Waldis, Burcard – Psalm CXXI.

Ein Trostpsalm, daß Gott gnädiglich in aller Noth erhalten und die auf ihn hoffen, trösten wolle.

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Wann ich in Angst und Nöthen bin
Und all mein Trost ist gar dahin,
So heb ich auf mein Augen hoch
Zum Herrn umb Hilf und denk ihm nach,
Und wart, bis mir geholfen werd
Von dem Gott Himmels und der ERd.

Er hält mich auf der rechten Bahn,
Und wird mein Fuß nicht gleiten lan.
Der Herr ists, der mich selbst behüt,
Ob gleich der Feind trutzt, tobt und wüth.
Der Israel schützt und vertritt,
Der wacht allzeit und schlummert nit.

Ob dich des Tags die Sonne sticht,
Der kalte Mon des Nachts anficht,
Doch kommt des Herren Hilf zu Hand,
Hält über deiner rechten Hand
Mit seinem Schatten Hilf und Hut,
Daß dir kein Unglück schaden thut.

Zum Schutz ist stets der Herr bereit
Vor allem Uebel alle Zeit;
Den Trost verzeucht er nicht zu lang,
Behüt dein Ausgang und Eingang,
Hilft dir zuletzt aus allem Leid
Von nun an bis in Ewigkeit.

Walliser, Christoph Thomas – AM End hilff mir, HERR Jesu Christ,

Eyn Christlich Trostlied, In sterbens nöthen, und eyn seliges end.

AM End hilff mir, HERR Jesu Christ,
auß disem armen Leben!
Wann mein stund jetz vorhannden ist,
so wölst mir dein trost geben,
Das ich in disem kampff mög bstehn,
dann sonst muß ich zu boten gehn,
Woh du mir nit beutst deine Händ
und hilffest mir auß dem Elend.

Wann schon gleich meinr Sünd seind so vil
wie Sand am Ufer Smehren,
Dennoch ich nicht verzagen will,
du würst mich noch erhören,
Ich will gedencken an dein Tod,
weil du mir mit dein Wunden roth
Erworben hast die ewig freud
durch dein grosse Barmhertzigkeyt.

Du bist das Haubt unnd ich eyn Glid,
des tröst ich mich von hertzen,
Von dir, hoff ich, werde ich nit
geschiden in Tods schmertzen.
Ei, stirb ich dann, so bin ich dein,
dieweil du wilt mein Heyland sein,
Wie du mirs dann in deinem Wort
versprochen hast, so stirb ich forth.

Drauff ich jetz gwiß die hoffnung hab:
bist du vom Tod erstanden,
So bleib ich nimmer mehr im Grab,
dein Auffahrt machts zuhannden,
Daß dforcht des tods muß weichen bhend;
mein Seel befilh ich in dein Händ,
Dann sterben ist jetz mein gewin,
mit freuden fahr ich zu dir hin! Amen.

Walter, Johann – Allein auf Gottes Wort will ich

1. Allein auf Gottes Wort will ich
mein Grund und Glauben bauen.
Das soll mein Schatz sein ewiglich,
dem ich allein will trauen.
Auch menschlich Weisheit will ich nicht
dem göttlich Wort vergleichen,
was Gottes Wort klar spricht und richt‘,
dem soll doch alles weichen.

2. Alleine Christus ist mein Trost,
der für mich ist gestorben,
mich durch sein Blut vom Tod erlöst,
die Seligkeit erworben.
Hat meine Sünd getragen gar,
bezahlt an seinem Leibe,
das ist vor Gott gewisslich wahr,
hilf Gott, dass ich’s fest glaube.

3. Gott Vater, Sohn und Heilger Geist,
hilf, dass mein Glaub dich preise.
Mein Fleisch dem Geist Gehorsam leist,
des Glaubens Frucht beweise.
Hilf, Herre Christ, aus aller Not,
wenn ich von hinnen scheide,
und führe mich auch aus dem Tod
zur Seligkeit und Freude.

Walter, Johann – Der Bräut’gam wird bald rufen

1. Der Bräut’gam wird bald rufen:
Kommt all‘, ihr Hochzeitsgäst‘!
Hilf, Gott, daß wir nicht schlafen,
In Sünden schlummern fest,
Bald hab’n in unsern Händen
Die Lampen, Öl und Licht
Und dürfen uns nicht wenden
Von deinem Angesicht.

2. Da werden wir mit Freuden
Den Heiland schauen an,
Der durch sein Blut und Leiden
Den Himmel aufgetan,
Die lieben Patriarchen,
Propheten allzumal,
Die Märt’rer und Apostel
Bei ihm, ein‘ große Zahl.

3. Die werden uns annehmen
Als ihre Brüderlein,
Sich unser gar nicht schämen,
Uns mengen mitten ein.
Wir werden alle treten
Zur Rechten Jesu Christ,
Als unsern Gott anbeten,
Der unsers Fleisches ist.

4. Gott wird sich zu uns kehren,
Ein’m jeden setzen auf
Die güldne Kron‘ der Ehren
Und herzen freundlich drauf,
Wird uns an sein‘ Brust drücken
Aus Lieb‘ ganz väterlich,
An Leib und Seel‘ uns schmücken
Mit Gaben mildiglich.

5. Da wird man hören klingen
Die rechten Saitenspiel‘;
Die Musikkunst wird bringen
In Gott der Freuden viel.
Die Engel werden singen,
All‘ Heil’gen Gottes gleich,
Mit himmelischen Zungen
Ewig in Gottes Reich.

6. Er wird uns fröhlich leiten
Ins ew’ge Paradeis,
Die Hochzeit zu bereiten
Zu seinem Lob und Preis.
Da wird sein Freud‘ und Wonne
In rechter Lieb‘ und Treu‘
Aus Gottes Schatz und Bronne
Und täglich werden neu.

7. Also wird Gott erlösen
Uns gar aus aller Not,
Vom Teufel, allem Bösen,
Von Trübsal, Angst und Spott,
Von Trauern, Weh und Klagen,
Von Krankheit, Schmerz und Leid,
Von Schwermut, Sorg‘ und Zagen,
Von aller bösen Zeit.

Walter, Johann – Herzlich tut mich erfreuen

1. Herzlich tut mich erfreuen
die liebe Sommerzeit,
wenn Gott wird schön erneuen
alles zur Ewigkeit.
Den Himmel und die Erde
wird Gott neu schaffen gar,
all Kreatur soll werden
ganz herrlich, schön und klar.

2. Kein Zung kann je erreichen
die ewig Schönheit groß;
man kann’s mit nichts vergleichen,
die Wort sind viel zu bloß.
Drum müssen wir solchs sparen
bis an den Jüngsten Tag;
dann wollen wir erfahren,
was Gott ist und vermag.

3. Da werden wir mit Freuden
den Heiland schauen an,
der durch sein Blut und Leiden
den Himmel aufgetan,
die lieben Patriarchen,
Propheten allzumal,
die Märt’rer und Apostel
bei ihm in großer Zahl.

4. Also wird Gott erlösen
uns gar von aller Not,
vom Teufel, allem Bösen,
von Trübsal, Angst und Spott,
von Trauern, Weh und Klagen,
von Krankheit, Schmerz und Leid,
von Schwermut, Sorg und Zagen,
von aller bösen Zeit.

5. Er wird uns fröhlich leiten
ins ewig Paradeis,
die Hochzeit zu bereiten
zu seinem Lob und Preis.
Da wird sein Freud und Wonne
in rechter Lieb und Treu
aus Gottes Schatz und Bronne
und täglich werden neu.

6. Da wird man hören klingen
die rechten Saitenspiel,
die Musikkunst wird bringen
in Gott der Freuden viel,
die Engel werden singen,
all Heilgen Gottes gleich
mit himmelischen Zungen
ewig in Gottes Reich.

7. Mit Gott wir werden halten
das ewig Abendmahl,
die Speis wird nicht veralten
auf Gottes Tisch und Saal;
wir werden Früchte essen
vom Baum des Lebens stets,
vom Brunn der Lebensflüsse
trinken zugleich mit Gott.

8. Wir werden stets mit Schalle
vor Gottes Stuhl und Thron
mit Freuden singen alle
ein neues Lied gar schön:
„Lob, Ehr, Preis, Kraft und Stärke
Gott Vater und dem Sohn,
des Heilgen Geistes Werke
sei Lob und Dank getan.“

9. Ach Herr, durch deine Güte
führ mich auf rechter Bahn;
Herr Christ, mich wohl behüte,
sonst möcht ich irregahn.
Halt mich im Glauben feste
in dieser bösen Zeit,
hilf, daß ich mich stets rüste
zur ewgen Hochzeitsfreud.

Walter, Johann – Wach auf, wach auf, du deutsches Land!

1. Wach auf, wach auf, du deutsches Land!
Du hast genug geschlafen,
bedenk, was Gott an dich gewandt,
wozu er dich erschaffen.
Bedenk, was Gott dir hat gesandt
und dir vertraut sein höchstes Pfand,
drum magst du wohl aufwachen.

2. Gott hat dich, Deutschland, hoch geehrt
mit seinem Wort der Gnaden,
ein großes Licht dir auch beschert
und hat dich lassen laden
zu seinem Reich, welchs ewig ist,
dazu du denn geladen bist,
will heilen deinen Schaden.

3. Gott hat dir Christum, seinen Sohn,
die Wahrheit und das Leben,
sein liebes Evangelium
aus lauter Gnad gegeben;
denn Christus ist allein der Mann,
der für der Welt Sünd gnug getan,
kein Werk hilft sonst daneben.

4. Für solche Gnad und Güte groß
sollst du Gott billig danken,
nicht laufen aus seim Gnadenschoß,
von seinem Wort nicht wanken,
dich halten, wie sein Wort dich lehrt,
dadurch wird Gottes Reich gemehrt,
geholfen auch den Kranken.

5. Du solltest bringen gute Frucht,
so du recht gläubig wärest,
in Lieb und Treu, in Scham und Zucht,
wie du solchs selbst begehrest,
in Gottes Furcht dich halten fein
und suchen Gottes Ehr allein,
daß du niemand beschwerest.

6. Die Wahrheit wird jetzt unterdrückt,
will niemand Wahrheit hören;
die Lüge wird gar fein geschmückt,
man hilft ihr oft mit Schwören;
dadurch wird Gottes Wort veracht‘,
die Wahrheit höhnisch auch verlacht,
die Lüge tut man ehren.

7. Wach auf, Deutschland, ’s ist hohe Zeit,
du wirst sonst übereilet,
die Straf dir auf dem Halse leit,
ob sich’s gleich jetzt verweilet.
Fürwahr, die Axt ist angesetzt
und auch zum Hieb sehr scharf gewetzt,
was gilt’s, ob sie dein fehlet.

8. Gott warnet täglich für und für,
das zeugen seine Zeichen,
denn Gottes Straf ist vor der Tür;
Deutschland, laß dich erweichen,
tu rechte Buße in der Zeit,
weil Gott dir noch sein Gnad anbeut
und tut sein Hand dir reichen.

9. Das helfe Gott uns allen gleich,
daß wir von Sünden lassen,
und führe uns zu seinem Reich,
daß wir das Unrecht hassen.
Herr Jesu Christe, hilf uns nu‘
und gib uns deinen Geist dazu,
daß wir dein Warnung fassen.

Weisse, Michael – O Vater der barmhertzigkeyt,

O Vater der barmhertzigkeyt,
wir bitten dich mit innigkeit,
Du wollest dich erbarmen
der schwachen und armen.

Die sich hertzlich zu dir keren,
gnad und hülff von dir begeren,
Auff das sie deinen willen
stets möchten erfüllen.

Hilff, das sie dir warheyt finden
zur vergebung aller sünden,
Innheyliger gemeynschafft
enden jr Bilgerschafft.

Christe, aller welt Heylandt,
hilff allen, die dich han erkannt,
Das sie in dir
zu nemen für und für.

Laß sie nicht krafftlos werden
unter deinem joch auff erden,
Auß deim Gesetz
fallen ins Teuffels netz.

Hilff durch dein Blutvergiessen,
das sie dein hie wol geniessen
Und benedeyt
dich loben alle zeyt.

O Heyliger Geyst, warer Gott,
sih heut an der glaubigen not
Und erleucht durch dein güt
der irrenden gemüt.

O komm, du verheyßner tröster,
und mach und geystliche Priester,
Das wir Gott unsern schöpffer
preysen mit danckopffer.

O hilff, das wir die Priesterschafft
inn recht heiliger gemeynschafft
Alles in Christi namen
wol volenden, Amen.

Weisse, Michael – Christglaubig Mensch

1. Christglaubig Mensch, wach auff! wach auff!
thu dein hertz Gott deim Herren auff,
der dich hat geschaffen!

2. Dich auch erhelt inn seiner macht,
uber dir wachet tag und nacht,
lest dich nicht verderben.

3. Gedenck an seine herrligkeyt
und danck jm der bermhertzigkeyt,
dir biß her beweiset!

4. Sih zu, das du im nicht verachst
und dich vor jm zu schanden machst,
jn also erzörnest!

5. Sonder sey demütig vor jm
und unterwirff jm deinen sihn,
so wird er dein walten,

6. Und als ein Vater seinen Son
dich leyten inn all deinem thun
zum ewigen leben,

7. Durch Jesum Christum, seinen Son,
der uns vertrit vor seinem thron
mit seym steten opffer.

Weisse, Michael – Christus ist erstanden

1. Christus ist erstanden
Von des Todes Banden;
Des freuet sich der Engel Schar,
Singend im Himmel immerdar:
Halleluja!

2. Der für uns sein Leben
In Tod hat gegeben,
Der ist nun unser Osterlamm,
Des wir uns freuen allesamt,
Halleluja!

3. Der, ans Kreuz gehangen,
Kein’n Trost konnt‘ erlangen,
Der lebet nun in Herrlichkeit,
Uns zu vertreten stets bereit.
Halleluja!

4. Der so ganz verschwiegen
Zur Hölle gestiegen,
Den wohlgerüst’ten Starken band,
Der wird nun in der Höh‘ erkannt.
Halleluja!

5. Der da lag begraben,
Der ist nun erhaben,
Und sein Tun wird kräftig erweist
Und in der Christenheit gepreist.
Halleluja!

6. Er läßt nun verkünden
Vergebung der Sünden,
Und wie man die durch rechte Buß‘
Nach seiner Ordnung suchen muß.
Halleluja!

7. O Christe, Osterlamm,
Speis uns heut‘ allesamt,
Nimm weg all unsre Missetat,
Daß wir dir singen früh und spat:
Halleluja!

Weisse, Michael – Den Vater dort oben

1. Den Vater dort oben
wöllen wir nu loben,
Der uns als ein milter Gott
gnedigklich gespeyst hat,
Und Christum, seinen Son,
durch welchen der segen kompt
vom aller höchsten thron!

2. Sprechend inn der warheyt:
dir sey preyß und klarheyt,
Dancksagung und herrligkeyt,
o Gott, von ewigkeyt.
Der du dich erweyset
und uns heut mit deiner gab
leyblich hast gespeyset!

3. Nimm an diß danckopffer,
o Vater und schöpffer,
Welchs wir deinem Namen thun
inn Christo, deinem Son!
O laß dirs gefallen
und jn mit seinem verdienst
zalen für uns alle!

4. Denn nichts ist zu melden,
das dir möcht vergelten
Aller gnad und gütigkeyt,
erzeigt unsrer schwachheyt:
Eu, wie mag auff erden,
weil alles dein eygen ist,
dir vergolten werden!

5. O nimm an unsern danck
sampt diesem lobgesang,
Und vergib, was noch gebricht
zu thun bey unsrer pflicht!
O mach uns dir eben,
das wir hie inn deiner gnad
und dort ewig leben! Amen.