Böhmische Brüder – Von der Himelfart vnsers Herrn vnd Heilands Jhesu Christi

Innitatorium.

HAleluja! frew dich! Christenschar,
denn dein Heiland ist erhöhet wunderbar.

OPffert jm heut preis, lob vnd danck
mit frölichem gesang, haleluja!

Psalmus 47.

JUbiliert heut alle gemeine,
frolockt beid gros vnd kleine!
mit hertz vnd mund
rhümt Gottes werck alle stund!
Denn der Herr ist erhöhet seer herrlich,
herrscht vnd regiert mechtiglich,
ein König vnd Herr
im himel, erden vnd meer.
OPffert jm heut preis, lob vnd danck etc.

Er hat vns jm selbest erwelet,
vnter sein volck gezelet,
vnd in das Reich
Jacob gebracht all zu gleich,
Das wir weren sein erb vnd Eigenthum
nach seiner gnaden reichthum,
die vber vns blüht,
aus rechter lieb, trew vnd gut.
Haleluja, frew dich, Christenschar! etc.

Er ist mit jauchtzen auffgefaren,
vber all Engelscharen,
als Gottes Son
sich gesatzt auffs himels thron.
Drumb lobsingt jm, lobsingt klüglich mit ehrn,
rhümt vnd preist hoch vnsern Herrn,
der mit herrligkeit
geziert ist in ewigkeit!
Opffert jm heut preis, lob vnd danck etc.

Er sitzt nu auff seim heiligen stuel
vnd regiert stets recht vnd wol,
der heiden land
beherscht er mit starcker hand;
Er samlet jre Fürsten zu seim Heer
durch die krafft des Geists vnd ler,
bringt sie zur kindschafft
vnd heiligen gemeinschaft.
Haleluja, frew dich, Christenschar! etc.

Ehre sey dem Vater vnd dem Son,
datzu der dritten Person!
dem waren Gott
sey lob vnd preis fru vnd spat!
Gleich wie es war jmer von ewigkeit,
so werd auch jtzt vnd allzeit
sein höchster namen
herrlich gepreiset, amen!
Opffert jm heute preis, lob vnd danck etc.

Quelle

Selneccer, Nikolaus – Gott weiß warum

1565

Nach eigener Melodie vierstimmig gesetzt.

Hilf, Herr mein Gott, in dieser Noth;
Du treuer Heiland, erbarm dich mein.
Ich bin ja dein, trotz Welt, Teufel und Sünd.
Ich trau auf dich, o Herr, was will ich mehr?
Du bist mein Gott, ich hab ja dich.
Herr Jesu Christ, du mein Erretter bist.
Ich trau auf dich, o Herr, was will ich mehr?
Du bist mein Gott, ich hab ja dich,
Herr Jesu Christ, du mein Beschützer bist.
Hilf, Herr mein Gott, in dieser Noth;
Du treuer Heiland, erbarm dich mein.
Ich bin ja dein, trotz Welt, Teufel und Sünd.
Ich sing, bin fröhlich, guten Muths und harre dein.
Amen, hilf Herr, Amen.

 

Selneccer – Himmelfahrt

Speratus, Paul – Eyn gesang von der geschicht Christi hymelfart und desselben propheceyen.

In eynem newen Thon.

1. Als viertzick tag erschynnen
nach Christus aufferstehn,
thet er mit seynen Jüngern
auß an den ölberg gen.
Da haben sie erkant,
das er czu hymel füre,
sitzt czu der rechten handt,
Got des almechting vatters,
der yhn herab gesandt.

2. Er ists, der von der erden
steygt auf, plutfarb seyn kleydt,
gleych dem, der weynnpreß drittet,
vast rothfarb zubereyt,
Uffs köstlichst czyret geht;
inn mennig seyner krefften
selgmachend warheit redt,
für uns di preß des kreutzes
hy eynig dretten thet.

3. Christus der aufgestygen,
ist unser köng und haubt,
durchbrechent mit den seynen,
vons teuffels gwaldt geraubt,
Und ynn dy höh gefürt;
seyn gangen durch dy pforten,
seyn herrschung wirt gespürt;
im hymelischen wesen
yhm aller gwalt gebürt.

4. Wy Christus auffgefaren,
als unns dy schrift vermeldt,
wirdt er czu richten kumen
am letzten end der weldt.
Dann wirt es ganz verkert,
der unglawbing verschulden
yn schand und peyn erklert,
dagegen all gelaubig
getröstet und geert.

5. Dy stett hat er bereytet
ym hymel all den seyn,
da er yhn vorgegangen,
das sie bey ym erscheynn.
Welch Got der vatter zeucht
und yhre herte hertzen
durch seynen geyst erfeucht,
alleyn gen himel wandeln,
dy dyses licht erleucht.

6. Ehe Christus fur gen hymel
auß dysem yamertal,
seyn yüngern nur hyeß leren
alls, was er yhn befalh.
Sendung des geystss verhyeß,
ihr schwacheit czu erkleren,
was er yhn sagt und lyß.
O herr, dem vestlich glauben,
yn unser hertzen gyß.

Cosack – Paul Speratus

Speratus, Paul – Der Hymnus Festum nunc celebre,

den man an Christus auffart lang gesungen hat, verteuscht.

1. Christo gott dem herren sing wir vonn hertzen grund,
den die wolcken aufnam sichtiglich zu der stundt,
als er auffsteyg zu seym und unserm vatter got,
der alle dyng czurichten hat.

2. Damit hat er dy erd unnd all hymel erfreut,
das durch yn czum vatter kumen mag, wer yhm glawbt;
sonst nymandt steyg hinauf, dan der herab gesandt,
unn den durch yn zeucht gottes handt.

3. Er hat dy gefengknyß gefangen genumen
als er steyg czum vater, von dann wirdt er kumen,
czu richten nach seym wort all lebendig unnd todt,
wy er uns selbst bezeuget hat.

4. O herr wir bitten dich, den schöpffer aller dyng,
den glauben yn uns meher der die frücht der lieb bryng,
das wir nachsteygen dir; ohn deyn hylff sinken wir;
das werck deyner hend schreyt zu dir,

5. Das deyn herlich zukunfft erschreck uns armen nicht,
wann du mit deyn selgen sitzen würst das gericht,
da vor deym angesicht alles würd offenbar,
was hy der menschen dancken war.

6. Gib got, heylger vatter, mit Christo, deynem Sohn,
das wir durch deynen geyst mit unsers hertzen wunn
Czu dir aufsteygen stett ym geyst und der warheit,
des lob wir dich yn ewigkeit.

Amen.

Cosack – Paul Speratus

Zwick, Johannes – Auf diesen Tag bedenken wir

1.) Auf diesen Tag bedenken wir,
Dass Christus aufgefahren.
Wir sind zwar noch im Elend hier
Und unter viel Gefahren.
Doch sinkt drum unser Mut nicht hin.
Durch Jesum wissen wir, wohin
Uns unsre Wallfahrt führet.

2.) Das Leben ist ans Licht gebracht:
Uns steht der Himmel offen.
Christus schließt auf mit großer Pracht,
Wir sehn ihm nach und hoffen.
Voll Freude sieht der Christ empor.
Doch säumt er nicht, auch hier zuvor
Des Heilands Pfad zu wandeln.

3.) Wer den nicht geht, wird nimmermehr
Dort seines Heils genießen.
Wer ihm nicht folgt, ach, dem muss er
Den Himmel einst verschließen.
Wer wünscht, zum Himmel einzugehn,
Der lässt in seinen Taten sehn,
Sein Wandel sei im Himmel.

4.) Herr Jesu, hilf, dass wir der Welt
Uns immer mehr entwöhnen!
Stets sorgen, was dem Herrn gefällt,
Zu ihm hinauf uns sehnen!
Du siehest dann auf uns herab,
Von uns lässt deine Treu nicht ab,
Bis wir zusammenkommen.

5.) Dann wird der Tag erst freudenreich,
Wenn Christus wird erscheinen.
Wir ziehen mit ihm in sein Reich,
Gott stillet unser Weinen.
O Wonne, wenn in Ewigkeit
Uns nun das höchste Gut erfreut
Und wir bei Christo wohnen!

6.) Lob sei dem Heiland Jesu Christ,
Dass er für uns gestorben,
Erstanden, aufgefahren ist
Und hat das Heil erworben.
Dass wir nun nicht durch Adams Fall
Verloren werden allzumal,
Sondern den Himmel erben.

Zwick, Johannes – Mit lautem Schall frohlocken wir

1.) Mit lautem Schall frohlocken wir,
Der Herr ist aufgefahren!
Sind wir gleich noch im Elend hier
Und unter viel Gefahren.
Doch sinket unser Mut nicht hin.
Wir wissen nun gewiss, wohin
Uns unsre Wallfahrt führet.

2.) Das Leben ist an’s Licht gebracht,
Uns steht der Himmel offen.
Zu ihm führt uns durch seine Macht
Der Herr, auf den wir hoffen.
Dahin schaut unser Glaub‘ empor,
Wenn wir mit allem Ernst zuvor
Des Heilands Pfad gewandelt.

3.) Wer den nicht geht, Wird nimmermehr
Dort seines Lichts genießen.
Wer ihm nicht folgt, dem wird auch er
Den Himmel einst verschließen.
O, hilf du uns, Herr Jesu Christ,
Zu suchen das, was droben ist,
Dahin lenk unsern Wandel.

4.) Dein Geist beleb uns, dass der Welt
Wir uns stets mehr entwöhnen,
Stets sorgen, was dir, Herr, gefällt,
Zu dir hinauf uns sehnen.
O, siehe du auf uns herab,
Sei unser Führer bis an’s Grab,
Bis wir einst zu dir kommen!

5.) O Tag, an großen Freuden reich!
Der Gott, dem wir vertrauen,
Macht dann uns seinem Sohne gleich,
Lässt uns sein Antlitz schauen.
Da ist Erkenntnis, da Genuss,
Da quillt der Freuden Überfluss,
Gott schenkt uns ewig’s Leben.

Selneccer, Nikolaus – Dein Werk, Erlöser, ist vollendet

1.) Dein Werk, Erlöser, ist vollendet,
Vollendet ist auch unser Heil.
Uns liebt der Gott, der dich gesendet
Und seine Huld wird uns zu Teil.
Verklärt erhebst du dich vom Staube,
Dir nach schwingt sich der Deinen Glaube
Und dringet bis zu Gottes Thron.
Dort, sieht er, krönt nach allen Leiden
Dein Gott mit Sieg und ew’gen Freuden
Dich, Gottes und des Menschen Sohn.

2.) Du scheidest und die Jünger fallen
Anbetend auf ihr Angesicht.
Sie sehn die Wolken dich umwallen
In Majestät voll Himmelslicht.
Noch sehnest du die treu Geliebten,
Du senkest Trost auf die Betrübten,
Strömst frohe Hoffnung in ihr Herz.
Sie sehn: Wie du von Gott gekommen,
Wirst du nun wieder aufgenommen,
Zu hoher Wonne wird ihr Schmerz.

3.) Auch ich seh auf, du mein Vertreter
Und bet in Freudentränen an!
Ich weiß, dass auch ein schwacher Beter
Im Staube dir gefallen kann.
Gib meinem Glauben Mut und Leben,
Zu dir sich freudig zu erheben
Zu dir, der uns mit Gott vereint.
Ja, du, des künft’gen Lebens Sonne,
Des Himmels und der Erden Wonne,
Du bist mein Bruder und mein Freund.

4.) Einst wirst du herrlich wiederkommen.
Erlöser, komm, so rufen wir!
Im Tränental schaun deine Frommen
Voll heißer Sehnsucht auf zu dir.
Mit Wonne sehn sie dir entgegen,
Erwarten Heil von dir und Segen
Und Teil an deiner Herrlichkeit.
Du wirst den Gläub’gen, die hier weinen,
Vom Himmel als ihr Freund erscheinen
Und Jubel wird der Erde Leid.

Selneccer, Nikolaus – Der du zu Gott erhöhet bist

1.) Der du zu Gott erhöhet bist,
Du fährst zum Himmel, Jesus Christ!
Immanuel, dir danken wir,
Stärk uns mit Heil und Kraft von dir!

2.) Dir sind die Himmel Untertan,
Dich beten alle Engel an.
Du lebst, regierst dem Vater gleich
Und hast, wie er, ein ewig‘ Reich.

3.) Du hast gesiegt, wir siegen mit.
Wer will verdammen? Er vertritt,
Es klage, wer da will, uns an:
Er nimmt sich seiner Brüder an.

4.) Wohl dem, der nur auf dich vertraut,
Sein Heil auf dich, den Felsen, baut!
Flieh, Sünde, wir entsagen dir.
Dem Herrn des Himmels dienen wir.

5.) Du, Herr, bist unser höchstes Gut,
Denn du erwarbst uns durch dein Blut
Des Vaters Huld und gabst den Geist,
Der uns zum Leben unterweist.

6.) Du leitest uns und unser ist
Dein Reich, dein Himmel, Jesus Christ!
Einst werden, durch den Glauben dein,
Wir deines Ruhms uns ewig freun.

7.) Du hast die Menschen nicht verschmäht,
Hast uns erlöst und bist erhöht.
Erhöre nun auf deinem Thron
Uns, deine Brüder, Gottes Sohn!

8.) Erhalt uns deine Lehre, gib
Zu allen Guten Kraft und Trieb!
Gib in Versuchung Nüchternheit,
In Prüfung Mut und Festigkeit!

9.) Herr, nimm uns an, wenn du Gericht
Zu halten kommst, verwirf uns nicht.
Lass uns zu deiner Rechten stehn
Und deine Herrlichkeit uns sehn!

Selneccer, Nikolaus – Wir freuen uns, Herr Jesu Christ

1.) Wir freuen uns, Herr Jesu Christ,
Dass du zur Rechten Gottes bist.
Du starker Gott, Immanuel,
O stärk im Glauben unsre Seel‘.

2.) Du sitzest auf der Himmel Thron
Als unser Freund, als Menschensohn,
Auch da schämst du dich unser nicht.
Drum bleibst du unsre Zuversicht.

3.) Dein ist die Macht, dein ist das Reich.
Wer ist an Majestät dir gleich?
Mensch, Engel, jede Kreatur
Ist dein, du Schöpfer der Natur!

4.) Umsonst, umsonst empöret sich
Die Macht der Feinde wider dich.
Dein Thron steht fest: dein Feind erliegt,
Durch deine Macht wird er besiegt.

5.) Du unser triumphierend‘ Haupt!
Wie selig ist, wer an dich glaubt?
Du bist sein Licht, sein Trost, sein Teil,
Sein starker Schutz, sein ewig‘ Heil.

6.) Herr, unsre Herzen traun auf dich,
Dein freuet unsre Seele sich.
Du Held von unserm Fleisch und Blut,
Bist unser Trost und höchstes Gut.

7.) was uns gebricht, ist dir bekannt.
Der Segen ist in deiner Hand.
Von keinem Frommen bist du fern.
Du siehst auf ihn und hilfst ihm gern.

8.) Sieh auf uns gnädig allezeit
Vom Throne deiner Herrlichkeit!
Hilf unserm schwachen Glauben auf
Und segne unsern Lebenslauf.

9.) Gen Himmel fuhrst du als ein Held.
Als Herr und Richter aller Welt.
Wird dich dereinst der Erdkreis sehn.
Lass uns dann freudig vor dir stehn!

10.) Dann triumphiert der Glaub‘ an dich,
Dann jauchzen wir dir ewiglich.
Hilf uns dazu, Herr Jesu Christ,
Der du zur Rechten Gottes bist!

Wegelin, Josua – Himmelfahrt

Allein auf Christi Himmelfahrt\
Mein‘ Nachfahrt ich thu gründen;\
Allein auf seine Hülf‘ ich wart‘,\
Und bitt‘, er woll‘ mir senden\
Sein‘ himmlische Gnad oben ‚rab,\
Daß ich der Welt mög sagen ab\
Und, was droben ist, suchen;

Weil er gen Himmel sich gewend’t,\
Das Irdische verlassen.\
Mein Herz auch nirgend Ruhe find’t;\
Es will nun diese Straßen\
Zur himmlischen Ruh, Freud‘ und Ehr‘,\
Wo Christus ist sein Haupt und Herr;\
Dabey will es auch ruhen.

Ach laß, Herr Christe, mich die Gnad’\
Von dein’r Auffahrt empfangen,\
Daß mein Herz hie die Nachfahrt hab‘,\
Bis daß ich werd‘ erlangen\
Das Himmelfahr’n mit Seel‘ und Leib\
Dir zu Ehren und mir zur Freud‘!\
So will ich dir lobsingen.
—-
Auf Christi Himmelfahrt allein
ich meine Nachfahrt gründe,
und allen Zweifel, Angst und Pein
hiermit stets überwinde;
denn weil das Haupt im Himmel ist,
wir seine Glieder JEsus Christ
zur rechten Zeit nachholen.

Weil er gezogen himmelan,
und große Gab’n empfangen,
mein Herz auch nur im Himmel kann,
sonst nirgends Ruh erlangen;
denn wo mein Schatz gekommen hin,
da ist auch stets mein Herz und Sinn;
nach ihm mich sehr verlanget.

Ach Herr, laß diese Gnade mich
von deiner Auffahrt spüren,
daß mit dem wahren Glauben ich
mög meine Nachfahrt zieren,
und dann einmal, wenn dirs gefällt,
mit Freuden scheiden aus der Welt.
Herr, höre dieß mein Flehen.