem schatten hülff und hut,
daß dir kein unglück schaden thut.

Zum schutz ist stedts der HERR bereyt
vor allem ubel alle zeit,
Den trost verzeucht er nicht zu lang,
behüt deinn außgang und eingang,
Hilfft dir zu leist auß allem leydt
von nun an biß in Ewigkeyt.